logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [224/957]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-398
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-398: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-398

Name

Schimschon Löb (Samson Löb ­Brüssel) [08.01.1831]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏איש תם וישר כ״ה שמשון ליב‏‎ ›Ein lauterer und aufrechter Mann‹, der geehrte Herr Schimschon Löb,
‎‏נפטר יום ש״ק כ״ג טבת תקצ״א‏‎ verschieden (am) Tage des heiligen Schabbat, 23. Tewet 591.
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏שד משדי בא הוי איך נשדנו‏‎ ›Vernichtung kam vom Allmächtigen‹, wehe, wie wurden wir vernichtet,
‎‏מורה עלם בל עודך אתנו‏‎ 5 der Lehrer ist verborgen, nicht mehr mit uns bist du,
‎‏שפתך מעין נבע דבש ויין‏‎ deine Lippe - eine Quelle, die Honig und Wein sprudelt,
‎‏ועתה הה מות סתם העין‏‎ doch nun, o wehe, ließ der Tod die Quelle versiegen,
‎‏נטל חול כסה באר הקיר מים‏‎ die Bürde des Sandes ›verdeckte den Brunnen, den Quell des Wassers‹,
‎‏ארץ שמנהו מעיני החיים‏‎ das Land verödete? von den Quellen des Lebens,
‎‏יה עת ישמיע קול שופר ברמה‏‎ 10 (bis zur) ›Zeit, da Jah einen Posaunenschall in der Höhe ertönen lässt‹
‎‏בעים רוחו להעלות יורדי דומה‏‎ (und) ›mit gewaltigem Sturm‹ ›die heraufholt, die in die Stille gesunken sind‹,
‎‏רגעי קבר יתוץ ויוציא מעינך‏‎ die Grabesruhe zerstört und deine Quelle hervorbringt,
‎‏יזל אז שנית צוף שפתותיך‏‎ dann wird wieder träufeln Honigseim von deinen Lippen.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Ijob 1,8  Zl 4: Jes 13,6 und Joel 1,15  Zl 8: nach Jer 6,7  Zl 10: nach Jer 31,14  Zl 11: Jes 11,15 | Zl 11: Ps 115,17

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 08.01.1831
Eine Eulogie auf einen Lehrer, die von den Schülern verfasst wurde und den Lehrer direkt anspricht. Sie spielt mit dem Begriff der "Quelle", der "Quelle der Weisheit" wie der "Quelle des Lebens", die mit dem Tod des Lehrers versiegte, doch am Ende der Tage wieder sprudeln wird.

Stilmittel

Reim auf-anu in Zln. 4,5, auf -ajin in Zln 6,7, auf -ajim in Zln 8,9, auf -mah in Zln 10,11 und auf -echa in Zln 12,13.
Akrostichon in Zeilen 4-13: ‎‏שמשון אריה בריזל ‏‎ Schimschon Arje Brüssel

Beschreibung

Ornament florale Verzierung
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

Der 1769 geborene, laut Kataster "arme" Bayreuther "Schullehrer" bzw "Privatlehrer" Samson Löb Brüssel (auch Brüsel und Brissel) (bei der Annahme fester Familiennamen 1814 Löw Isac Brissel) suchte 1813 im Alter von 44 Jahren um eine Heiratslizenz nach und gab damals an, seit zwölf Jahren in Bayreuth als Religionslehrer tätig zu sein. Kurz nach seiner Heirat mit der 1782 geborenen Telzle, auch Dorette und Therese, zog er nach München, kehrte aber später wieder nach Bayreuth zurück und unterstützte seit 1825 als Schulgehilfe den Lehrer Abraham Stern in der Religionsschule. 1815 war sein Sohn Mayer Meir geboren worden, der sich in München als Antiquar niederließ. 1816 wurde die Tochter Caroline Brendel geboren, 1818 kam Benjamin zur Welt. Samson Löb Brüssel starb im Alter von 61 Jahren an "Unterleibs-Abzehrung und Brustwassersucht".
Aufgrund der seltenen Namenskombination "Samson Loew" und dem Vatersnamen Isac (s.o.) ist Samson Löb Brüssel wahrscheinlich identisch mit dem 24-jährigen Samson Loew, Sohn des Isaak Sekel, der 1796 mit seiner verwitweten Mutter, seiner Großmutter väterlicherseits, zwei Brüdern, drei Schwestern und einem Neffen in Bayreuth lebte. Dann wäre er ein Sohn der Pessle, Gattin des Izek Seckel.

Zur Familie

Mutter?: Pessle G. Izek Seckel (Grabstein Nr. bay-0290)
Gattin: Dorette Therese, Gattin des Samson Löb Brüssel (Grabstein Nr. bay-0349)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 398: Samson Löb ­Brüssel · 1831 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 26: "Isac, Löw, - nun Löw Isac Brissel".
Christine Bartholomäus: "Das jüdische Schulwesen im Bayreuth des 19. und 20. Jahrhunderts", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 97-104, hier S. 97.

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-20
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-398
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-398
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1831

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-398
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis