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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-169
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-169: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-169

Name

Jonas Zwi (genannt Hirsch) ben Josef Uhlfelder (Hirsch ­Uhlfelder) [08.06.1838]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש ישר הקצין הר״ר‏‎ ein aufrechter Mann, der Einflußreiche, der Meister, Herr
‎‏יונת צבי המכונה הירש‏‎ Jonas Zwi, genannt Hirsch,
‎‏בן ה״ר יוסף אוהלפעלדר‏‎ Sohn des geehrten Herrn Josef Uhlfelder,
‎‏ז״ל מפה ׃ אשר הלך דרך כל הארץ‏‎ 5 sein Andenken zum Segen, von hier, welcher ›den Weg alles Irdischen‹ ging
‎‏ביום עש״ק ט״ו סיון תקצ״ח‏‎ am Rüsttag des heiligen Schabbat, 15. Sivan 598.
‎‏חרוץ בל מתרפ[א{ה}] במלאכתך‏‎ Fleißig, nicht nachlässig in deinen Werken,
‎‏לבלתי קנ[א] את רעים עמך‏‎ ohne Neid den Gefährten gegenüber, die mit dir.
‎‏בבוא פתע המות אל חלונך‏‎ ›Als plötzlich der Tod an dein Fenster kam‹
‎‏ויקחך מתוך חיק משפחתיך‏‎ 10 und dich aus dem Schoße deiner Familie nahm,
‎‏אז אמך זקנה ושבעת ימים‏‎ alsdann deine Mutter, ›die Betagte und an Tagen Satte‹,
‎‏מר ספדה קוננו אשה ובנים‏‎ bitter klagte, Frau und Kinder dich betrauerten,
‎‏ימי שנותיך אחד וששים‏‎ (da) betrugen deine Lebenstage einundsechzig Jahre.
‎‏נשמתך תהי צרור׳ בצרור החיים‏‎ Es sei deine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 5: Jos 23,14  Zl 9: nach Jer 9,20  Zl 11: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 08.06.1838
Eine sehr persönlich gehaltene Inschrift für einen fleissigen und beständigen Mann, der durch einen unerwarteten Tod aus der Mitte seiner Familie gerissen wurde.
Falsches Todesjahr in der Belegliste (1843).
Zl 3: Der Name ‎‏יונת‏‎, Jonat geschrieben, will aschkenasisch als Jonas aussgesprochen werden. Dies geht aus den Sterberegistern hervor.
Zl 7: Nach Spr 18,9; dort negativ formuliert.
Zl 8: Nach Koh 4,4; dort negativ formuliert.

Stilmittel

Reim auf -echa in Zln 7-10 und auf -im in Zln 11-14

Beschreibung

Ornament florale Verzierung
Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht

Zur Person

Der 1776 (laut Kataster 1772) geborene Jonas Hirsch Uhlfelder, der 1814 den Familiennamen Steiner annahm, war ein Sohn von Josef Uhlfelder und Zortel, die nach dem Tod ihres Mannes Ahron Austerlitz aus Königsberg geheiratet hatte. 1798 erhielt Jonas Hirsch Uhlfelder Schutz in Bayreuth, sein Vermögen wurde im Kataster auf 25.000 Gulden geschätzt. Er war verheiratet mit der 1774/1775 geborenen Jittle Judith. Im Jahr 1800 wurde sein ältester Sohn Joseph geboren, der nach Hamburg zog. 1801 kam Lotte zur Welt, die ihr Leben im Bayreuther "Irrenhause" fristete. Die 1810 geborene Emilie heiratete den Kaufmann Königsberger in Fürth. 1813 kam Eduard Eisek zur Welt, der als Kaufmann in Bayreuth blieb. Nach dem Tod seiner ersten Gattin heiratete Jonas Hirsch Uhlfelder 1833 die Witwe Getti Oppenheimer, verwitwete Schweizer aus Fürth, die 1858 in Frankfurt starb. Der Kaufmann Jonas Hirsch Uhlfelder, der in Bayreuth ein Wohnhaus besaß und eine "Schnittwarenhandlung in stehendem Laden" betrieb, starb im Alter von 61 Jahren an einem "gastritisch nervösem Fieber".

Zur Familie

Mutter: Zortel Austerlitz verw. Uhlfelder (Grabstein Nr. bay-0168).
1. Gattin: Jittle Uhlfelder (Grabstein Nr. bay-0171)
Sohn: Eduard Uhlfelder (Grabstein Nr. bay-0337)
Tochter: Lotte Uhlfelder (Grabstein Nr. bay-0427)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 169: Hirsch ­Uhlfelder · 1843 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (10.10.1814), Nr. 74: "Jonas Hirsch Uhlfelder, nun Jonas Hirsch Steiner".

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-169
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bay-169
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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