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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-262
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-262: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-262

Name

Rösel bat Fischel ⚭ Koppel Hechinger (Rosel ­Hechinger) [16.03.1824]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen,
‎‏שוכנת ומתענגת מרגניתא שפירתא‏‎ hier ruht und ergötzt sich eine schöne Perle,
‎‏לזאת יחרד לבנו [ו] נפשינו עגמה‏‎ ›darob erbebt unser Herz‹ und ›ist unsere Seele betrübt‹,
‎‏הלכה במעגלי צדק , בתומתה לא ירפנה‏‎ sie wandelte ›auf gerechten Gleisen‹, von ihrer Lauterkeit ließ sie nicht,
‎‏נפשה ליראת ה׳ חפיצה ונכספה‏‎ 5 ihre Seele begehrte und verzehrte sich nach der Ehrfurcht vor dem Ewigen,
‎‏ותעש בחפץ כפיה כאמנו שרה‏‎ ›und sie schaffte mit der Lust ihrer Hände‹, unserer Erzmutter Sara gleich,
‎‏צנועה בדבורה נעימה במעשיה‏‎ züchtig in ihrem Reden, anmutsvoll in ihren Taten,
‎‏עזרה לדלים , ולנדכאים ידה פתוחה‏‎ sie half den Darbenden, und für die Niedergebeugten war ihre Hand geöffnet,
‎‏מדותיה מוזהבות , ביראה וענוה‏‎ ihre Eigenschaften waren vergoldet mit Ehrfurcht und Demut,
‎‏מנעריה לא נמצא עולה ושמץ בה‏‎ 10 von ihrer Jugend an ›ward an ihr gefunden kein Falsch‹ und kein Schmach,
‎‏בנחלי עדן , ואפרסמונא ידושנה‏‎ an den Bächen Edens und (seinem) Balsam sättige sie sich,
‎‏ולסעודת לויתן וליין המש[ומ]ר תזכה‏‎ das Mahl des Leviatan und der aufbewahrte Wein sei ihr vergönnt,
‎‏היא האשה א״ח מ׳ ריזל מגזע ישרה‏‎ sie ist die Frau, ›die tüchtige Gattin‹, Frau Rösel von aufrechtem Stamme,
‎‏בתו של אותו הצדיק מה״ו פישל זללה״ה‏‎ eine Tochter jenes Gerechten, unseres Lehrers, des Meisters, Herr Fischel, sein Andenken zum Segen für das Leben in der künftigen Welt,
‎‏אשת כ״ה קאפל ה״כ ש״י הנעלה‏‎ 15 Gattin des geehrten Herrn Koppel Hechinger, er möge leben, der Erhabene;
‎‏עלתה נשמתה לגע״ה , מפז מאירה‏‎ ihre Seele stieg empor in den höchsten Garten Eden, (mehr) als Gold leuchtete sie
‎‏ביום ג׳ ט״ז אדר שני תקפ״ד‏‎ am Tag 3, 16. des zweiten Adar 584.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Ijob 37,1 | Zl 3: Ijob 30,25  Zl 4: Spr 4,11  Zl 6: Spr 31,13  Zl 10: Mal 2,6  Zl 13: Spr 31,10

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 16.03.1824
Den Lohn für ihre aussergewöhnlich ausführlich geschilderte vollkommene Lebensführung erhält die Rabbinerstochter Rösel im Garten Eden. Auffallend ist auch der die - bis auf das Sterbedatum - gesamte Inschrift umfassende Endreim.
Zl 12: Der aufbewahrte Wein ist der ganz besondere Wein, der nach der Überlieferung seit den sechs Schöpfungstagen in seinen Trauben aufbewahrt wird. Das Mahl des Leviathan, genauer noch: Das Mahl des Leviatan und des Urstiers, ist das Festmahl, das die Gerechten und Frommen im Garten Eden zusammen mit dem aufbewahrtem Wein genießen (siehe auch bBer 34b und bBB 75a und vgl. Inschrift Nr. bay-0356).
Abkürzung Zl 15: Der abgekürzte Familienname wurde entsprechend der Angaben in den Registern aufgelöst. Zl 16: Die Abkürzung ‎‏לגע״ה‏‎ wurde mit ‎‏לגן עדן העליון‏‎ aufgelöst.

Stilmittel

Reim auf -a in Zln 1-16

Beschreibung

Symbol Namenssymbol Rose
Zustand Leichte Verwitterung, leichte Beschädigung

Zur Person

Die 1771 geborene Rosel, auch Rösel, Tochter des Bayreuther Gemeindevorstehers und Rabbiners Jakob Fischel aus dessen erster Ehe, war verheiratet mit dem 1770 geborenen Handelsmann Koppel Höchberg (auch Hechberg und Hechinger), der in Bayreuth einen Hausierhandel betrieb und an den hohen Feiertagen das Ehrenamt des Schofarbläsers innehatte. 1796 wurde ihr Sohn Hirsch geboren, der in das Geschäft seines Vaters einstieg. 1798 kam Babeth zur Welt, die Nathan Fellheimer in Bayreuth heiratete. Im Jahr 1800 wurde Fanny geboren, die ledig blieb und 1866 in Bayreuth starb. Ein 1802 geborener Sohn starb bei der Geburt. 1806 kam die Tochter Bine zur Welt, die nach München heiratete. 1807 wurden die Zwillingstöchter Jeanette und Babette geboren, Jeanette heiratete Isak Hirsch aus Pfersee (sie starb 1878 und liegt neben ihrem Gatten auf dem Augsburger jüdischen Friedhof in der Haunstetter Straße begraben, Grabstein Nr. 79), Babette war jedoch schon kurz nach der Geburt gestorben. 1811 wurden die Zwillingstöchter Dorothea/Dorette Breinle und Jette Jettel geboren, Jette heiratete den Rabbiner Max Kallmann und zog nach Buttenhausen, Dorette war mit dem Blumenmacher Hechinger in Paris verheiratet, ließ sich aber später scheiden und kehrte nach Bayreuth zurück. Rosel Hechinger starb im Alter von 54 Jahren an "Schleimfieber.

Hinweis  Angaben zur Tochter Jeanette verheiratete Hirsch in Augsburg nach Necrology Jewish Cemetery Augsburg at Haunstetter Strasse.

Zur Familie

Vater: R. Fischel Jaakow ben Jizchak (Grabstein Nr. bay-0260)
Gatte: Aron Koppel Hechinger (Grabstein Nr. bay-0269)
Sohn: Hirsch Höchberg (Grabstein Nr. bay-0411)
Töchter: Dorothea Hechinger (Grabstein Nr. bay-0481); Babette Fellheim (Grabstein Nr. bay-0473); Fanny Hechinger (Grabstein Nr. bay-0448)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 262: Rosel, Ehefrau des Koppel ­Hechinger · 1824

Fotografien

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Bert Sommer

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Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-262
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(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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