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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-244
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-244: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-244

Name

Löb ben Mosche Gutmann (Löb ­Guttmann) [24.05.1839]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏היער רוהעט‏‎ Hier ruht
‎‏דיא אירדישע היללע‏‎ die irdische Hülle
‎‏דעס ק...ען ...געמיינדעגלידעס‏‎ des k...en Gemeindegliedes
‎‏העררן ליב ... זאה...‏‎ Herrn Löb ... Sohn?
‎‏[ד]עס ר׳ משה גוטמאן געבאהרען‏‎ 5 des Herrn Mosche Gutmann, geboren
‎‏צו בייערסדארף‏‎ zu Baiersdorf
‎‏יום ש״ק ז׳ טבת תקכ״ט‏‎ am Tag des heiligen Schabbat, 7. Tewet 529,
‎‏געשטארבען דאהיער יום‏‎ gestorben dahier am
‎‏עש״ק י״א סיון תקצ״ט‏‎ Rüsttag des heiligen Schabbat, 11. Sivan 599.
‎‏פרידע זיינער אשה‏‎ 10 Friede seiner Asche,
‎‏זעליגקייט זיינעם גייסטע‏‎ Seeligkeit seinem Geiste

Kommentar

Datierung Geboren Samstag, 17.12.1768; gestorben Freitag, 24.05.1839
Dies ist die erste vollständige deutsche Inschrift in hebräischen Buchstaben, die Name, Vatersname und Geburtsort nennt, das Geburts- und Sterbedatum nach dem jüdischen Kalender angibt und von einer Einleitungsformel und einem Schlusssegen gerahmt ist. In Bezug auf Aufbau und Inhalt orientiert sie sich noch an den traditionellen hebräischen Grabinschriften, gibt auch die Daten noch nach dem jüdischen Kalender an, nennt aber im Gegensatz zu den traditionellen Gepflogenheiten auch das genaue Geburtsdatum. Auch die abschließende Segensformel drückt zwar durchaus die traditionellen jüdischen Werte aus (und geht auch auf ein Schriftzitat zurück), ist aber in ihrer Formulierung von der Umgebungskultur entlehnt - hier zeigt sich erstmals deutlich der Einfluss der bürgerlichen Gesellschaft auf die jüdischen Grabinschriften. Noch richtet sich die in hebräischen Buchstaben abgefasste Grabinschrift aber ausschließlich an ein jüdisches Publikum.

Beschreibung

Zustand Verwitterung stark; die Inschrift konnte nicht mehr vollständig gelesen werden.

Zur Person

Der 1767 in Baiersdorf geborene Löw, Sohn von Moses (laut Trauregister David), der 1814 den Familiennamen Gutmann (auch Guttmann und Guthmann) annahm, hatte 1802 Schutz in Bayreuth bekommen, besaß hier ein Wohnhaus und ein geschätztes Vermögen von 10.000 Gulden und ernährte sich vom "Schnittwarenhandel im offenen Laden". 1803 heiratete er die 1781 geborene Babette Blümle, Tochter von Joachim Steinhart in Bayreuth. 1804 wurde ihre Tochter Cicilie Zerle geboren, 1806 Moritz Mosche, der "bei seinem Vater die Handlung" erlernte. 1809 kam Marx Mordechai zur Welt, der den Laden seines Vaters übernahm und 1844 ledig starb. 1812 starb ein Kind bei der Geburt. 1814 kam Hirsch auf die Welt und 1817 schließlich Caroline Keile, die den Kaufmann W. Wolfsheimer in Fürth heiratete. Der Kaufmann Löb Moses Gut(t)mann starb im Alter von 70 Jahren an einem "Brand der Zehen" bzw. "Gangrena senilis".

Zur Familie

Gattin: Babette Gutmann (Grabstein Nr. bay-0551)
Sohn: Marx Gutmann (Grabstein Nr. bay-0246)
Tochter: Cäcilie Erlebach geb. Gutmann (Grabstein Nr. bay-0667)
Schwiegertochter: Klara Gutmann geb. Erlenbach, Gattin von Moritz Gutmann (Grabstein Nr. bay-0468)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 244: Löb ­Guttmann · 1839 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 36: "Moses, Löw, - nun Löw Gutmann".

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-15
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-244
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-244
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1839

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-244
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