Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

minima judaica

minima judaica. Herausgegeben von Michael Brocke. Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte

Die Reihe minima judaica widmet sich der Vielstimmigkeit jüdischen Lebens zwischen Mittelalter und Gegenwart, den Vermittlungen und Brüchen an den Nahtstellen zwischen jüdischer Lebenswelt und nichtjüdischer Umgebung. Sie steht vor allem jungen Autorinnen und Autoren offen.


Bd. 10: Selbstzeugnisse und Ego-Dokumente frühneuzeitlicher Juden

Birgit E. Klein / Rotraud Ries (Hg.): Selbstzeugnisse und Ego-Dokumente frühneuzeitlicher Juden in Aschkenas. Beispiele, Methoden, Konzepte (= minima judaica. Bd. 10). Berlin: Metropol 2011. 359 Seiten. ISBN 978-3-86331-018-9. 24 Euro.

Inhaltsverzeichnis (PDF)

Lange dienten vormoderne Selbstzeugnisse von Juden allenfalls als Quellen für positivistische Narrative, nur zögernd setzte eine Neubewertung der Quellengattung ein. Der vorliegende Band, der auf eine Tagung des interdisziplinären Forums „Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit“ in Düsseldorf zurückgeht, weitet den Blick. Er widmet sich Quellen, die Juden selbst schrieben, die deren mündliche Aussagen verschriftlichten oder das Urteil der Nachlebenden als Fremdbeschreibung festhielten. Konkret werden vorgestellt: Testamente, autobiografische Texte, Briefe, Aussagen vor Gericht, Supplikationen und Grabinschriften. Damit betritt der Band in methodischer und konzeptioneller Hinsicht Neuland.
[Aus dem Klappentext]


Bd. 9: Vom Schtetl in den Hörsaal: Jüdische Frauen und Kulturtransfer

Luise Hirsch: Vom Schtetl in den Hörsaal: Jüdische Frauen und Kulturtransfer. (= minima judaica, Bd. 9). Berlin: Metropol Verlag 2010. 400 Seiten. ISBN 978-3-940938-74-9. 24 Euro
„Was motivierte jüdische Frauen in so erstaunlicher Zahl zum Studium an Universitäten des Kaiserreichs? Dem geht Luise Hirsch am Beispiel der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin nach, an der bis 1914 ein Viertel der Studentinnen jüdisch war. Erstmals unterscheidet sie zwischen den deutschen Studentinnen und denen aus dem Zarenreich – zwei kulturell und sozial völlig getrennte Gruppen. Beide aber profitierten nicht nur von der traditionellen Hochschätzung intellektuellen Lernens im Judentum, sondern auch vom Ausschluss von diesem religiösen Ideal der Männlichkeit, das Frauen mehr weltliche Bildung erlaubt hatte. Die Studentinnen aus Osteuropa, meist aus dem Kleinbürgertum des Schtetl kommend, standen dem traditionellen Judentum näher als die eher bürgerlichen deutschen Studentinnen. Was die russischen Studentinnen vor allem unterschied, war der Einfluss der Praxis weiblicher Berufstätigkeit der Jüdinnen im Zarenreich, orientiert an Selbstständigkeit und Durchsetzungskraft. Auch der russische Nihilismus propagierte Gleichberechtigung und Erwerbstätigkeit der Frau. Geprägt von diesem unbürgerlichen Geschlechtsideal, waren die russischen Studentinnen Pionierinnen des Frauenstudiums in Deutschland und der Schweiz.

Anhand zahlreicher Memoiren wird die so unterschiedliche Lebenswelt beider Gruppen veranschaulicht. Russische Studentinnen lebten oft in Armut und promovierten meist in Medizin. Deutsche Jüdinnen wählten auch andere Fächer und bildeten nach 1918 die Mehrheit der Habilitandinnen. Ihre Lebenswege können oft über erste Karrieren in der Weimarer Zeit bis zur Zerstörung durch den Nationalsozialismus dargestellt werden.

Diese transnationale und interkulturelle Studie kommt zu dem interessanten Schluss, dass die jüdische Minderheit die Avantgarde des Frauenstudiums bildete, gefolgt von der christlichen Mehrheit – dass also der Kulturtransfer von der Minderheit zur Mehrheit verlief, weil sich die kulturellen Werte beider hinreichend nahestanden.“
[Prof. Dr. Monika Richarz, aus dem Klappentext]

Bd. 8: Wissenschaft des Judentums und englische Bibliotheken. Zur Geschichte historischer Philologie im 19. Jahrhundert

