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BERLINGER, Menachem-Menko,

Geb. 14. März 1831 in Berlichingen, Württ.,
Gest. 3. Jan. 1903 in Braunsbach
Sohn des Hirsch B. und Enkel des Jakob B., beide Rb. in Berlichingen, mütterlicherseits Enkel des Bad Mergentheimer und Trierer Rb. Moses Lazarus, 7. Mai 1859 württ. Staatsprüfung in Tübingen mit Dispensation von den gesetzlichen Vorbedingungen, 1860 Rabbinatsverweser in Oberdorf, 22. Okt. 1862 zweite Dienstprüfung in Stuttgart, 1860 Bezirksrb. in Braunsbach. Er und sein Vater unterzeichnen 1864 als einzige Rb. Württembergs die Stellungnahme der ungar. Trennungsorthodoxie im Kompert-Prozeß. Wird wegen Krankheit 1895 durch seinen Sohn Jakob B. abgelöst und 1900 in den definitiven Ruhestand versetzt.

COHN, Salomon, Dr.,

Geb. 24. März 1822 in Biała (Zülz), Oberschlesien,
Gest. 22. Sept. 1902 in Breslau
Sohn des Rb. Salomon Kohn, der einen Tag nach seiner Geburt gestorben sein soll, und Enkel des Fürther Oberrb. M. S. Kohn. Talmudstudium an den Jeschiwot von Oberrb. S. W. Sofer in Preßburg und von Oberrb. Jak. Ettlinger in Altona. Ordinationen aus Berlin und Kêpno (Kempen), weitere Rabbinatsdiplome aus Rawicz, Várpalota und Krotoszyn (Krotoschin). Besuch des Gymnasiums in Wien und Breslau, 22. Okt. 1844 imm. Breslau; 18. Mai 1847 Abgang von dort, weitere Studien an der Univ. Marburg bei dem Orientalisten Gildemeister, 17. Juli 1847 prom. Gießen, 1847 Rb. in Opole (Oppeln), Oberschlesien; Heirat mit Regine Ettlinger (1826-1919), der ältesten Tochter seines Mentors. Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1852, S. 302, Nr. 342). 1853 limburgischer Provinzial-Rb. in Maastricht, Niederlande, 1863 mecklenburgischer Landesrb. in Schwerin, 1876 Rb. an der orth. Synagoge an der Potsdamer Brücke in Berlin, seit 1878 auch Dozent für Homiletik am Rabbinerseminar, 1894 in den Ruhestand nach Breslau.

DEUTSCH, David, gen. David KITZEE oder ’Ohäl Dawid,

Geb. 22. Okt. 1755 vermutlich in Nitra (Neutra), Slowakei,
Gest. 3. Juni 1831 in Nové Mesto nad Váhom (Waag-Neustadtl)
Sohn des Rb. Menachem-Mendel D., der als Dajan in Nitra, dann als Rb. in Kittsee im Burgenland und als Taborer Kreisrb. in Tučapy (Tutschap) amtierte. Schüler des Ascher-Lemmel Glogau und dessen Sohnes Michl in Eisenstadt; dann Lieblingsschüler von Ez. Landau in Prag, auch Studien bei Meyer Barby in Preßburg. Um 1782 wieder bei seinem Vater; 1784 Rb. in Jemnice (Jamnitz), Mähren, 1790 Rb. in Frauenkirchen, Burgenland, 1800 Rb. in Dunajská Streda (Dunaszerdahely), Slowakei, 1810 Rb. in Nové Mesto.

