BHR Biographisches Portal der Rabbiner

Recherche: Tagesdatum

Die Suche nach (20. Okt) ergab Treffer in 21 Personeneinträgen

ADLER, Samuel, Dr.,

Geb. 3. Dez. 1809 in Worms,
Gest. 9. Juni 1891 in New York
Sohn des Wormser Rb. Isaak-Eisik A. und der Sarle Nickelsburg, 1824 kurzzeitig Talmudstudium an den Jeschiwot des Sal. Trier in Frankfurt und des Anschel Schöpflich in Ingenheim/Pfalz, dann wieder in Worms bei Rb. Jak. Bamberger. Von seinem jüngeren Bruder Abraham A. zu Gymnasialstudien angeregt, Abitur in Frankfurt, 29. Apr. 1831 imm. Bonn, 5 Sem. Philosophie, 24. Dez. 1833 imm. Gießen (phil.), stud. bei dem Arabisten Vullers und dem Philosophen Hillebrand, 21. Mai 1835 erneute Imm. in Gießen, 26. März 1836 prom. Gießen, Morenu-Zeugnisse aus Frankfurt/ M. (Sal. Trier), Worms (J. Bamberger) und Bonn (Abr. Auerbach); Hattara von Rb. Feibisch Frankfurter aus Friedberg. 1836 Religionslehrer sowie inoffizieller Prediger und Dajan in Worms; Landesrb. B.-H. Auerbach in Darmstadt und Ortsrb. Bamberger versuchen vergeblich, seine Anstellung zu hintertreiben. Wirkt als Reformer (schaffte z. B das Trennungsgitter für die Frauen in der Synagoge ab). Okt. 1839 als Prediger legalisiert mit 300 fl. Gehalt, 1. Okt. 1842 Rb. in Alzey, 21. Feb. 1843 Heirat mit Henriette Frankfurter (geb. 1816), der Tochter seines Friedberger Mentors. 20. Okt. 1854 Einweihung der Synagoge. Teilnehmer der 1.-3. Rb.-Versammlung, auf Abr. Geigers Empfehlung 1854 Wahl zum Rb. der Lemberger Reformgemeinde; er lehnt den Ruf ab, um seine alte Mutter nicht zurücklassen zu müssen. Nach deren Tod nimmt er 1857 den Ruf als dt. Prediger der Reformgem. „Emanu-El“ in New York in Nachfolge Merzbachers an; „diese Entschädigung New York für Lemberg, Amerika für Galizien, ist in jeder Beziehung eine mehr als genügende“ (Autobiographie S. 39). Teilnehmer der Rb.-Vers. in Philadelphia (1869); 1874 in den Ruhestand; von Gottheil im Amt gefolgt. „Honorary president“ der Zentralversammlung Amerikanischer Rb. (1889). Sein Sohn war Felix Adler (1851-1933), Religionsstifter der „Society of Ethical Culture“.

CASSUTO, Jehuda,

Geb. 4. Sept. 1808 in Amsterdam,
Gest. 11. März 1893 in Hamburg
Abkömmling einer sefardischen Familie aus Livorno; früh von seinem Vater Mordechai C. verwaist und in einem Amsterdamer Waisenhaus aufgewachsen, wird als Neunzehnjähriger am 20. Okt. 1827 von der kleinen portugiesisch-jüdischen Gemeinde in Hamburg als Kantor und Lehrer angestellt, versieht auch als Chacham deren Rabbinatsaufgaben und ist zeitlebens Administrator ihres „Guemilut Hassadim“-Vereins. Er war dreimal verheiratet, zuerst mit Rahel de Rocamora (st. 1832), dann mit ihren Schwestern Sara (st. 1838) und Lea (st. 1883). Seinen Lebensunterhalt erwarb er vornehmlich als Sprachlehrer und Übersetzer; das von ihm gegründete Übersetzungsbüro geht auf seinen Sohn und seinem Enkel über und bestand bis 1933. Seine an spanisch-portugiesischen Judaica reiche Büchersammlung wird von seinem Sohn Isaac Cassuto (1848-1923) und von seinem nach Lissabon emigrierten Urenkel Alfonso Cassuto (1910-1990) fortgeführt; letzterer veräußerte die Sammlung an die „Bibliotheca Rosenthaliana“ der Universitätsbibliothek in Amsterdam.

