BHR Biographisches Portal der Rabbiner

Recherche: Tagesdatum

Die Suche nach (14. Dez) ergab Treffer in 8 Personeneinträgen

FISCHELS, Löb,

Geb. 1. März 1732 in Prag,
Gest. 16. Apr. 1808 das
Sohn des Talmudisten Meier b. Ephraim F. aus Mladá Boleslav (Jungbunzlau) und der Jitel bt. Moses Günsburg. Seinem Vater, der vierzig Jahre lang die Große Jeschiwa in Prag leitete, folgte er nach dessen Tod (14. Dez. 1769) im Amt. Großvater Zach. Frankels.

GELDERN, Michael von,

Geb. 1736 in Düsseldorf,
Gest. 14. Dez. 1824 in Deutz bei Köln
Sohn des Hoffaktors und judenschaftlich-bergischen Vorgängers Lazarus v. G. mit der Sara Lea Preßburg aus Wien, vor 1761 nach Deutz verheiratet mit Vogel Dülken (gest. 1798), Tochter des Salomon D. 1786 Oberrb. in Deutz mit Zuständigkeit auch für die rechtsrheinischen Gemeinden des Erzstifts in Siegburg, Troisdorf, Sieglar und Bergheim. Seine Nachfahren lebten in Deutz bis ins 20. Jahrhundert; sein älterer Bruder, der Düsseldorfer Arzt Dr. Gottschalk von Geldern, war Heinrich Heines Großvater.

GOLDMANN, Philipp, auch Feivel G.,

Geb. 1808 in Wanfried a. d. Werra, Kurhessen,
Gest. 1894 in Eschwege
Sohn des Handelsmanns Peritz G. aus Wanfried und der Knendel Strupp, mit 16 J. nach Gelnhausen zur Jeschiwa des Rb. Hirsch Kunreuther, 4 1/2 Jahre Studium dort mit dt. und lat. Sprachunterricht beim Stadtpfarrer; 25. Apr. 1828 imm. Marburg, 2. Juli 1829 kurhess. Staatsexamen für das isr. Schullehramt, 7. Nov. 1829 rb. Staatsprüfung, als Nachfolger von Sal. Herxheimer 1831 Religionslehrer und Prediger in Eschwege; später zum Kreisrb. eingesetzt. Am 17. Mai 1836 Heirat mit der Kaufmannstochter Lina Jaffa (geb. 1817). 14. Dez. 1838 Einweihung der Synagoge. Teilnehmer der 1. Rb.-Versammlung, aber Gegner der Synode von 1871.

HIRSCHFELD, Aron, Dr.,

Geb. 1820 in Tczew (Dirschau), Prov. Westpreußen,
Gest. 14. Dez. 1885 in Posen
Mit 15 J. kurzzeitig in die öff. Schule seiner Heimatstadt, aus Mangel an materiellen Mitteln verlässt er diese und arbeitet sechs Monate in der Stadtbibliothek, 1835-37 Lehrer im sechs Meilen entfernten Ort Nowy Staw (Neuteich). Eintritt in das jüd. Lehrerseminar in Berlin, absolviert den dreijährigen Kursus mit Privatstudien der klass. Sprachen, gefördert insbesondere durch den orthod. Prediger Salomon Plessner. 18. Sept. 1844 imm. Berlin, Triennium, 9. Sept. 1847 prom. Jena; 1848 Religionslehrer und Prediger in Inowrocław (Inowrazlaw), Prov. Posen, heiratet Plessners Tochter, 1854 Rb. in Toruñ (Thorn), dann in Włocławek in Russ.-Großpolen, zuletzt in Posen. Vater des Londoner Orientalisten Hartwig Hirschfeld.

SCHWARZ, Hayum,

Geb. 18. Juli 1800 in Floß, Oberpfalz,
Gest. 3. Mai 1875 in Hürben b. Krumbach, Bayer.-Schwaben
Sohn des Mendel Isaak und der Bella, die 1814 den Namen „Schwarz“ annehmen, mit 13 J. [nach anderer Quelle: 1816] zur Fürther Jeschiwa, Talmudstudium bei Oberrb. M. S. Kohn, Sept. 1817 Schüler und Adjunkt des Rb. Baruch Steppacher in Kleinerdlingen, März 1821 Schüler des Würzburger Oberrb. Abraham Bing, SS 1823 imm. an der Univ. Würzburg, vier Jahre Studium gemeinsam mit seinem Bruder, dem seit 1833 in Palästina ansässigen Geographen Jehosef Schwarz. 28. März 1827 rb. Ordination von Hillel Sontheimer in Aschaffenburg, von Hirsch Traub in Mannheim und Sal. Fürst in Heidelberg, bestätigt von Levi Ellinger in Ichenhausen. 18. Mai 1827 Bewerber in Bayreuth. 19. Okt. 1827 einstimmig gewählt zum Rb. der 478-Seelen-Gemeinde in Hürben. Am 10.-14. Dez. 1827 besteht er in Augsburg die Staatsprüfung mit der Note „sehr gut“ und wird am 15. Feb. 1828 zum Bezirksrb. in Hürben mit 500 fl. Gehalt eingesetzt; vertragsgemäß heiratet er am 18. Feb. 1828 Henriette Kahn (1804- 1867), die Waise seines Amtsvorgängers Israel K. Orthodoxer Richtung, unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung, 1864 im Kompert-Prozeß auf Seiten der ungar. Trennungsorthodoxie. 13. Sept. 1872 Einweihung der umgebauten Synagoge. Stifter der „Rabbiner H. Schwarz’- schen Stiftung und Rabbinersgattin Henriette Schwarz’schen Stiftung“.