FISCHMANN, Abraham, genannt A. LIBESCHITZ,

Geb. in Libìšice, Nordböhmen,
Gest. 22. Okt. 1829 in Šafov (Schaffa), Mähren
Schüler der Prager Jeschiwa bei Oberrb. Ezechiel Landau, 1767 Judenrichter in Police (Pullitz), Mähren, und Instruktor bei den jüd. Landesdeputierten des Znaimer Kreises, um 1778 Dajan in Mikulov (Nikolsburg), später vermutlich Rb. an seinem Geburtsort, um 1801 Kreisrb. des Taborer Kreises mit Sitz in Jindřichùv Hradec (Neuhaus), Südböhmen; Jeschiwahaupt mit Hunderten von Schülern. 1817 pensioniert; 1822 zog er zu seinem Sohn Moses F., der als Rb. in Šafov amtierte.

FRÄNKEL, Joseph Jonas, auch Isack Josef TEOMIM,

Geb. 1721 in Breslau,
Gest. 22. Okt. 1793 das
Sohn des Breslauer Rb. Chaim Jonas Fränkel-Teomim (st. 1727) und der Sara Oppenheim, Tochter des Prager Rb. David O., Schüler von Hirsch Charif in Halberstadt, 1739 Heirat mit Treine, Tochter des Rb. Samuel Serwatzer aus Lubartów, lebt in Krakau bei seinem begüterten Schwiegervater. Nach der preußischen Eroberung Schlesiens (1741) begründet er in Breslau ein Geschäft für die Finanzierung des Exports schlesischer Textilien nach Osteuropa, 1755 „Königl. geordneter Landrabbiner“ für Schlesien mit Sitz in Breslau. Für sein prosperierendes Geschäft - zeitweise hatte er 100.000 Taler Vermögen - erhält er unter dem 11. Juni 1764 von Friedrich II ein „General-Privileg“ mit Gleichberechtigung mit christlichen Bankiers und Freizügigkeit in der ganzen preußischen Monarchie zugesichert, da er „von guten Vermögens-Umständen, auch besondere experience in der außwärtigen Handlung mit Rußland, Pohlen, der Moldau, Wallachey und Lithauen besitzet und mit denen ansehnlichsten Kaufleuthen in Connexion stehet, hinfolge dorthin ein considerables negoce zu führen im Stande ist“. Nach dem Tod seiner Frau Treine 1773 verwitwete er kaum vier Monate später auch von seiner zweiten Frau Vögele. Seine Schwiegersöhne waren die Rb. Saul Berlin (Frankfurt/Oder), Wolf Eger (Lehrhaus Breslau, Lipník) und Lewin Heymann Barby (Dajan in Breslau). Großvater des Kommerzienrats Jonas Fränkel (1773-1846), Stifters des isr. Hospitals und des Jüdisch-theologischen Seminars.

FRIEDEBERG, Salomon,

Geb. 12. Okt. 1824 in Grodzisk (Grätz), Prov. Posen,
Gest. Jan. 1894 in Tilsit, Ostpreußen
Sohn eines Translateurs, Besuch des kath. Gymn. in Glogau, sodann in Breslau Studienkamerad von Heinrich Graetz und Schüler von Abr. Geiger, Reifeprüfung und am 13. Nov. 1848 imm. Breslau, 29. März 1852 Abgang von der Universität; 22. Okt. 1852 reimmatrikuliert; 1855 Rb. und Religionslehrer in Milicz (Militsch), Schlesien; 1861 Rb. in Tilsit.

FROMM, Seligmann, Dr.,

Geb. 5. Jan. 1822 in Großlangheim, Unterfranken,
Gest. 12. Juni 1898 in Frankfurt/M
Studiert in Wiesenbronn bei S. B. Bamberger und in Preßburg bei Moses Sofer, 22. Okt. 1844 imm. als Orientalist in Würzburg. Als Nachfolger seines Studienfreundes Anschel Stern 1851 Religionslehrer und Prediger in Bad Homburg; den Titel eines Rb. erhält er unter der Auflage, keine Rechte daraus abzuleiten. 1852 Heirat mit Rechel Bamberger (1831- 1893), der Tochter seines Mentors. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er mit den ungarischen Trennungsorthodoxen; da er an Radikalität selbst S. R. Hirsch übertraf, rief sein 1861 versuchter Griff nach den Kompetenzen eines Landesrb. scharfen Widerstand in der Gem. hervor. Die Regierung der Landgrafschaft gewährte ihm einen Gehaltszuschuß von 200 fl., der ihm auch nach der preußischen Annexion von 1866 aus Berlin weiterbezahlt wird, so daß F. der einzige staatlich besoldete Rb. Preußens war. Dez. 1875 Hausrb. von Baron Rothschild in Frankfurt/M. Großvater des Kulturphilosophen Erich Fromm (1900-1980).

