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FÜRST, Salomon,

Geb. 1799 in Mannheim,
Gest. 11. April 1870 in Heidelberg
Sohn des Mannheimer Dajan Mayer Talmässingen gen. Fürst; von einem Stiefvater aufgezogen, rb. Studien in Mannheim, Religionslehrer daselbst. 16. Aug. 1817 Aufnahme als Mannheimer „Bürger und Handelsmann“, 12. Nov. 1817 Heirat mit Therese-Gresel Traub (1790-1847), einer Tochter des Mannheimer Dajan Mayer T. Vermöge der Unterstützung durch seine berufstätige Frau und durch ein Stipendium des Oberrats der Israeliten Badens studieren er und sein Schwager Hirsch Traub 1822-24 an der Univ. Würzburg bei Wagner, Metz, Fröhlich und Fischer, zugleich an der Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing; Ende 1824 legen sie die Staatsprüfung ab. 6. April 1825 gemeinsam mit Traub Vorsitzender der Niederrheinischen Provinzsynagoge und Rabbinatsverweser in Heidelberg, bleibt aber bis zum 7. Juli 1827 in Mannheim ansässig. Nach Auflösung der Provinzsynagoge Festanstellung am 21. Aug. 1827 als Bezirksrb. in Heidelberg, wo er auch Talmudunterricht für Rabbinatskandidaten erteilt. 15. Juni 1840 Bewerbung zur Promotion in Heidelberg; was anscheinend an Gebührenfragen scheitert. 1842 Mitglied der Religions- und Schulkonferenz des Großherzoglich Badischen Oberrats der Israeliten. Unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung, aber veranlaßt seinerseits 1845 die badische Rb.-Versammlung. Anhänger der konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846) Z. Frankels. Schlägt 1846 Ruf nach Mainz aus. 1854 Kultusreform mit Harmonium (Rosenthal, S. 356f). Von seinen vier Söhnen wurden drei Rechtsanwälte und einer Rb.; seine Tochter heiratete den Mainzer Rb. E. B. Cahn.

HÖCHSTÄTTER, Benjamin, Dr.,

Geb. 6. Jan. 1811 in Binswangen, Bay.-Schwaben,
Gest. 8. Dez. 1888 in Frankfurt/M
Sohn des Lehrers David H., Besuch der isr. Schule am Heimatort, dann Gymn. in Augsburg mit rb. Unterricht bei Rb. Gugenheimer im Vorort Kriegshaber, um 1829 Privatlehrer in Binswangen unter Aufsicht des Ortsrb. Isak Hirsch Gunzenhausen, hört zeitweise Vorlesungen an der Univ. München, nach pädag. Prüfung in Augsburg Lehrer an der Israelit. Religionsschule in Hürben, 1833 Lehrer und Prediger in Heddernheim, Nassau, befreundet mit I. M. Jost, 24. Aug. 1838 Lehrer und Prediger in Wiesbaden, 15. Okt. 1838 zur Vornahme von Trauungen von der Reg. ermächtigt, gründet Leseverein (IA 1839, S. 375), inspiriert die Verordnung vom 3. Feb. 1843 betr. Neuordnung des isr. Kultus in Nassau. Morenu von Aaron Gugenheimer in Kriegshaber b. Augsburg (8. Apr. 1839) und Empfehlung von Abr. Geiger in Breslau (3. Okt. 1841), 26. Juni 1843 prom. Jena, am 7. Juli 1843 provisorisch zum Bezirksrb. für Wiesbaden eingesetzt, dem unzufriedenen Vorstand wird aber schon am 1. April 1844 die Erlaubnis gegeben, ihm mit sechsmonatiger Wirkung zu kündigen. Okt. 1844 Lehrer und Rabbinatsverweser in Bad Schwalbach (Langenschwalbach). 1848 zum Bezirksrb. erhoben; im selben Jahr Gründung eines isr. Lehrerseminars, das unter seiner Leitung bis 1869 bestand. 1851 wird der Sitz des Bezirksrabbinats nach Bad Ems verlegt. Teilnehmer der liberalen Kasseler Rb.-Versammlung (1868). 1883 in den Ruhestand nach Frankfurt a. M.