Gregor Pelger: Wissenschaft des Judentums und englische Bibliotheken. Zur Geschichte historischer Philologie im 19. Jahrhundert (= minima judaica, Bd. 8). Berlin: Metropol Verlag 2010. 383 Seiten. ISBN 978-3-940938-62-6. 24 Euro
Mit ihrer Hinwendung zur historischen Philologie entwarf die junge Wissenschaft des Judentums als Disziplin ohne jede institutionelle Organisation ein neuartiges Selbstverständnis. Materialien für die historisch-kritische Forschung waren allerdings schwer zugänglich, fundierte Quellenerschließung forderte außergewöhnliches Engagement. Die Studie verfolgt die Lebenswege deutsch-jüdischer Wissenschaftler, wie sie – insbesondere im zunehmenden imperialen Wettstreit um Kulturgüter – aufs Engste mit den Schicksalen von Handschriften und Büchern verbunden waren. Vor allem die Erarbeitung berühmter hebräischer Sammlungen in englischen Bibliotheken schuf eine Konstellation, die sowohl die kritische Erschließung jüdischer Literatur ermöglichte als auch wesentliche Aspekte jüdischen Selbstverständnisses hervortreten ließ. Die Bibliothek erlangte als transnationaler Stauraum für die Wissenschaft des Judentums unschätzbare Bedeutung.
[aus dem Klappentext]


Bd. 7: Jüdische Bildung und Kultur in Sachsen-Anhalt von der Aufklärung bis zum Nationalsozialismus

Giuseppe Veltri / Christian Wiese (Hg.): Jüdische Bildung und Kultur in Sachsen-Anhalt von der Aufklärung bis zum Nationalsozialismus (= minima judaica, Bd. 7). Berlin: Metropol Verlag 2009. 438 Seiten. ISBN 978-3-940938-05-3. 24 Euro
Das heutige Sachsen-Anhalt war im 18. und 19. Jahrhundert Zentrum einer lebendigen jüdischen Bildungs - und Kulturlandschaft. Die Namen bedeutender Gelehrter wie Moses Mendelssohn, Esriel Hildesheimer, Leopold Zunz, Samuel Hirsch, Ludwig Philippson, Hermann Cohen und Emil Fackenheim sind mit Dessau, Halberstadt, Halle und Magdeburg verbunden, und das jüdische Buchdruckgewerbe und Zeitungswesen erlebte hier eine beispiellose Blüte. In Auseinandersetzung mit den von Wittenberg und Halle ausgehenden Strömungen der christlichen Hebraistik und protestantischen Judenmission sowie mit den Herausforderungen der Moderne trugen jüdische Intelektuelle zur Ausbreitung der Ideen der Aufklärung und der religiösen Reform bei. Historiker und Judaisten zeichnen in diesem Band die Geschichte der im 20. Jahrhundert zerstörten jüdischen Kulturlandschaft nach und entwerfen ein facettenreiches Bild der jüdischen Religion, Bildung und Gelehrsamkeit der Region im Zeitraum zwischen Aufklärung und Nationalsozialismus.
[aus dem Klappentext]

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Bd. 6: Jüdische Studien und Literaturwissenschaft

Eva Lezzi / Dorothea M. Salzer (Hg.): Dialog der Disziplinen: Jüdische Studien und Literaturwissenschaft (= minima judaica, bd.6). Berlin Metropol Verlag 2009. ISBN 978-3-938690-92-5, 526 Seiten, 24 Euro
Als interdisziplinäres Fach sind die jüdischen Studien eine große Herausforderung. Die methodischen Diskussionen der beteiligten Disziplinen müssen nicht nur nachvollzogen, sondern auch auf Forschungsperspektiven der Jüdischen Studien hin geprüft und oft revidiert werden. Gerade in den Literaturwissenschaften haben sich theoretische Zugänge in den letzten Jahrzehnten verändert und die Philologien beispielsweise auf kulturwissenschaftliche Fragestellungen hin erweitert. Was dies für die Jüdischen Studien bedeutet, die sich textlichen Überlieferungen aus verschiedenen Epochen und kulturellen Zusammenhängen zuwenden, ist bisher jedoch noch nicht vertiefend reflektiert worden. Ebenso gilt es zu klären, inwiefern Themen und Perspektiven der Jüdischen Studien paradigmatisch für die Literaturwissenschaft sind. In vierzehn Beiträgen analysieren international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die wechselseitige Befruchtung zwischen den Jüdischen Studien und neueren literaturtheoretischen Ansätzen und bieten sowohl eine methodologische Standortbestimmung als auch beispielhafte Textanalysen. In ihrer Bedeutung für die jüdischen Studien beleuchtet werden u.a. Übersetzungstheorien, Diskusranalyse und Medientheorie, literaturwissenschaftliche Ansätze in den gender studies und in den post-colonial studies sowie Theorien der Performativität, der Intertextualität und der Interkulturalität.
[aus dem Klappentext]

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Bd. 5: Jüdische Friedhöfe in Berlin