HILDESHEIMER, Esriel, Dr., gen. meist Israel H.,

Geb. 20. Mai 1820 in Halberstadt,
Gest. 12. Juli 1899 in Berlin
Sohn des Löb Glei und der Golde Goslar, 1826 zur „Hascharat-Zwi“- Schule in Halberstadt, nach Abschluß der Schulpflicht 1834 Talmudstudium bei Ortsrb. Mathias Levian sowie bei den Stiftsrabbinern Joseph Eger und Gerson Josaphat. Mit einem Zeugnis des letzteren (24. Okt. 1837) nach Altona zur Jeschiwa von dessen Lehrer Jacob Ettlinger, dort 4 1/2 jähr. Studium; kurzzeitig auch Schüler bei Isaak Bernays in Hamburg. Durch paralleles Privatstudium der Schulfächer hatte er 1842 erst das Niveau der Tertia erreicht, bestand aber nach weiterer Vorbereitung am Gymnasium in Halberstadt 1843 die Abiturprüfung. Verlobung mit Henriette- Jettchen Hirsch (1824-1883), Schwester der Gebrüder Josef und Gustav-Mordechai Hirsch, die ihn als kapitalkräftige Fabrikanten fortan aller Nahrungssorgen entheben. 1. Nov. 1843 imm. Berlin, 1845 zum Studium der orientalischen Sprachen nach Halle, 4. Aug. 1846 prom. das. Rückkehr nach Halberstadt. Am 26. Aug. 1846 heiratet er seine Verlobte und lebt im Haus seines Schwiegervaters als Privatgelehrter (AZJ 1848, S. 15), sammelt Schüler um sich, ist auch Assessor des Rabbiners und Nachfolger seines Bruders als Sekretär der jüd. Gemeinde. Sommer 1851 Rb. in Eisenstadt und Gründung einer Jeschiwa, die bis zu 150 Schülern anwächst. Verhandlungen wegen Aufnahme als „zweiter Rb.“ und Jeschiwaleiter in Preßburg (1861). Seit Februar 1867 Verhandlungen um Wechsel an das Berliner Bet-Midrasch, da er sich in Ungarn als orthodoxer Modernist auf verlorenem Posten weiß. „Ich mache mir nämlich gar keine Illusion, dass ich mich über die wichtigsten Fragen in Cultur- und Schulangelegenheiten mit meiner Partei [...] in der Minorität bin, was ich besonders durch die vielen schriftlichen Vorstellungen der gedole rabbanim bimedinathenu gegen meine Abhandlungen über die Seminar- und Schulfondfrage [...] gesehen“ (Briefe, S. 49, vom 18. Apr. 1867). Der „Israelitisch-Ungarische Kongreß“ im Dezember 1868 offenbart die doppelte Opposition der Neologen und der Altorthodoxen und Chassidim. 2. Sept. 1869 Stiftsrb. in Berlin und zugleich Rb. der orthodoxen Gemeinde „Adass Jisroel“. Auf sein Gehalt von 400 Tl. verzichtet er schon nach einem Jahr zugunsten seiner Lehrhauskollegen. Unter seiner Leitung werden am 10. Okt. 1869 die Gemeindeschule, am 5. Aug. 1870 die eigene Synagoge und am 22. Okt. 1873 das orthodoxe Rabbinerseminar eingeweiht; die organisatorische Spaltung von der Gesamtgemeinde wird durch das Austrittsgesetz vom 28. Juli 1876 ermöglicht. 1888 Gründer des Palästinahilfsvereins „Lemaan Zion“; 1897 der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner“. Zu den Dozenten am Seminar zählen seine Söhne Hirsch H. (1855-1910) und Meier H. (1864-1934) sowie dessen Sohn Esriel (Erich) H., der spätere Leiter der Tel-Aviver Stadtbibliothek.

