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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-290
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-290: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-290

Name

Pessle bat Wolf Seckel ⚭ Izek ­Seckel [10.02.1806]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏א״ח ישרה ותמימה‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, aufrecht und lauter,
‎‏ליראת ה׳ נכספה‏‎ nach der Ehrfurcht vor dem Ewigen verzehrte sie sich,
‎‏נתנה לדל מלחמה‏‎ ›dem Geringen gab sie von ihrem Brot‹,
‎‏בפי כל מהוללת‏‎ 5 im Munde aller gepriesen,
‎‏היא האשה המחכמת‏‎ es ist die weise Frau
‎‏פעסלא בת ה׳ וואלף‏‎ Pessle, Tochter des geehrten Wolf
‎‏זעקיל צדק מפעליו‏‎ Seckel, gerecht sind seine Werke,
‎‏אשת כ״ה איצק זעקיל‏‎ Gattin des geehrten Herrn Izek ­Seckel,
‎‏נפטרת יום ב׳ כ״{ב} שבט‏‎ 10 verschieden Tag 2, 22. Schwat
‎‏תקס״ו תנצב״ה‏‎ 566. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Spr 31,10  Zl 4: nach Spr 22,9

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 10.02.1806
Die Inschrift gibt den 20. Schwat als Todestag an, der aber auf einen Samstag fiel. Im hebräischen und deutschen Sterberegister ist der 10.02. verzeichnet, der auf Montag, den 22. Schwat fiel. Die hebräische Inschrift wurde entsprechend dieser Angaben ergänzt.

Stilmittel

Reim auf -ah in Zln 2-4 und auf -et in Zln 5, 6.

Beschreibung

Beschreibung Die Hilfslinien des Steinmetzen für die hebräische Schrift sind noch erkennbar.
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung leicht. Das Grabmal weist in der Oberkante eine Vertiefung auf, vermutlich fehlt ein (metallener?) Aufsatz.

Zur Person

Pessle, auch Bessla, war eine Tochter von Wolf Seckel, das ist wahrscheinlich der schon in der Gemeindeliste von 1763 genannte Wolff Seckel, vermutlich ein Verwandter des aus Bruck stammenden Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel, der 1760 die Bayreuther Synagoge eingerichtet hatte. Sie war verheiratet mit dem Handelsmann Izek Seckel, der 1780 zu den Mitunterzeichnern des Konzessionsgesuchs an den Markgrafen zur Anlage eines eigenen Friedhofs gehört hatte und vor 1796 starb. 1796 sind drei Söhne und drei Töchter verzeichnet: Güttel (= Gitel) (32 Jahre alt), Samson Loew (24, identisch mit Samson Löw Brüssel?), Sarach (21), Trainla (20), Aaron (19) und Bela (16 Jahre alt); zwei dieser Kinder waren 1796 "noch in der Fremde in Diensten". Der 1790 gestorbene Wolf, Sohn des Izek Seckels, war vermutlich ebenfalls ihr Sohn. Außerdem lebten in ihrem Haushalt auch ihre 86-jährige Schwiegermutter Esther Selkin und ihr 3 1/2-jähriger Enkel Elias. Pessle handelte "mit allerley Kleinigkeiten" und lebte 1796 im Haus des "Cammer Registrators" Ludwig zur Miete. Sie starb im Alter von 49 Jahren an "Wahnsinn und Selbstentleibung".

Zur Familie

Mutter: Rachel, Tochter von Josef (Grabstein Nr. bay-0289)
Sohn: Wolf, Sohn des Izek Seckels (Grabstein Nr. bay-0006)
Sohn?: Samson Löw Brüssel (Grabstein Nr. bay-0398)
Tochter: Gitel bat Jizchak (Grabstein Nr. bay-0395)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 290: Bessla, Ehefrau des Isaak ­Seckel · 1806 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 92 (zu Wolff Seckel).

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-18
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-290
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-290
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1806

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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