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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-706
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-706: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-706

Name

Uri ben David (Ferdinand Ortweiler) [23.12.1895]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש חכם ומחכם‏‎ ein Mann, weise und klug,
‎‏יגע ומצא מאה‏‎ er mühte sich ›und gewann das Hundert-
‎‏שערים, רעיתו‏‎ fältige‹, seine Gattin
‎‏צעקה׃ כבה ״אורי״‏‎ 5 schrie: Verloschen ist mein Uri, mein Licht,
‎‏בצהרים, אׂמן‏‎ am Mittag, ein Kundiger,
‎‏ומורה לבניו‏‎ ein Lehrer seinen Kindern,
‎‏נטע שעשועיו‏‎ ›Spross seiner Liebkosung‹,
‎‏ה׳ אורי בן ה׳ דוד‏‎ Herr Uri, Sohn des Herrn David,
‎‏מת ליל ו׳ טבת תרנ״ו‏‎ 10 gestorben in der Nacht des 6. Tewet 656.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
Hier ruht
der zärtliche Gatte
u. treubesorgte Vater
Herr 15
Ferdinand Ortweiler
geb. 3. März 1851
gest. 22. Dezb. 1895.

 

 Zl 3f: Gen 26,12  Zl 8: Jes 5,7

Kommentar

Datierung Geboren 03.03.1851; gestorben in der Nacht auf Montag, 23.12.1895
Zln 3/4: In Genesis ist es der Erzvater Jizchak, der in jenem Jahr das Hunderfache seiner Saat erntete, hier eine Anspielung auf den Erfolg Uri Ferdinand Ortweilers in seinem Geschäftsleben.
Zl 5: Wortspiel mit dem Namen Uri mit der Bedeutung "mein Licht", daher hier doppelt übersetzt.
Namenskunde Hier wurde als bürgerliche Name "Ferdinand" gewählt, weil dieser Name gleich anklingt wie der aus dem griechischen stammende und schon seit der Antike bei Juden belegte Name "Phöbus", der aufgrund seiner Bedeutung "der Leuchtende" häufig parallel zum hebräischen Namen "Uri", d.h. "mein Licht" bzw. "leuchte!", verwendet wurde.

Stilmittel

Zur Person

Der Bankier Ferdinand Ortweiler war verheiratet mit Rosalie geb. Fleischer, mit der er sich offensichtlich Mitte der 1880er Jahre in Bayreuth niederließ, wo er u.a. die "Erste Bayreuther Dampf-Chocolade-, Lebkuchen- u. Zuckerwaarenfabrik" betrieb. 1885 wurde in Bayreuth sein viertes Kind, die Tochter Gretchen geboren, 1886 folgte Alfred, 1887 Fanni und 1889 Elsa. Der Bankier starb im Alter von 44 Jahren an "Abdominaltyphus" und "Septichaemie".

Zur Familie

Gattin: Rosalie Ortweiler (Grabstein Nr. bay-0755)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 706: Ferdinand ­Ortweiler · 1895 Sylvia Habermann: "Juden im Erwerbsleben. Kaufleute und Gewerbetreibende vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 167-176, hier S. 171.

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2009-07-06
recto
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Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-706
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(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1895

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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