HIRSCH, Samson Raphael,

Geb. 20. Juni 1808 in Hamburg,
Gest. 31. Dez. 1888 in Frankfurt
Sohn des Raphael b. Mendel b. Zwi-Hirsch und der Gella Herz, väterlicherseits Enkel des Rb. M. Frankfurter, Schulbesuch und Ausbildung für den Geschäftsberuf in Hamburg, zugleich Schüler von Isaak Bernays, 1828 (auf Anraten von Bernays, Ha-Ma‘yan 12,2, S. 56) an die Talmudschule von Jakob Ettlinger in Mannheim, 26. Okt. 1829 imm. Bonn, zwei Semester Studium der Philologie. Auf Empf. der Rothschild, nach vorheriger Staatsprüfung (28. Juli 1830) und rb. Ordination durch Bernays in Hamburg (1. Sept. 1830) am 21. Sept. 1830 Landesrb. in Oldenburg. 5. Okt. 1831 in Delmenhorst Heirat mit Hannchen Jüdel (1808-1882), Kaufmannstochter aus Braunschweig. 22. Okt. 1841 Landesrb. in Emden, schreibt 1844 gegen die Rb.-Versammlung, Bewerber um das kurhessische (1844) und das britische (1845) Oberlandesrt; 30. Juni 1847 mährischer Landesrb. in Mikulov (Nikolsburg), lehnt einen Ruf an das Oberrabbinat seiner Vaterstadt ab; 1851 Rb. der orthodoxen „Israelitischen Religionsgesellschaft“ (später Adass Jeschurun) in Frankfurt/M., mit Unterstützung von Baron Rothschild; 1. Dez. 1852 in Frankfurt eingebürgert. Im Kompert-Prozeß 1864 unterstützt er die ungarischen Trennungsorthodoxen. Aber laut Israelit 1868, S. 431, „erzählt man dort von Geiger in Frankfurt eine charakteristische Aeußerung: ’Ich’, soll er gesagt haben, ’werde nur bezahlt als Gemeinderabbiner, der wirkliche Rabbiner ist Hirsch’„.

KALIR, Eleasar, gen. ’Or h. adaš,

Geb. 1738 in Eisenstadt,
Gest. 22. Okt. 1801 in Kolín, Böhmen
Postumer Sohn des Salman K., väterlicherseits Enkel von Rb. Eleasar in Mattersburg (Mattersdorf); erzogen vom Vater seiner Mutter Chava, dem Eisenstädter Oberrb. Meier b. Isaak gen. Panim Me’iroth. Mit 18 J. verheiratet mit Rachel Margulies (st. 1804 in Deutschkreuz, Burgenland), Tochter des Arje-Löb M. in Brčst (Brest-Litovsk, Brisk), Weißrußland, studiert im Haus seiner Schwiegervaters und trifft dort Lion Asser Günsberg gen. Ša’agath ’Aryeh; reist wie dieser durch Europa bis nach Amsterdam, nach seiner Rückkehr Rb. in Zabłudów bei Białystok, 1766 Talmudlehrer im Haus von Moses b. Isaak Levi in Berlin. Unter Ablehnung einer Berufung nach Dessau wird er 1768 Rb. und Jeschiwaleiter in Rechnitz im Burgenland, 1775/76 reist er zum Druck seines Werkes nach Frankfurt/Oder, von einem geplanten Besuch bei Mendelssohn in Berlin sieht er kurzfristig ab; 1781 Rb. in Kolín. Leiter einer großen Jeschiwa; u. a. Lehrer von Bezalel Ronsburg. Er predigt gelegentlich auch in der Prager Altneuschul; galt nach dem Tod von Ez. Landau als bedeutendste rb. Autorität Böhmens. Seine Schwiegersöhne waren die Rb. David Josua Horwitz und Moses Michl Glogau.

