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Die Suche nach (26. Mai) ergab Treffer in 10 Personeneinträgen

FEUCHTWANG, Meyer, Dr.,

Geb. 3. April 1814 in Pappenheim, Mittelfranken,
Gest. 19. Jan. 1888 in Mikulov (Nikolsburg), Mähren
Sohn des Handelsmanns Maier F. und der Jütle, Schüler von Wolf Hamburger in Fürth. 1834 Abitur in Würzburg; 29. Okt. 1834 imm. als cand. phil. an der Univ. Würzburg, acht Semester das., SS 1838 Studium in Göttingen als Schüler Herbarts. Neuorthodox und dem westl. Chassidismus nahestehend. Privatlehrer an verschiedenen Orten, darunter mehrere Jahre in Kassel als Schüler und Freund des Landesrb. Romann, Talmudstudium bei Oberrb. Jakob Ettlinger in Altona, Bewerber um die Predigerämter in Berlin und Prag gleichzeitig mit Sachs und Kämpf, 1845 Bewerber in Bremervörde, Kassel und Welbhausen. 9. Juni 1846 ordiniert von Abraham Wechsler in Schwabach, 31. Nov. 1846 separate Staatsprüfung in Augsburg mit Note „vorzüglich“; 1846 Rb. in Öttingen im Ries, am 26. Mai 1847 Heirat mit Jette Henlein Kohn (geb. 1829) aus Wassertrüdingen. Betreibt eine Jeschiwa. Die Gemeinde erreichte 1852 ihre höchste Mitgliederzahl von 396, entließ den Rb. aber schon 1856 wegen Abwanderung (AZJ 1884, S. 538), 1858 Rb. in Nitra (Neutra), Slowakei. Bewerber in Brünn (1860), 1. Aug. 1861 Rb. in Mikulov. Sein Sohn Dr. David Feuchtwang wird sein Nachfolger in Mikulov und starb 1936 als Wiener Oberrabbiner.

KAHN, Isaak,

Geb. 1710 vermutlich in Breisach,
Gest. 20. Sept. 1797 in Sulzburg im badischen Oberland
Sohn des Rb. David Kahn (1670-1744), der aus Ribeauvillé (Rappoltsweiler) im Elsaß stammte und in Breisach (1710) und Sulzburg (1727) amtierte. Vom Vater zum Nachfolger bestimmt, heiratete er 1736 Scheindel Weil, Tochter des Sulzburger Hofjuden Moses W. und Nichte des späteren badischen Oberlandesrb. Nathanael W.; daraufhin weitere Studien an der Jeschiwa in Frankfurt/M., 1738 Rückkehr nach Sulzburg, 24. Juli 1742 Rabbinatsadjunkt bei seinem Vater, am 26. Mai 1744 als dessen Nachfolger eingesetzt; er ist auch für die Gemeinden Müllheim, Lörrach, Kirchen und Rötteln zuständig. Wird von seinem vermögenden Schwiegervater unterhalten und von der Gemeinde nur mit 30 fl. bezuschußt. Galt als Kabbalist. Die oberländische Judenschaft wehrt sich 1775 erfolgreich gegen die versuchte Ausweitung der Befugnisse des Karlsruher Oberlandesrabbiners auf ganz Baden. Seine drei Söhne Daniel, Leopold und Marum sind abwechselnd Gemeindevorsteher von 1827-1845. Publ./HSS. Adolf Lewin, Geschichte der badischen Juden, erwähnt eine aus Bibelversen in deutscher Sprache zusammengesetzte Hymne auf die Geburt des Enkelsohnes Karl Friedrichs, 1784.Vier Approbationen, datiert Sulzburg u. Breisach, 1774/87, nach Löwenstein, Index, S. 106, 113; in dem approbierten Werk Zära‘ Ya‘aqov von Jakob Weil ist ein Vorwort mit genealogischen Hinweisen zu finden (L. D. Kahn).