DREIFUSS, Salomon,

Geb. in Weinheim an der Bergstraße,
Gest. 20. Okt. 1849 in Hamburg
Sohn des Abraham D.; einer der besten Schüler der Hanauer Jeschiwa des M. T. Sontheim, kommt 1799 mit N. H. Z. Berlin aus Mainz nach Hamburg, Talmudlehrer an der Talmud- Tora-Schule, durch Heirat mit Zippora, der Waise des Hamburger Klausaufsehers Seligmann b. Salomon erbt er dessen Funktion. 1821 erhält er eine Stelle als Klausrb. und Jeschiwaleiter, 1823 wurde er Nachfolger von Rb. Baruch Oser als Dajan der Hamburger Gemeinde.

ERLANGEN, Israël, hebr. Elieser-Suscha ERLANGER,

Geb. 17. Okt. 1790 in Gailingen im Bodenseegebiet,
Gest. 1. Juni 1867 in Paris
Schüler der Fürther Jeschiwa; durch das Konsistorium in Straßburg am 20. Okt. 1820 ernannt zum Rb. in Wissembourg (Weißenburg), Unterelsaß, wo er über vierzig Jahre lang wirkt. 1862 geht er in den Ruhestand zu seinem Sohn, dem Gemeindevorsteher Michel Erlanger nach Paris.

GREIFF, Joseph-Jaßmann,

Geb. 1748 in Polen,
Gest. 27. Jan 1827 in Wandsbek, Holstein
Sohn des Hirsch (oder Joel?) Levi, Rb. in mehreren polnischen Gemeinden, 20. Okt. 1798 Schutzbrief der preuß. Regierung in Posen zur Ansiedlung in der Prov. Südpreußen, amtiert dort als Rb. in RogoŸno (Rogasen); auf Empfehlung des Altonaer Oberrb. Raphael Cohn wird er 1799 Unterrb. in Friedrichstadt im Hzm. Schleswig; sein Sohn Michael wird dort zugleich als Schächter angenommen. Die beiden erhalten 400 Mk. und die Schlachtabfälle; weil das nicht genügt, betreiben G., sein Sohn und seine beiden Töchter Likörbrennerei und Spitzenklöpplerei. Obgleich die Vorsteher ihn unterstützen, formiert sich gegen ihn eine Gemeindeopposition um den Judenältesten Selig Abraham, der ihm Mißbrauch des Bannes vorwirft. Er sei aus Polen gekommen, nachdem er „seines unruhigen Kopfes halber daselbst weggejagt seyn soll“ und bekleide das Rt. „auf Empfehlung des vorigen Ober-Rabbiners, der bekanntlich ein Polacke war“ (4. Jan. 1800). Nach Vermittlung des neuen Altonaer Oberrb. N. H. Z. Berlin und des Obergerichts Schleswig akzeptiert G. das neue Gemeinderegulativ vom 4. Mai 1802 und die Kündigung zum Herbst 1803 gegen eine Abfindung. Um 1806 bemüht er sich um das Friedrichstädter Bürgerrecht; als seine (zweite?) Frau wird Maria (geb. 1767) genannt. Er starb als Dajan in Wandsbek.

HAHN, Salomon, Dr.,

Geb. 20. Okt. 1828 in ¯ory (Sohrau), Oberschlesien,
Gest. 1898 oder später
Sohn des Kaufmanns Joel H. und der Rebekka Freund, drei Jahre rb. Studien in Mikulov (Nikolsburg), Mähren, Privatunterricht in den Schulfächern in Breslau, 1852 Abitur am kath. Gymnasium; 26. Okt. 1852 imm. Breslau und fünf Semester Studium, 13. Apr. 1855 Abgang von Breslau; 5. Mai 1855 imm. Berlin für vier weitere Semester, 13. Aug. 1857 prom. Halle, zu jener Zeit Prediger und Lehrer in Berlin (Oranienburger Str. 38); 1861 Rb. in Słupsk (Stolp), Pommern. Wird 1867 vom Kuratorium des Gymnasiums eingeladen, jüd. Religionsunterricht zu erteilen, was vom Vorstand der jüd. Gem. als „Privatunterricht“ unterbunden wird. 1880 Mitbegründer und Vorsitzender des „Vereins jüdischer Lehrer in Pommern“. 8. März 1896 Ausscheiden in den Ruhestand.

