logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [558/957]    »     »|
Edition Kommentar Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-598
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-598: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-598

Name

Schmuel ben Jizchak Halevi (Samuel Harburger) [30.07.1880]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תם וישר‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹,
‎‏ירא ה׳ כל ימיו‏‎ den Ewigen ehrfürchtend all seine Tage,
‎‏ה׳ שמואל בן יצחק הלוי‏‎ Herr Schmuel, Sohn des Jizchak Halevi,
‎‏נ׳ בי׳ כ״ב מנחם תר״מ לפ״ק‏‎ 5 verschieden am 22. Tag des "Trösters", 640 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
Dieses Grab umschließt
den besten Gatten und Vater,
Herrn Samuel Harburger,
geb. am [3.] Mai [1810], gest. am [30. Juli] 1880 10
Friede seiner Seele!

 

 Zl 2: Ijob 1,8

Kommentar

Datierung Geboren 03.05.1810; gestorben Freitag, 30.07.1880
Bei Samuel Harburgers Tod im Jahr 1880 wurde noch immer eine hebräische Inschrift über die deutsche Inschrift gesetzt, doch beschränkt sich die kurze Eulogie nun auf standardisierte Formeln. Dagegen verzichtet die deutsche Inschrift in Anlehnung an die Gepflogenheiten der Mehrheitskultur der Umgebung auf jede Annäherung an die hebräische Inschrift und tituliert den Verstorbenen stattdessen als den besten Gatten und Vater - hier steht nicht mehr die Gemeinde, sondern die Familie im Mittelpunkt.
Zl 5: Menachem, "Tröster", ist ein euphemistischer Name für den Trauermonat Aw, in dem der Zerstörung der Jerusalemer Tempel gedacht wird.
Zl 10: Die Daten konnten anhand der Angaben in den Registern ergänzt werden.

Beschreibung

Symbol Levitenkanne
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand Mittlere Verwitterung

Zur Person

Der Siegellackfabrikant Samuel Harburger wurde 1810 geboren als Sohn von Isaak und Besla Harburger. Verheiratet war er mit Marie geb. Engelmann, 1849 kam ihr Sohn Isaac zur Welt, 1851 der Sohn Heinrich, 1859 wurde ihre Tochter Sophie geboren. Der Privatier starb im Alter von 70 Jahren an "Typhus".
Der Sohn Heinrich besuchte das Bayeuther Gymnasium und studierte dann in München Jura und Philosophie, promovierte "summa cum laude" und legte auch das Staatsexamen mit der Note "1" ab. Nach seiner Habilitation wurde er 1878 Privatdozent an der Universität München und trat dann in den Justizdienst ein, wo er schnell Karriere machte und schließlich 1885 zum zweiten Staatsanwalt am Landgericht II in München ernannt wurde, 1890 wurde er dort Landgerichtsrat. Parallel dazu unterrichtete er als Honorarprofessor an der Universität München Straf-, Staats- und Völkerrecht. 1898 wurde er als Staatsanwalt ans Oberlandesgericht München berufen und 1899 zum Oberlandesgerichtsrat befördert. 1905 hatte er mit der Ernennung zum Rat am Obersten Landesgericht die höchste Position erreicht, die er als Jude bekleiden konnte. 1912 übernahm er das Senatspräsidium am Oberlandesgericht München. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet des Völkerrechts erhielt er viele, auch internationale Auszeichnungen. Heinrich Harburger starb 1916 in München, sein Sohn Karl fiel im selben Jahr als Soldat im Ersten Weltkrieg, seine Frau Betty, eine geborene Berolzheimer aus Nürnberg, und seine Tochter Charlotte wurden 1941 ins litauische Kowno deportiert und ermordet.

Zur Familie

Vater: Isaak Harburger (Grabstein Nr. bay-0302)
Mutter: Besla Harburger (Grabstein Nr. bay-0485)
Gattin: Marie Harburger geb. Engelmann (Grabstein Nr. bay-0813)
Tochter: Sophie Stern geb. Harburger (Grabstein Nr. bay-0883)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 598: Samuel ­Harburger · 1880 Nathanja Hüttenmeister, Dan Z. Bondy: "Beispiele jüdischer Grabkultur", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 161-165, hier S. 164.
Christine Bartholomäus: "Von Emanuel Osmund bis Hilde Marx. Biografische Skizzen zu ausgewählten jüdischen Persönlichkeiten aus Bayreuth", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 105-118, hier S. 110 (zu Heinrich Harburger).

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-07-01
recto
heutiges Foto
2009-07-01
recto
heutiges Foto
2009-07-01
Detail
heutiges Foto
2009-07-01
Detail
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-598
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-598
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1880

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-598
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis