Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0007

 

Elijahu Schlomo ben Jaakow [01.04.1620]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה נטמן חסיד וגאון‏‎ Hier ist geborgen der fromme und überragende Gelehrte,
‎‏ראש הקהילה מהר״ר‏‎ Haupt der Gemeinde, unser Lehrer, der Meister, Herr
‎‏אלי׳ שלמה בר יעקב ז״ל‏‎ Elijahu Schlomo, Sohn des Jaakow, sein Andenken zum Segen.
‎‏תנצב״ה הלך לעולמו‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens. ›Er ging hin in seine Welt‹
‎‏יום ד׳ ך׳ אדר שני ש״פ לפ״ק‏‎ 5 Tag 4, 20. des zweiten Adar 380 der kleinen Zählung.

 

  Zl 4: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 01.04.1620

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss.
Schrift Erhabene Buchstaben in fünf einzelnen, vertieften Schriftbändern.
Zustand 2014 Der Grabstein ist deutlich verwittert, die erhabenen Buchstaben teilweise beschädigt, so dass die Inschrift nicht mehr ganz sicher gelesen werden kann.

Zur Person

Elijahu Schlomo ben Jaakow ist möglicherweise identisch mit Salomon Jude vom Berg, einem der Juden, die die Urkunde von 1601 unterschrieben, die die Wiederansiedlung von 13 Juden in Hildesheim erlaubte und die Ausweisung von Nathan Schay und anderen zurücknahm.
Sein Sohn David heiratete in Frankfurt am Main Sara, eine Tochter von Löb Wohl aus Tannhausen. Er starb am 7. Januar 1635, sein Grabstein hat sich jedoch nicht erhalten.

Zur Familie

Enkel: Jaakow ben David Wohl aus Hildesheim (Jüdischer Friedhof Frankfurt, Battonstraße, Grabstein Nr. ffb,6441 )

Quellen / Sekundärliteratur

Shlomo Ettlinger, Ele toldot, Verzeichnis aller Frankfurter Juden mit Personalangaben (Maschinenschriftliches Manuskript mit handschriftlichen Korrekturen), o.O. 1947ff., 25.XI.1675 (zum Sohn David).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 156f.
Markus Horovitz, Awne sikaron. Die Inschriften des alten Friedhofs der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a.M., Frankfurt a.M. 1901, Inschrift Nr. 621 (zum Sohn David).
Alexander Dietz, Stammbuch der Frankfurter Juden. Geschichtliche Mitteilungen über die Frankfurter Jüdischen Familien von 1349-1849, nebst einem Plane der Judengasse, Frankfurt a. M. 1907, S. 152.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 82-85.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0021

 

Jehuda Löb ben Jaakow Natan [07.07.1642]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמון איש צדיק‏‎ ist geborgen ›ein gerechter,‹
‎‏תם וישר ה״ה היקר‏‎ lauterer und aufrechter Mann‹, es ist der Teure,
‎‏החבר ר׳ יהודא ליב‏‎ der toragelehrte Herr Jehuda Löb,
‎‏בן היקר כמ״ר יעקב‏‎ 5 Sohn des Teuren, des geehrten Herrn Jaakow
‎‏נתן זצ״ל הלך לעולמ׳‏‎ Natan, das Andenken des Gerechten zum Segen, ›er ging hin in seine Welt‹
‎‏יום ב׳ ט׳ תמוז ת״ב‏‎ Tag 2, 9. Tammus 402
‎‏לפ״ק תנצב״ה ע״נ‏‎ der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens mit den Seelen von
‎‏אי״ו שרר״ו‏‎ Awraham, Jizchak und Jaakow, Sara, Riwka, Rachel und Lea

 

  Zl 2f: Zusammengesetzt aus Gen 6,9 und Ijob 1,1   Zl 6: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 07.07.1642

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Hohe Stele mit geradem Abschluss. Die hebräische Inschrift ist in Block gesetzt, die Einleitungsformel in größere Buchstaben. Eine reliefierte Abbildung in einem runden Medaillon, das die letzte Zeile teilt, läßt sich nicht mehr erkennen. Möglicherweise war auch hier ein Sternzeichen dargestellt.
Zustand 2014 Das Grabmal ist verwittert.

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 142-145.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0018

 

Jochewed bat Sekle Hammerschlag [12.06.1671]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏קברת? אשה יקרת‏‎ Grabstätte einer Frau, teuer
‎‏[...] עטרת ׃ ה״ה‏‎ ... Krone, es ist
‎‏[...] חשובה ׃ כשמה‏‎ ... angesehen, wie ihr Name
‎‏מכובד? ׃ יוכבד בת ק׳?‏‎ 5 geehrt?, Jochewed, Tochter des Einflußreichen?,
‎‏מהור״ר זעקלי זצ״ל‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Sekle, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏משפחת המרשלק‏‎ Familie Hammerschlag,
‎‏יום ו׳ עש״ק ד׳ תמוז‏‎ Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat, 4. Tammus,
‎‏נפטרת ׃ וביום א׳ ויו‏‎ verschied sie und am Tag 1, sechster
‎‏תמוז נקברת ׃ ‏‎ 10 Tammus, wurde sie begraben,
‎‏תל״א לפ״ק‏‎ 431 der kleinen Zählung.
‎‏{תנצב״ה]‏‎ [Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens]

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 12.06.1671 ; begraben am übernächsten Tag
Zln 1 und 12: Diese Zeilen fehlen heute.
Zln 4-5: Anspielung auf den Namen Jochewed, der biblischen Namensgeberin, Mutter des Religionsstifters Moses und seines Bruders Aharon. In diesem Namen steckt das Verb ‎‏כבד‏‎, das unter anderem "ehren" bedeutet, und hier im Text wurde vermutlich mit dieser Bedeutung gespielt. Allerdings ließ sich das Wort zu Beginn der 5. Zeile nicht mehr sicher entziffern.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Hohe Stele mit geradem Abschluss. Das Schriftfeld mit erhabenen Buchstaben ist von reliefierten Blütenranken umgeben.
Zustand 2014 Das Grabmal ist vor allem im oberen Teil stark verwittert, die Inschrift ließ sich nicht mehr vollständig rekonstruieren.

Zur Person

Ein Zweig der aus Prag stammenden Familie Hammerschlag ließ sich seit den 1630er Jahren zunächst in Peine nieder und vermutlich von dort kommend dann auch in Hildesheim, wo die Familie für Jahrhunderte präsent blieb.
Im Schutzbrief von 1708 sind drei Personen mit dem Beinamen Hammerschlag aufgeführt, bei denen es sich um Nachkommen von Jochewed handeln könnte: Mendel Hamerschlag ( 0014 ?), Salomon Hamerschlag und Philipp Hamerschlag.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer (s.u.), S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 128-131.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0039

 

Malka bat Schmuel Halevi ⚭ Juda [25.06.1675]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמנה האשה ח‏‎ ist geborgen die angesehene
‎‏חשובה ׃ במעשיה‏‎ Frau, in ihren guten
‎‏הטובים היתה צהובה ׃‏‎ Taten glänzte sie,
‎‏היא הגבירה מרת‏‎ 5 sie ist die Herrin, Frau
‎‏מלכה בת מוהר״ר‏‎ Malka, Tochter unseres Lehrers und Meisters, Herrn
‎‏שמואל הלוי אשת‏‎ Schmuel Halevi, Gattin des
‎‏הפרנס כהר״ר יודא‏‎ Vorstehers, des geehrten Meisters, Herrn Juda,
‎‏שהלכה לעולמה ביום‏‎ ›die in ihre Welt hinging‹ am Tag
‎‏ג׳ יום ב׳ דר״ח תמוז‏‎ 10 3, 2. Neumondstag Tammus
‎‏תל״ה לפ״ק תנצב״ה‏‎ 435 der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם נשמת צ״ו ב‏‎[...]‏‎ mit den Seelen der gerechten Männer und Frauen im [Garten Eden, Amen]

 

  Zl 9: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 25.06.1675
Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert sind auf diesem Friedhof mehrere Grabsteine mit Symbolen geschmückt, die sich am ehesten als Sternzeichen deuten lassen, so der unverkennbare Flusskrebs auf Grabstein 0017 sowie das Lamm auf Grabstein 0009 , das dem Sternzeichen Widder entspricht. Höchstwahrscheinlich handelt es sich auch bei der Darstellung hier im linken Medaillon um ein Sternzeichen. Da sowohl Fische als auch (Fluß-)Krebse hierzulande verbreitete Tiere sind, deren Aussehen dem Steinmetzen bekannt gewesen sein dürften, bleibt als mögliche Deutung nur der hier eher unbekannte Skorpion. Und tatsächlich ähnelt die Darstellung zum Beispiel der Darstellung des Skorpions im um 1440-50 etstandenen Book of Hours
Zl 2: Der letzte Buchstabe ist ein Zeilenfüller.
Zl 4: "glänzte": wörtlich "gelb", ein sehr ungewöhnlicher Ausdruck in einer Grabinschrift, hier vermutlich wegen des Reimes auf -uwa gewählt. Vermutlich liegt der Wendung hier der in der Gemara gebräuchliche Ausdruck ‎‏צהבו פניו‏‎ (bPes 113b u.a.) zugrunde: "sein Gesicht erglänzte, erstrahlte".
Zln 8 u. 9: Der jeweils erste Buchstabe der Zeile wurde kleiner geschrieben.

Stilmittel

Reim auf -uwa in Zln 3-4.

Beschreibung

Beschreibung Hohe Stele mit geradem Abschluß. Das Schriftfeld ist von einer feinen Linie umgeben. Die in größeren Buchstaben gehaltene Einleitung wird von zwei Medaillons aus Blattgirlanden flankiert, darin rechts eine Levitenkanne, links ein kleines Tier mit langem Schwanz, wahrscheinlich ein Sternzeichen (s.u.).
Symbol Levitenkanne; Sternzeichen: Skorpion
Zustand 2017 Das Grabmal ist an den Rändern leicht beschädigt und leicht verwittert. Es ist leicht eingesunken, die letzten Buchstaben der Inschrift sind im Boden verborgen.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0016

 

Mate bat Natan ⚭ Joel [14.09.1677]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמנה האשה‏‎ ist geborgen die angesehene
‎‏החשובה הגביר׳‏‎ Frau, die Herrin,
‎‏מרת מאטה בת‏‎ Frau Mate, Tochter des
‎‏רבי נתן אשת‏‎ 5 Herrn Natan, Gattin des
‎‏יואל ז״ל מגיזקא‏‎ Joel, sein Andenken zum Segen, aus Geseke,
‎‏שנפטר׳ ביום‏‎ welche verschied am Tag
‎‏ג׳ י״ז אלול תל״ז‏‎ 3, 17. Elul 437
‎‏לפ״ק תנצב״ה‏‎ der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם נשמת אי״ו‏‎ 10 mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow,
‎‏שרר״ו‏‎ Sara, Riwka, Rachel und Lea

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 14.09.1677

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss.
Zustand 2014 Leichte Beschädigung am Rand, Verwitterungsspuren.