HANDL, Hermann, Dr.,

Geb. 1839 in Mikulov (Nikolsburg), Mähren,
Gest. 1925 in Ivančice (Eibenschütz)
Sohn des Wiener Dajans Isak Tonelis H., 1862-63 Studium in Wien vor allem bei Jakob Goldenthal, Juni 1865 prom. Wien; 1865 am Jüdisch-theologischen Seminar in Breslau, Dozent an der Talmud-Unterrichtsanstalt von Abraham Berliner in Berlin, 1867-1872 Rb. in Pasewalk, Vorpommern, 20. Okt. 1881 Rb. in Ivančice, Mähren.

LEHMANN, Markus, Dr., hebr. Meïr L.,

Geb. 29. Dez. 1831 in Verden, Kgr. Hannover,
Gest. 14. April 1890 in Mainz
Sohn des rb. Gelehrten Lemmel b. Aron Welsberg, welcher aus Zeckendorf in Oberfranken stammte, an der Jeschiwa des Ez. Landau in Prag studiert hatte und sich als erster Jude in Verden niederlassen durfte. Tritt 1844 in die Quinta des Domgymnasiums in Verden und erhält Talmudunterricht beim Vater; 1848 nach Halberstadt zum Studium des Talmud bei Gerson Josaphat und Esr. Hildesheimer, Herbst 1850 kehrt er nach Verden zurück, um das Gymnasium zu beenden. Nach weiterem Aufenthalt in Halberstadt 1851 an die Universität Prag, auch Unterricht bei Samuel Freund. 20. Okt. 1852 imm. Berlin, zweijähriges Studium mit parallelem Unterricht bei Michael Landsberger. 8. Aug. 1854 prom. Halle, 7. Okt. 1854 Rb. der orthodoxen IRG in Mainz; Konflikte mit dem Rabbiner der Mehrheitsgemeinde Joseph Aub. Ca. 1856 Verehelichung mit einer Tochter des IRG-Gründers Rb. Samuel Bondi, mit diesem Neugründung der Mainzer Jeschiwa; 24. Sept. 1856 Einweihung der eig. Synagoge und Herbst 1859 der höheren jüd. Schule. Bewerber in Darmstadt (1859). Mai 1860 gründet er den „Israeliten“ als „ein Centralorgan für das orthodoxe Judenthum“. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er auf Seiten der ungarischen Trennungsorthodoxie.

NECKARSULMER, Juda Wolf,

Geb. 20. Okt. 1800 in Fürth,
Gest. 19. Aug. 1880 das
Sohn des Nathan Hirsch N. aus alter Fürther Familie, Schüler von Hamburger an der Jeschiwa in Fürth, Morenu-Diplom des dortigen rb. Gerichtshofes, Okt. 1823 durchgefallen bei Staatsprüfung in Ansbach, Sept. 1824 erneute Prüfung mit Note 3 (gut) bestanden, 24. Febr. 1826 Distriktsrb. in Schnaittach, mit Zuständigkeit für 190 isr. Familien in den Orten Forth, Hüttenbach, Ottensoos und Schnaittach. Bewerber in Fürth (23. Mai 1830) und in Hanau (1832). Unaufhörliche Konflikte mit seiner Gemeinde. Nach dem frühen Tod seiner Frau Helene (1802-1845) scheint er nicht wieder geheiratet zu haben. Er zieht aus Gesundheitsgründen am 23. Apr. 1867 nach Fürth und nimmt dort eine Stelle als Stiftsrb. an der Klaus an.