KUNREUTHER, Hirsch (hebr. Naftali-H.),

Geb. 1771 in Kunreuth, Oberfranken,
Gest. 12. Febr. 1847 in Gelnhausen, Kurhessen
Sohn des Issaschar Levi K., Schüler von Herz Scheuer an der Mainzer Jeschiwa, 1792 Flucht vor der französischen Besatzung, weitere Studien an der Jeschiwa in Fürth, 1795 in Baiersdorf b. Erlangen verheiratet mit seiner Frau Jette, 4. März 1796 ordiniert vom Mainzer Oberrb. N. H. Z. Berlin, Aug. 1813 Rb. in Bad Mergentheim in Württ. nach einer Prüfung beim Stadtpfarrer, die er mit „gut“ besteht, am 4. Nov. 1818 einstimmig zum Rb. in Gelnhausen gewählt, im März 1819 mit 400 fl. Gehalt dort eingesetzt; er leitet eine Jeschiwa und war nach Behauptung eines Schülers „bekanntlich einer der gelehrtesten und orthodoxesten Talmudisten in Deutschland“ (Em. Schwab am 2. Apr. 1857; CAHJP Jerusalem, D/Ba28/ 21). Am 26. Mai 1820 erhielt er einen temporären kurhessischen Schutzbrief, gefolgt am 16. Juni von einer provisorischen staatlichen Bestätigung. Infolge von Unstimmigkeiten mit der Gemeinde in Gehaltsfragen 1830-31 Bewerber in Hanau und Kassel. Bleibt noch bis 1834 bayerischer Staatsangehöriger. 1835 wünschen Provinzialrabbiner Felsenstein und die Vorsteher ihn abzusetzen, da er „zu den Hauptfunctionen eines Rabbinen, zur Haltung von Predigten, zur Ertheilung und Beaufsichtigung des Religions-Unterrichts etc. unfähig sei“ (Bericht Felsensteins vom 17. Juni 1835). Nachdem die Frage seines weiteren Schicksals in der Gemeinde „Parteiungen“, „Animositäten“ und „gehässige Reibungen“ hervorruft, wird sein Gehalt auf 300 fl. vermindert und dafür ein Schullehrer angestellt.

PERLES, Joseph, Dr.,

Geb. 26. Nov. 1835 in Baja, Ungarn,
Gest. 4. März 1894 in München
Sohn des Rb. Baruch Ascher P. und der Ethelka Fischer; besucht am Heimatort die Volksschule und das Gymnasium, dort 1855 Abitur; 1855-1862 am Jüdisch-theologischen Seminar in Breslau als enger Studienfreund von Benjamin Szold, mit dem er sich am 31 Okt. 1855 an der Universität einschreibt. Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1859, S. 548, Nr. 540). 30. März 1859 prom. Breslau, 3. April 1862 Rabbinerdiplom als einer der drei ersten Absolventen des Seminars. 1862 Rb. der Brüdergemeinde Posen, 2. Juni 1862 Heirat mit Rosalie Scheftel (1839-1932), der Tochter des Posener Privatgelehrten Simon Baruch Sch.; 26. Mai 1871 Rb. in München, 16. Sept. 1887 Einweihung der Hauptsynagoge. Lehnte Berufungen auf das Berliner Rt. und an die Landesrabbinerschule in Budapest ab. Die Gemeinde gründet zu seinem Andenken eine Stiftung (1898). Vater des Königsberger Rb. Prof. Dr. Felix P. (1874- 1933) und des Augenarztes Dr. Max P. (st. 1894).

TIETZ, Hermann, Dr.,

Geb. 3. Sept. 1834 in Miêdzychód (Birnbaum), Prov. Posen,
Gest. 6. Dez. 1908 in Leszno (Lissa)
1854 kurzzeitig am Jüdisch-theologischen Seminar in Breslau, ihm wird jedoch vom Lehrkörper wegen mangelnden Fleißes und Talents das Verlassen der Anstalt nahegelegt. Studium an der Univ. Berlin; Prediger in WąbrzeŸno (Briesen), Westpreußen; 26. Mai 1871 prom. in Halle; im selben Jahr Rb. in Szczecinek (Neustettin), Pommern; 1875 Rb. am Hirsch-Abraham-Stift in Inowrocław (Inowrazlaw), Prov. Posen.

WITKOWSKI, Israel,


Gest. 26. Mai 1884 in Wrzeœnia (Wreschen), Prov. Posen
Schüler von Elias Guttmacher, um 1868 Rabbinatsverweser in Wrzeœnia.

