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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-235
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-235: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-235

Name

David ben Mordechai SeGaL (David ­Burgkunstadt) [15.02.1817]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש יושר הלך בדרך טובי׳‏‎ ein aufrechter Mann, er ging ›auf dem Weg der Guten‹,
‎‏כ״ה יקוננו, פנה הדרה‏‎ so werden sie klagen: ›Vergangen die Pracht‹!,
‎‏דוד זקן בא בימים‏‎ ›David, der Betagte, hochgekommen in die Tage‹,
‎‏בה׳ דבק נפשו, בבני עליה‏‎ 5 ›am Ewigen haftete seine Seele‹, an den Herausragenden,
‎‏מרי דכי, נשמתו בקדושי׳‏‎ ›den edelsten Myrrhen‹, seine Seele, im Heiligtum
‎‏סגלה מכל, ראו ותמוהו‏‎ ›möge sie geeigneter sein als alle‹, sehet und staunet,
‎‏בישיבה עליונה חמדוהו‏‎ im höchsten Lehrhaus begehrten sie ihn
‎‏בירח שבט ך״ט בו תקע״ז‏‎ im Monat Schwat, am 29. desselben, 577.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Spr 2,20  Zl 3: BerR 68  Zl 4: 1Kön 1,1  Zl 5: Nach Ps 63,9  Zl 6: bMeg 10b  Zl 7: Ex 19,5 u.a.

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 15.02.1817
Für diesen offensichtlich gelehrten Mann wird das Sterben umschrieben mit der auf talmudische Wendungen zurückgehenden Formel "im höchsten Lehrhaus begehrten sie ihn" - er wurde abberufen aus dem irdischen Leben, weil seine Frömmigkeit und Gelehrsamkeit im himmlischen Lehrhaus begehrt wurde.
Zl 6: Das Talmudtraktat Megila, eine Auslegung des Buches Ester, erläutert, dass der Begriff "die edelsten Myrrhen" mit dem Aramäischen ‎‏מרי דכי‏‎, "mare dechi" zu übersetzen sei, weil es an den Namen Mordechai, den Onkel Esters anklingt, der als der Edelste unter den Myrrhen beschrieben wird.

Stilmittel

Reim nach dem Schema ababacc auf -im in Zln 2, 4, 6, auf -a in Zln 3 und 5, und auf -uhu in Zln 7 und 8.
Akrostichon in Zeilen 2-7: ‎‏איש כה דוד בה מרדכי סגל‏‎ ein Mann  der geehrte Herr  David Sohn des Herrn Mordechai Segal

Beschreibung

Symbol Levitenkanne
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

David Marx Levi stammte aus Burgkunstadt, bekam 1764 Schutz in Bayreuth und nahm 1814 den Familiennamen Strauss an. Er war verheiratet mit Tirza bat Meschullam und Vater von mindestens vier Kindern: Sein Sohn Madel/Model war 1796 30 Jahre alt und "enthält sich noch in der Fremde in Diensten", der Sohn Susmann war 27 Jahre alt, der Sohn Isaac 22 und die Tochter Schönel (= Jeanette) 16 Jahre alt. Außerdem lebte 1796 in seinem Haushalt auch eine Anverwandte, die 72-jährige Felche. David Marx Levi betrieb eine "geringe Handelschafft mit alten Kleidern" und lebte "im Heroldischen Hauß" zur Miete. Der verwitwete Handelsmann starb im Alter von 77 Jahren an "Entkräftung".
1780 gehörte "David Marks" zu den Unterschreibern des Konzessionsgesuchs an den Markgrafen zur Anlage eines eigenen Friedhofs.

Zur Familie

Gattin: Tirza bat Meschullam, G. David Burgkundstadt (Grabstein Nr. bay-0222)
Kinder: Jeanette Schejndel bat David Burkundstadt (Grabstein Nr. bay-0124), Isaac David Burgkunstadt (Grabstein Nr. bay-0125), Sussmann Strauss (Grabstein Nr. bay-0210)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 235: David ­Burgkunstadt · 1817 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (4.10.1814), Nr. 60: "David Marx, - nun David Marx Strauss".

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-235
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-235
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1817

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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