Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

Jüdische Friedhöfe im Fokus von Antisemitismus und Prävention

„Net Olam“ -- Forschungsverbund gegen Antisemitismus

Annähernd 2.400 jüdische Friedhöfe in Deutschland bilden ein einzigartiges kulturelles und religiöses Erbe. Jüdische Begräbnisstätten sind auf Dauer angelegt, nicht selten jahrhundertealt: „Bet Olam“, Haus der Ewigkeit. In kleinen Orten ist der Friedhof oft die einzig noch sichtbare Erinnerung an ihre ehemals auch jüdische Geschichte. Getragen von lokalem Engagement, ist der jüdische Friedhof vielerorts gerade auch für Jugendliche Interesse weckender Ausgangspunkt für die erste Annäherung an jüdische Geschichte und Kultur. Die Friedhöfe sind jedoch immer wieder Angriffen ausgesetzt. Massiv zunehmender Antisemitismus, Rassismus und Volksverhetzung verletzen die jüdische Gemeinschaft, und sie (be-) treffen uns, die gesamte Gesellschaft. Dutzende solcher Schändungen werden jährlich bekannt, Schäden sind nicht selten irreparabel, die Dunkelziffer ist unklar. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre unser Projekt „Net Olam“, das wir gemeinsam mit Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa (Braunschweig) und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege durchführen. Das interdisziplinäre Verbundvorhaben wird die Hintergründe, das tatsächliche Ausmaß, die Art der Schäden und die materiellen und immateriellen Folgen dieser spezifischen Ausprägung des Antisemitismus erforschen. Insbesondere aber zielen wir auf Prävention. Dazu knüpfen wir ein Netzwerk auf Augenhöhe mit Expert:innen und ‚Kümmerern‘ vor Ort (Citizen Science), mit Gemeinden sowie Praxispartnern wie dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Hier wird es gemeinsam darum gehen, hinsichtlich Antisemitismus zu sensibilisieren und Achtsamkeit in Bezug auf jüdische Überlieferung und Sepulkralkultur weiter zu stärken. In der Förderlinie des BMBF nehmen zeitgleich und deutschlandweit weitere Forschungsverbünde ihre Arbeit auf – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in dieser markanten Wissenschaftsinitiative gegen Antisemitismus.

Aktuell: Online-Vorträge

»Man kann etwas tun! Antisemitismusforschung und Interventionsmöglichkeiten.« Online-Vorträge aus dem Steinheim-Institut und dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Wissenschaftsforum Ruhr: Mittwoch, 02. 03. 2022, 18.00 Uhr


Forschungsverbund

Förderlinie des BMBF

Social Media

Mailingliste

Net Olam unterhält eine Mailingliste. Sie können die Mailingliste Net Olam unter folgendem Link abonnieren: https://lists.uni-due.de/mailman/listinfo/net-olam

Netzwerk(e) gegen Antisemitismus

Verbundprojekte in der Förderlinie "Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus"

Mehr zum Thema

Anmelden