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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-472
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-472: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-472

Name

Issachar ben Meir Arje (Bernhard ­Mayer) [28.04.1861]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

[---]
Bernhard ­May[er]
‎‏נולד י״ב סיון תקל״ח ויגוע בשם טוב ח״י אייר‏‎ Geboren (am) 12. Sivan 538, hingeschieden ›mit gutem Namen‹ (am) 18. Ijar
‎‏תרכ״א לפ״ק‏‎ 621 der kleinen Zählung.
‎‏יששכר לפעולתך גבר חיל ותמים‏‎ 5 Issachar, ›es gibt Lohn für dein Tun‹, das Tun eines tapferen und lauteren Mannes,
‎‏בן מבין למדת תורה לילות וימים‏‎ ein verständiger Sohn, Tora lerntest du Nächte wie Tage,
‎‏מאיר עיניך נר מצוה ואור תורה‏‎ Meir , deine Augen erleuchtet das Gebot, das einer ›Leuchte gleicht und dem Licht der Tora‹,
‎‏אריה על מצווה עומד תמיד לשמרה‏‎ Arje, ein Leu, stets wacht er, auf daß das Gebot bewahrt werde,
‎‏זכר שמו על מעשי צדקה וחסדך‏‎ gedenke seines Namens, ob seiner Wohltaten und Milde,
‎‏צדיק לבית תפלה בל מנעת רגלך‏‎ 10 ein Gerechter, den Gang zum Gebetshaus hast du nicht vermieden,
‎‏לברכה גדלת מילדתך עד שיבתך‏‎ mit dem Segen groß geworden, von Jugend auf bis ins hohe Alter.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: bBer 17a  Zl 5: Jer 31,15  Zl 7: Spr 6,23

Kommentar

Datierung Geboren Sonntag, 07.06.1778; Gestorben und begraben Sonntag, 28.04.1861 ;
Während auf diesem Friedhof einzelne Grabsteine bereits nur auf Deutsch beschriftet wurden, orientierte man sich bei der Abfassung dieser Inschrift an den alten Vorbildern mit einer langen gereimten und mit einem Wortakrostichon versehenen Eulogie. Nur die Angabe des bürgerlichen Namens in lateinischen Buchstaben und die Angabe des Geburtsdatums in der hebräischen Inschrift weichen von einer traditionellen jüdischen Grabinschrift ab und sind als Zeichen der neuen Zeit zu sehen - und das obwohl oder gerade weil Bernhard Mayer eher zu den reformorientierten Mitgliedern seiner Gemeinde zählte.
Der Name kommt nur im Akrostichon vor. Er ist jeweils in zweifacher Bedeutung zulesen: Als Name und als erstes Wort in der Zeile, in der anderen Bedeutung des Wortes.

Stilmittel

Reim auf -mim in Zln 5,6, auf -rah in Zln 7,8 und auf -echa in Zln 9-11.
Akrostichon in Zeilen 5-11: ‎‏יששכר בן מאיר אריה זכר צדיק לברכה‏‎ Issachar  Sohn des Meir Arje das Andenken des Gerechten zum Segen 

Beschreibung

Zustand Verwitterung mittel; Beschädigung leicht

Zur Person

Der 1778 (laut Kataster 1776) geborene Bayreuther Kaufmann Bernhard Mayer (auch Maier, Meyer) erhielt 1813 Schutz in Bayreuth, besaß hier ein Wohnhaus und betrieb einen "Hausierhandel mit Schnittwaren". Im Kataster ist er als "gebrechlich" beschrieben. 1814 nahm er den Familiennamen Meyersberg (auch Meyerberg) an und heiratete die 1790 (laut Kataster 1788) geborene Dorette Dorothea, Tochter von Amsel Beer und Sara Isaac in Bayreuth. 1815 kam Caroline Kele zur Welt, die nach Amerika heiratete, ebenso wie ihre Schwestern, die 1820 geborene Cilly Zezilie, die 1821 geborene Sophie Rosalie, die 1823 geborene Nanny Henriette Hendle, die 1826 geborene Ida Gustel Jittel und die 1828 geborene Babette Pauline Bella. Der 1816 geborene Amschel Anschil und die 1818 geborene Jette Jitle starben schon als Kleinkinder. Der 1824 geborene Meyer Löw/Löb blieb in Bayreuth, 1830 wurde Joseph geboren und 1832 Rosalie Sarle. Der Kaufmann Bernhard Mayer starb im Alter von 83 Jahren an "Bronchitis mit Marasmus".
1828 sprach sich Bernhard Mayer, als es um die Neubesetzung der 1827 vakant gewordenen Rabbinatsstelle in Bayreuth ging, gegenüber der Regierung für den reformorientierten Kandidaten Issak Löwi aus Adelsdorf und gegen den traditionell eingestellten Rabbinatsverweser Uri Löw Veitel aus.

Zur Familie

Gattin: Dorette Mayer geb. Israel (Grabstein Nr. bay-0538)
Kinder: Löb Mayer (Grabstein Nr. bay-0553); Jette und Anselm Mayer (Grabstein Nr. bay-0048)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 472: Bernhard ­Mayer · 1861 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 25: "Statt der Sara Isaak, - deren Tochtermann Baer Meyer welcher den Schutz erhalten hat, und sich jetzt nennt, - Bernhardt Meyersberg".
Rosa und Volker Kohlheim: "Baer Meyer heißt jetzt Bernhardt Meyersberg", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 73-82, hier S. 78.
Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Redaktion und Gestaltung: Bernd Mayer und Frank Piontek, Bayreuth 2010, S. 85.

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-472
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-472
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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