ARON, Arnaud,

Geb. 21. Mai 1807 in Soultz sous-Forêts (Sulz a. W.), Unterelsaß,
Gest. 3. April 1890 in Straßburg.
Sohn des Kaufmanns Lion (Léopold) A. und der Zerlé Alexandre (alias Charlotte Heymann), Bruder von Rb. Alexandre A.; Studium in Haguenau, Mannheim und Frankfurt a. M., Rabbinerdiplom an der Mannheimer Jeschiwa; 22. April 1829 nominiert als Rb. in Hegenheim, Oberelsaß; amtierte dort 1830-1834; 1833 gewählt in Straßburg. Seit 26. Mai 1834 bis 1889 OR in Straßburg; bei Amtsantritt benötigte er eine Ausnahmegenehmigung, da er das vom Gesetz vorgeschriebene Alter von 30 Jahren für dieses Amt noch nicht erreicht hatte. Im Konsistorium wandte er sich gegen die Bestrebungen der Laienmitglieder, den Ritus zu modifizieren; lehnte den Anspruch der obersten Autorität des Generalkonsistoriums ab. Positionierte sich gegen Versuche, die Funktion der Rabbiner jener der katholischen Priester anzunähern; erlaubte 1845 die Einführung einer Orgel anläßlich eines Ehrengottesdienstes für den Herzog von Orléans in Straßburg; 1856 Teilnehmer einer Rabbinerversammlung, auf der offiziell die Einführung der Orgel in den Synagogen beschlossen wurde. Hrsg. eines französisch-sprachigen Gebetbuches. Sein Interesse an der Ausbildung der Jugend ließ ihn zahlreiche Schulen inspizieren; 1842 Mitbegründer der israelitischen Handwerksschule in Straßburg zur Förderung handwerklicher und landwirtschaftlicher Berufe in der jüdischen Bevölkerung. Konsistorialpräsident in Straßburg; 1868 zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. 1870 hißte er während der Belagerung von Straßburg gemeinsam mit dem Fürstbischof die weiße Flagge an der Kathedrale; in der Folgezeit Auszeichnung mit dem Kronorden durch Kaiser Wilhelm. Bekannt als eloquenter Prediger und unermüdlich in der Gemeindearbeit tätig; setzte sich öffentlich gegen den Antisemitismus zur Wehr und erreichte das offizielle Verbot eines antisemitischen Pamphlets. Verheiratet mit Caroline Franck; fünf Kinder.

LÖWENTHAL, Hans Gabriel,

Geb. 26. Mai 1912 in Berlin,
Gest. 1942 im Ghetto Theresienstadt o. 1942/43 im KZ Auschwitz.
Ältester Sohn des Kaufmanns Siegfried L. und seiner Ehefrau Auguste, geb. Koppel; Schulbesuch in Berlin in der Großen Hamburger Straße, Abitur; 1932-1936 Univ. Berlin, zugleich HWJ, 1939 Examen an der HWJ. Seit 1934 Pfleger und Kursleiter am Wohlfahrts- und Jugendamt der Berliner Jüdischen Gemeinde, 1935-1942 Prediger, Kursleiter und Seelsorger an einer der Falkenberg-Synagogen, seit 1937 auch als Prediger an den Berliner Hauptsynagogen tätig, 1939 ehrenamtlicher Mitarbeiter der Durchwandererabteilung der Gemeinde, Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger. Ledig; lt. Gedenkbuch 2006 29. Nov. 1942 ab Berlin deportiert nach Auschwitz. Leo Baeck hingegen soll bezeugt haben, daß L. im Ghetto Theresienstadt mit Hingabe als Seelsorger und Jugendleiter gewirkt hat (Lowenthal, Bewährung, S. 127).

MELCHIOR, Marcus Lazarus, Dr.,

Geb. 26. Mai 1897 in Fredericia, Dänemark,
Gest. 22. Dez. 1969 auf einer Reise in Hamburg.
Sohn des Bankfachmanns Arnold M. und einer Tochter des Fåborger Rabbiners L. M. Wallach, väterlicherseits Nachkomme von Rabbinern in Kopenhagen, mütterlicherseits von Rabbinern auf Fünen, aufgewachsen in Kopenhagen. 1906 verlobte er sich heimlich mit der Tochter Meta (geb. 1901) des Kopenhagener OR M. Schornstein, die er fünfzehn Jahre später heiratete, und faßte den Entschluß, Rabbiner zu werden. 1914 Sekretär bei M. Schornstein, Okt. 1915-1921 Studium am RS und an der Univ. Berlin (Orient. Sprachen, Philosophie, Ägyptologie), 1921 Promotion bei Gotthelf Bergsträsser (Erlangen/Königsberg). Jan. 1922 Rb. in Tarnowitz (Tarnowskie Góry), Oberschlesien, 1923 Schulleiter der jüdischen Knabenschule in Kopenhagen, 1924/25 Rb. in Beuthen (Bytom), Oberschlesien; Mitglied der Mamreh-Loge und im Talmud-Tora-Verein. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. 1934 Rückkehr nach Kopenhagen, Leiter der Religionsschule und zweiter Bibliothekar; Vortragstätigkeit. 1942 Aufnahme eines Studium der Jurisprudenz. Okt. 1943 Flucht nach Schweden, Dez. 1943 Lager-Rb. für die dänischen Flüchtlinge in Schweden, 1. April 1944 staatliche Anstellung als Geistlicher für die dänischen Juden in Schweden. 1945 Rückkehr nach Dänemark. 1946 Bewerbung als Rb. in Malmö, Dez. 1946 Delegierter der dänischen Zionisten auf dem 22. Zionistenkongress in Basel, 1947-1969 OR von Dänemark. Sein Sohn Bent war sein Nachfolger (1970-1996), einer seiner Enkel, Michael, wurde erst Rb. in Norwegen, später Vize-Außenminister des Staates Israel.

