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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-467
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-467: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-467

Name

Knendle ⚭ Jaakow Fischel (Karoline ­Fischel) [08.05.1860]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה החשובה מ׳ קנענדלא‏‎ die angesehene Frau, Frau Knendle,
‎‏אשת המנוח כ״ה יעקב פישל‏‎ Gattin des Seligen, den geehrten Herrn Jaakow Fischel,
‎‏נפטרה בת ע״ב שנה ט״ז אייר תר״ך לפ״ק‏‎ verschieden 72jährig (am) 16. Ijar 620 der kleinen Zählung.
‎‏מצאת מרגוע נפש יקרה‏‎ 5 ›Du fandest Ruhe, teure Seele‹,
‎‏מאשר יגעת בלי להחשיבה‏‎ von den Mühen ohne Schonung,
‎‏ממר לבך בחלי ובצרה‏‎ von bitterem Herzen bei Leid und Not,
‎‏נכון ללכת בדרך ישרה‏‎ ›nun bereit zu gehen den rechten Weg‹.
‎‏עליך תבא ברכת אביונים‏‎ Der Segen der Bedürftigen ist dir Gewiss,
‎‏ותהי לתפארת בנות ובנים‏‎ 10 ›und sei zu Zierde der Töchter und Söhne‹,
‎‏על כן במות אורך לא כבה‏‎ ›deshalb erlischt selbst im Tode dein Licht nicht‹
‎‏ותקות לבבך גם היא לא נכזבה‏‎ und auch die Hoffnung deines Herzens werde nicht enttäuscht.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht
Frau Karoline ­Fischel Ehefrau des 15
seligen Jakob Fischel sie starb im
72 Jahre am 16. Ijar 5620.
Du hast nun ausgerungen theure Seele
Hast überwunden Erdennoth und Sorge(?)
Die(?) Wanderin(?) Gott Vertrauend ... 20
Das stets ... den Schi... und ...
Heil dir, du warst den Armen Trost und Segen
Warst Zierde deinen Kindern, deinem Haus
Drum löscht im Tode auch dein [Lic]ht nicht aus
Du weillst(?) beglückt in Paradieses Wegen 25

 

 Zl 5: nach Jer 6,16  Zl 8: nach Ps 107,7  Zl 10: nach Spr 17,6  Zl 11: nach Spr 31,18

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 08.05.1860
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins ist leider stark verwittert und nicht mehr vollständig zu rekonstruieren, doch scheinen hier - bis auf den hebräischen Schlusssegen - hebräische und deutsche Inschrift und Eulogie parallel aufgebaut und inhaltlich weitgehend identisch zu sein. Dieser spannende Versuch, die Inhalte und Form der traditionellen hebräischen Grabinschrift ins Deutsche zu übertragen, sollte in Bayreuth eine Ausnahme bleiben.

Stilmittel

Reim auf -rah in Zln 5,7-8, auf -nim in Zln. 9,10 und auf -vah in Zln 11,12.

Beschreibung

Zustand Verwitterung mittel; Beschädigung leicht

Zur Person

Die 1791 geborene Karoline Gnendel, Tochter von Seligmann Dettelbach aus Fürth, heiratete 1811 den 1772 (laut Kataster 1775) geborenen Handelsmann Jacob, Sohn des Bayreuther Rabbiners Fischel, der in Bayreuth einen "Hausierhandel" betrieb und in den Familienstandsregistern unter dem Namen "Mandelbaum" verzeichnet ist. 1812 wurde ihre Tochter Betty Brendel geboren, 1813 die Tochter Luise Lea, 1814 Babette Besle, die einen Herrn Hesslein in Bamberg heiratete. Eine 1815 geborene Tochter starb gleich nach der Geburt. 1817 kam der Sohn Fischel zur Welt, der nur ein halbes Jahr alt wurde. 1819 wurde Moritz Moses Mosche geboren, der nach Amerika auswanderte, gefolgt von seinen Brüdern, dem 1821 geborenen Isaac Isidor Izek, dem 1823 geborenen Eduard Elias Elijahu und dem schließlich 1825 geborenen Julius Jechiel. Die Witwe Karoline Fischel starb im Alter von 72 Jahren an "Marasmus senilis".

Zur Familie

Gatte: Jakob Fischel (Grabstein Nr. bay-0264)
Töchter: Louise Fischel (Grabstein Nr. bay-0691), Betti Seliger geb. Fischel (Grabstein Nr. bay-0678)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 467: Fr. Karoline ­Fischel · 1860

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-467
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-467
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1860

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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