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 120-123.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 1014

 

Zwi Hirsch ben Josef Mordechai [23.10.1679]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier ist begraben
‎‏נקבר איש ישר‏‎ ›ein aufrechter und
‎‏ונאמן היקר כמ״ר‏‎ getreuer Mann‹, der Teure, der geehrte Herr
‎‏צבי הירש בן הי‏‎ Zwi Hirsch, Sohn des Teu-
‎‏קר הפרנס כמ״ר‏‎ 5 ren, des Vorstehers, des geehrten Herrn
‎‏יוסף מרדכי נפ‏‎ Josef Mordechai, verschie-
‎‏טר בשם טוב‏‎ den ›mit gutem Namen‹
‎‏ביום ב׳ י״ז חשון‏‎ am Tag 2, 17. Cheschvan
‎‏ת״ם לפ״ק תנצב״ה‏‎ 440 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם נשמת אי״ו‏‎ 10 mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow,
‎‏שרר״ו אמן ׃‏‎ Sara, Riwka, Rachel und Lea, Amen
  Rückseite
‎‏פה נקברו‏‎ Hier wurden begraben
‎‏ביום ג׳ כ״א לחודש אלול תרל״ט לפ״ק‏‎ am Tag 3, 21. des Monats Elul 639 der kleinen Zählung,
‎‏העצמות היבשות אשר נפנו מבית‏‎ die trockenen Gebeine, welche weggeschafft wurden vom alten
‎‏הקברות הישן אשר הוסר בגזירת‏‎ 15 Friedhof, der aufgehoben wurde auf Befehl
‎‏פקידי העיר‏‎ der Stadtbeamten.
‎‏ונתתי רוחי בכם וחייתם‏‎ ›Und ich gebe meinen Geist in euch, dass ihr lebet‹

 

  Zl 2f: Av 6,1   Zl 7: bBer 17a   Zl 17: Ez 37,14

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 23.10.1679
Das Grabmal stets abseits der anderen Grabmale nahe der Friedhofsmauer und markiert offensichtlich das Massengrab der - laut nachträglich angebrachter Gedenkinschrift auf der Rückseite - am Dienstag, den 9. September 1879 umgebettenen Gebeine, die auf dem ursprünglich deutlich größeren Friedhof in den 1870er Jahren im Zuge von Bauarbeiten bei der Anlage einer Straße und von Gasleitungen weichen mußten.
Zln 4-5: Zeilenübergreifend geschrieben.
Zl 6-7: Zeilenübergreifend geschrieben.
Namenskunde Im Jakobsegen vergleicht Jakob seinen Sohn Naftali mit einem springenden Hirsch (Genesis 49,21). Daher kommt die Parallelität der Namen Naftali, Zwi (hebr. für "Hirsch") und dem deutschen Hirsch. Im Schutzbrief von 1662 (s.u.) erscheint der Name als Hertz Marx, wobei Hertz eine Ableitung von Hirsch (Hirz, Herz...) und Marx eine Kurzform des Namens Marcus ist, der dem biblischen Namen Mordechai zur Seite gestellt wird, dem zweiten der beiden in der Inschrift genannten Vatersnamen, Josef Mordechai .

Beschreibung

Lage Das Grabmal steht abseits der anderen Grabmale nahe der Friedhofsmauer.
Zustand 2015 Das Grabmal ist an der Vorderseite leicht verwittert.

Zur Person

Zwi Hirsch, Sohn des Josef Mordechai, ist wohl identisch mit Hertz Marx, der in dem am 24. Oktober 1662 ausgestellten Schutzbrief des Kölner Erzbischofs für die Hildesheimer Juden genannt ist.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief des Kölner Erzbischofs vom 24.10.1662 (BtmA Hildesheim, Abr. C Nr. 355, Abschrift von ca. 1666), hier beides nach Aufgebauer (s.u.), S. 159-161.
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 160f.
Jörg Schneider: Die jüdische Gemeinde in Hildesheim von 1871 bis 1942 , Dissertation 1999, Kapitel 6, S. 3 (124).
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 166-171.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 1004

 

Mordechai ben Mattitjahu KaZ (Marcus Matthias) [22.06.1684]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמן צלוחית‏‎ ist geborgen eine Schale
‎‏המן הרב הגדול‏‎ voll Manna, der große Rabbiner,
‎‏אב״ד דקהילתנו‏‎ Vorsitzender der Gerichtsbarkeit unserer Gemeinde,
‎‏מ״ו מוהר״ר מרד‏‎ 5 unser Lehrer und Meiser, Herr Morde-
‎‏כי בן מורינו הרב‏‎ chai, Sohn unseres Lehrers, des großen
‎‏הגדול ר׳ מתתי׳‏‎ Rabbiners, Herrn Mattitjahu
‎‏כ״ץ נפטר בש״ט‏‎ KaZ, verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏יום ה׳ י׳ תמוז‏‎ Tag 5, 10. Tammus
‎‏תמ״ד תנצב״ה‏‎ 10 444. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 8: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 22.06.1684
Die Eulogie auf diesen zweiten Rabbiner der Hildesheimer Gemeinde vergleicht den Gelehrten Mordechai KaZ mit einer Schale voll Manna, eine Formulierung, an der man sich drei Jahre später beim Tod seines Vorgängers Samuel Hameln (Grabstein Nr. 0004 ) orientierte. Während jener zu den Leviten zählte, stammte Mordechai KaZ - Kohen Zedek , der "gerechte Priester" -, aus dem Geschlecht der Kohanim, der Hohepriester, Nachfahren des ersten Priesters Aharon, die im Tempel den Dienst am Altar ausführten und bis heute zu bestimmten Anlässen mit der charakteristischen Fingerhaltung den Priestersegen über das Volk sprechen, wie auch hier im Symbol unterhalb der Inschrift dargestellt.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde an der Friedhofsmauer aufgestellt und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem? Abschluss. Die sorgfältig gearbeiteten, in ihrer Größe jedoch etwas unregelmäßigen Buchstaben der Inschrift mit mittig gesetzter Kopfzeile füllen das gesamte Schriftfeld in nicht ganz parallel verlaufenden Zeilen. Unter der Inschrift sind große, reliefierte segnende Priesterhände angebracht.
Symbol Segnende Hände
Zustand 2013 Der obere Abschluss ist beschädigt. Das Grabmal ist eingesunken, das Symbol ist nur noch halb zu sehen.

Zur Person

Mordechai ben Mattitjahu KaZ, das ist Rabbiner Mordechai Cohen bzw. Marcus Matthias, der noch zu Lebzeiten seines Vorgängers Samuel Hameln (Grabstein Nr. 0004 ) im Jahr 1671 sein Rabbineramt in Hildesheim antrat, das er bis zu seinem Tode 1684 innehatte.

Quellen / Sekundärliteratur

Zvi Asaria: Die Juden in Niedersachsen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Leer 1979, S. 338.
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, hrsg. von Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und David Fraenkel, Göttingen 2005, Bd. 2, S. 844.
Abraham Lewinsky: Der Hildesheimer Rabbiner Samuel Hameln. Sonderabdruck aus dem Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann, Hildesheim 1900, S. VIII ( Freimann-Sammlung ).
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 162-165.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0004

 

Schmuel ben Josef SeGaL Hameln (Samuel Hameln) [17.06.1687]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה נטמן צלוחית‏‎ Hier ist geborgen eine Schale
‎‏המן ׃ פרנס הדור ככ‏‎ voll Manna, Vorsteher der Generation, Kal-
‎‏לכל והימן ׃ לה׳ היה‏‎ kol und Heman gleich, dem Ewigen war
‎‏שמואל נאמן ׃ יושב‏‎ Schmuel getreu, er sitzt
‎‏בישיבה והורה לעם‏‎ 5 in der Jeschiwa und lehrt ›das Volk,
‎‏לא אלמן ׃ הרב וא״ב‏‎ das nicht verlassen ist‹, der Rabbiner, der Vorsitzende der
‎‏ד׳ פ״ו כמוהר״ר שמו‏‎ Gerichtsbarkeit, der Vorsteher und Leiter, der geehrte, unser Lehrer und Meister, Herr Schmu-
‎‏אל במוהר״ר יוסף‏‎ el, Sohn unseres Lehrers und Meisters, Herrn Josef
‎‏ס״ל האמל ׃ יצא נ‏‎ SeGaL Hameln, heraus ging seine
‎‏שמתו בתוך דבר‏‎ 10 Seele während der freudigen
‎‏מצוה בשמחות ׃‏‎ Gebotserfüllung
‎‏יו׳ ג׳ ו׳ תמוז תמ״ז ל״פ‏‎ (am) Tag 3, 6. Tammus 447 der kleinen
‎‏ק׳ תנצב״ה‏‎ Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 5f: Jer 51,5

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 17.06.1687
Eine aufwändig gereimte Inschrift, die den Rabbiner und Gemeindevorsteher R. Samuel ob seiner Gelehrsamkeit mit einer Schale voll Manna und den biblischen Gelehrten Kalkol und Heman, Beratern des Königs Salomo, vergleicht. Die markanten, sorgfältig gearbeiteten Buchstaben füllen das gesamte Schriftfeld des Grabsteins und bilden ganz traditionell den einzigen Schmuck dieser Stele, während die reliefierte Levitenkanne, das traditionelle Symbol für die Abstammung aus dem Geschlecht der Leviten, die im Tempel für die kultische Reinheit und die Liturgie zuständig waren, durch ihre geringe Größe und die ungewöhnliche Platzierung am Ende der Inschrift erst auf den zweiten Blick ins Auge fällt. Die flächenfüllende Wiedergabe der Inschrift führte jedoch zu häufigen zeilenübergreifenden Schreibweisen, die eine Lesung erschweren.
Zln 2-3: Vgl. 1Kön 5,11 und 1Chr 2,6; Heiman und Kalkol waren weise Männer zur Zeit König Salomons, die nur er an Klugheit übertraf.
Zln 3-4: Zln 3-4: Vgl. 1Samuel 3,20.
Zln 5-6: Wörtlich "nicht verwitwet", d.h. nicht verlassen (von Gott).
Zeilenübergreifende Schreibung von Wörtern in Zln 2-3, 7-8, 9-10 und von Abkürzungen in Zln 6-7 und 12-13.

Stilmittel

Reim Binnenreim auf -man in Zln 1-6 (durch rautenförmige Satztrenner hervorgehoben).