MERZBACHER, Leo,

Geb. 1809/10 in Fürth,
Gest. 22. Okt. 1856 in New York
Schüler der Fürther Jeschiwa, ordiniert in Preßburg von Moses Sofer. Dann Studium an der Univ. Erlangen, 1830/31 an der Univ. München. 1841 als erster Reformrb. ausgewandert in die USA, Lehrer der Gem. „Rodeph Shalom“ in New York; 1843 Prediger und Lehrer bei der „Anshe Chesed“ in New York, dort als zu reformfreundlich entlassen; 22. April 1845 Rb. am neugegründeten Tempel „Emanu-El“, New York, wo er zuletzt 1000 $ Gehalt bezog. Anhänger einer sehr gemäßigten Reform; 1848 Einführung der Konfirmation; Mitbegründer des „Independent Order of True Sisters“.

SCHNAITTACH, Joseph, bürgerlich Joseph MAYER,

Geb. 13. Sept. 1774 in Fürth,
Gest. 31. Mai 1861 in Freudental, Württ
Sohn des Glasbelegers Mayer Joseph und der Eva Schnaittacher, Schüler von Nathan Adler in Frankfurt/M. und von Oberrb. Meschullam Kohn in Fürth. 19. Feb. 1795 Heirat mit Telzele Wittelshofen, Tochter des Rb. Abraham W. aus Ansbach. 1805 Rb. in dem ritterschaftlichen Ort Braunsbach am Kocher, der 1806 an Württemberg fällt. 1821 Oberrb. von Württemberg mit Sitz in Freudental. Als einer der beiden Adler-Schüler, die der Meister in die Kabbala eingeweiht hatte, galt er als Wundertäter. Meldete sich am 26. März 1834 zur Rabbinerprüfung in Stuttgart, die er aber nicht bestand, wurde daraufhin zwangspensioniert. Er erhielt sein bescheidenes Gehalt (200 fl. jährlich) als Pension ausgezahlt, wurde in Ritualfragen anstelle des offiziellen Rb. Seligmann Grünwald konsultiert. Seine zweite Frau war Ella Levi (1787- 1846), Tochter des Juda L. aus Bad Mergentheim, seine dritte Ehe schloß er am 22. Okt. 1846 mit Sara Hirsch Levi (1812-1881) aus Freudental, die seit 1879 von der Oberkirchenbehörde unterstützt wurde, eingedenk der „Verdienste, welche sich der verstorbene Rabbiner Maier in Freudenthal durch langjährige treue Verwaltung seines Amtes erworben“.

TEOMIM, Isaak-Joseph, gen. Peri Megadim,

Geb. 1727 in Lemberg,
Gest. 22. Okt. 1792 in Frankfurt/Oder
Sohn des Lehrers und maggid Meyer T. in Lemberg, dem er im Amt folgt; dann Klausner im Hause des Bankiers Daniel Jaffe in Berlin, 1773 wiederum Lehrer und moreh s. ädäq in Lemberg, 1775 verwitwet, Ende 1781 Rb. in Frankfurt/Oder. Er gibt 1784 seine Approbation zur Mendelssohn-Bibel.

TEOMIM-SCHNAPPER, Sußmann,


Gest. 22. Okt. 1794 in Bingen
Sohn des Aron b. Löb T.-S. und der Malka, 1765 Rb. in Bingen, versieht zugleich die Aufgaben einer Landesrb. für das Hzm. Pfalz-Zweibrücken. Einen Ruf auf das Landesrt. von Hessen-Darmstadt lehnte er 1770 ab. Seine Ehefrau hieß Hol.