POPPER, Salomon, Dr.,

Geb. 3. Feb. 1819 in Leszno (Lissa), Prov. Posen,
Gest. 9. Juni 1891 in Czarnków (Czarnikau)
Sohn eines Kürschnermeisters, Schüler und später Schwiegersohn von Rb. Löbel Blaschke in Trzcianka (Schönlanke), Besuch des kath. Matthiasgymnasiums in Breslau, 7. Juni 1843 imm. Breslau extra ordinem, 16. März 1844 Abitur, 20. Okt. 1847 prom. Halle. Anstellung als Lehrer an der Gemeindeschule in Breslau; Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1851, S. 134, Nr. 299). 24. Juli 1848 Bewerbung um eine Dozentenstelle am Kasseler Lehrerseminar, 1852 Rb. in Brodnica (Strasburg i. Westpreußen), 1855 Rb. in Czarnków, Prov. Posen. Bewerbungen in Stettin (1859) und Rawicz (1863). Erst 1872 wird ihm das Inspektorat über die Gemeindeschule vom Pastor übertragen. Engagiert in der Alliance Israélite.

ROSENBACH, Aron,

Geb. Apr. 1772 in Offenbach,
Gest. 20. Okt. 1827 in Kassel
Sohn des Abraham R., kommt 1799 nach Kassel, unter dem Westphäl. Konsist. 1809 Lehrer für Hebräisch und Talmud an der Konsistorialschule mit 200 Tl. Gehalt, 1812 auch als Dajan in Kassel erwähnt. Hebraist, ein Freund Wolf Heidenheims, predigt noch vor Büdinger auf deutsch und hebräisch im Kasseler Verein „Humanität“.

SACHS, Dob,

Geb. 1771 in Leszno (Lissa), Großpolen,
Gest. 20. Okt. 1834 in £abiszyn (Labischin), Prov. Posen
Sohn des Rb. Michael S. und Enkel des Berliner Rb. Joel b. Jekutiel S. aus Glogau, schon um 1809 Rb. in £abiszyn. Freund Ak. Egers. Kabbalist. War 1812 gemeinsam mit Moses Leiser in Inowrocław (Inowrazlaw) Bevollmächtigter für die Rekrutensteuer, 1818 auf der Gesandtschaft nach Berlin.

STÖSSEL, Michael H.,


Gest. 5. Okt. 1879 in Rousínov (Neuraußnitz), Mähren
Nach Wahlintrige gegen den Schwiegersohn des Landesrabbiners 20. Okt. 1839 Rb. in Rousínov, auch als Religionslehrer von den ersten Juden in Brünn angestellt.

WASSERMANN, Salomon,

Geb. 1. Juni 1780 in Oberdorf b. Bopfingen, Fsm. Wallerstein,
Gest. 1. März 1859 in Laupheim, Württ
Sohn des Joseph Oberdorfer und der Babett-Perl Salomon, lernt zuerst beim Wallersteiner Landesrb. Ascher Löw, dann 1792-1796 an der Fürther Jeschiwa, Hauslehrer beim dortigen Juwelier Nathan Abraham Oberndörfer. Mit dessen Köchin Bertha-Breindel Weiskopf (geb. 1778), Tochter des Lazarus Gegerle aus Gunzenhausen, verehelicht er sich am 18. Nov. 1804 und läßt sich als Schutzjude in Oberdorf nieder. Während der dortigen bayerischen Herrschaft (1806-1810) geht er nach Ansbach in Oberndörfers Dienste zurück, ist Hauslehrer mit „sehr kärglichem“ Auskommen (gibt dort dem jungen Ludwig Feuerbach Hebräischunterricht), treibt dort autodidaktische wiss. Studien und studiert den Talmud bei Rb. Moses Hechheimer weiter, der ihn ordiniert und zu seinem Assessor macht. Bewerber um das Rabbinat in Augsburg-Kriegshaber (1819); 9. Dez. 1822 bayerische Rabbinerprüfung in Ansbach mit Note 3, Mai 1825 Rb. in Laupheim, Württ., 1827 Bewerber in Bayreuth, 20. Okt. 1829 württembergische Rabbinerprüfung in Stuttgart, das Zeugnis darüber wird aber zurückgehalten, 1829 an die Univ. Tübingen, 1835 Bezirksrb. in Bad Mergentheim, unterrichtet Talmudschüler und eine Schass-Chewre, tritt zum 31. Dez. 1854 in den Ruhestand. Hatte mit seiner Frau vier Töchter und vier Söhne, welche er „etwas Ordentliches lernen“ läßt (Lehrer, Rabbiner, Buchbinder, Säckler).