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Die sorgfältig gearbeiteten, jedoch etwas unregelmäßigen eingravierten Buchstaben füllen das gesamte Schriftfeld; in der letzten Zeile folgt nach dem Schlusssegen die reliefierte Levitennkanne.
Symbol Levitenkanne, von einer aus Wolken reichenden Hand gehalten (Relief)

Zur Person

Samuel Hameln stammte aus einer bekannten Familie. Er war Sohn von Josef Hameln (auch Josef Goldschmidt und Josef Stuttgart genannt) und damit ein älterer Bruder von Chajim Hameln, dem früh verstorbenen Gatten der bekannten Hamburger Kauffrau Glückel. In ihren Memoiren wird er mehrfach erwähnt ( "Was das [R. Samuel] für ein frommer und heiliger Mann gewesen ist, kann ich nicht beschreiben" ). Samuels Mutter Freudchen war eine Tochter des Vorstehers der Provinz Schaumburg, Nathan Spanier, welcher das Ansiedlungsrecht für die Juden in Altona erlangt hatte und der 1646 auf dem Friedhof Königstraße in Hamburg-Altona begraben wurde (Grabstein Nr. hha,3350 ).
Seine Ausbildung erhielt Samuel Hameln in Polen und heiratete dort Lena, eine Tochter des Lemberger Rabbiners Meschullam, die ihm sieben Kinder schenkte: die Töchter Zippora, Edel und Malka und die Söhne Natan und Isak. Mit seiner Familie kehrte R. Samuel nach Hameln zurück und wurde kurze Zeit später (vor 1650) zum Rabbiner in Hildesheim ernannt. Im Schutzbrief von 1660 ist er unter dem Namen "Rabbi Samuel Meyer" aufgeführt, 1662 "Rabi Schmuel". Unbekannt bleibt, wie lange R. Samuel dieses Amt inne hatte.
Seine Tochter Malka war mit Jehuda ben Elieser Lipman verheiratet, das ist der bekannte Juwelenhändler Jost Liebmann, den sie im Hause ihres Onkels Chajim Hameln in Hamburg kennengelernt hatte, bei dem Jost Liebmann in die Lehre gegangen war. 1664 eröffnete Jost Liebmann gemeinsam mit seinem Schwiegervater ein Handelshaus in Hannover. Nach dem frühen Tod seiner Frau gelangte er über Hildesheim 1677 nach Berlin, wo er die Witwe des brandenburgischen Hoffaktors Israel Aaron, Ester Schulhoff, heiratete und bald zu einem der bedeutensten Hoffaktoren und einem der reichsten Juden seiner Zeit aufstieg.
Möglicherweise hatte R. Samuel mit der Eröffnung seines Handelshauses in Hannover 1664 sein Rabbineramt niedergelegt. 1668 scheint er jedenfalls nicht mehr als Rabbiner amtiert zu haben, seit 1671 bekleidete R. Mordechai Cohen (Grabstein Nr. 1004 ) dieses Amt. R. Samuel dagegen widmete sich dem Gemeindeleben, war aktiv in der von seinem Vater mitbegründeten Chewra Kaddischa (Beerdigungsbruderschaft) und diente seit 1669 bis zu seinem Tode als Gemeindevorsteher. Seiner Grabinschrift ist zu entnehmen, dass er neben seiner Funktion als Vorsitzender der Gerichtsbarkeit, die er vermutlich während seiner Rabbinertätigkeit innehatte, eine eigene Jeschiwa, ein religiöses Lehrhaus, leitete.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Hildesheimer Samtregierung vom 09.08.1660 (StA Hildesheim, Bst. 100/84 Nr. 19 [Konzept] und Best. 50/154 Bd. 34, 197-199 [Abschrift]), sowie Schutzbrief des Kölner Erzbischofs vom 24.10.1662 (BtmA Hildesheim, Abr. C Nr. 355, Abschrift von ca. 1666), hier beides nach Aufgebauer (s.u.), S. 159-161.
Abraham Lewinsky: Der Hildesheimer Rabbiner Samuel Hameln. Sonderabdruck aus dem Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann, Hildesheim 1900 ( Freimann-Sammlung ).
Und siehe auch: Abraham Lewinsky: Die Kinder des Hildesheimer Rabbiners Samuel Hameln, in: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, Heft 5 (1900), S. 250-259 Compact Memory .
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 138, 141, 144, 146, Anm. 830.
Moritz Landsberg: Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde Hildesheim und des darin annoch bestehenden wohlthätigen Vereins Chebra Kadischa schel gemilaot chasadim, Hildesheim 1868, vor allem S. 10 und (zum Vater Joseph Hameln).
Menges, Franz: Liebmann, Jost , in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 508-510 (Onlinefassung).
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 66-71.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 2001

 

Natan ben Jaakow David [12.05.1687]

Johanne Grumbrecht [08.10.1878]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמן ונקבר ׃ איש‏‎ ist geborgen und begraben ein
‎‏חכם גבר תמים ונבר‏‎ weiser Mann, ein lauterer und geläuteter Mann,
‎‏קצין פרנס ורבי כ״ש‏‎ der Einflussreiche, Vorsteher und Herr, ehrenvoll sein Name,
‎‏החבר ר׳ נתן בן הר״ר‏‎ 5 der toragelehrte Herr Natan, Sohn des Meisters, Herrn
‎‏יעקב דוד זצ״ל נפטר‏‎ Jaakow David, das Andenken des Gerechten zum Segen, verschieden
‎‏לאור ונקבר ביום שנ[י]‏‎ zu Beginn des und begraben am zweiten Tag,
‎‏כ״ט אייר תי״ו מ״ם זיי״ן‏‎ 29. Ijar vierhundertsiebenundvierzig
‎‏לפ״ק תנ״צ בצרור החיים‏‎ der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏בגן עדן אמן סלה‏‎ 10 im Garten Eden, Amen Sela
  Rückseite
Wiedererrichtet
1889.
Hier ruht in Gott
Johanne
Grumbrecht 15
gest. 8. October 1878.

Kommentar

Datierung Natan ben Jaakow David: Gestorben Sonntag abend, 12.05.1687 ; begraben am nächsten Tag
Johanne Grumbrecht: Gestorben 08.10.1878
Das Grabmal zählt zu den Grabsteinen aus dem 17. Jahrhundert, die im Zuge der Verkleinerung des Friedhofs Ende des 19. Jahrhunderts umgesetzt wurden. Eine ganze Reihe von alten Grabsteinen trägt die Inschrift "Wiedererrichtet 1889". Offensichtlich verwendete man damals die alten Grabsteine für junge Gräber, die seit den 1870er Jahren angelegt worden waren und bis 1889 wahrscheinlich keine eigenen Grabsteine, sondern nur provisorische Kennzeichnungen erhalten hatten. Dabei drehte man die Grabsteine um und beschriftete sie auf der ursprünglichen Rückseite neu mit kurzen, einheitlich gestalteten deutschen Inschriften.
Der einflussreiche Gemeindevorsteher Natan ben Jaakow David starb an einem Sonntag abend, nach Beginn des neuen jüdischen Tages, und wurde am folgenden Tag, Montag, beigesetzt.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde umgedreht, neu beschriftet und neu aufgestellt.
Beschreibung Stele mit leicht eingezogenem Flachbogenabschluss, im Giebel verziert mit reliefierten Voluten und zwei Rosetten. Die erhabenen Schriftzeichen füllen das gesamte Schriftfeld unter der mittig gesetzten Kopfzeile.
Schrift vertieft (Rückseite) und erhaben (Vorderseite)
Ornament florale Verzierung

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 172-175.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0009

 

Baruch ben Jaakow [05.04.1699]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נקבר איש צדיק‏‎ ist begraben ein gerechter
‎‏וישר היקר כמ״ר‏‎ und aufrechter Mann, der Teure, der geehrte Herr
‎‏ברוך בן היקר כמ״ר‏‎ Baruch, Sohn des Teuren, des geehrten Herrn
‎‏יעקב נפטר בשם‏‎ 5 Jaakow, verschieden ›mit gutem
‎‏טוב ביום א׳ ו׳ ניסן‏‎ Namen‹ am Tag 1, 6. Nissan
‎‏תנ״ט לפ״ק תנצב״ה‏‎ 459 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם נשמת אי״ו‏‎ mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow,
‎‏שרר״ו אמן סלה‏‎ Sara, Riwka, Rachel und Lea, Amen Sela

 

  Zl 5f: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 05.04.1699
In dieser Inschrift für Baruch, Sohn des Jaakow, beschränkte man sich anstelle einer langen Eulogie auf die Aneinanderreihung einiger Attribute ("gerecht", "aufrecht", "teuer"). Auffallend ausführlich wurde dagegen der Schlusssegen gestaltet: Die übliche Segensformel nach 1 Samuel 25,29, die sich seit dem späten Mittelalter unter so gut wie jeder hebräischen Grabinschrift findet, wurde hier durch die Nennung der Erzväter und -mütter ergänzt und mit dem biblischen "Amen Sela" abgeschlossen, eine Erweiterung des Segens, die man vor allem aus den Einträgen in den traditionellen Memorbüchern kennt, den von vielen Gemeinden geführten Seelengedächtnisbüchern.
Bei der Darstellung am Ende der Inschrift, ein kleines Tier mit gelocktem Fell, handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Sternzeichen, und zwar ‎‏טלה‏‎, wörtlich "Lamm", der hebräische Name des Sternzeichens Widder. Vor allem im 18. Jahrhundert findet man hin und wieder die Darstellung von Sternzeichen auf jüdischen Grabsteinen. Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Abbildung des Eimers als Symbol für das Sternzeichen Wassermann (hebr. ‎‏דלי‏‎ = Eimer ) auf dem Grabmal des kaiserlichen Wiener Hoffaktoren Samson Wertheimer, Vater der ebenfalls hier ruhenden Tolze ( 1002 ). Und bei der Abbildung des Krebses auf dem Stein der 1728 gestorbenen Perle ( 0017 ) handelt es sich wahrscheinlich ebenfalls um ein Sternzeichen.
Zl 4: Das letzte Wort, die Abkürzung für "des geehrten Herrn", wurde aus Platzgründen in kleineren Buchstaben geschrieben.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Die sorgfältig gearbeiteten Buchstaben der bis auf die mittig gesetzte Kopfzeile rechtsbündig angebrachten Inschrift füllen das gesamte Schriftfeld. Die Abkürzungszeichen wurden in Form eines kleinen Krönchens gestaltet. Unterhalb der Inschrift ist in einer kleines Kartusche ein Tier mit gelocktem Fell im Relief dargestellt, höchstwahrscheinlich das Sternzeichen Widder.
Symbol Sternzeichen: Widder

Zur Person

Baruch, Sohn des Jaakow, ist wohl identisch mit Borrach Jacob Cantor, der neben Jacob Cantor, wohl seinem Vater, in dem am 24. Oktober 1662 ausgestellten Schutzbrief des Kölner Erzbischofs für die Hildesheimer Juden genannt ist. Jacob Cantor wird bereits 1660 im Schutzbrief der Hildesheimer Samtregierung für die Juden in Alt- und Neustadt unter den Juden in der Neustadt aufgeführt, der dort ebenfalls aufgeführte Bernhardt Jacob könnte wiederum mit Baruch identisch sein.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Hildesheimer Samtregierung vom 09.08.1660 (StA Hildesheim, Bst. 100/84 Nr. 19 [Konzept] und Best. 50/154 Bd. 34, 197-199 [Abschrift]) sowie Schutzbrief des Kölner Erzbischofs vom 24.10.1662 (BtmA Hildesheim, Abr. C Nr. 355, Abschrift von ca. 1666), hier beides nach Aufgebauer (s.u.), S. 159-161.
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 90-95.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0015

 

Matle bat Ber SeGaL ⚭ Israel Wilner [04.04.1704]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמונה אשה חשובה‏‎ ist geborgen eine angesehene Frau,
‎‏הצדקת שיצא ממנה‏‎ die Gerechte, aus der hervorgingen
‎‏שני גדולה הדור מרת‏‎ zwei Größen der Generation, Frau
‎‏מטלה בת מהור״ר בער‏‎ 5 Matle, Tochter unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Ber
‎‏סג״ל אשת מהור״ר‏‎ SeGaL, Gattin unseres Lehrers, des Meisters, Herrn
‎‏ישראל וילנר הלכה‏‎ Israel Wilner, ›sie ging hin‹
‎‏לעולמה כ״ט אדר ב׳‏‎ in ihre Welt‹ 29. des zweiten Adar
‎‏תס״ד נתצב״ה בג״ע‏‎ 464. Es sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens im Garten Eden

 

  Zl 7f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 04.04.1704
Zln 3-4: Die (grammatikalisch nicht ganz korrekte) Wendung soll vermutlich darauf hinweisen, dass zwei Söhne von Mate und Israel Wilner es zu Ruhm und Ehre gebracht hatten.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss.
Zustand 2014 Beschädigung am Schriftfeld, deutliche Verwitterung.