MUNK, Eli, Dr., auch Elias/Eliyahu M.,

Geb. 11. April 1900 in Königsberg, Ostpreußen,
Gest. 7. März 1978 in Jerusalem.
Ältester Sohn von Selma und Esra M., Bruder von Michael M., Cousin von Elie M.; 1907-1917 Besuch des Kaiser-Friedrich- Gymnasiums Berlin, Abitur. Ab 20. Sept. 1917 Zweijahreskontrakt als Auszubildender bei den Westdeutschen Eisen und Metallwerken GmbH (Köln, Frankfurt/M., Berlin), die einem Verwandten, Leo Munk, gehörten und als „Hilfsdienst“ „kriegswichtig“ eingestuft waren, so daß die Arbeiter von der Einberufung freigestellt waren. Der Vertrag war so abgefaßt, daß M. Gelegenheit erhielt, gleichzeitig als Lehrer an der Gymnasialabteilung des Berliner RS zu unterrichten und an Jugendgottesdiensten teilzunehmen. 24. Aug. 1918 dennoch Einberufung, Militärdienst in Polen und Litauen. 1920 sechs Monate Studium bei Rb. Samuel Joseph Rabinow in Lübeck. Univ. (Semitistik, Philosophie und Anglistik) und RS Berlin, aktiv im Esra, 1924-1926 Univ. Marburg, 23. Sept. 1927 Promotion in Marburg. Seit Juli 1927 Substitut seines Vaters im Rabbinat der Berliner Adass Jisroel an der Synagoge in der Fransecki Straße und im Büro für Schächtangelegenheiten. Jugendarbeit, seit 1927 Vorsitzender der Jugendgruppe der Agudas Jisroel Berlin, Unterrichtstätigkeit an der Schule der Adass Jisroel und der Talmud Tora-Schule. Seit Herbst 1930 auf drei Jahre befristet Rb. der Gemeinde “Adath Yisroel“ in Nord-London als Nachfolger von Rb. Dr. Avigdor Schonfeld (1880-1930); zu Kontroversen in der Gemeinde führte der Vorwurf, daß M. für die Position nicht geeignet sei und dem Sohn Avigdor Schonfelds, Salomon, dauerhaft die Stelle nehmen wolle. 26. Mai 1931 in Hamburg Heirat mit Hilda, der Tochter von Rb. Samuel Spitzer (gest. 1951). Im Juli 1933, nach Ablauf des Vertrages, sagte ihm die “Adath Yisroel“ für ein weiteres Jahr ein geringes Entgelt zu, um ihm den weiteren Aufenthalt in London zu ermöglichen. Seit Febr. 1934 Aufbau der orthodoxen (und in der Folgezeit deutschen Flüchtlingsund Immigranten-)Gemeinde in Golders Green (“Golders Green Beth Hamedrash“), London. Aktiv im Jewish Committee for Relief Abroad, das im Januar 1943 gegründet wurde. 1945 wurden von diesem vier Rabbiner nach Deutschland geschickt, um in den Konzentrationslagern Hilfe zu leisten; Munk amtierte für kurze Zeit in Hamburg und Celle. 1951 zweite Ehe mit der Holländerin Renee Hirsch, die zwei Töchter, Zwillinge, mit in die Ehe brachte. Ende 1968 in den Ruhestand, Dez. 1970 nach Israel; rabb. Lehrtätigkeit, v. a. an der Jeschiwa Baruch Horovitz’, “Devar Yerušalayim“, und am Seminar “Neve Yerušalayim“ unter Rb. David Refson, wo er jeweils ca. fünf Stunden in der Woche unterrichtete.