Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

Im Blickpunkt

Steinheim-Kolloquium 2015

Übersetzte Erinnerungen / Translated Memories Transgenerationelle Perspektiven in Texten zum Holocaust / Transgenerational Perspectives in Literature on the Holocaust

Das Steinheim-Kolloquium 2015 widmet sich 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einem hoch aktuellen Thema: Wie konstituiert und transformiert sich die Erinnerung an den Holocaust in transgenerationeller und transnationaler Perspektive? Drei englischsprachige AutorInnen und vier LiteraturwissenschaftlerInnen aus Deutschland, Großbritannien und den USA werden anhand eigener und fremder Texte über dieses Thema sprechen.

Das Kolloquium findet in englischer Sprache statt.

Programm (PDF).

Dienstag, 14. Juli 2015, 9.30 Uhr – 19.00 Uhr
Steinheim-Institut
45127 Essen
Edmund-Körner-Platz 2 (ehemaliges Rabbinerhaus)

Rückfragen und Anmeldung: steinheim@steinheim-institut.org , 0201-201 64434

In Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal, FB A, Anglistik/Amerikanistik

Gefördert von der Alfred- und Cläre-Pott-Stiftung, Essen

Politisches Engagement

Unser nun schon zum sechstes Seminar im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung befasste sich mit dem Politischen Engagement deutscher Juden im 19. und 20 Jahrhundert (1870-1933). Ob parlamentarisch oder außerparlamentarisch, international oder lokal setzten sie sich für soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichberechtigung ein. So wahrten sie aber nicht nur die Interessen der jüdischen Deutschen, sondern leisteten ihren Beitrag zur Entwicklung und Demokratisierung der Gesellschaft, sobald - und solange - sie die bürgerlichen Rechte innehatten.

Beiträge: Parlamentarisches Engagement deutscher Juden (Dr. Ursula Reuter), Alliance Israélite Universelle (Annette Sommer), Central-Verein und Abwehr des Antisemitismus (Harald Lordick), Alfred Fried und die pazifistische Bewegung (Beata Mache), Begrüßung und Einführung (Prof. Dr. Michael Brocke / Beata Mache)

Programm (PDF)

Donnerstag, 21. Mai 2015 | 14:00–17:30 Uhr
Rabbinerhaus
Edmund-Körner-Platz 2
45121 Essen
(Formlose Anmeldung: mac[at]steinheim-institut.org, 0201-82162900 oder 0201-20164434)

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionstage politische Bildung der Bundeszentrale für politische Bildung statt.

Deutsch-jüdische Publizistik

In der Edition Deutsch-Jüdische Autoren des 19. Jahrhunderts. Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft (Steinheim-Institut / DISS) sind soeben zwei weitere Bände erschienen:

Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Schriften zur jüdischen Sozialethik. Band 2. Herausgegeben von Michael Brocke und Jobst Paul. Böhlau 2015. ISBN 978-3-412-22279-6. EUR 39.90

"Aus jüdischer Sicht ist Gotteserkenntnis nicht denkbar ohne die ethische Selbstverpflichtung dem Mitmenschen gegenüber. Dabei geht es um mehr als um Gesinnung oder Mitleid, sondern um das tatsächliche Tun, aus Selbstachtung und Pflicht-Empfinden heraus: Die Liebe zum Nächsten soll Leidenschaft sein, den Mitmenschen vor Not und Unrecht zu bewahren, d.h. für Gerechtigkeit zu sorgen, Bedürftigen und Hilfesuchenden zur Seite zu stehen und sie mit Würde zu behandeln. Für die Empfangenden wiederum gilt, mit der ihnen zukommenden Mildtätigkeit verantwortlich umzugehen. 19 deutsch-jüdische Autoren thematisieren im vorliegenden Band die Lehre von Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als Kern des Judentums. Sie beklagen zugleich, wie das Christentum diese Lehre dem Judentum aberkannte, um sie für sich selbst zu reklamieren, und dazu ein Zerrbild des Judentums schuf, das als Grundlage für Judenfeindschaft und Antisemitismus dient. Die Autoren sind sich gleichwohl gewiss, dass all dies die Geltung der jüdischen Religion nicht treffen kann."

Ludwig Philippson: Ausgewählte Werke: Die Entwickelung der religiösen Idee im Judenthume, Christenthume und Islam. Die Religion der Gesellschaft. Zwei Vorlesungsreihen. Herausgegeben von Andreas Brämer. Böhlau 2015. ISBN 978-3-412-22444-8. EUR 59.90.