Zur Person

Mates Gatte Israel Wilner ist höchstwahrscheinlich identisch mit Israel David Wulffer, der in dem am 24. Oktober 1662 ausgestellten Schutzbrief des Kölner Erzbischofs für die Hildesheimer Juden genannt ist. Dieser könnte wiederum identisch sein mit dem 1659 genannten "Israell aus der Wildauw", der "auch zu uns wegen Pollnischen Kriegeß hergekommen" war, wobei Aufgebauer nach S. Dubnow Wildau mit den Wilden Feldern, dem Gebiet der Saporoger Kosaken am unteren Dnjepr in der heutigen Ukraine identifiziert. Damit wäre Israel vor den heftigen antijüdischen Ausschreitungen im Zuge des Chmelnyzkyj-Aufstandes 1648-1657 ins Deutsche Reich geflohen. Ebenso möglich - und näher am hebräischen Namen - ist jedoch die Identifizierung des Ortes mit dem litauischen Wilna, das im Juli 1655 im Zuge des auf den Chmelnyzkij-Aufstand folgenden Russisch-Polnischen Krieges 1654-1667 von den Russen erobert und stark zerstört wurde.

Zur Familie

Schwiegertochter: Freudche bat Michel, Gattin des R. Fischel (Grabstein Nr. 0010 )

Quellen / Sekundärliteratur

HStA Hildesheim, Hild. Br. 1 Nr. 4361 fol 19r; hier zitiert nach Aufgebauer, s.u., S. 127.
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 116-119.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0010

 

Freudche bat Michel ⚭ Fischel [20.05.1709]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נקברה האשה‏‎ ist begraben die angesehene
‎‏החשובה היקרה‏‎ Frau, die Teure
‎‏והישרה מרת‏‎ und die Aufrechte, Frau
‎‏פריידכה בת הר״ר‏‎ 5 Freudche, Tochter des Meisters, Herrn
‎‏מיכל זצ״ל אשת‏‎ Michel, das Andenken des Gerechten zum Segen, Gattin
‎‏ר׳ פישל הלכה לעו‏‎ des Herrn Fischel, ›sie ging hin
‎‏למה י״א סיון תצ״ו‏‎ in ihre Welt‹ 11. Sivan 496.
‎‏נתצב״ה ע״נ אי״ו שרר״ו‏‎ Es sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow, Sara, Riwka, Rachel und Lea

 

  Zl 7f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 20.05.1709

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Großes, schmalhohes Grabmal mit geradem Abschluss.
Zustand 2014 Verwitterung, vor allem im unteren Teil.

Zur Person

Freudche war eine Tochter des Hildesheimer Mich(a)el Jacobs, der in den 1680er und 1690er Jahren häufig zur Leipziger Messe gereist war und als erster im Schutzbrief von 1708 aufgeführt ist. Verheiratet war sie mit Fischel/Fissel, einem Sohn von Israel David Wilner, im Schutzbrief von 1708 als "Wißel Israel" geführt.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab Fissel Israel an, er sei 63 bis 64 Jahre alt und geboren in Hildesheim als Sohn des Israel David. Seine Frau stamme ebenfalls aus Hildesheim und sei eine Tochter des Michael Jacobs. Bei ihm lebe seine verwitwete Tochter, die nach dem Tod ihres Mannes in Halberstadt mit einem kleinen Kind nach Hildesheim zurückgekehrt war. Er handele mit alten Kleidern.

Zur Familie

Schwiegermutter: Mate bat R. Ber SeGaL, Gattin des Israel Wilner (Grabstein Nr. 0015 )

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (September 1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 115.
Max Freudenthal: "Leipziger Messgäste", in: Monatschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1901, Heft 5, S. 460-509, hier S. 487f.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 96-99.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0014

 

Menachem Mendel ben Mosche [19.02.1722]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמן איש צדיק תם‏‎ ist geborgen ›ein gerechter, lauterer,
‎‏וישר ה״ה היקר כמ״ר‏‎ aufrechter Mann‹, es ist der Teure, der geehrte Herr
‎‏מנחם מענדל ׃ בן‏‎ Menachem Mendel, Sohn des
‎‏היקר כמ״ר משה ז״ל‏‎ 5 Teuren, des geehrten Herrn Mosche, sein Andenken zum Segen,
‎‏שהי׳ עוסק באמונה‏‎ welcher beschäftigt war in Treue
‎‏בג״צ ובג״ח נפטר ונקבר‏‎ als Wohlfahrtsverwalter und mit Liebeswerken, verschieden und begraben
‎‏יום ה׳ ב׳ אדר תפ״ב לפ״ק‏‎ Tag 5, 2. Adar 482 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ע״נ אי״ו שרר״ו‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow, Sara, Riwka, Rachel und Lea

 

  Zl 2f: Zusammengesetzt aus Gen 6,9 und Ijob 1,1

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Donnerstag, 19.02.1722 ;
Die Inschrift für Menachem Mendel hebt sein Engagement für die Gemeinde hervor: Er verwaltete die Almosenkasse und war Mitglied in der Bruderschaft für Liebesdienste, war also in besonderem Maße mit dem Erweis von Wohltätigkeit befasst, wofür er mit den Erzvätern und -müttern eingehen möge in das ewige Leben.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Die sorgfältig gearbeiteten Buchstaben der Inschrift mit mittig gesetzter Kopfzeile füllen das gesamte Schriftfeld.

Zur Person

Im Schutzbrief von 1708 ist nur ein Name aufgeführt, der sich mit Menachem Mendel in Verbindung bringen lässt: Mendel Ham(m)erschlag. Damit könnte Mendel verwandt gewesen sein mit Jochewed, Tochter von Sekle Hammerschlag (Grabstein Nr. 0018 ).

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 112-115.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0017

 

Perle bat Hirz ⚭ Josef F...gir [15.11.1728]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נקברה האשה מרת‏‎ ist begraben die Frau, Frau
‎‏פערלה בת כ׳ הירץ‏‎ Perle, Tochter des geehrten Hirz,
‎‏אשת יוסף פ[...]גיר‏‎ Gattin des Josef F...gir
‎‏מהלברשטאט‏‎ 5 aus Halberstadt,
‎‏הלכה לעולמה ב׳‏‎ ›sie ging hin in ihre Welt‹ (Tag) 2,
‎‏י״ג כסליו תפ״ט ל׳‏‎ 13. Kislev 489 der Zählung.
‎‏נשמתה תצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם נשמת אי״ו שרר״ו‏‎ mit den Seelen von Awraham, Jizchak und Jaakow, Sara, Riwka, Rachel und Lea

 

  Zl 6: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 15.11.1728
Zl 4: Der mit "F" oder "P" beginnende Beiname des Gatten ist nicht mehr vollständig erhalten.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Unterhalb der Inschrift zeigt ein etwas assymetrisches Medaillon die reliefierte Darstellung eines Flusskrebses, wahrscheinlich ein Sternzeichen (vgl. auch Grabstein Nr. 009 ).
Symbol Sternzeichen: Krebs
Zustand 2014 Leichte Beschädigung am Rand, Verwitterungsspuren. Eine kreisrunde Vertiefung im Schriftfeld deutet auf eine Ausbesserung, ein eingesetztes Steinstück, das heute fehlt.

Zur Person

Im Schutzbrief von 1708 ist nur ein Josef aufgeführt: Joseph Goldschmidt, der mit dem Gatten von Perle identisch sein könnte.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 124-127.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0012

 

Schönche bat Schimon ⚭ Seckel [14.11.1731]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נקברה האשה‏‎ ist begraben die angesehene
‎‏החשובה אשת‏‎ Frau, ›die tüchtige
‎‏חיל היקרה מרת‏‎ Gattin‹, die Teure, Frau
‎‏שינכה בת מהו״ר‏‎ 5 Schönche, Tochter unseres Lehrers, des Meisters, Herrn
‎‏שמעון זצ״ל אשת‏‎ Schimon, das Andenken des Gerechten zum Segen, Gattin des
‎‏ר׳ זעקיל פ׳ הלכה‏‎ Herrn Seckel, des Vorstehers. ›Sie ging hin
‎‏לעולמה ט״ו חשון‏‎ in ihre Welt‹ 15. Cheschvan
‎‏תצ״ב תנצב״ה בג״ע‏‎ 492 - Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens im Garten Eden

 

  Zl 3f: Spr 31,10   Zl 7f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 14.11.1731
Der Grabstein dieser Frau wurde - durch seine erhabenen Buchstaben - besonders aufwändig gestaltet.
Zl 7: Der abgekürzte Buchstabe nach dem Namen des Gatten, ‎‏פ׳‏‎, steht vermutlich für ‎‏פרנס‏‎, Vorsteher (s.u.).
Namenskunde Während Männer meist einen biblischen Synagogalnamen trugen, findet man bei Frauen oft Namen, die von der Umgebung entlehnt wurden, wie hier der deutsche Name "Schönche" - "die Schöne", der schon im 13. Jahrhundert bei jüdischen Frauen im Rheinland belegt ist.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Das Schriftfeld ist leicht vertieft, die Schrift ist erhaben. Die besonders sorgfältig ausgeführten Buchstaben füllen das gesamte Schriftfeld und bilden traditionell den einzigen Schmuck des Grabsteins. Die Kopfzeile wurde in etwas größeren Buchstaben mittig über die Inschrift gesetzt.
Schrift erhaben

Zur Person

Schönche war verheiratet mit Seckel Natan in Hildesheim, der als Sekkel Nathan auch in dem Schutzbrief von 1708 aufgeführt ist.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab der Vorsteher Seckel Nathan an, er sei 49 Jahre alt und ein Sohn des Nathan Seckel in Hildesheim. Seine Frau sei vor ungefähr sechs Monaten verstorben. Er habe sechs Kinder, der älteste wäre 20 Jahre alt, außerdem habe er keinen Knecht, aber eine "Juden Magdt". Seckel Nathan besaß in Hildesheim zwei Häuser und er handelte u.a. mit Juwelen.

