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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-217
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-217: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-217

Name

Mosche ben Menachem Manstein (Moses ­Manstein) [24.05.1841]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ש‏‎ Hier ruht -
‎‏ירא ה׳ לתורתו הטה אזניו‏‎ den Ewigen ehrfürchtend, zu Seiner Lehre ›neigte er seine Ohren‹,
‎‏ענו סובל כאב ואכל יגיע כפיו‏‎ demütig ertrug er Schmerzen und ›aß von der Mühe seiner Hände‹,
‎‏חלדו שבעי שנה וחמש שני׳‏‎ sein Dasein (währte) fünfundsiebzig Jahre,
‎‏הרים קולו נעים בבית ה׳ לתחנונים‏‎ 5 er erhob seine Stimme (auf) liebliche (Weise) im Haus des Ewigen zu Bittgebeten,
‎‏ה״ה איש צדיק הר׳ משה‏‎ es ist ein gerechter Mann, der Herr Mosche,
‎‏בר מנחם מאנשטיין‏‎ Sohn des Menachem Manstein,
‎‏[הלך בדרך כל] הארץ‏‎ er ›ging den Weg alles Irdischen‹
‎‏[ביום] ב׳ ד׳ סיון תר״א‏‎ am Tag 2, 4. Sivan 601.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Ps 88,3; 116,2  Zl 3: Nach Ps 128,2  Zl 8: Jos 23,14

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 24.05.1841
Die der Inschrift zu entnehmenden Informationen decken sich mit den aus den Registern überlieferten Angaben (s.u.): Der im Alter von 75 Jahren gestorbene Moses Manstein war (vielleicht von Geburt an) gebrechlich, doch "ertrug demütig seine Schmerzen" und ernährte sich mit seinem Hausierhandel "von der Mühe seiner Hände". Die Eulogie teilt uns darüber hinaus mit, dass der gottesfürchtige Mann als Vorbeter in der Synagoge diente, wo er "seine Stimme auf liebliche Weise" erhob.
Namenskunde Der Familienname Manstein leitet sich wahrscheinlich vom Vatersnamen "Menle" ab.

Stilmittel

Reim auf -av in Zln 2-3, auf -nim in Zln 4-5.

Beschreibung

Zustand Verwitterung stark, die stark beschädigte Inschrift konnte aus dem Zusammenhang und entsprechend der Angaben in den Registern rekonstruiert werden.

Zur Person

Der 1766 (laut Kataster 1764) geborene Moses Maennlein war ein Sohn von Emanuel Manle aus Baiersdorf ("Mänle Bayersdörfer") und der Jeanette und nahm 1814 wie sein Bruder den Familiennamen Man(n)stein an. 1795 erhielt er eigenständigen Schutz in Bayreuth, handelte zunächst mit "schneidender Waare", betrieb dann einen "Hausierhandel mit alten Kleidern" und lebte "beim Beck Ströber" zur Miete. Der im Kataster als "gebrechlich" beschriebene Moses Manstein war verheiratet mit der 1776 (laut Kataster 1779) geborenen Esther Ernestine. 1798 wurde ihre Tochter Gutta geboren, die von der Anfertigung "feiner Weiß-Handarbeiten" lebte, nach Burgkunstadt heiratete und später nach Amerika auswanderte. Im Jahr 1800 kam Lämmlein Lemmel zur Welt, der taubstumm war und "die Zeichenkunst bei Zeichenmeister Renz" erlernte. 1801 wurde Caroline geboren, die ebenfalls nach Amerika auswanderte. Der 1802 geborene Meyer war ebenfalls "taubstumm und krüppelhaft", erlernte "die Schneider-Profeßion seit 12. Sept. 1822 beim Schneidermeister Maisel dahier". 1805 wurde ein namensloses Kind geboren, das vermutlich direkt nach der Geburt starb. Die 1809 geborene Jeanette "kann auch nicht recht mit der Sprache fort". Die jüngste Tochter Rosalie Sara wurde 1811 geboren. Der verwitwete Handelmann Moses Manstein starb im Alter von 75 Jahren an einem "Blutschlag".

Zur Familie

Vater: Emanuel Manstein (Grabstein Nr. bay-0231)
Mutter: Jeanette Manstein (Grabstein Nr. bay-0230)
Gattin: Ester G. Mosche Manstein (Grabstein Nr. bay-0216)
Söhne: Lemel Manstein (Grabstein Nr. bay-0579); Mayer Manstein (Grabstein Nr. bay-0492)
Töchter: Jeanette Manstein (Grabstein Nr. bay-0650), Rosalie Manstein (Grabstein Nr. bay-0654)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 217: Moses ­Mannstein · 1841 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 37: "Maennlein, Moses, - nun Moses Mannstein".

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-217
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-217
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1841

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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