Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

DARIAH-DE

Aufbau von Forschungsinfrastrukturen für die e-Humanities

Das Steinheim-Institut ist Partner im Projekt DARIAH-DE (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities / Germany), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Laufzeit

DARIAH I: 36 Monate | 2011-2014 (1. Phase)

DARIAH II: 24 Monate | 2014-2016 (2. Phase)

Überführung der digitalen Forschungsinfrastrukturen in die Operational Phase (Betriebsphase)

Laufzeit

DARIAH III: 36 Monate | 2016-2019

Teilprojekt: Digitale Infrastruktur für die Judaistik

Die Judaistik wird von einer digitalen Infrastruktur der e‐Humanities hervorragend profitieren, wenn es gelingt, das vorhandene Expertenwissen, fachspezifische Methodik und ausgeprägte Multilingualität, die weit über Hebräisch, Aramäisch und Jiddisch hinausreicht, in allgemein zugängliche Standardkomponenten zu transferieren. Daher gehören Initiierung und (Weiter‐) Entwicklung von für die Judaistik geeigneten Tools (Open Source) sowie die Beteiligung an der Konzeption und Umsetzung standardisierter Workflows und strukturierter Formate für Editionen (TEI), die für zahlreiche geisteswissenschaftliche Disziplinen gleichermaßen kollaborativ nutzbar werden zu den Aufgaben des STI. Als interdisziplinär an den Schnittstellen von Philologie und Geistes‐, Kultur‐ und Geschichtswissenschaften arbeitende Disziplin erfasst die Judaistik Quellen und Texte sowohl philologisch wie auch semantisch, erarbeitet digitale Veröffentlichungen, die auf Korpora unterschiedlichster Genres und Provenienzen basieren: Inschriften, Manuskripte, Retrodigitalisate, zeitgenössische Publikationen, Archivalien, Bildobjekte und Realia. Diese vorhandenen und z.Z. entstehenden fachspezifische digitalen Sammlungen sind, wenn überhaupt, nur interaktiv über Webinterfaces, nicht über Standardprotokolle zugreifbar. Zu den bereits online verfügbaren Beständen des STI wird im Projektverlauf neben der bisherigen Web‐Präsentation eine Metadatenschicht (OAI‐Verzeichnis) erstellt. Auch dadurch werden die Digitalisate und Editionen in die entstehende e‐Humanities‐Infrastruktur integriert und erlauben so (für das Fach exemplarisch) eine globale Recherche und automatisierbaren Zugriff.

Dariah-Broschüre

DARIAH-DE Aufbau von Forschungsinfrastrukturen für die eHumanities


Digitale Projekte am Steinheim-Institut

s. DARIAH-DE Geobrowser: DH-Projekte in Essen bzw. DARIAH-DE Geobrowser: DH-Projekte in Deutschland

DARIAH-DE - Selbstverständnis

Die Europäische Kommission ist im Rahmen des European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI-Prozess) bestrebt, Forschungsinfrastrukturen zu verbessern. DARIAH-DE ist Teil des europäischen Verbundprojekts Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities (DARIAH-EU) und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. DARIAH-DE trägt zum Aufbau der gemeinsamen Infrastruktur für die geisteswissenschaftliche Forschung bei, die zunehmend in einer digitalen Umwelt stattfindet. Diese zunächst technisch fundierte Infrastruktur soll es Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern ermöglichen, interdisziplinär, kollaborativ, nachhaltig und institutionenübergreifend zu arbeiten.

Zur Etablierung einer digitalen Forschung ist das Wissen um entsprechende Forschungsmethoden und Praktiken in den Geisteswissenschaften zu fördern. Der Einsatz dieser Verfahren wird durch spezielle Dienste und Werkzeuge unterstützt, die im Rahmen von DARIAH-DE konzipiert bzw. adaptiert und als Basisinfrastruktur bereitgestellt werden. Der kompetente Umgang mit digitalen Ressourcen und Konzepten und Methoden der Digital Humanities muss außerdem Eingang in die Lehre und Fortbildung von Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftlern auf allen Stufen ihrer Ausbildung und beruflichen Praxis finden. Eng vernetzt mit den fachwissenschaftlichen Communities werden bestehende Studien- und Weiterbildungsangebote abgestimmt, besser sichtbar gemacht und ggf. weiterentwickelt. DARIAH-DE entwickelt darüber hinaus eigene Angebote.

Die angestrebte generische Infrastruktur bietet übergreifende Lösungen an, während spezifische Dienste und Werkzeuge an den Bedürfnissen der jeweiligen Disziplinen orientiert sind und exemplarisch realisiert und angeboten werden. In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise möglich Virtuelle Forschungsumgebungen aufzubauen, die der Forschung als digitale Arbeitsräume dienen können. DARIAH-DE unterstützt und berät Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler sowie Forschergruppen auch bei der Planung von geisteswissenschaftlichen Forschungsvorhaben in einem digitalen Umfeld.

Forschungsdaten bilden eine wesentliche Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit im gesamten Forschungsprozess von der Recherche und Erfassung über die Analyse und Verarbeitung bis hin zur Publikation und anschließenden Nutzung auch durch Dritte. Voraussetzung ist der ungehinderte Zugriff. DARIAH-DE evaluiert, diskutiert und empfiehlt allgemeine Standards für Daten, Metadaten, Lizenzen, Werkzeuge sowie Prozeduren und Organisationsstrukturen. Zentrale Aufgabe von DARIAH-DE ist es, die Interoperabilität von Werkzeugen und Forschungsdaten sowie deren Langzeitarchivierung und Nachnutzung zu ermöglichen. Hierbei orientiert sich DARIAH-DE an international gültigen und akzeptierten Standards und Vorgehensweisen und engagiert sich bei deren Weiterentwicklung. Um den Mehrwert von Methoden, Diensten und Werkzeugen der Digital Humanities anschaulich zu machen, werden beispielhafte Anwendungsprojekte identifiziert. Basierend darauf werden einzelne Lösungen als sogenannte Demonstratoren ausgewählt und gegebenenfalls weiter entwickelt, um Möglichkeiten und Arbeitsweisen einer digitalen Forschungsinfrastruktur im prototypischen Betrieb zu zeigen.

Team im Steinheim-Institut

Thomas Kollatz, Harald Lordick, Beata Mache

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