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (September 1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 114.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 104-107.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0005

 

David Halevi (?) [27.12.1735]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמן איש תם‏‎ ist geborgen ein lauterer und
‎‏וישר פרנס ומנהיג‏‎ aufrechter Mann, Vorsteher und Leiter
‎‏ועוסק באמונה‏‎ und beschäftigt in Treuen,
‎‏היקר כ׳ דוד ה{ל}וי‏‎ 5 der teure, der geehrte David Halevi (?),
‎‏נפטר יום ג׳ י״ב‏‎ verschieden Tag 3, 12.
‎‏טבת ונקבר יו׳‏‎ Tewet, und begraben Tag
‎‏ד׳ י״ג טבת תצ״ו‏‎ 4, 13. Tewet 496
‎‏לפ״ק תנצב״ה‏‎ der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏בג״ע אי״ו‏‎ 10 im Garten Eden, (mit den Seelen von) Awraham, Jizchak und Jaakow

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 27.12.1735 ; begraben am nächsten Tag
Zl 5: Die Lesung des letzten Wortes ist nicht ganz sicher. Vermutlich handelt es sich um den Namenszusatz "Halevi", der fehlende Buchstabe ‎‏ל‏‎ scheint in klein über dem Wort ergänzt worden zu sein.
Abkürzung Zl 10: Die Lesung und Auflösung der ersten Abkürzung in dieser Zeile ist nicht ganz sicher. Es handelt sich sicher um drei Buchstaben, gefolgt von drei weiteren Buchstaben für die drei Erzväter, Abraham, Isaak und Jakob. Vor allem aus den Memorbüchern sind abschließende Segensformeln mit den Namen der Erzväter (und -mütter) bekannt, in der Regel kombiniert mit dem üblichen Segenswunsch "Seine/ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens" nach 1 Sam 25,29, meist nach folgendem Schema: "Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens mit den Seelen von Abraham, Jizchak und Jaakow, (Sara, Riwka, Rachel und Lea) und den Seelen der übrigen gerechten Männer (und Frauen), die im Garten Eden sind, Amen". Ein vergleichbarer Segenswunsch ist auch hier zu vermuten.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss mit abgerundeten Ecken. Die sorgfältig gearbeiteten Buchstaben der bis auf die mittig gesetzte Kopfzeile rechtsbündig angebrachten Inschrift füllen das gesamte Schriftfeld. Die Abkürzungszeichen wurden in Form von Wellenlinien, Häkchen, Sternchen und Punkten gestaltet. Die vertiefte Schrift war mit dunkler Farbe ausgelegt.
Symbol Die beiden Davidsterne rechts und links des einleitenden Wortes sind hier als Namenssymbole zu verstehen.
Zustand 2013 Der Stein ist in der Mitte diagonal gebrochen. Verwitterungsspuren am Schriftfeld. Die (sicher nicht originale) Farbe in den Buchstaben ist größtenteils abgeplatzt.

Zur Person

David Halevi(?) war Vorsteher und Leiter der jüdischen Gemeinde Hildesheim. Im Schutzbrief von 1708 ist er unter dem Namen David Lev aufgeführt.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab "David Leff" an, er wäre 90 bis 100 Jahre alt und gebürtig aus Meseritz in Polen. Seine Frau, eine Tochter des Chay Nathan, sei bereits verstorben. Bei ihm lebten noch ein verheiratetes Kind und "ein klein Juden Mettgen zu seiner auffwartung". Seine Kinder waren Hertz David, Chay David, Levin David, Pfeiffel David und eine Tochter, die mit Lazarus Isac von Schmalkalden verheiratet war. David Leff hatte ein eigenes Haus und "zehrete von dem seinigen".
Der Sohn Herz David war verheiratet mit der aus Sondershausen stammenden Sara, Tochter des Hoffaktors Alexander Cantor aus Bettenhausen.

Zur Familie

Schwiegersohn: Leiser ben Izek Schmalkalden (Grabstein Nr. 0013 )

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 114.
Sabine F. Bloch: "Von Kassel über Sondershausen nach Strelitz: Der Lebensweg des Schutzjuden und Hoffaktors Alexander Cantor zwischen 1680 und 1715", in: Festschrift Philipp Heidenheim. Beiträge zum Kolloquium "Jüdisches Leben in Thüringen" aus Anlass des 200. Geburtstages des Sondershäuser Rabbiners Prof. Philipp Heidenheim (1814-1906), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge XII), Sondershausen 2016, S. 12-28, hier S. 22 und S. 27, Anm. 40.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 72-77.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0011

 

Schlomo Salman ben Jaakow Chajim [07.06.1749]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמון וצפון ׃איש פ״ו‏‎ ist geborgen und verborgen ein Mann, Vorsteher und Leiter,
‎‏ישר ונאמן ׃ מדבר{נ}א‏‎ aufrecht und getreu, ›Leiter
‎‏דאומתיה ביושר ׃ ה‏‎ seiner Nation‹ in Aufrichtigkeit,
‎‏הינהג שלטנותיה ׃‏‎ 5 er leitete ihre Regierungen,
‎‏ה״ה כ״ה שלמה זלמן‏‎ es ist der geehrte Herr Schlomo Salman,
‎‏ב׳ הר״ר יעקב חיים ז״ל‏‎ Sohn des Meisters, Herrn Jaakow Chajim, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפטר בליל שבת ונקב׳‏‎ verschieden in der Nacht des Schabbats und begraben
‎‏ביום א׳ ך״א סיון‏‎ am Tag 1, 21. Sivan
‎‏תק״ט לפ״ק‏‎ 10 509 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 3f: bKet 17a, bSan 14a

Kommentar

Datierung Gestorben in der Nacht auf Samstag, 07.06.1749 ; begraben am nächsten Tag
Der Monatstag gibt den Sterbetag, nicht den Begräbnistag an.

Stilmittel

Reim auf -n in Zln 2-3 (Binnenreim auf -un in Zl 2), auf -otejha in Zln 4-5.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss und umlaufendem, scharriertem Rand. Kopfformel und Schlußssegen wurden in deutlich größeren Buchstaben ausgeführt. Satztrenner in Form von fünf vertikal angeordneten Punkten.
Zustand 2014 Der Rand ist beschädigt, das Schriftfeld weist erste Verwitterungspuen auf.

Zur Person

Im Schutzbrief von 1708 ist Schlomo Salman ben Jakow Chajim unter dem Namen Salomon Chaim aufgeführt.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab Salomon Chaim an, er sei 60 Jahre alt und in Hildesheim geboren als Sohn des Chaim, seine Frau stamme aus Augsburg. Er habe neun Kinder, von denen vier bereits verheiratet seien, zwei davon nach außerhalb. Zwei Söhne waren in Hildesheim verheiratet: Leiff Salomon Chaim und Feibusch oder Philipp Salamon. Die übrigen fünf Kinder lebten bei ihm, die älteste sei eine Braut und an Nathan Cahns Sohn versprochen. Er besäße ein eigenes Haus, handelte mit Pferden und habe ein "Juden Mettgen".

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
A. Lewinsky: Qadmoniot mipinqasot jeschanim be-Hildesheim, in: HaEschkol V, S. 244-248, hier S. 246 (hebr.).
A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (September 1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 114.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 100-103.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0013

 

Leiser ben Izek Schmalkalden [18.08.1756]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏איש הישר בתורת ד׳‏‎ ein Mann, der Aufrechte in der Lehre des Ewigen,
‎‏[...] מצות וחוקים‏‎ ... Gebote und Gesetze,
‎‏דיין וטובה הקהלה הי׳‏‎ Rabbinatsassessor und Beisitzer der Gemeinde war er,
‎‏ה״ה כ״ה ליזר בן כ״ה‏‎ 5 es ist der geehrte Herr Leiser, Sohn des geehrten Herrn
‎‏אצק שמאלקלדין ז״ל‏‎ Izek Schmalkalden, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפטר ונקבר בשם‏‎ verschieden und begraben ›mit gutem
‎‏טוב ביום ד׳ ך״ב מנח׳‏‎ Namen‹ am Tag 4, 22. Menachem
‎‏תקי״ו לפ״ק‏‎ 516 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 7f: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Mittwoch, 18.08.1756 ;
Zl 1: Hier fehlt vermutlich nur die übliche abgekürzte Einleitungsformel "Hier ist geborgen" oder "Hier ist begraben".
Zl 6: Ligatur aus ‎‏ק‏‎ und ‎‏ל‏‎.
Zl 9: Die Lesung der Jahreszahl ist nicht ganz sicher.
Zl 13: Menachem , "Tröster", ist ein euphemistischer Name für den Trauermonat Aw, in dem der Zerstörung der Jerusalemer Tempel gedacht wird.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Zustand 2014 Das Grabmal ist teilweise stark verwittert, ein Teil der Inschrift konnte nicht mehr entziffert werden.

Zur Person

Leiser ben Izek Schmalkalden, das ist Lazarus Isac, war um 1713 von seiner Geburtsstadt Schmalkalden nach Hildesheim gekommen und hatte hier eine Tochter des David Halevi geheiratet.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab er an, 40 Jahre alt zu sein, als Schmalkalden zu stammen und vor ungefähr 19 Jahren nach Hildesheim gekommen zu sein, wo er mit einer Tochter des alten David Leff verheiratet war. Er habe sechs kleine Kinder, der älteste sei im 15. Lebensjahr. Er habe zwar "weder concession noch privaten schutzbrieff", hätte aber jedes Jahr seinen Anteil am jährlichen Schutzbrief richtig bezahlt. Er handele mit alten Kleidern "undt was Ihme sonst vorkäme". Seiner hebräischen Grabinschrift kann man entnehmen, dass er als offensichtlich frommer und gelehrter Beisitzer und Rabbinatsassessor in Diensten der jüdischen Gemeinde stand.

Zur Familie

Mutter?: Chava, Gattin des Izek (Jüdischer Friedhof Schmalkalden, Grabstein Nr. smk,0049 )
Schwiegervater: David Halevi (Grabstein Nr. 0005 )

Quellen / Sekundärliteratur

A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (September 1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 117f.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 108-111.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0019

 

Mirjam bat Jaakow ⚭ Mosche [29.10.1760]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת חיל צדק׳ עשת׳‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, Wohltätigkeit erwies sie
‎‏כאביגיל ׃ כי טוב סחר׳‏‎ wie Awigail, denn ›gut war ihr Handel‹
‎‏בכוונה כשרה ׃ ה״ה‏‎ in tugendhafter Andacht, es ist
‎‏מרת מרים בת כ״ה‏‎ 5 Frau Mirjam, Tochter des geehrten Herrn
‎‏יעקב ז״ל מבארמבור׳‏‎ Jaakow, sein Andenken zum Segen, aus Barmburg?,
‎‏אשת פ״ו כ״ה משה שי׳‏‎ Gattin des Vorstehers und Leiters, des geehrten Herrn Mosche, er möge leben,
‎‏נפטרת ונקברת ביום‏‎ verschieden und begraben am Tag
‎‏ד׳ י״ט חשון תקך״א‏‎ 4, 19. Cheschvan 521
‎‏לפ״ק‏‎ 10 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 2: Spr 31,10   Zl 3: Spr 31,18

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Mittwoch, 29.10.1760 ;
Zl 6: Die Lesung des Ortsnamens ist nicht eindeutig. Handelt es sich um Bamberg?