BLEICHRODE, Isidor, Dr., auch Isaak B., hebr. Abraham Zewi B.,

Geb. 22. Okt. 1867 in Stettin (Szczecin), Pommern,
Gest. 4. Febr. 1954 in Jerusalem.
Sohn eines Kaufmanns, Urenkel von Akiba Eger. Gymnasialbildung in Stettin und Krotoschin (Krotoszyn), 1887 Abitur, anschl. Univ. und RS Berlin. 1894-1917 Prediger und Religionsschuldirigent des Luisenstädtischen Brüdervereins Ahawas Reïm in Berlin, Synagoge Prinzenstraße/ Dresdner Straße. 13. Aug. 1904 Promotion in Gießen. Um 1913 bis 1926/27 stellvertretender Leiter der VII. Religionsschule Annenstraße 1b, seit 1919 auch Leiter der Religionsschule der Brüdergemeinde in Neukölln (XI. Religionsschule). März 1920 bis 1932 Rb. der orthodoxen Gemeindesynagoge Berlin-Kreuzberg, Kottbusser Ufer. Seit 1913 im Waisenrat des Zentral-Waisen- und Mädchenheims zu Bad Ems; Vorsitzender der „Vereinigung jüdischer Religionslehrer Berlins“; um 1926 Kursleiter zur Ausbildung konservativer Religionslehrer und -lehrerinnen. Widmete sich bes. der religiösen Jugenderziehung, u. a. durch Jugendgottesdienste in einem Seitentrakt der Synagoge am Kottbusser Ufer. Dozent an der Freien jüdischen Volkshochschule in Berlin; Mitglied im ADR und in der Vereinigung traditionellgesetzestreuer Rabbiner Deutschlands; 7. März 1929 Mitbegründer des „Jüdischen Friedensbundes“; Mitglied der Berliner Kaschruth-Kommission; 1906 Unterzeichner der Erklärung „Gegen die Organisationsbestrebungen des Gemeindebundes“. 1932 Ruhestand; Emigration nach Jerusalem. Gershom Scholem über ihn: „[...] war ein stiller und sehr frommer Mann von ungewöhnlich gelassenem und freundlichem Wesen.“ Er blieb unverheiratet.

HEIMANN, Harry, Dr., anglisiert HYMAN,

Geb. 1. April 1910 in Bromberg (Bydgoszcz), Posen,
Gest. 22. Okt. 1993 in Los Angeles, CA.
1929-1931 JTS Breslau, HWJ und Univ. Berlin. 1935-1938 liberaler Rb. in Heilbronn. 1938/39 Emigration in die USA, 1939 Rb. in Nutley, NJ, 1941 Rb. in Palisades Park, NJ; ab 1944 Rb. in Huntington Park, Los Angeles, CA.

MARX, Lehmann, Prof. Dr., auch Oscher M.,

Geb. 14. Mai 1846 in Strümpfelbrunn, Baden,
Gest. 22. Okt. 1925 in Darmstadt.
Sohn des Landwirts Josef Marx (1814- 1889), Besuch des Gymnasiums in Bruchsal und des Lyzeums in Karlsruhe, 13. Aug. 1864 Abitur, 1864-1867 Stud. phil. an der Univ. Würzburg, der Univ. Berlin (Zeugnis 29. Jan. 1869) und am Berliner RS. Ab 13. Sept. 1871 in Darmstadt Leiter der Religionsschule und 1879-1925 Rb. der Israelitischen Religionsgesellschaft; wurde erst 1897 auf Druck der Landgemeinden (Bensheim, Dieburg, Dornheim, Groß-Umstadt, Heppenheim, Höchst/Odenwald, Lorsch, Schotten u. a.) durch den Großherzog offiziell zum Rabbiner der orthodoxen Gemeinden des Rabbinats-Bezirks Darmstadt ernannt; einige Landgemeinden (Groß- Bieberau, Groß-Gerau) erkannten weiterhin den liberalen Rb. David Selver an. 1872 Begründer des Lernvereins Talmud Tora; Mitglied der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums und des Hessischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden; Mitglied des Israelitischen Lehrervereins im Großherzogthum Hessen, des Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Großherzogthum Hessen und des Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim. 1917 wurde ihm der Professorentitel verliehen. 1917 Ruhestand.

