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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-260
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-260: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-260

Name

Fischel Jaakow ben Jizchak (Rabbiner Jakob ­Fischel) [13.05.1804]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏פו״מ מה״ו פישל יעקב ב׳ כ״ה יצחק‏‎ der Vorsteher und Leiter, unser Lehrer, der Meister, Herr Fischel Jaakow, Sohn des geehrten Herrn Jizchak.
‎‏הואל עמוד הלך העובר שב פה‏‎ Bleibe doch stehen, Wanderer, Vorbeiziehender, setze dich hierher
‎‏והטף הדמע עלי הקבר‏‎ und vergieße Tränen auf dieses Grab.
‎‏עת תדע גוית מי השוכן פה‏‎ 5 Wenn du erfährst, wessen Leib dahier weilt,
‎‏תוסף בכי ותקרא שבר‏‎ mehrst du dein Weinen noch, kündest den Niederbruch:
‎‏נשיא בתורה ומנהיג בעדה‏‎ Ein Fürst der Tora und ein Leiter der Gemeinschaft
‎‏שב שבע ימים אל כס המלך‏‎ kehrte ›satt an Tagen‹ zum Thron des Königs zurück,
‎‏אחרי אשר כל ימי חלדו היה‏‎ nachdem er alle Tage seine Lebens
‎‏מחסה לעובר ומשענת להלך‏‎ 10 Zuflucht dem Vorbeiziehenden war und Stütze dem Wanderer.
‎‏נפטר יום א׳ [ג]׳ סיון תקס״ד‏‎ Verschieden (am) Tag 1, 3. Sivan 564.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 8: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 13.05.1804
Eine Inschrift für einen Gemeindevorsteher und Rabbiner, die sich weniger an seine Gemeinde, sondern direkt an den Wanderer, den Besucher am Grabe wendet und seine Trauer über den Verlust eines Mannes thematisiert, der neben seiner Rabbinertätigkeit vor allem den vorbeiziehenden Fremden (vielleicht insbesondere umherziehenden Schülern und Studenten?) eine Zuflucht bot.

Stilmittel

Reim auf -poh in Zln 3,5, auf -ewer in Zln 4,6, auf -ah in Zln 7,9 und auf -elech in zln 8,10.

Beschreibung

Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung leicht. Das Grabmal weist in der Oberkante eine Vertiefung auf, vermutlich fehlt ein (metallener?) Aufsatz.

Zur Person

Der Bayreuther Gemeindevorsteher und Rabbiner Fischel, auch Fischel Isaac Gunzenhäuser, in der "Juden-Familien-Liste" von 1796 "Samuel Israel Gunzenhauser resp. Fischel" genannt, stammte aus Gunzenhausen und wurde 1766 in Bayreuther Schutz genommen. Er war zweimal verheiratet, aus der ersten Ehe stammte die 1771 geborene Tochter Rösel/Rosel, die den Bayreuther Schutzjuden Koppel Hechinger geheiratet hatte. In der zweiten Ehe mit Brendel wurden mindestens sieben Kinder geboren: Die Tochter Perl war 1796 21 Jahre alt, die Tochter Judith (= Jette) 20, der Sohn Jacob (= Jaakob Dow) 19, die Tochter Bela/Bella 16, der Sohn Salomon (= Schlomo) 15, der Sohn Jachiel (= Israel) 13 und der jüngste Sohn Benedict 11 Jahre alt. Fischels Vermögen wurde 1796 für die Schatzung mit 1.200 Gulden veranschlagt. Er handelte mit "Galanterie-Waaren", lieferte u.a. auch Silber "an die Münz nach Schrobach (?)" und lebte "beim Bader Kuhn" zur Miete. Fischel starb im Alter von 65 Jahren an einem "Schlagfluß". Mit seinem Namen enden die Eintragungen in das erste, hebräisch geführte Begräbnisregister.
Der Schenkungsbrief über die Bayreuther Synagoge von 1772 trägt u.a. seine Unterschrift.

Zur Familie

2. Gattin: Brendel, Gattin von Fischel (Grabstein Nr. bay-0259)
Söhne: Israel Fischel (Grabstein Nr. bay-0258); Jaakob Dow ben Fischel (Grabstein Nr. bay-0264); Schlomo ben Fischel (Grabstein Nr. bay-0270); Benedict Fischel Grunt(h)al (Grabstein Nr. bay-0550)
Töchter: Rosel, Gattin des Koppel Hechinger (Grabstein Nr. bay-0262); Bella bat Fischel (Grabstein Nr. bay-0261); Jette Arnstein (Grabstein Nr. bay-0263); Perl Aub (Grabstein Nr. bay-0431)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 260: Rabbiner Jakob ­Fischel · 1804 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 120.

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-260
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-260
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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