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Hohe Stele mit geradem Abschluss. Das Schriftfeld mit im Block gesetzter hebräischer Inschrift und Einleitungsformel und Schlusssegen in größeren Buchstaben wird von stilisierten Blütenranken abgeschlossen.
Zustand 2014 Das Grabmal ist vor allem in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert.

Zur Person

Mirjam war die erste Ehefrau von Moses Hertz. In der "Liste der sämtlichen Judenschaft", die 1759 anlässlich von Tributzahlungen der Juden während des siebenjährigen Krieges erstellt wurde, wird sie mit ihrem Mann, zwei Kindern und einer Magd aufgeführt. Ihr Mann Moses Herz, der nach ihrem Tod erneut heiratete, war Vorsteher der Gemeinde und ist 1769 als "land Vorstehr" und 1775 als Hoffaktor belegt.

Quellen / Sekundärliteratur

A. Lewinsky: "Zur Geschichte der Juden in Hildesheim während des siebenjährigen Krieges", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, II. Jg. (1901), Nr. 2, S. 10-14, hier S. 12.
Anton Rexhausen: Die rechtliche und wirtschaftliche Lage der Juden im Hochstift Hildesheim, Münster 1914, S. 106.
Paul Eltzbacher: Aus der Geschichte meiner Familie, 1928, S. 19.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 132-135.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 1001

 

Zwi Hirsch ben Jizchak Oppenheim [13.07.1762]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏צבי‏‎ Zwi, Pracht
‎‏והפאר [...] לגנוז כ[ ...]‏‎ und Herrlichkeit [...] dem Verwahrten wie [...]
‎‏ומ[...] הדר? ותהילה?‏‎ [...] Glanz? und Ruhm?
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...] הקצין הגאון‏‎ 5 [...] der Einflußreiche, der überragende Gelehrte [...]
‎‏[...] צבי הירש בן‏‎ [...] Zwi Hirsch, Sohn des
‎‏הר״ר יצחק ז״ל אפנהיים [...] ׃ תורתו‏‎ Meisters, Herrn Jizchak, sein Andenken zum Segen, Oppenheim [...]. Seine Lehre
‎‏מאירת [...] נפשו שם בכפו ורץ‏‎ erleuchtete [...] ›sein Leben setzte er ein‹ und (eilte) ›schnell
‎‏כצבי אל שרו[תו?] לשאל גזרת שטנים לבטל‏‎ wie der Hirsch‹ zu seinem Dienste? [...] zu erbitten, ›teuflische Verordnungen aufzuheben‹,
‎‏להציל נפשות מישראל [...]תנו מוכתר בת״ת‏‎ 10 um zu retten Seelen aus Israel [...], gekrönt mit Talmud und Tora,
‎‏לדרוש תורת ה׳ חפצו כל הימים לגמילות חסדים‏‎ die Weisung des Ewigen auszulegen war sein Begehren alle Tage, für Liebeswerke
‎‏וביקור חולים לא מש מכיסו ידיהו ׃ למג[...]‏‎ und Krankenbesuch wich seine Hand nicht aus seinem Beutel, [...]
‎‏הגואל? כל אדם? ומ[...] החזיק מלמדי תלמוד‏‎ des Erlösers? jedes Menschen und [...] unterstützte er Talmudlehrer,
‎‏[...] שמהם תצא תורה‏‎ [...] dass von ihren Tora ausgehe
‎‏[...] ושמ[ירה?]‏‎ 15 [...] und Wacht?,
‎‏נפטר ונקבר ביום כ״ב? תמוז‏‎ verschieden und begraben am 22.? Tag des Tammus
‎‏תקכ״ב לפ״ק נתצב״ה‏‎ 522 der kleinen Zählung. Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 8: Vgl. 1Sam 19,5 u.a.   Zl 8f: Av 5,20 | Zl 9: bSot 10a

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Dienstag, 13.07.1762 ;
Zl 1: Der Name "Zwi" hat auch die Bedeutung "Pracht" und wurde daher hier doppelt übersetzt.
Zl 17: Das Sterbejahr wurde entsprechent der Angabe von Peter Aufgebauer und Heinrich Schnee (s.u.) gelesen. Zvi Asarja (s.u.) gibt als Sterbejahr 1758 an.
Namenskunde Im Jakobsegen vergleicht Jakob seinen Sohn Naftali mit einem springenden Hirsch (Genesis 49,21). Daher kommt die Parallelität der Namen Naftali, Zwi (hebr. für "Hirsch") und des deutschen Hirsch bzw. hier Herschel.

Beschreibung

Lage Das Grabmal steht vermutlich nicht mehr am ursprünglichen Standort, sondern wurde - gemeinsam mit dem der Gattin - an der Friedhofsmauer neu aufgestellt.
Beschreibung Sehr großes aufwändiges Barockgrabmal. Im Giebelfeld steht groß der Name "Zwi" (=Hirsch), wappenartig gerahmt von Ranken, die von zwei auf den Hinterläufen stehenden Hirschen gehalten werden. Die folgende 16-zeilige Eulogie, die das Schriftfeld komplett ausfüllt, ist ebenfalls von Ranken gerahmt.
Symbol Zwei Hirsche als Symbol für den Namen Zwi.
Zustand 2015 Das von zwei Eisenstangen an der Mauer gehaltene Grabmal ist stark verwittert und stark vermoost, die Inschrift konnte nicht mehr vollständig entziffert werden.

Zur Person

Der aus Wien stammende Rabbiner Zwi Hirsch Oppenheim/Herschel Isaak Oppenheimer, der 1732 zum Stiftsrabbiner in Hildesheim berufen wurde, war ein Sohn von Isaak Oppenheimer, welcher ein Stiefsohn des kaiserlichen Hoffaktors und Rabbiners Samson Wertheimer zu Wien gewesen war. Verheiratet war er mit Gnendel, einer Tochter von Joseph Oppenheim und Enkelin von Samson Wertheimer. Damit war er Teil einer reichen und einflussreichen jüdischen Elite, deren familiären Verbindungen über das ganze Reich gespannt waren. Als Hoffaktor des Fürstbischofs Clemens August von Bayern und dessen Kammerrezeptor hatte er alle Staatseinnahmen einzuziehen und die Einkünfte des Bischofs nach Köln oder Bonn zu übermachen. Heinrich Schnee beschreibt seinen Einsatz (nicht nur) für die Hildesheimer Juden: "Als 1735 die unvergleiteten Juden aufgefordert wurden, innerhalb eines halben Jahres das Stift zu verlassen, setzte der Kammeragent im nächsten Jahr die Aufhebung der Ausweisung durch. Im Jahre 1741 verwandte er sich als Prinzipalvorsteher der Juden, gleichfalls mit Erfolg, für die Sarstedter Glaubensgenossen, als diese von den Fleischhauern der Stadt verklagt wurden. [...] Als Maria Theresia in der Drangsal des zweiten Schlesischen Krieges, erbittert über die Hilfe, die König Friedrich II. nach ihrer Meinung von jüdischen Liferanten und Spionen erhielt, die Ausweisung aller Juden aus Böhmen verfügte, verwandte sich Kurfürst Clemens August auf Bitten seines Kammeragenten Oppenheimer durch seinen Gesandten 1745 in Prag sehr warm für die Juden." Zwi Hirsch Oppenheim starb im Jahr 1762, woraufhin seine Witwe für einige Jahre seine Geschäfte weiterführte.
Zvi Asaria schreibt über Rabbiner Hirsch Oppenheim: "Er stammte aus der bekannten reichen Familie Oppenheim aus Wien und trat sehr mutig auf, wenn es um die Angelegenheiten der Gemeinde ging, sorgte für die Schule und besonders für die Armen, für die er eine besondere Herberge und einen Arzt beschaffte. Das Memorbuch lobt ihn nicht nur als einen großen Gelehrten, sondern, wie es heißt, als einen Menschen, der sehr viel Mitgefühl für seine Nebenmenschen hatte: 'Seine Hände waren offen für die Armen und ihre Leiden, wie seine Liebeswerke für die Nahen und Entfernten'."
Der Hildesheimer Rabbiner Abraham Lewinsky veröffentlichte Auszüge aus dem Hildesheimer Memorbuch, darunter auch den Memorbucheintrag für Zwi Hirsch Oppenheim.
Bei Aufgebauer (s.u.) ist der Heirats- und Ehevertrag zwischen Nathan Moses Leidersdorf von Copenhagen und Hanna Oppenheim, Tochter von Rabbiner Zwi Hirsch Oppenheim, aus dem Jahr 1754 abgedruckt (Anhang, Nr. 17; S. 167-172).

Zur Familie

Schwiegermutter: Tolze bat Josef Oppenheim ( 1002 )

Quellen / Sekundärliteratur

Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 139.
Zvi Asaria: Die Juden in Niedersachsen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Leer 1979, S. 339.
Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat. Geschichte und System der Hoffaktoren an deutschen Fürstenhöfen im Zeitalter des Absolutismus, Bd. 3, Berlin 1955, S. 69-72.
Abraham Lewinsky: Qadmoniot miPinkasot jeschanim beHildesheim (hebr.), in: Haeschkol V, S. 244-248.
Abraham Lewinsky: Die Kinder des Hildesheimer Rabbiners Samuel Hameln, in: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, Heft 5 (1900), S. 250-259, hier S. 253, Anm. 7 ( Compact Memory ).
David Kaufmann: Samson Wertheimer, der Oberhoffactor und Landesrabbiner (1658-1724) und seine Kinder, Wien 1888, S. 79f.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 146-153.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0003

 

Zwi Hirsch ben Awigdor Margulies (Hirsch Viktor) [15.04.1766]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏אל‏‎ ›Hinweg
‎‏הלקח שר צבא בישראל‏‎ genommen‹ wurde der Heeresfürst in Israel,
‎‏יועץ אל גבור במלחמ׳ של‏‎ ›Berater Gottes, Held‹ im Kampfe für
‎‏תורה לכד את קרית ספר‏‎ die Tora, der Kirjat Sefer eingenommen hat.
‎‏ה״ה אמ״ו הרב הח׳ הגאון הג׳‏‎ 5 Es ist unser Herr, unserer Lehrer und Meister, der weise Rabbiner, der große überragende Gelehrte,
‎‏מה״ו צבי הירש ב׳ הח׳ של‏‎ unser Lehrer, der Meister, Herr Zwi Hirsch, Sohn des Weisen, von
‎‏אביגדור מרגליות זצ״ל‏‎ Awigdor Margulies, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏אב״ד דקהילתינו נפ׳ ונקבר‏‎ Vorsitzender der Gerichtsbarkeit unserer Gemeinde, verschieden und begraben
‎‏בויו לחודש אייר תקכ״ו‏‎ am sechsten (Tag) des Monats Ijar 526.
‎‏יבוא שלום ינוח על [...]‏‎ 10 ›Er gehe ein zum Frieden, ruhe auf seinem (Lager)‹
‎‏ונשמתו בצרור החיי[ם ...]‏‎ und seine Seele sei im Bündel des Lebens ...
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 1f: 1Sam 4,19;21   Zl 3: Jes 9,5   Zl 10: Jes 57,2

