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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-333
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-333: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-333

Name

Schimschon ben Meir Wilmersdörffer (Samson ­Wilmersdörffer) [20.05.1840]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש צדק אזור מתניו והאמונה‏‎ ein Mann, ›Gerechtigkeit ist seiner Hüften Gurt und Treue
‎‏אזור חלציו ה״ה פו״מ כ״ה שמשון‏‎ seiner Lenden Gurt‹, es ist der Vorsteher und Leiter, der geehrte Herr Schimschon,
‎‏בן פו״מ כ״ה מאיר וו״ד נפטר יום ד׳ י״ז אייר ת״ר‏‎ Sohn des Vorstehers und Leiters, des geehrten Meir Wilmersdörffer, verschieden Tag 4, 17. Ijar 600.
‎‏שם טוב משמן טוב נודע בשערים‏‎ 5 ›Ein guter Name ist besser als gutes Salböl‹, ›bekannt ist er in den Toren‹,
‎‏מרבית ונשך לא לקח מיגיע כפיו חנן דלים‏‎ ›Wucher‹ und Zins nahm er nicht, ›von seiner Hände Mühe‹ ›war er den Darbenden zugetan‹,
‎‏שרתך במדינות הייתי תילל אשת נעורים‏‎ '›deine Fürstin unter den Ländern war ich‹' heulet die Gattin der Jugend,
‎‏ועתה אהה ... שדי כי לקח אותו אלהי׳‏‎ und nun, wehe ... ›denn Gott nahm ihn hinweg‹,
‎‏נ[פל]ה עטרת ראשנו מי יוביש כמוהו‏‎ ›gefallen ist die Krone unseres Hauptes‹, wer wird wie er trocknen
‎‏דמעת העשוקים‏‎ 10 die Tränen der Unterdrückten.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Samson ­Wilmersdörffer
gestorben 20. Mai 1840

 

 Zl 2f: Jes 11,5  Zl 5: Koh 7,1 | Zl 5: Spr 31,23  Zl 6: Lev 25,37 | Zl 6: Ps 128,2 | Zl 6: Spr 28,8  Zl 7: nach Klgl 1,1  Zl 8: Gen 5,24  Zl 9: Klgl 5,16

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 20.05.1840
Eine kurze deutsche Inschrift unter der hebräischen gibt nur den Namen und das Sterbedatum an, nicht mehr nach dem jüdischen sondern nach dem bürgerlichen Kalender.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 5-9: ‎‏שמשון‏‎ Schimschon

Zur Person

Der 1784 (laut Kataster 1793) geborene Schimschon, auch Samson, war ein Sohn von Maier und Jette Wilmersdörffer in Bayreuth. Gemeinsam mit seinem Bruder Hirsch betrieb er eine "Spezerei-Handlung im offenen Laden". 1821 übernahm er den Schutzbrief seines Vaters. 1822 heiratete er die 1804 geborene Julie Ida, Tochter des Nathan Oberndörfer aus Ansbach, die ihm neun Kinder gebar: 1824 wurde Max Mayer geboren, der sich in München niederließ. 1825 kam Rosalie Rela zur Welt, die ihren Cousin Leopold Williams/Wilmersdörffer heiratete. 1827 wurde Nathan Nate geboren, der sich in Augsburg niederließ. 1828 kam Ida Jitel zur Welt, die nur ein halbes Jahr alt wurde. Die 1829 geborene Caroline Kele heiratete den Bankier Isak Epstein in Augsburg (sie starb 1909 und liegt neben ihrem Gatten auf dem jüdischen Friedhof in der Augsburger Haunstetter Straße begraben, Grabstein Nr. 22). 1830 wurde Joseph geboren. 1831 kam Charlotte Schönle zur Welt und 1833 ein Sohn, die beide ebenfalls als Säuglinge starben. 1834 wurde Caroline Gustine Clara Gitel geboren, die ebenfalls im Alter von gut einem Jahr starb. Der Kaufmann Samson Wilmersdörffer starb im Alter von 48 Jahren an einem "Magenkrampf u. hinzu getr. Schlagfluß ... infolge eines Ruptur im Unterleib"; nach seinem Tod verzog seine Witwe Julie nach München, wo sie 1860 starb.
Vier Kinder hatte Samson Wilmersdörffer im Säuglingsalter verloren, drei davon vor 1834. Eines der heute nicht mehr aufzufindenden Gräber dieser als Säuglinge gestorbenen Kinder war vermutlich zunächst garnicht und später nur durch einen unbeschrifteten Grabstein gekennzeichnet, denn 1834 hatte eine Besichtigung des Friedhofs ergeben, dass "die Gräber der Kinder nachbenannter Eltern ... nicht mehr kennbar sind", und so wurde auch Samson Wilmersdörffer aufgefordert, ein Kindergrab mit einem (beschrifteten oder unbeschrifteten) Grabstein zu versehen (CAHJP D/Ba 28/219, 3.6.1834).

Hinweis  Angaben zur Tochter Caroline verheiratete Epstein in Augsburg nach Necrology Jewish Cemetery Augsburg at Haunstetter Strasse.

Zur Familie

Vater: Maier Wilmersdörffer (Grabstein Nr. bay-0331)
Mutter: Jette Wilmersdörffer (Grabstein Nr. bay-0332)
Schwiegervater: Nathan Oberndörfer (Jüdischer Friedhof Ansbach, Grabstein Nr. ans-0409)
Schwiegermutter: Keile Oberndörfer (Jüdischer Friedhof Ansbach, Grabstein Nr. ans-0408)
Tochter: Clara Caroline Wilmersdörffer (Grabstein Nr. bay-0045)
Schwiegersohn: Leopold Wilmersdörffer (Grabstein Nr. bay-0596)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 333: Samson ­Wilmersdörffer · 1840

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-333
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-333
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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