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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-294
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-294: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-294

Name

Löb ben Wolf Seckel (Löb ­Seckel) [31.07.1823]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏נשיא העדה פרנס ומנהיג‏‎ ein Führer seiner Gemeinschaft, Vorsteher und Leiter
‎‏המדינה וקהלתינו הר״ר‏‎ der Landjudenschaft und unserer Gemeinde, der Meister, Herr
‎‏ליב ב׳ כ״ה וואלף זעקל ז״ל‏‎ Löb, Sohn des geehrten Herrn Wolf Seckel, sein Andenken zum Segen.
‎‏גבר יקר שמו מהולל בשערים‏‎ 5 Ein teurer Herr, ›sein Name in den Toren gepriesen‹,
‎‏פארוהו בני עמו ויכבדוהו שרים‏‎ es rühmten ihn seine Volksgenossen und es ehrten ihn Fürsten,
‎‏פועל צדק בעדתו בחכמה ומישרים‏‎ ›Wohltat wirkend‹ in seiner Gemeinde mit Weisheit und Geradheit,
‎‏זכר טובו לא יסוף עד דור דורים‏‎ ›das Andenken seiner Güte möge nicht enden bis zum Ende aller Geschlechter‹,
‎‏דמעת בניך ואוהביך יזלו על קברך‏‎ die Tränen deiner Kinder und derer, die dich lieben, rinnen auf dein Grab.
‎‏מה נוכח פעלך ! ומה נעים גורלך !‏‎ 10 Oh, wie aufrecht war dein Wirken! Und wie lieblich ist dein Schicksal!
‎‏אך בל בארץ בגן אלהים משכורתך !‏‎ doch nicht auf Erden, im Garten Gottes (kommt) dein Lohn,
‎‏נפטר יום ה׳ ט״ז מנחם תקפ״ג‏‎ verschieden Tag 5, 16. "Tröster" 583.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 5: Spr 31,31  Zl 7: Ps 15,2  Zl 8: nach Est 9,28

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 31.07.1823
Gereimte Eulogie auf einen innerhalb und außerhalb der Familie wie der Gemeinde hochgeachteten Vorsteher der Gemeinde und der Landjudenschaft, der im Himmel den Lohn für sein irdisches Wirken empfangen wird.
Möglicherweise geht die Eulogie teilweise auf eine Musterinschrift zurück, Zeilen 5-8 finden sich in sehr ähnlicher Form in Schalom ha-Cohens 1820 in Wien erschienenen Briefsteller Ketav joscher und im Sefer Hachajim, dem "Israelitischen Andachtsbuch" von Salomon Ephraim Blogg (erste Auflage Hannover 1848, vierte verbesserte Auflage Hannover 1866/67, S. 312: Grabschriften "für Gemeindevorsteher").
Zl 12: Menachem, "Tröster", ist ein euphemistischer Name für den Trauermonat Aw, in dem der Zerstörung der beiden Jerusalemer Tempel gedacht wird.

Stilmittel

Reim auf -rim in Zln 5-8 und auf -echa in Zln 9-11

Beschreibung

Symbol Seelengefäß
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Beschädigung leicht

Zur Person

Der 1763 in Bayreuth geborene Löb, auch Löw, war ein Sohn von Wolf(f) Seckel, das ist wahrscheinlich der schon in der Gemeindeliste von 1763 genannte Wolff Seckel, vermutlich ein Bruder des aus Bruck stammenden Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel, der 1760 die Bayreuther Synagoge eingerichtet hatte, und der seinen Neffen Löw Wolff auch in seinem Testament bedachte. Er war verheiratet mit Sybilla Zimle. 1781 oder 1783 hatte er markgräflichen Schutz in Bayreuth erhalten und besaß hier ein Wohnhaus, 1814 nahm er den zusätzlichen Familiennamen Leopold an. Sechs Kinder sind nachgewiesen: 1796 war sein Sohn Wolf 14 Jahre alt, der Sohn David acht Jahre, und 1785 wurde sein Sohn Josef geboren, der in Regensburg ansässig wurde; 1799 starb sein junger Sohn Seckel in Bayreuth, die Tochter Lea war 1796 vier Jahre alt, der Sohn Simon zwei Jahre. Außerdem lebten damals in Löbs Haushalt zwei Mägde, die 35-jährige Rebecca und die 33-jährige Güttel. Sein Vermögen wurde 1796 auf 2.400 Gulden beziffert, er hatte damals "einen unbedeutenden Handel mit Farbwaare". Der verwitwete Kaufmann, der Vorsteher der Gemeinde und der Landjudenschaft gewesen war, starb im Alter von 60 Jahren an "Brustwassersucht".

Zur Familie

Mutter: Rachel, Tochter von Josef (Grabstein Nr. bay-0289)
Gattin: Zimle, Gattin des Löb Seckel (Grabstein Nr. bay-0293)
Sohn: Seckel (Grabstein Nr. bay-0011)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 294: Löb ­Seckel · 1823 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 43: "Seckel Löw Wolf, nun Löw Wolf Seckel Leopold".
A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 113-115.

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-294
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-294
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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