BHR Biographisches Portal der Rabbiner

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DREIFUSS, Moses, Dr.

  • Geb. 9. März 1806 in Adelsdorf, Oberfranken,
  • Gest. 16. Nov. 1879 in Meiningen
  • Morenu vom Frankfurter Rabbinat, 1832 Externenabitur in Würzburg, 14. Apr. 1832 imm. an der Universität und drei Semester Studium der Philosophie, Aug. 1834 Staatsprüfung in Bayreuth mit Note 3 (als 7. von 16 Kandidaten), zugleich Ordination von Joseph Aub, Bewerbung in Hagenbach, Oberfranken. 25. Mz. 1838 Unterzeichner der Münchner Petition von 17 stellungslosen Rabbinatskandidaten. Predigerzeugnis vom Hamburger Tempel
  • ist 2 Jahre Privatlehrer in Italien und 4 Jahre in Nagykanizsa (Groß-Kanischa), Ungarn, die dortige Gemeinde beschäftigt ihn seit 1846 als „vorläufig fungierender Prediger“, von dort Bewerbung in Hoppstädten/Birkenfeld (1847). 1847 Landesrb. für Sachsen-Meiningen mit Sitz in Walldorf an der Werra, Heirat mit Nanette Schnaittacher (1827-1897), Tochter des Heinrich S. aus Fürth. 1. Apr. 1871 Verlegung des Rabbinatssitzes nach Meiningen.

Dokumente

  • D.s Vater war anscheinend Seckel-Löb Dreifuß, Lederhändler mit Chawertitel, dessen Tod im Alter von 87 Jahren das Sterbereg. Adelsdorf, CAHJP Jerusalem D/ad2/2, unter dem 31. Juli 1843 verzeichnet
  • Bewerbungsschreiben im StA Bamberg, K3 C3, Nr. 132; im CAHJP Jerusalem D/DR1/12, mit Abschriften der Zeugnisse für die Nachfolge Leopold Steins in Burgkunstadt 1844; im LHA Koblenz, 393/298, vom 11. Mai 1847 aus Nagykanizsa, mit einer Empfehlung von Leop. Stein; sowie im LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat, Nr. 57
  • Seine Heirat nach BA Berlin, RSA 74773, 258 Trauungen Walldorf; auch im Familienbuch CAHJP Jerusalem, G5/2030, S. 34
  • CJA Berlin, 75 A Wa 2 Nr. 14, Aufnahme als Gemeindemitglied 1848, wehrt sich gegen Beitragszahlungen, muß auch Inspektionsreisen finanzieren. Sein Vorgänger war nicht Gemeindemitglied
  • CJA Berlin, 75 A Me 1 Nr. 1, fol. 1a-4v „Dienstinstruktion für den provisorischen Landrabbiner“ o. D., ebd., fol. 5-6 St.-Min Zirkular 20. Jan. 1876 über seine Besoldung; ebd., fol. 23, Todesmeldung.

Publikationen

  • „Der Auszug aus Egypten nach seiner höchsten Bedeutung“, Predigt, Die Synagoge 1837, S. 246-249
  • „Bruchstück aus einer Predigt“, ebd., S. 364-367
  • Israels Aufgabe, Predigt, Bamberg 1840
  • „Geist und Leben auf den vormaligen jüdischen Hochschulen“, AZJ 1842, S. 705- 708, 723-724
  • „Sinn und Bedeutung des Wortes Min“, LdO 1844, Sp. 204-207
  • „Ein griechisches Wort in einer Midraschstelle“, LdO 1844, S. 537
  • Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1845- 49)
  • „Kennt das Judenthum einen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien?“, AZJ 1845, S. 434-436
  • Über die Beschneidung, LdO 1845, S. 611-615
  • Predigt über die Festfeier zur Aufhebung der Toleranzsteuer, Varasdin 1846
  • „Das Gesetz gegen Amalek“, Sinai 1847, S. 113-115, 121f
  • „Die moderne Predigt“, AZJ 1850, S. 390-392
  • Zeitgeist und Bibelgeist. Predigt über Ps 19,8-13 zum Wochenfest, Meiningen 1856
  • „Das Gebet“, Predigt in Liturgische Zeitschrift, Bd. I, Heft 4, S. 35-38
  • „Einweihungspredigt: Die Bedeutung des Gotteshauses“, Liturgische Zeitschrift, Bd. II, S. 95-101
  • Gutachten ausländischer Rabbinen, S. 42-45, gegen die ungarische Trennungsorthodoxie
  • Weitere Predigten, Artikel und Rezensionen
  • „Das Verhältnis R. Jochanan b. Sakkais zum Hillelschen Patriarchenhause“, 19 (1870), S. 568-573 (nur „Dreifuß“).

Literatur

  • IA 1840, S. 260, über Predigt in Bamberg
  • Orient 1847, S. 317, und AZJ 1847, S. 638, melden seine Berufung nach Walldorf
  • AZJ 1859, S. 735, Spende für die „Israelitische Bibel-Anstalt“
  • Achawa 1865, S. 143, nennt ihn als Lehrer des späteren bay. Abgeordneten Dr. Arnheim
  • Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 306
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 806
  • Human, Meiningen, S. 72
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 40
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 199f, 455f, 474, 496, 626
  • Mitteilungen von Dr. Gabriele Olbrisch aus ihrer Dissertation über die Landrabbinate in Thüringen.