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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-356
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-356: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-356

Name

Schimschon ben Hirz (Samson ­Herz) [03.03.1817]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏נחצב קבר לאיש ישר‏‎ Ein Grab ist ausgehauen einem aufrechten Mann
‎‏בנדיבים‏‎ inmitten der Wohltäter,
‎‏עוזר ביד רמה לדלים‏‎ mit erhobener Hand hilft er den Darbenden
‎‏ולנדכאים‏‎ 5 und den Bedrückten,
‎‏מלהלוות עני לא נחדל‏‎ dem Armen leihen unterließ er nicht
‎‏ופתוחה ידו‏‎ und geöffnet war seine Hand,
‎‏נודע פעלו באמונה משאו‏‎ bekannt ist sein Wirken, ›in Treue war sein Handel
‎‏ומתנו‏‎ und Wandel‹,
‎‏הלך ביושר וצדק ויפרח‏‎ 10 aufrecht und gerecht war sein Wandeln ›und gleich der Palme
‎‏כתמר‏‎ blüht er‹,
‎‏יזכה לסעודת לויתן ויין‏‎ ihm sei vergönnt das Mahl des Leviatan mit dem
‎‏המשומר‏‎ aufbewahrtem Wein.
‎‏ה״ה כ״ה שמשון ב׳ ה׳ הירץ‏‎ Es ist der geehrte Herr Schimschon, Sohn des geehrten Hirz,
‎‏ז״ל עלה נשמתו למרום בירח‏‎ 15 sein Andenken zum Segen, ›es stieg hinauf seine Seele zur Höhe‹ im Monat
‎‏אדר ט״ז בו תקעזי״ן לפ״ק‏‎ Adar, am 16. Tag, 577 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Sockel
Hier ruht
Herr Samson ­Herz
gest. 3. März 1817, 20
74 Jahre alt.

 

 Zl 8f: bSchab 31a  Zl 10f: Ps 92,13  Zl 15: Ps 68,19

Kommentar

Datierung Gestorben Montag abend 03.03.1817
Die Gestaltung des Grabsteins und die deutsche Inschrift auf dem Sockel deuten darauf hin, daß dieses Grabmal erneuert wurde (vgl. auch das Grabmal der Gattin).
Zln 12/13: Dieses Festessen, auch die "künftige Mahlzeit", ist eine Mahlzeit, die in der messianischen Zeit stattfinden wird. Die liturgische Dichtung Akdamot, die an Schawuot vor der Toralesung geungen wird, beschreibt den Kampf zwischen dem Leviatan und dem Schor haBar (dem wilden Urstier), der damit endet, daß Gott beide schlachtet und aus deren Fleisch den Frommen und Gerechten eine Mahlzeit zubereitet. Dazu gibt es den seit den sechs Schöpfungstagen in seinen Trauben aufbewahrten Wein (siehe auch bBer 34b und bBB 75a).

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 3,5, auf -o in Zln 7,9 und auf -mar in Zln 11,13.

Beschreibung

Steinmetz Wölfel u. Herold

Zur Person

Schimschon, Sohn des Hirz, auch Samson Herz, stammte aus Baiersdorf, hatte 1760 oder 1766 Schutz in Bayreuth bekommen und nahm 1814 den Familiennamen Herzberg an. Er war verheiratet mit der 1756 geborenen Hanna Hennla Hendle und Vater von mindestens drei Kindern: Seine um 1780 geborene Tochter Babette Brendel Brentala heiratete den Bayreuther Handelsmann und Negotianten Enzel Williams, der später auch den Namen Wilmersdörffer annahm, in dessen erster Ehe. Sein 1784 geborener Sohn Herz Samson, auch Samson Herz(berg), wurde Negotiant, der auch "Handelsgeschäfte in Hof" betrieb. Die um 1786 geborene Fanny Fegle Vögela heiratete den Bayreuther Handelsmann und Negotianten Emanuel Wilmersdörffer. Außerdem lebten 1796 in Samson Herz' Haushalt auch sein 45-jähriger Bruder Emanuel (=Mendle Herz), mit dem er gemeinsam ein Haus "vor dem Culmbacher Thore" besaß, sein 18-jähriger Knecht Itzig und seine Magd Köhla. Sein Vermögen wurde damals für die Schatzung mit 3.500 Gulden veranschlagt und er trieb "seinen Handel mit schneidender Waare, meist in Hof". Der Handelsmann Samson Herz starb im Alter von 74 Jahren an "Brustwassersucht".

Zur Familie

Bruder: Mendle Herz (Grabstein Nr. bay-0322) (zu weiteren Geschwistern siehe dort)
Gattin: Hendle, Witwe des Samson Herz (Grabstein Nr. bay-0357)
Sohn: Samson Herz (Grabstein Nr. bay-0460)
Töchter: Brendel Wilmersdörffer (Grabstein Nr. bay-0015); Fanny Wilmersdörfer (Grabstein Nr. bay-0458)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 356: Samson Herz · 1817 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (4.10.1814), Nr. 59: "Samson Herz, - nun Samson Herzberg".

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-356
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-356
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1817

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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