SCHLESINGER, Abraham, Dr.,

Geb. 20. März 1882 in Mergentheim, Württemberg,
Gest. 27. Juli 1961 in Jerusalem.
Sohn des Vorsängers Hermann S. und seiner Ehefrau Karoline, geb. Fränkel; 1905 JTS Breslau, 1908 Promotion in Würzburg, Dez. 1910 erste württ. Dienstprüfung für Rabbinatskandidaten in Tübingen, 1916-1938 Rb. in Buchau am Federsee. Zionist; 24. Okt. 1938 verhaftet, nach Stuttgart und von dort nach Welzheim abgeschoben; März 1939 Emigration nach Palästina. Seit 22. Okt. 1918 verheiratet mit der Kaufmannstochter Greta (Gresla) Berlinger (1889-1960) aus Zell am Main; die Ehe blieb kinderlos.

SWARSENSKI, Manfred Erich, Dr., auch SWARENSKI,

Geb. 22. Okt. 1906 in Marienfließ (Marianowo), Pommern,
Gest. 11. Nov. 1981 in Madison, WI/US
Sohn des Kolonialwarenkleinhändlers Jacob S. und der Luise, geb. Lewinski; 14. März 1925 Abitur am Gymnasium Stargard (Stargard Szczeciñski), 1925-1928 Univ. Berlin, 1928 Univ. Würzburg (orient. Philologie, Philosophie, Neupersisch), Febr. 1930 Promotion in Würzburg; 1925- 1932 HWJ Berlin, 1931 akad. Religionslehrer mit Predigtauftrag an der Jüdischen Gemeinde Berlin, 1932 Rabbinerexamen. 1932 Religionslehrer und Prediger in Berlin, 1934 Wahl zum Gemeinderb. der Jüdischen Gemeinde Berlin und Leiter der Religionsschule der Synagoge Prinzregentenstraße 69-70; liberal, ab 1936 im Amt. 1932-1938 Mitglied der Vereinigung der Liberalen Rabbiner Deutschlands, ab 1935 Mitglied im ADR, 1936-1938 Vorstandsmitglied im CV. 1937 Delegierter auf der Konferenz der World Union for Progressive Judaism (WUPJ) in Amsterdam. Nov.-Dez. 1938 KZ Sachsenhausen. März 1939 Emigration über England mit Non-Quota-Visum in die USA nach Madison, WI. 1939 Hilfsrb. am “Temple Sholom“ in Chicago, IL, 1940-1976 Rb. am “Temple Beth El“ in Madison, 1950-1976 Military Rb. am Veterans’ Administration Hospital in Tomah, WI, 1955-1976 Military Rb. der Truax Air Force Base in Madison. 1976 in den Ruhestand. 1972 Delegierter der Konferenz über Probleme des Alterns im Weißen Haus, Washington, 1974 Vizepräsident des Wisconsin Task Force on Aging. Ab 1976 Prof. auf dem Manfred Erich Swarsenski Chair of Jewish Life and Thought am Edgewood College in Madison. Seit 1942 Mitglied des Madison Jewish Community Council, 1948-1954 Vorstandsmitglied des HIAS, des Jewish Welfare Board und des American Jewish Joint Distribution Committee; ab 1953 Vorstandsmitglied des Governors’ Comittee on Human Rights, 1957 des United Givers Fund. Ab 1962 Mitglied und 1970-1972 Vizepräsident des Interfaith Dialogue Committee of Madison Area Clergymen. Mitglied des LBI, der Central Conference of American Rabbis (CCAR) und der “B’nai B’rith”.