KARPELES, Elias,

Geb. 13. Juni 1822 in Slavkov (Austerlitz), Mähren,
Gest. 7. Juli 1889 in Wien
Sohn des Rb. Lazar K. und Enkel des Rb. Moses K., mütterlicherseits Enkel des Rb. Gerson Buchheim. Besucht mehrere ungarische Jeschiwot sowie die Gymnasien in Nové Mesto nad Váhom (Waag-Neustadtl) und Trenčín (Trentschin) in der heut. Slowakei; wird ordiniert von L. Horwitz in Wien, Heschel Gläser in Kromìříž (Kremsier) und Abr. Placzek in Boskovice (Boskowitz), legt sodann an der Universität Wien das pädagogische und philosophische Examen ab. Als Nachfolger seines Vaters 1846 Rb. Ivanovice na Hané (Eiwanowitz), Mähren; als Nachfolger A. Neudas 1854 Rb. in Loštice (Loschitz), Mähren, auch Religionslehrer an der Realschule in Uničov (Mährisch-Neustadt), durch seine Predigten bekannt. Vater des Literaturhistorikers Gustav K. (1848-1909), der ihm kraft eines Vertrags vom 18. Feb. 1869 als Substitut zur Seite Stand, um „in allen rabbinischen Functionen seinem kränklichen Vater Aushilfe zu leisten“. 1881 Übersiedlung nach Wien, Prediger am Tempel Wieden-Margarethen (IV./V. Bez.), als Nachf. des 1887 gest. Isak Tonelis Handl auch Rabbinatspräses der Wiener Gemeinde.

LANDAUER, Joseph,

Geb. 1804 in Harburg im Fsm. Öttingen-Wallerstein,
Gest. 7. Juni 1853 in Fischach, Bayer.-Schwaben
Sohn des Samuel L., begann nach dem Tod des Vaters im Jahr 1809 das Studium beim Harburger Ortsrabbiner Elias Epstein, besucht auch die öffentliche Volksschule, sodann Schüler von Wolf Hamburger an der Fürther Jeschiwa. Rabbinische Ordination von Pinkas Katzenellenbogen in Öttingen und von Rb. Epstein in Harburg (7. Juli 1820). Sechs Monate Privatunterricht in der „Teutschen Sprach- und Redekunst“ bei Prof. Oertel in Augsburg. Bei der Staatsprüfung in Augsburg am 2. Nov. 1825 wurde seine wissenschaftliche Bildung als mangelhaft eingestuft; er nimmt weiteren Privatunterricht bei dem Augsburger Realschullehrer Josef Anwander. 26. Juni 1826 Vereidigung als Rb. in Fischach. Nach dem Tod seiner ersten Frau Bertha (1806-1834) heiratete er am 12. Nov. 1834 Mathilda Wassermann, die Tochter des Rb. Salomon W. in Laupheim in Württ. Orthodoxer Richtung, unterzeichnet gegen die Rb.- Versammlung; Korrespondent des Wundertäters Seckel Wormser in Michelstadt.

NEUSTADT, Joseph,

Geb. 1815 in Człopa (Schloppe), Netzebezirk,
Gest. 7. Juli 1861 in Breslau
Ca. 1842 Heirat mit Henriette Joël (st. 1888), einer Tochter des Rb. Heymann J. in Skwierzyna (Schwerin a. d. Warthe), Prov. Posen, dort niedergelassen als Rabbinatskandidat. Um 1847 Rb. und Prediger in Człopa, April 1852 Rb. in Wałcz (Deutsch-Krone), Prov. Westpreußen; hat dort auch die Aufsicht der jüd. Schulen. Starb, noch nicht 46 Jahre alt, auf einer Kurreise.

WERNER, Hartwig, Dr.,

Geb. 31. Oktober 1819 in Niederwerrn, Unterfranken,
Gest. 7. Juli 1905 in Bamberg
Sohn des rb. Gelehrten Joachim W. und der Henriette Heßlein, Studium in München, dann nach Offenbach a. M., 26. Nov. 1842 prom. Gießen. 5. Nov. 1851 „Rabbinats- Substitut“ in Adelsdorf (Oberfranken) und dem zugehörigen Bezirk, von dem Burgebracher Rb. Bär Kunreuther am 14. Aug. 1856 getraut mit Fanny Buchmann (geb. 1831 in Adelsdorf); Bewerber in Bayreuth (1857), März 1860 Distriktsrb. in Burgebrach, verlegt sein Domizil 1888 nach Bamberg. Gemäßigt liberal.