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Dienstag, 15.04.1766 ;
Eine Eulogie mit ungewöhnlich kriegerischem Wortschatz, möglicherweise die Andeutung eines realen Ereignisses im Leben des Rabbiners.
Zl 4: Kirjat Sefer: Biblischer Ortsname, wörtlich: "Stadt des Buches".
Namenskunde Im Jakobsegen vergleicht Jakob seinen Sohn Naftali mit einem springenden Hirsch (Genesis 49,21). Daher kommt die Parallelität der Namen Naftali, Zwi (hebr. für "Hirsch") und das deutsche Hirsch, das hier auch durch das Symbol der beiden Hirsche im Giebelfeld symbolisiert wird. Der biblische Vatersname Awigdor wurde schon früh aufgrund seines Klanges mit dem Namen Viktor verbunden, und so lautete der "deutsche" Name des hier ruhenden Rabbiners: Hirsch Viktor.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluß. Das leicht eingetiefte Schriftfeld ist von einem Rahmen umgeben. Das erste Wort der Inschrift, groß und mittig über die Inschrift gesetzt, wird von zwei reliefierten, auf den Hinterläufen stehenden Hirschen vor Büschen flankiert, die Verzierung am oberen Abschluss erinnert an ein Hirschgeweih.
Symbol Namenssymbol: Zwei Hirsche
Zustand 2014 Der Stein ist verwittert, der Rahmen stark beschädigt, die untere linke Ecke fehlt.

Zur Person

Zwi Hirsch Margulies, auch Hirsch Viktor, war Rabbiner und Vorsitzender der Gerichtsbarkeit im russischen Opotschka und im polnischen Zempelburg gewesen, bevor er im April 1765 als Nachfolger des 1762 gestorbenen Rabbiners, Hoffaktoren und Kammeragenten Herschel Isaac Oppenheimer, sein Rabbineramt in Hildesheim antrat und nur ein Jahr, bis zu seinem Tod im April 1766, ausfüllte. Sein in Wien geborener Vater Awigdor ben Menachem Mendel Margoliot war Rabbiner und Vorsitzender der Gerichtsbarkeit in Chentschin und im Bezirk Krakau gewesen, seine Mutter Rechle Witteles war eine Tochter von Zwi Hirsch Landau im polnischen Opatów. Zwi Hirsch war verheiratet mit Esther, Tochter von Mosche Auerbach aus Wien, Rabbiner in Krotoschin. Ihre Tochter Witusch heiratete Hirsch Mirels in London.

Quellen / Sekundärliteratur

Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 139.
Zvi Asaria: Die Juden in Niedersachsen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Leer 1979, S. 339 (mit falschem Todesjahr, 1786).
L. Löwenstein: "Stammbaum der Familie Mirels-Heller-Fränkel", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, IV (1903), Nr. 1, S. 1-5, hier S. 2, Zeile 25f.; und Nr. 8, S. 113-120, hier S. 116f.
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, hrsg. von Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und David Fraenkel, Göttingen 2005, Bd. 2, S. 844f.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 60-65.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 1002

 

Tolze Izteles bat Schimschon Wertheim ⚭ Josef Oppenheim [18.02.1769]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏גנוזה וטמונה צנועה והגונה חשובה וספונה‏‎ ist verwahrt und geborgen eine Züchtige und Würdige, Angesehene ›und Geachtete‹,
‎‏אשה חכמת לב הרבה מצוה הבאה לידה תקיימנ׳‏‎ ›eine herzensweise Frau‹, viele ›Gebote erfüllte sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit‹,
‎‏דרכיה דרכי נועם נשמות לשון רכה דבריה‏‎ ›ihre Wege waren Wege der Lieblichkeit‹, Seelenwohl (und) ›einfühlsam‹ ihre Worte,
‎‏משמן טוב מפיק רצון מה׳ דרכיה כוננה ׃ אשה‏‎ 5 ›(besser) als gutes Öl‹, ›Gutes gewinnt Wohlgefallen vom Ewigen‹, nach dem Willen ›des Ewigen bereitete sie ihre Wege‹, ›eine
‎‏משכלת עינים עין חמלה ועין חנינה ׃ חוננת‏‎ verständige Frau‹, verständigen Auges, mildtätigen Auges und barmherzigen Auges, ›zugetan
‎‏דלים ונפש רעבה מלא ברכת ה׳ היא תעשר‏‎ den Darbenden‹ und Hungrigen, ›die hungrige Seele füllte sie‹, ›mit der Fülle der Segnungen des Ewigen‹, ›die Segnungen des Ewigen, sie machen reich‹,
‎‏בעין יפה בעתו ׃ עת לעשות לה׳ זו זמן תפלה‏‎ großzügig zur rechten Zeit, ›Zeit, für den Ewigen zu handeln‹ - dies ist die Zeit für ›das Gebet,
‎‏שגורה בפיה ורגיל על לשונה תדברה משפט‏‎ das ihrem Mund geläufig war‹ und ihrer Zunge gewohnt, ›und ihre Zunge redet, was sich gebührt‹, ›Gesetz
‎‏וצדקה ׃ צדקת ה׳ עשתה מנעורה וגם עד‏‎ 10 und Wohltätigkeit‹, ›die Wohltätigkeit des Ewigen führte sie aus‹ ›von ihrer Jugend an, und auch bis
‎‏זקנה ושיבה אל תעזבנה ׃ הלא היא‏‎ ins Alter und Greisenalter ließ sie nicht von ihr ab‹, ist sie doch
‎‏מנורה הטהורה ברה כלבנה ׃ הרבנית מר׳‏‎ ›die reine Leuchte‹, ›schön wie der Mond‹, die Rabbinersgattin, Frau
‎‏טאלצי איצטלת בת [..]ול רבינו?‏‎ Tolze Izteles, Prachtgewand, die Tochter [...] unseres Lehrers?
‎‏כ[...] הוא המאור הגדול הגבירא רבא‏‎ [...], der großen Leuchte, ›des großen Fürsts
‎‏דעמים ומדברנא דאומת׳ הגאון מוהר״ר‏‎ 15 seines Volkes, Leiter seiner Nation‹, des überragenden Gelehrten, unseres Lehrers und Meisters, Herrn
‎‏שמשון ווערטהיים זצ״ל אשת ה[...]א[.]ש‏‎ Schimschon Wertheim, das Andenken des Gerechten zum Segen, Gattin des [...],
‎‏[...] המאור הגדול לממשלה‏‎ [...] des großen Lichts der Regierung,
‎‏הרב מוהר״ר יוסף אופנהיים אב״ד דק״ק‏‎ des Einflussreichen, unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Josef Oppenheim, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit der heiligen Gemeinde
‎‏העלשויא זצ״ל ׃ וה[...] כי טוב מאוד‏‎ Holleschau, das Andenken des Gerechten zum Segen, [...], denn sehr gut
‎‏זה המות [...] ונצחו לתחתונים‏‎ 20 das ist der Tod, [...] und siegten über die Unteren,
‎‏ונפטרת [ביום? ש״ק?] בזקנה ושבע׳ ימים‏‎ und verschieden [am Tag? des heiligen Schabbat?], betagt und ›satt an Tagen‹,
‎‏ונקבר׳ ביום א׳ י״ב ימים לירח אדר ראשון‏‎ und begraben am Tag 1, 12. Tag des Monats Erster Adar
‎‏תקכ״ט לפר׳ קטן ותפלתנו אל שוכן‏‎ 529 der kleinen Zählung. Und unser Gebet zu dem, der
‎‏[...] בשמים? ׃ שתהא נשמתה צרורה‏‎ [in den himmlischen Wohnstätten?] weilt, dass ihre Seele eingebunden sein möge
‎‏בצרור החיים עם נשמת צדיקי יסוד ל‏‎ 25 in das Bündel des Lebens mit den Seelen der ›Gerechten, Fundament der
‎‏עולם ׃ ההולכים מחיל אל חיל ומשלום‏‎ Welt‹, ›die von Tucht zu Tucht wandeln‹ und von Frieden
‎‏אל שלום ׃ עד שיקיצו ורננו שוכני‏‎ zu Frieden, bis ›aufwachen und jubilieren werden die Bewohner
‎‏עפר אמן‏‎ des Staubes‹, Amen

 

  Zl 2: ExR 20   Zl 3: Ex 35,25 | Zl 3: Lekach Tow, Numeri, Nasso, 85b   Zl 4: Spr 3,17 | Zl 4: Spr 25,15   Zl 5: Koh 7,1 | Zl 5: Spr 12,2 | Zl 5: Angelehnt an Ps 37,23   Zl 5f: Spr 19,14   Zl 6f: Spr 28,8 | Zl 7: Ps 107,9 | Zl 7: Dtn 33,23 | Zl 7: Spr 10,22   Zl 8: Ps 119,126   Zl 8f: mBer IV,3 | Zl 9: Ps 37,30   Zl 9f: 2Sam 8,16 u.a. | Zl 10: Dtn 33,21   Zl 10f: Nach Ps 71,17-18   Zl 12: Ex 31,8 u.a. | Zl 12: Nach Hld 6,10   Zl 14f: bKet 17a und bSan 14a   Zl 21: Gen 35,29   Zl 25f: Spr 10,25 | Zl 26: Ps 84,8   Zl 27f: Jes 26,19

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 18.02.1769 ; begraben am nächsten Tag
Für Tolze, die zur jüdischen Elite ihrer Zeit zählte, wurde eine außergewöhnlich lange Inschrift verfasst, die sich leider aufgrund des schlechten Zustands des Grabsteins nicht mehr vollständig entziffern ließ. Die ersten elf Zeilen sind der Eulogie gewidmet, die Tolze als fromme und mildtätige Frau beschreibt. Hier ist die Inschrift so dicht aus einer Vielzahl von Schriftzitaten gewebt, dass fast jedes Wort doppelt gelesen und übersetzt werden muss. Als besonderes Stilmittel beginnt im zweiten Teil jeder Vers mit einem Wort desselben Stammes, mit dem der vorherige Vers endete. Die Tochter eines Rabbiners und Gattin eines Rabbiners, aus einer Hoffaktorenfamilie stammend und mit einem Hoffaktoren vermählt, war Teil einer einflussreichen jüdischen Elite, deren familiären Verbindungen über das ganze Reich gespannt waren. Dies schlägt sich insbesondere in der acht Zeilen umfassenden Titulatur nieder (Zln 12-19). Der Angabe von Sterbe- und Begräbnisdatum folgt ein achtzeiliger abschließender Segenswunsch in Form eines Gebetes der Hinterbliebenen an Gott, der die Seele der Verstorbenen mit den Seelen der anderen Gerechten einbinden möge in das Bündel des Lebens bis zur erhofften Wiederbelebung am Ende der Tage.
Zl 3: Pesikta Sutra (Lekach Tow), Numeri, Wochenabschnitt Nasso 85b u.a.
Zl 4: Einfühlsam, wörtl.: "Ihre Zunge war weich".
Zln 14/15: Dieser Titel erscheint auch in der Inschrift von Samson Wertheimer.
Namenskunde Der Name Tolze leitet sich vom lateinischen dulcis , "süss" ab und ist seit dem Mittelalter als jüdischer Frauenname belegt. Das folgende Wort ist nicht ganz klar. Das in der Abschrift wiedergegebene Wort entspricht einem talmudischen Begriff für ein prächtiges Kleidungsstück, etwa "iztlit", und könnte ein ihr beigegebenes Attribut sein, gewählt aufgrund der Ähnlichkeit der Schreibweise mit dem Namen Tolze. Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine abgeleitete Namensform, vielleicht vom alten deutschen Namen Hitzel, der ebenfalls seit dem Mittelalter bei Jüdinnen belegt ist, etwa "Itzeles".

