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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-606
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-606: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-606

Name

Schmuel Fleischer (Hieronymus Fleischer) [18.10.1881]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מצבת‏‎ ›Grab-
‎‏קבורת איש אמונים‏‎ mal‹ ›eines Mannes von Treuen‹,
‎‏ירא אלהים כל ימיו‏‎ gottesfürchtig all seine Tage,
‎‏עושה צדקות בכל עת‏‎ ›Wohltaten erwies er zu jeder Zeit‹,
‎‏ה״ה ר׳ שמואל פֿליישער‏‎ 5 es ist Herr Schmuel Fleischer,
‎‏מת ביום כ״ה תשרי‏‎ gestorben am 25. Tag des Tischri
‎‏תרמ״ב לפ״ק‏‎ 642 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Denkmal
in Liebe und 10
Dankbarkeit errichtet
dem treuen Gatten
und guten Vater
Herrn
Hieronymus Fleischer, 15
geb. am 21. November 1821,
gest. am 18. October 1881.
Die am Grabe hier geweint,
Werden einst mit Dir vereint.
Friede Dein Lohn! 20

 

 Zl 1f: Gen 35,20 | Zl 2: Spr 20,6  Zl 4: Ps 106,3

Kommentar

Datierung Geboren 21.11.1821; gestorben Dienstag, 18.10.1881
Hier bleibt das Deutsche noch auf der Rückseite des Grabsteins, ist aber deutlich länger als die hebräische Inschrift vorne. Während die hebräische Inschrift die Tugenden des Verstorbenen preist - seine Gottesfürchtigkeit und seine Wohltätigkeit -, stellt die deutsche Inschrift u.a. durch einen zweizeiligen gereimten Sinnspruch den Bezug zu den trauernden Hinterbliebenen her und endet mit einem außergewöhnlichen Schlußsegen, der den Verstorbenen direkt anspricht und den Frieden im Grab (bis zur erhofften Auferstehung) mit dem Lohn für das irdische Wirken verbindet: "Friede Dein Lohn".
Die aus beliebten Zitaten zusammengesetzte Eulogie wurde vermutlich einem Musterbuch entnommen, sie findet sich in fast identischer Form zum Beispiel in Schalom ha-Cohens 1820 in Wien erschienenen Briefsteller Ketav joscher und im Sefer Hachajim, dem "Israelitischen Andachtsbuch" von Salomon Ephraim Blogg (erste Auflage Hannover 1848, vierte verbesserte Auflage Hannover 1866/67, S. 312: Grabschriften "für junge verheirathete Männer").
Unter der deutschen Inschrift auf der Rückseite ist groß die Grabsteinnummer 606 eingraviert.

Zur Person

Der verheiratete Kaufmann Hieronymus Fleischer starb im Alter von 59 Jahren an einem "Nervenschlag". Seine Familie, die ihm den Grabstein setzte, ist bis auf eine jungverstorbene Tochter auf diesem Friedhof nicht weiter belegt.

Zur Familie

Tochter: Olga Fleischer (Grabstein Nr. bay-8001)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 606: Hieronymus ­Fleischer · 1881

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-606
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-606
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1881

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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