"Der Rabbiner und Publizist Ludwig Philippson (1811–1889) hat sich als einer der Wortführer des religiös-progressiven Judentums und des politisch liberalen jüdischen Bürgertums einen Namen gemacht. Sowohl mit rhetorischen und schriftstellerischen Talenten gesegnet als auch mit organisatorischem Geschick engagierte er sich für die politische Gleichstellung und gesellschaftliche Integration der Juden in ihrer deutschen Umwelt. Wann immer sich Gelegenheit bot, ergriff er zudem das Wort, um das Judentum als moderne bürgerliche Konfession zu beschreiben. Seine theologische Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben lenkte Philippsons Aufmerksamkeit daher aber auch immer wieder auf die christliche Religionsgeschichte sowie auf die jüdisch-christliche Beziehungsgeschichte, die er zum Thema zahlreicher Schriften machte."

Details auf der Seite des DISS

Jüdische Geschichte (mobil) recherchieren

Mit aktualisierten und erweiterten Inhalten präsentieren sich drei bestens für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets geeignete Webangebote des Steinheim-Instituts: Die mobile Web-App Orte jüdischer Geschichte zeigt, passend zum momentanen Standort des Betrachters entsprechende Orte in der Umgebung an. Die Online-Datenbank Bibliografie Deutsch-Jüdische Geschichte Nordrhein-Westfalen bietet ca. 7.000 Literaturhinweise zum Thema. Und die Judaica-Suchmaschine erschließt mit ihren mittlerweile mehr als 500.000 Datensätzen eine Vielzahl von Quellen.

Unsere neu eingerichtete „mobile“ Seite bietet zudem einen kurzen Weg zu diesen "Apps" (die selbstverständlich auch in jedem Browser auf dem PC) funktionieren. Mehr dazu in Kalonymos Nr. 3, 2014.


Digital Humanities im Steinheim-Institut

Digitale Editionen wie Epidat, die Universalkirchenzeitung und die deutsch-jüdische Publizistik, Online-Datenbanken wie die Bibliografie Deutsch-Jüdische Geschichte Nordrhein-Westfalen, eine Judaica-Suchmaschine, die Mitarbeit in Projekten wie DARIAH und Textgrid - das Steinheim-Institut hat seit Jahren viel zu bieten auf dem Feld der digitalen Geisteswissenschaften ... mehr


Welterbe

Auf der Vorschlagsliste "Welterbe" stehen nun der jüdische Friedhof Altona in Hamburg, die SCHUM-Städte Speyer, Worms und Mainz sowie die Alte Synagoge und Mikwe in Erfurt. Zur wissenschaftlichen Erforschung dieser jüdischen Kulturstätten trägt das Steinheim-Institut in hohem Maße bei, insbesondere mit seinen epigraphischen Editionen.
(Foto: Bert Sommer)

Steinheim-Institut: Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft

Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft, gebildet von 13 außeruniversitären Instituten unter der Ägide des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes „mit der größten Forschungsdichte in Europa“, konstituierte sich am 2. April 2014. Gründungsversammlung und Festakt fanden in der Düsseldorfer Villa Horion statt, einst Sitz des Ministerpräsidenten, in dessen Namen und Geist sich die „Johannes Rau-Forschungsgemeinschaft“ nun gegründet hat – eine willkommene Initiative von „Fortschritt NRW“ zur weiteren Kräftigung des Wissenschaftsprofils und der Wahrung eines breiten Spektrums von dauerhaft ausgezeichneten, besonders leistungsstarken „An-Instituten“ einiger Universitäten, wobei vier Institute allein der Universität Duisburg-Essen die große Bandbreite bestens repräsentieren: zwei High-Tech-Einrichtungen neben zwei sozial- und kulturwissenschaftlichen Instituten: die Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung und wir, das Sal. L. Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte. Wie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze betonte, hat Fortschritt keineswegs nur ein technologisches Profil, vielmehr steht der ganze Mensch, soll der Mensch als Maß allen Fortschritts im Zentrum der Arbeit stehen. Hohe Qualitätsstandards, herausragende Forschung – das verlangt auch regelmäßige Evaluation. Wir sehen uns als Mitglied der Johannes Rau-Forschungsgemeinschaft bestätigt und gestärkt. Wir freuen uns auf intensivierte Zusammenarbeit mit Partner-Instituten und dem uns fördernden Ministerium des Landes NRW.

Zur Mitteilung des Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung

Steinheim-Institut im Rabbinerhaus

Seit Mai 2011 hat das S. L. Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen seinen Sitz in Essen im Rabbinerhaus der Alten Synagoge / Haus jüdischer Kultur.

Neue Adresse Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen
Edmund-Körner-Platz 2 / Steeler Straße 29
45127 Essen

Neue Telefonnummer +49(0)201-20164434

Fax +49(0)201-82162916

E-Mail steinheim@steinheim-institut.org

Alle E-Mail-Adressen bleiben unverändert.