WOLFF, Moritz, Dr.,

Geb. 1824 in Miêdzyrzecz (Meseritz), Prov. Posen,
Gest. 19. März 1904 in Göteborg, Schweden
Sohn des Rb. Löbusch W., 4. Dez. 1844 imm. Berlin, zeitweilig Studium in Leipzig, 1848 Promotion; als „Rabbinatscandidat in Meseritz“ Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1848, Nr. 263; 1849, S. 382). 1849 Rb. u. Prediger in Chełmno (Kulm), 1857 Rb. in Göteborg. Eingeschrieben für die liberale Kasseler Rb.-Versammlung von 1868. 20. Okt. 1899 in den Ruhestand.

AUERBACH, Selig Sigmund, Dr.,

Geb. 20. Okt. 1906 in Hamburg,
Gest. 6. Mai 1997 in Rochester, NY/US.
Sohn des Kaufmanns Joseph A. (geb. 02.01.1872 in Fürth, Bayern, seit ca. 1896 in Hamburg ansässig) und der Rosa, geb. Cahn, Enkel von Sigmund Selig Aviëzri A., Bruder von Isaak und Moses A., Neffe des Rb. Dr. Benedikt Wolf. 1913- 1922 Talmud-Tora-Realschule in Hamburg, 28. März 1925 Abgangszeugnis der Oberrealschule vor dem Holstentor (später: Albrecht-Thaer-Oberrealschule) in Hamburg, Sommersemester 1925 Univ. Marburg, Talmudstudien bei Rb. Dr. Naftali Cohen, Herbst 1925 nach Berlin, RS und Univ., Okt. 1927 Religionslehrer an der Religionsschule des Hansaviertels, ab 1929 außerdem Religionslehrer am Sophiengymnasium, 1926-1928 Hilfsprediger zu den Hohen Feiertagen in Krojanke (Krajenka), Westpreußen, 1929 Hilfsprediger der Jüdischen Gemeinde zu Berlin; seit 1928 Referent im sozialen Ausschuß des ADR; Okt. 1930 bis Sept. 1934 Rabbinatsassessor und Religionslehrer in Würzburg, ab 1933 auch Dozent an der ILBA; 1930-1931 imm. an der Univ. Würzburg, Promotion 8. Mai 1933 ebd., 1932/33 von Würzburg aus Rabbinerexamen am RS Berlin. 1934-1938 Rb. des Vereins zur Wahrung des überlieferten Judentums in der Provinz Westfalen mit Sitz in Recklinghausen, Bezirksrabbiner und Leiter der jüdischen Schule in Recklinghausen. Die 1934 gegründete, 1941 verwüstete und am 19. Juni 1996 als Begegnungszentrum wiedereingeweihte jüdische Schule in Recklinghausen trägt heute seinen Namen. Heiratete am 9. Dez. 1934 die Kaufmannstochter Hilda Fromm, eine Absolventin der ILBA (gest. 4. Jan. 2000); drei Töchter, von denen die beiden jüngeren in den USA geboren wurden. Mitglied des ADR (seit 1935, mit der Begründung, sein Großvater habe den Verband mitbegründet), Mitglied der Vereinigung traditionell-gesetztestreuer Rabbiner Deutschlands und des Rheinisch-Westfälischen Rabbinerverbandes. Mitglied im Bund jüdischer Akademiker und der Bnei Brith-Loge. 1936 Bewerber in Altona, 1938 verhaftet, 1939 Emigration über Holland nach England, 1939/40 Rb. in Northampton, Studium am City of London College und am Jews’ College in London, danach (1941?) Ausreise in die USA. 1940/41?-1942 Rb. in Rome, GA, 1942 zweiter Direktor des Büros für Jüdische Erziehung in Cincinnati, OH, und Rb. der “New Hope Congregation“; anschließend Rb. in Petoskey, MI. 1944 Rb. der “Congregation Mount Sinai“ in Port Huron, MI. 1945 Freiwilliger in der Funktion eines Kaplans der US Air Force in El Paso, TX; nach Kriegsende Rb. in St. Joseph, MO, 1949-1952 Rabbiner der Gemeinde “Bne Jitzchak“ in Aberdeen, SD, und Militärrb. der Luftwaffenbasis Rapid City im Staat NY. 1952-1956 Rb. in Superior, WI; auch als Rb. in verschiedenen Gefängnissen tätig. 1956 Rb. in Alexandria, VA; 1958 Rb. in Torrington, CT; 1960 Rb. in Lake Placid, NY; Mitglied des Religionskomitees für die Winterolympiade, Ehrendoktor der Univ., Chaplain der US Airforce. Mitglied (auch Vorstand) in The Rabbinical Assembly – The Worldwide Association of Conservative/Masorti Rabbis, der Association of Mental Health and Hospital Chaplains, der Association of American Federation of Police, dem Lions Club, dem Rotary Club und The Jewish Right. 1985 in den Ruhestand. Übersiedlung nach Rochester, NY, wo zwei der Töchter leben. 1988 und 1993 Besuch in Deutschland (Hamburg, Würzburg, Recklinghausen), zus. mit seiner Frau Hilda.