WORMS, Aron,

Geb. 7. Juli 1754 in Geislautern bei Völklingen,
Gest. 2. Mai 1836 in Metz
Sohn des rb. Gelehrten Abraham-Aberle W., frühreifer Schüler von Lion Asser Günzburg an der Jeschiwa in Metz, 1777 Rb. in Créhange (Kriechingen) in Lothringen, 1784 Rückkehr nach Metz, dort nach Günzburgs Tod am 23. Juni 1785 Jeschiwaleiter, während der Revolution Nationalgardist, 1806 Dajan in Metz, 1807 im Sanhedrin als Abgeordneter des Dépt. Moselle, 1812 und 1820 bei den Wahlen für das Oberrabbinat unterlegen, 12. Juni 1832 Oberrabbiner, wird trotz seiner fehlenden Französischkenntnisse von der Regierung bestätigt. Persönlich streng konservativ, sympathisiert er mit manchen Reforminitiativen und hält sich deswegen als einziger großer Talmudist der Zeit von der Parteinahme gegen den Hamburger Tempel zurück.

BLUMENTHAL, Louis Lewin, Dr.,

Geb. 2. (3.?) Febr. 1866 in Samotschin (Szamocin), Posen,
Gest. 30. Juni 1943 im Ghetto Theresienstadt.
1879-1884 Gymnasium in Schneidemühl (Piła), 1884-1890 Univ. Berlin, 14. Juli 1890 Promotion in Halle. 1884- 1892 Studium an der HWJ und an der Veitel Heine Ephraim’schen Lehranstalt bei Moritz Steinschneider und Jacob Egers; 1893 Rabbinatszeugnis. 1893/94 bis Juni 1896 Rb. und Prediger in Frankfurt a. d. Oder; 1896 Gründungsmitglied des Rabbinerverbandes der Provinz Brandenburg. 1896/97-1900 Rb. und Prediger in Danzig (Gdañsk); 1897-1900 Gründungs- und Vorstandsmitglied des Verbandes Westpreußischer Synagogenvereine. Seit 7. Juli 1900 bis 1935 Rb. und Prediger in Berlin an den Synagogen Oranienburger Str., Lindenstraße und Neue Synagoge sowie bis 1926/27 Leiter der II. Religionsschule, Lindenstraße 48/50. Betreuer jüdischer Jugend-Ferienkolonien. Mitglied und zweiter Vorsitzender der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands, Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“ 1912. Mitglied im Verband der deutschen Juden; Mitglied in der Kommission zur Beratung von Schulangelegenheiten. 1904-1937 Mitglied der Berthold Auerbach-Loge Berlin; Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim, Vorsitzender des Vereins „Freunde der Taubstummen – Jedide Ilmim“ (um 1911) und Seelsorger der „IsraelitischenTaubstummenanstalt“ in Weissensee. 1935 in den Ruhestand. 18. März 1943 zusammen mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert.

OBERLÄNDER, Kurt,

Geb. 7. Juli 1913 in Odenkirchen,
Gest. 28. April 1943 im KZ Auschwitz.
Sohn des Tuchgroßhändlers Max O. und seiner Frau Bertha, Enkel des Repräsentanten der Odenkirchener Synagogengemeinde und Inhabers der Mechanischen Weberei Lazarus Oberländer. Um 1933-1939 HWJ, 1939 Rabbinerexamen an der HWJ, 1942 Rb. in Berlin. Verheiratet mit Eva, geb. Blumenreich. 12. März 1943 deportiert nach Auschwitz.

SCHÜLER, Salomon Seev, Dr., franz. SCHULER,

Geb. 9. Nov. 1870 in Haßfurt, Unterfranken,
Gest. 27. Sept. 1938 in St. Louis, Oberelsaß (DBR: Basel).
Sohn des Rb. Schmuel Chaim S. und der Marie Klein, einer Tochter des Großrb. von Colmar, Salomon Klein. Aufgewachsen im Elsaß, Rabbinervorbereitungsschule und Lyceum in Colmar, 1892 Abitur, anschl. sieben Semester Univ. und RS Berlin, 1895 Rabbinatsdiplom, 7. Juli 1896 Promotion in Erlangen. 1898 Rb. in Hegenheim, Oberelsaß, wo er als Rabbiner und Religionsschullehrer für den gesamten südlichen Sundgau verantwortlich war. 1899 Hochzeit in Karlsruhe mit Jeanne Wertheim aus Fulda; drei Kinder: Abraham (geb. 1900), Jacques (geb. 1901) und Amélie (geb. 1905). 1907 wurde das Rt. Hegenheim nach St. Louis überstellt, Sch. amtierte fortan bis 1938 als Rb. in St. Louis; 1925-1926 zusätzlich Rt.-Vertretung für den erkrankten Rb. Arthur Cohn in Basel. Mitglied der franz. Rabbinervereinigung, Parteigänger der traditionalistischen Rbb. des Elsaß. 1922 stand er der Kommission zur Umwandlung der Synagoge von Hegenheim in ein religiöses Museum vor.