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Nathanja Hüttenmeister / Christiane E. Müller: Umstrittene Räume: Jüdische Friedhöfe in Berlin. Große Hamburger Straße und Schönhauser Allee (= minima judaica, Bd. 5). Berlin : Metropol Verlag 2005 ISBN 3-936411-55-7, 443 Seiten, 21 Euro
Zwei Berliner jüdische Friedhöfe, in Mitte (17. Jahrhundert) und in Prenzlauer Berg (19. Jahrhundert), erfahren in diesem Band erstmals seit Jahrzehnten die ihnen gebührende forscherische Aufmerksamkeit. Der zerstörte Friedhof Große Hamburger Straße erhält in einer ebenso überraschenden wie überzeugenden virtuellen Rekonstruktion seine volle historische Gestalt zurück. Der von Verwitterung bedrohte Nachfolgefriedhof Schönhauser Allee wird in seinen dramatischen Anfängen und seiner frühen Geschichte erhellt, an Steinen und Inschriften im Detail aufgefächert. Beide Studien sind von großer Bedeutung für die Berliner Stadtgeschichte wie für die kulturelle und sprachliche Entfaltung des deutsch-jüdischen Lebens. Sie erschließen diese "umstrittenen Räume" geraubter Geschichte und sichern sie für die Zukunft.

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Bd. 4: Der Differenz auf der Spur

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Christiane E. Müller / Andrea Schatz (Hrsg.): Der Differenz auf der Spur. Frauen und Gender in Aschkenas (= minima judaica, Bd. 4). Berlin : Metropol 2004 ISBN 3-936411-47-6, 312 Seiten, 18 Euro.
Die Geschichte jüdischer Frauen und Konstruktionen der Geschlechterdifferenz (Gender) im Judentum sind heute Gegenstand weit verzweigter und sich rasch entwickelnder Forschungsfelder. Beiträge von international renommierten und von jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zeigen hier exemplarisch, welchen Reichtum das gehobene und noch zu hebende Material jüdischer Quellen für die Geschlechterforschung birgt und welche Sprengkraft neue Fragen, gerichtet an altbekannte Texte, haben können. Studien zu Frauen, Gender und 'Gender trouble' in Mittelalter und Früher Neuzeit sind ebenso vertreten wie Untersuchungen zu Geschlechterverhältnissen in der Moderne - zwischen jüdischer und nichtjüdischer Welt, Familie und bürgerlicher Öffentlichkeit, Nation, Diaspora und Exil.
[aus dem Klappentext]


Bd. 3: Berliner Zionistenkreise

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Barbara Schäfer: Berliner Zionistenkreise. Eine vereinsgeschichtliche Studie / Unter Mitarbeit von Saskia Krampe (= minima judaica, Bd. 3). Berlin : Metropol 2003 ISBN 3-936411-29-8, 176 Seiten, 17 Euro.


Bd. 2: Janusfiguren

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Christian Wiese / Andrea Schatz (Hrsg.): Janusfiguren. "Jüdische Heimstätte" - Exil und Nation im deutschen Zionismus (= minima judaica, Bd. 2). Berlin : Metropol 2004 ISBN 3-932482-88-3, ca. 280 Seiten, 21 Euro
Der deutsche Zionismus war vieldeutig und widersprüchlich. Während er Palästina als neues Zentrum jüdischer Selbstbestimmung konstruierte, ging es ihm zugleich um selbstbewusste Existenz in Deutschland. Forschungen aus Israel, den USA und Deutschland beleuchten die Antworten deutscher Zionisten auf Politik und Kultur in Europa, auf die Situation im Nahen Osten und auf innerjüdische Herausforderungen durch "Frauenfrage", Orthodoxie und osteuropäisches Judentum.
[aus dem Klappentext]

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Bd. 1 : Neuer Anbruch

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Michael Brocke / Aubrey Pomerance / Andrea Schatz (Hrsg.): Neuer Anbruch. Zur deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur (= minima judaica, Bd. 1). Berlin : Metropol 2001 ISBN 3-932482-77-8, 339 Seiten, 19 Euro
Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut in Duisburg gibt im Berliner Metropol Verlag eine neue Buchreihe namens "Minima Judaica" heraus, die sich "der Vielstimmigkeit jüdischen Lebens zwischen Mittelalter und Gegenwart, den Vermittlungen und Brüchen an den Nahtstellen zwischen jüdischer Lebenswelt und nichtjüdischer Umgebung" widmen möchte. Der vorliegende erste Band zeigt eindrucksvoll diese Pluralität des vergangenen jüdischen Lebens, aber auch das Ausmaß und das Niveau der neueren Forschungen.
[Evelyn Adunka. DAVID, Heft 52, 03/2002]
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