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Aktuell

Juni 2015: Kalonymos 1/2015 ... PDF

29. Juni -1. Juli Abschlusstagung des Projekts Relationen im Raum fällt aus mehr

14. Juni 2015: Netzwerk deutsch-jüdische Geschichte NRW - Jahrestreffen ... mehr

April 2015: App-Workshop ... mehr

März 2015: App erneuert: »Orte jüdischer Geschichte« mit erweitertem Inhalt und neuen Funktionen ... mehr

28./29. Januar: RiR–IBR workshop mehr

TextGrid Nutzertreffen: Norm- und Metadaten mehr

BMBF – Das besondere Projekt: Mehr Wissen durch die Visualisierung von Daten - das Projekt RiR analysiert jüdische Friedhöfe

Mai 2014: Jüdische Schulen 1778--1942: Seminar zu den Aktionstagen Politische Bildung ... mehr

April 2014: Das Steinheim-Institut ist als Kulturinstitution Partner bei Coding da Vinci und stellt den Teilnehmenden am ersten deutschen "Kultur-Hackathon" Know-How und epidat-Datensätze zur Verfügung ... mehr

Januar 2014: Smartphone-Web-App »Orte jüdischer Geschichte« erschienen ... mehr

Mai 2013: Bibel - Bibliotheken - Bibliophilie. Aktionstage politische Bildung 2013... mehr

März 2013: David Friedländer: Ausgewählte Werke erschienen ... mehr...

Oktober 2012: ITUG Jahrestagung im STI ... mehr

August 2012: Gabriel Riesser: Ausgewählte Werke. Teilband 1 erschienen ... mehr...

Stellenausschreibung "Relationen im Raum" ... mehr (PDF)


August 2012: Relationen im Raum. Im Rahmen der eHumanities Förderlinie des BMBF wird das Steinheim-Institut gemeinsam mit Partnern aus der Informatik und Baugeschichte ein dreijähriges Verbundprojekt durchführen ...mehr

Februar 2012: Duisburger Friedhöfe sind online ... mehr

Mai 2012: Memoria. Jüdische Friedhöfe als Spiegel der Gesellschaft ... mehr

November 2011:
Die qualitative Digitalisierung des handschriftlichen Nachlasses des Philosophen und Pädagogen Jonas Cohn ist abgeschlossen.
Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (LIS-Programm)gefördert. Mit der Online-Präsentation möchte das Institut ein Forum für wissenschaftlichen Austausch und Diskussion bieten ... mehr


21. November 2011: Die Shoah im Unterricht heute - Ein Studientag in Kooperation mit der International School for Holocaust Studies, Yad VaShem. Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ... mehr


September 2011: Selbstzeugnisse und Ego-Dokumente frühneuzeitlicher Juden in Aschkenas als Band 10 der Reihe minima judaica erschienen ... mehr

Ausstellung Buch im Judentum | Judentum im Buch. Die Steinheim-Instituts-Bibliothek präsentiert Exponate aus ihrem Buchbestand in der Universitätsbibliothek, Campus Essen, vom 19. August bis 16. September 2011 ... mehr


15. Juli 2011: Das Steinheim-Institut präsentierte sich auf den Wissenswelten Metropole Ruhr 2011 in der Dortmunder DASA Arbeitswelt-Ausstellung.


Neues Quartier! Stadt Essen, Universität Duisburg-Essen und Steinheim-Institut luden zur Eröffnungsfeier des Rabbinerhauses am 7. Juli 2011.


Juni 2011: Geisteswissenschaftler, vernetzt Euch! Das Steinheim-Institut gehört zu den dreizehn Projektpartnern, die sich dem Aufbau einer digitalen geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsinfrastruktur widmen. Das Projekt DARIAH-DE wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für drei Jahre gefördert ... mehr


3. bis 6. April 2011: Tagung Jüdische Friedhöfe und Bestattungskultur in Europa in Berlin ... mehr


Dezember 2010: Der neueste Band Aschkenas erschienen ... mehr

November 2010: Jüdischer Friedhof Ahaus von Nathanja Hüttenmeister erschienen ... mehr

September 2010: Forschung des Steinheim-Instituts zum jüdischen Friedhof Worms im Film des ZDF: Jerusalem am Rhein ... mehr

August 2010: Ausgewählte Werke von Saul Ascher erschienen ... mehr

Juli 2010: Die Sittenlehre des Judenthums von Elias Grünebaum erschienen ... mehr

Juni 2010: Spiegel online berichtet über unsere Erforschung des jüdischen Friedhofs Worms ... mehr

Hintergrund

Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut erforscht die Kultur-, Religions-, Literatur- und Ereignisgeschichte der Juden im deutschen Sprachraum, wie sie sich über ein Jahrtausend in Eigenständigkeit und stetigem Bezug und Wechselspiel mit den christlichen und säkularen Mehrheiten vollzieht. Vorrangig ein Forschungsinstitut, ist es auch aufgerufen, in die Gegenwart zu vermitteln und zu intervenieren.

Das Steinheim-Institut ist vom Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen als vom Wissenschaftsrat evaluierte Einrichtung an der Universität Duisburg-Essen anerkannt und gefördert. mehr ...












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