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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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ID bay-269
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-269: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-269

Name

Aharon Koppel ben David Hechinger (Aron Koppel ­Hechinger) [06.03.1835]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ש‏‎ Hier ruht
‎‏איש צדיק וישר פעל טוב וצדק שמר ברית‏‎ ein gerechter und aufrechter Mann, er tat Gutes und Wohltat, ›wahrte den Bund‹
‎‏ותורה ה״ה הר׳ אהרן קאפל בן הר׳ דוד העכינגר‏‎ und die Weisung, es ist Herr Aharon Koppel, Sohn des Herrn David Hechinger
‎‏פה אשר הלך דרך כל הארץ יום עש״ק ה׳‏‎ hier, der ging ›den Weg alles Irdischen‹ am Rüsttag des heiligen Schabbat, 5.
‎‏אדר תקצ״ה לפ״ק‏‎ 5 Adar 595 der kleinen Zählung.
‎‏קראו בקול גדול שאו קנה‏‎ ›Rufet mit großer Stimme‹, erhebt Trauerklage,
‎‏אף כמים דמעה עיני תרדנה‏‎ wie Wasser ›läßt mein Auge Träne rinnen‹,
‎‏לקח דמאתנו רב פעלים‏‎ es wurde von uns genommen (der) ›reich an Werken‹,
‎‏יעקב איש תם יושב אהלים‏‎ ›Jaakow, ein lauterer Mann, in Zelten wohnend‹,
‎‏בן חיל ירא אלקים בלבבו‏‎ 10 ›ein wackerer Mann‹, gottesfürchtig in seinem Herzen,
‎‏דרש את ד׳ בתורה ותפלה‏‎ er suchte nach dem Ewigen in Tora und Gebet
‎‏וברה בשפר תקע קול תרועה‏‎ und klar blies er auf dem Schofar die Stimme des Jubels,
‎‏דרכו ישר גמל חסד עם רעהו‏‎ sein Weg war aufrecht, Liebeswerk erwies er seinem Nächsten,
‎‏זכרו טוב נודע בשערים‏‎ sein Andenken ist gut, ›bekannt in den Toren‹,
‎‏צדיק שמו יקרא ביקרים‏‎ 15 ein Gerechter, so lautet sein Name bei den Teuren,
‎‏לברכה ישכן בגן החיים‏‎ zum Segen wohne er im Garten des Lebens
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Dtn 7,9 u.a., dort auf Gott bezogen  Zl 4: Jos 23,14  Zl 6: 2Kön 18,27  Zl 7: Jer 14,17  Zl 8: 2Sam 23,20  Zl 9: Gen 25,27  Zl 10: 1Kön 1,52 u.a.  Zl 14: Spr 31,23

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 06.03.1835

Stilmittel

Reim nach dem Schema aabbcddceeee auf -na in Zln 6-7, auf -lim in Zln 8-9, auf -o/u in Zln 10 und 13, auf -a in Zln 11-12 und auf -im in Zln 14-17.
Akrostichon in Zeilen 6-16: ‎‏קאףל יעקב בן דוד זכר צדיק לברכה‏‎ Koppel Jaakow  Sohn des David das Andenken des Gerechten zum Segen 

Beschreibung

Symbol Schofar

Zur Person

Der 1770 (laut Kataster 1765) geborene Kaufmann Koppel Hechinger stammte aus Fürth und hatte 1793 Schutz in Bayreuth erhalten, wo er einen "Schnittwarenhandel im Laden" bzw. einen Hausierhandel betrieb; daneben hatte er an den hohen Feiertagen offensichtlich das Ehrenamt des Schofarbläsers inne. 1814 nahm er den Familiennamen Hoechberg an. Er war verheiratet mit der 1771 geborenen Rosel, auch Rösel, Tochter des Bayreuther Gemeindevorstehers und Rabbiners Jakob Fischel und der Brendel. 1796 wurde ihr Sohn Hirsch Koppel geboren, der in das Geschäft seines Vaters einstieg. 1798 kam Babette Babeth zur Welt, die den Bayreuther Handelsmann Nathan Fellheimer heiratete. Im Jahr 1800 wurde Fanny geboren, die ledig blieb und 1866 in Bayreuth starb. Ein 1802 geborener Sohn starb bei der Geburt. 1806 kam die Tochter Bine zur Welt, die nach München heiratete. 1807 wurden die Zwillingstöchter Jeanette und Babette geboren, Jeanette heiratete Isak Hirsch aus Pfersee (sie starb 1878 und liegt neben ihrem Gatten auf dem Augsburger jüdischen Friedhof in der Haunstetter Straße begraben, Grabstein Nr. 79), Babette war jedoch schon kurz nach der Geburt gestorben. 1811 wurden die Zwillingstöchter Dorothea/Dorette Breinle und Jette Jettel geboren, Jette heiratete den Rabbiner Max Kallmann und zog nach Buttenhausen, Dorette war mit dem Blumenmacher Hechinger in Paris verheiratet, ließ sich aber später scheiden und kehrte nach Bayreuth zurück. 1796 lebte die Familie bei "dem Schmidthammer" zur Miete und zum Haushalt gehörte auch die 24-jährige Magd Behla. Koppel Hechinger starb im Alter von 65 Jahren an "Brustwassersucht".

Hinweis  Angaben zur Tochter Jeanette verheiratete Hirsch in Augsburg nach Necrology Jewish Cemetery Augsburg at Haunstetter Strasse.

Zur Familie

Gattin: Rosel, Gattin des Koppel Hechinger (Grabstein Nr. bay-0262)
Sohn: Hirsch Höchberg (Grabstein Nr. bay-0411)
Töchter: Dorothea Hechinger (Grabstein Nr. bay-0481); Babette Fellheim (Grabstein Nr. bay-0473); Fanny Hechinger (Grabstein Nr. bay-0448)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 269: Aron Koppel ­Hechinger · 1835 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 19: "Hechinger, Koppel - nun Koppel Hoechberg".

Fotografien

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(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1835

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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