WRESCHNER, Emanuel, Dr.,

Geb. 14. Dez. 1828 in Kcynia (Exin), Prov. Posen,
Gest. 3. März 1900 in Berlin
Sohn des Kaufmanns und rb. Gelehrten Meyer W., jüngerer Bruder des Rb. Jakob W., Talmudstudium in seiner Heimatstadt bis zum 17. Lebensjahr, 1845 als Hauslehrer nach Berlin, dort Privatunterricht und Tertia am Gymn. zum Grauen Kloster, Secunda und Prima in Braunschweig, 1849 zurück nach Berlin, Abitur am Gymn. in Stettin, 3. Mai 1850 Einschreibung an der Jur. Fak. in Breslau, zugleich Lehrer an der Industrieschule für isr. Mädchen. Infolge der politischen Reaktion am 13. Mai 1852 Wechsel zur Phil. Fak., Febr. 1853 Oberlehrerexamen, 9. Feb. 1854 Abgang von Breslau, 13. März 1854 prom. Halle, 1855 Rb. und Prediger in Koœcian (Kosten), Prov. Posen, für 191 Seelen, legte 1859 das Amt nieder, heiratete in Rakoniewice (Rackwitz) die Kaufmannstochter Charlotte Wasser und nahm selbst den Handelsberuf an; 1866 wurde er Stadtverordneter und 1872 Stadtv.-Vorsteher; 1896 übersiedelte er nach Berlin.

FRIED, Salomon, Dr., auch Seligmann F.,

Geb. 16. März (Mai?) 1847 in Ó-Gyalla (Hurbanovo), Ungarn,
Gest. 4. Febr. 1906 in Ulm.
Sohn des Rb. von Ó-Gyalla, Meyer F., und seiner Frau Johanna, geb. Spitzer; Elementarschule in Ó-Gyalla, hebräischer und rabbinischer Privatunterricht beim Vater, Gymnasialausbildung in Beuthen (Bytom) und Pápa, Ungarn. Seit Nov. 1871 imm. an der Univ. Breslau, Febr. 1874 Abitur in Pápa, Okt. 1874 und Nov. 1875 Examina an der Univ. Breslau; 1873/74-1879 JTS Breslau, 27. Jan. 1879 Rabbinerdiplom. 14. Dez. 1879 gemäßigt liberaler Kreisrabbiner in Meisenheim, Rheinprovinz; Jan. 1883 Rb. in Bernburg a. d. Saale, 1884 Rb. in Ratibor (Racibórz); seit Dez. 1888 bis 1906 Bezirksrabbiner in Ulm. Bewerber in Beuthen (1888) und Karlsruhe (1892). Mitglied im Verein Württembergischer Rabbiner.

SELIGMANN, Cäsar, Dr.,

Geb. 14. Dez. 1860 in Landau,
Gest. 3. Juni 1950 in London.
Sohn des gelehrten Antiquars Moses S.; 1866 Besuch der Kommunalschule und 1871 des Gymnasiums in Kaiserslautern, 1879 Abitur. 1879-1881 Philosophiestudium an der Univ. München, 1881 Univ. und JTS Breslau; Mitglied der Rabbinatsstudenten-Vereinigung Amicitia; 18. Dez. 1883 Promotion in Halle. 1883-1889 Religionslehrer in Breslau an der I. Religionsschule von Dr. Bendix Samuelsohn und an der Wankelschen Vorschule. Mitglied und 1885-1889 im Vorstand des Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen. 1887-1888 Militärdienst, Reserve-Offiziersexamen, 30. Dez. 1888 Rabbinatsexamen; seit 15. Sept. 1889 zweiter Prediger am Hamburger Tempelverein. 1902-1932 liberaler Rb. in Frankfurt a. Main. 1908 einer der Gründer der „Vereinigung für das liberale Judentum“, 1910 Mitredakteur der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“, die 1912 in einer Versammlung von 47 Rabbinern angenommen wurden. 1912-1937 Präsident der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands, Mitgründer und Präsidiumsmitglied (einer von zwei deutschen Vizepräsidenten) der WUPJ; 1931 verlieh ihm das HUC in Cincinnati den Doctor honoris causa. In Frankfurt Mitglied der städtischen Schuldeputation und der Hermann Cohen-Loge; Vortragstätigkeit für die Gesellschaft für jüdische Volksbildung. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. Seit 1932 im Ruhestand; 1933 wurde sein Doktor- Diplom aufgrund des 50jährigen Jubiläums von der Univ. Halle erneuert. Ende Jan. 1939 Emigration nach England, zunächst Unterstützung durch seine Kinder, dann tätig für die Society for Jewish Studies und Vortragstätigkeit. Mitbegründer einer Emigrantengemeinde von Frankfurter Liberalen, der “New Liberal Jewish Congregation“ in London. Verheiratet mit Ella Kauffmann, der Tochter des Vorsitzenden der Gemeinde Hannover; vier Kinder.