BERGER, Emil, Dr.,

Geb. 20. Okt. 1887 in Leipzig,
Gest. 15. Okt. 1918 in Görlitz.
Sohn des Kaufmanns Salomon B. und der Rosa, geb. Rahmer. 1907 Abitur am Sophiengymnasium Berlin, 1907-1913 HWJ und Univ. Berlin, 1913 Rabbinatsautorisation; 18. Febr. 1914 Rigorosum an der Univ. München, 1916 Promotion. 1914/15-1918 Rb. in Görlitz. Vorsitzender der CV-Ortsgruppe Görlitz. Verh. mit Martha Radilewski.

BOHRER, Markus Mordechai, Dr.,

Geb. 7. Sept. 1895 in Ansbach, Mittelfranken,
Gest. 30. Dez. 1938 im KZ Dachau.
Sohn des Meir B. und seiner Ehefrau Marie-Miriam, Nachfahre der Krakauer Rabbinerfamilie Rappaport. Besuch des König-Luitpold-Gymnasiums in München. Um 1916/1917 am RS Berlin, an der Berliner Univ. und sechs Jahre an der Jeschiwa in Telsche (Telšiai), Litauen; zugleich als Lehrer am Gymnasium „Jawne“ in Telsche tätig; 1924 Jeschiwa in Königsberg i. Pr.; Heirat mit der Kaufmannstochter Batsheva Jennie Laks; Leiter der Talmud-Tora-Schule. Sept. 1927 Rb. des orthodoxen Ortsrabbinats in Gailingen-Randegg, Baden; 20. Okt. 1933 erstmals verhaftet und fortan mehrfach vorgeladen, erhielt im Sept. 1938 einen Strafbefehl über zwei Monate wegen Beschäftigung einer „deutschblütigen Wasch- und Putzfrau im Alter von 39 Jahren“, 10. Nov. 1938 Deportation ins KZ Dachau, wo er verstarb. Seine Witwe konnte mit ihren sieben Kindern nach Palästina fliehen. Der Sohn Yehuda ist (2006) Rb. in Bet-El, Westjordanland; der Enkel Max Mordechai B. amtierte bis 2008 als Landesrb. in Bremen, seit Febr. 2009 Rb. in Aachen; Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands.

GOLDSCHMIDT, Salomon, Dr.,

Geb. 19. Jan. 1865 in Wreschen (Wrzeœnia), Posen,
Gest. 20. Okt. 1933 in Berlin.
Privatunterricht bis zum Eintritt in das Friedrich Wilhelm Gymnasium Posen (Poznañ) zu Ostern 1876, Michaelis 1881 Abitur. Zum Studium nach Berlin an das RS, wo er 1885 die Rabbinatsautorisation erhält, und an die Univ.; 1885 Univ. Leipzig; 27. Okt. 1886 Promotion in Leipzig. Lehrer an der Religionsschule der Adass Jisroel Berlin; 1889 Gründer und bis 1890 Rabbiner und Leiter der Religionsschule in Pinne (Pniewy), Posen. 1890-1925 Rb. in Königshütte (Chorzów), Oberschlesien. Gründungsmitglied des Verbandes der Rabbiner Oberschlesiens und Mitglied im Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen. 1903 Mitbegründer und mehrfach Präsident der Michael Sachs-Loge U.O.B.B. in Königshütte. 1925/26-1933 Rabbiner, Religionslehrer an höheren Schulen und Direktor des jüdischen Reform-Realgymnasiums in Breslau. Mitglied der Lessing-Loge und des CV.

KÖNIGSBERGER, Bernhard, Dr., auch Bär o. Baruch K.

Geb. 20. Okt. (lt. Vita: 18. Dez.) 1866 in Kattowitz (Katowice), Schlesien,
Gest. 4. Juni 1927 in Berlin.
Sohn des Salomon K. und der Eleonora, geb. Bergmann; Besuch des Gymnasiums in Kattowitz, Studium beim Plotzker Raw, 1885 Abitur, betrieb im Winter 1885/86 Talmudstudien bei B. Z. Auerbach in Halberstadt, 1886-1889 Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Univ. Berlin, bis 1890 auch am RS, 1893 Promotion in Tübingen („mit einfachem Prädikat“). Rb. und Religionslehrer in Schwedt a. O., 1. Febr. 1895 bis Juli 1898 Rb. und Religionslehrer in Pasewalk, Pommern; 1898-1912 Rb. in Pleschen (Pleszew), Posen, und 1. Sept. 1912 bis 1927 beim Berliner Synagogenverein Ahawas Scholaum. Religionslehrer des Vereins und an Berliner höheren Schulen, u. a. Kirschner-Oberrealschule, Reformrealgymnasium Zwinglistraße 2. Mitglied im Zentralausschuß „Deutsch-Israelitisches Lehrerheim“ (1894), Mitglied im Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen (um 1895/um 1907), 1897 Gründungsmitglied der Vereinigung traditionell gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands, 1899 Begründer des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in Pleschen. Bei seinem Abschied aus Pleschen wurde hervorgehoben: „...daß es in unserer Gemeinde kaum einen Verein oder eine Institution gibt, die Herr Dr. Königsberger nicht gegründet oder gehoben hat“ (Israelit 11.09.1912, S. 9). Starb an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

ROSENZWEIG, Adolf, Dr.,

Geb. 20. Okt. 1850 in Turdossin, Slowakei,
Gest. 16. Aug. 1918 in Kolberg (Kołobrzeg), Pommern.
Gymnasialbildung in Pest und Preßburg (Bratislava), dort Abitur; Besuch der Jeschiwa in Preßburg und Eisenstadt (Hildesheimer), 1871-1872 erster Prediger und Religionslehrer in Pest, ab 1870 Besuch der Univ. Wien mit den Fächern Philosophie und „jüdische Theologie“; 1872-1875 Studium an der HWJ und bis 1874 an der Veitel-Heine-Ephraim’schen Anstalt in Berlin; fünf Semester Univ. Berlin, 1875 Promotion in Leipzig. 1875-1876 gemäßigt-liberaler Rb. in Pasewalk, Pommern, 1876-1878 Rb. in Birnbaum (Miêdzychód), Posen, ab April 1879 Rb. in Teplitz (Teplice), Böhmen. 1887-1890 Rabbinatsassessor und 1890-1918 zweiter Rb. in Berlin, Prediger in der Synagoge Lindenstraße. Wohnte in der Oranienburger Straße 59; 1902/1905 Mitglied im Berliner Talmud-Verein, im Akademischen Verein für jüdische Geschichte und Literatur und im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim; verheiratet mit Anna, geb. Zwirn (1860/ Rogasen-1933/Berlin); Vater von Arthur R.