Beschreibung

Lage Das Grabmal steht vermutlich nicht mehr am ursprünglichen Standort, sondern wurde - gemeinsam mit dem des Schwiegersohnes - an der Friedhofsmauer neu aufgestellt.
Beschreibung Das aufwändig gestaltete Barockgrabmal ist fast genau so groß wie das nebenstehende des Schwiegersohnes. Das einleitende Wort der Kopfzeile ist in großen Buchstaben mittig über die Inschrift gesetzt, wappenartig gerahmt von Ranken, ebenso wie die folgende, 27 Zeilen umfassende Inschrift mit ausführlicher Eulogie.
Schrift Die vertiefte Schrift war wahrscheinlich mit schwarzer Farbe ausgelegt, deren Reste teilweise noch erhalten sind.
Zustand 2015 Das von zwei Eisenstangen an der Mauer gehaltene Grabmal ist stark verwittert und stark vermoost und an den Rändern beschädigt, die Inschrift konnte nicht mehr vollständig entziffert werden.

Zur Person

Tolze war eine Tochter des kaiserlichen Hoffaktors und Rabbiners Samson Wertheimer in Wien aus dessen erster Ehe mit Frumet, Tochter des Isaak Brilin. Am 21. Juli 1706 heiratete sie Joseph Oppenheim, einen Sohn des berühmten mährischen und böhmischen Landesrabbiners David Oppenheim in Prag und Enkel des bekannten Hannoveraner Hofjuden Leffmann Behrens. Zu dem glanzvollen Hochzeitsfest in Wien hatte Samson Wertheimer die gesamte jüdische Gemeinde von Worms, seinem Geburtsort, geladen (Das hebräische Einladungsschreiben ist wiedergegeben bei David Kaufmann, Urkundliches über Samson Wertheimer, Wien 1892, S. 123f.). Spätestens seit 1721 lebte Joseph Oppenheim als kaiserlicher Hoffaktor mit seiner Familie in Hannover und starb dort noch jung im Jahr 1739.
Die Tochter Gnendel war mit dem aus Wien stammenden Herschel Isaak Oppenheimer verheiratet, dessen Vater Isaak wiederum ein Stiefsohn des oben genannten Samson Wertheimer gewesen war. Herschel Oppenheimer wurde 1732 zum Hildesheimer Stiftsrabbiner berufen und war Hoffaktor und Kammerrezeptor des Hildesheimer Fürstbischofs Clemens August von Bayern. Tolze war vermutlich nach dem frühen Tod ihres Gatten zu Tochter und Schwiegersohn nach Hildesheim gezogen; sie überlebte ihren Gatten um dreißig und ihren Schwiegersohn um sieben Jahre und ist wohl weit über achtzig Jahre alt geworden.

Zur Familie

Schwiegervater: Josel Wertheim (Jüdischer Friedhof Worms, Grabstein Nr. wrm,1233 )
Schwiegersohn: Zwi Hirsch ben Jizchak Oppenheim ( 1001 )

Quellen / Sekundärliteratur

Sammy Gronemann: Genealogische Studien über die alten jüdischen Familien Hannovers, Berlin 1913, S. 79.
David Kaufmann: Samson Wertheimer, der Oberhoffactor und Landesrabbiner (1658-1724) und seine Kinder, Wien 1888, S. 80 und S. 95-98.
David Kaufmann: Urkundliches über Samson Wertheimer, Wien 1892, S. 123f.
Bernhard Wachstein: Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien. 2. Teil: 1696-1783, Wien u.a. 1917, S. 143 (bei der Inschrift des Vaters).
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 154-161.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0001

 

Naftali Hirz ben Mosche Kohen [23.09.1775]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש ישר וכשר ׃ כל‏‎ ein aufrechter und tugendhafter Mann, all
‎‏ימיו הלך במישור ׃ מתורה‏‎ seine Tage wandelte er in Geradheit, von der Weisung
‎‏ויראה לא חדל ׃ גמל חסד‏‎ und der Ehrfurcht ließ er nicht ab, Liebeswerk erwies er
‎‏לעני ודל ׃ עסק בצורכי‏‎ 5 dem Armen und dem Geringen, er war beschäftigt mit den Anliegen
‎‏ציבור באמונה ׃ ה״ה אי״א פ״ו‏‎ der Gemeinschaft in Treue. Es ist ›ein gottesfürchtiger Mann‹, der Vorsteher und Leiter,
‎‏התורני המוכתר במעלות‏‎ der Toragelehrte, der bekrönt ist mit Vorzügen
‎‏ומדות כהר״ר נפתלי הירץ‏‎ und Tugenden, der geehrte Meister, Herr Naftali Hirz,
‎‏בן כהר״ר משה כהן ז״ל‏‎ Sohn des geehrten Meisters, Herrn Mosche Kohen, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפטר ביום ש״ק כ״ח אלול‏‎ 10 verschieden am Tage des heiligen Schabbat, 28. Elul
‎‏תקל״ה ונקבר יום א׳ ער״ה‏‎ 535, und begraben Tag 1, Vorabend von Neujahr
‎‏תקל״ו לפ״ק תנצב״ה‏‎ 536 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 6: Ijob 1,1

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 23.09.1775 ; begraben am nächsten Tag

Stilmittel

Reim auf -sch(a/o)r in Zln 2-3, auf -dal in Zln 4-5.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Symbol Segnende Hände
Zustand 2013 Das Schriftfeld ist leicht verwittert, vor allem das Symbol ist nur noch schlecht zu erkennen.

Zur Person

Naftali Hirz, Sohn des Mosche Kohen, ist vermutlich identisch mit Herz Cohn, der in der ersten der drei Listen der Hildesheimer Judenschaft aufgeführt ist, die 1759 anlässlich von Tributzahlungen der Juden während des siebenjährigen Krieges erstellt wurden.

Zur Familie

Ein Bruder war vielleicht Sender Mosche ben Mosche KaZ Hildesheim, der 1739 in Hamburg jung verstarb (Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, Grabstein Nr. hha,2833 ).

Quellen / Sekundärliteratur

A. Lewinsky: "Zur Geschichte der Juden in Hildesheim während des siebenjährigen Krieges", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, II. Jg. (1901), Nr. 2, S. 10-14, hier Se. 12.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 52-55.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0006

 

Mordechai ben Jehoschua Falk Halevi (Marcus Valentin Levi) [24.12.1803]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏ פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אדמ״ו הרב הגאון‏‎ unser Herr, unser Lehrer und unser Meister, der überragende Gelehrte,
‎‏מהור״ר מרדכי בן‏‎ unser Lehrer, der Meister, Herr Mordechai, Sohn
‎‏מה״ו יהושע וולק ז״ל‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Jehoschua Falk, sein Andenken zum Segen,
‎‏הלוי שהי׳ אב״ד פה‏‎ 5 Halevi, welcher Vorsitzender der Gerichtsbarkeit hier
‎‏קהלתינו עשר שני׳‏‎ (in) unserer Gemeinde war zehn Jahre lang,
‎‏נפטר ליל ש״ק ט׳ טבת‏‎ verschieden in der Nacht des heiligen Schabbat, 9. Tewet,
‎‏ונקבר ביום א׳ יוד טבת‏‎ und begraben am Tag 1, zehnter Tewet
‎‏תקס״ד ל׳‏‎ 564 der Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben in der Nacht auf Samstag, 24.12.1803 ; begraben am nächsten Tag
Namenskunde Der alte deutsche Name Falk ist (aus unbekannten Gründen) schon früh als Beiname zum biblischen Jehoschua/Josua belegt. Als bürgerliches Pendant wählte man im 19. Jahrhundert häufig den (in der hebräischen Schreibweise) gleich anlautenden Namen Valentin, während der Name Mordechai aus dem Buch Esther mit Marcus gleichgesetzt wird.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss. Das leicht eingetiefte Schriftfeld mit der mittig gesetzten Inschrift ist von einem Rahmen umgeben.
Zustand 2014 Leichte Verwitterungsspuren am Schriftfeld.

Zur Person

Der 1740 geborene Marcus Valentin Levi, der vermutlich aus Lissa stammte und von Friederica (Dänemark) nach Hildesheim gekommen war, hatte hier die Witwe seines Vorgängers Rabbiner Moses Hirsch Neufeld geheiratet und von 1793 bis zu seinem Tod als Hildesheimer Landesrabbiner gedient.

Zur Familie

Gattin: Hendel M. Valentin Levi ( 0050 )

Quellen / Sekundärliteratur

Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984, S. 139.
Zvi Asaria: Die Juden in Niedersachsen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Leer 1979, S. 339
Biographisches Handbuch der Rabbiner. Hrsg. von Michael Brocke und Julius Carlebach. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutsche, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, bearbeitet von Carsten Wilke, Bd. 2, S. 585, Nr. 1071.
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, hrsg. von Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und David Fraenkel, Göttingen 2005, Bd. 2, S. 845.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 78-81.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0008

 

Binjamin (genannt Wolf) ben Mordechai Peine [16.04.1807]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמון‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ b n ux xii yulmi^m‏‎ in den Annehmlichkeiten der ewigen Welt -
‎‏ i m i n u tum^k abiuni^m‏‎ seine Rechte stützte Bedürftige,
‎‏ b r b [nt^n?] pzr lynii^m‏‎ reichlich Almosen gab er den Armen,
‎‏[ m r d ...] tmi^m‏‎ 5 ... lauter,
‎‏[ k i ? ...] ugm' xsdi^m‏‎ denn? ... und erwies Liebesdienste,
‎‏כ״ה בנימין המכ׳ וואלף‏‎ der geehrte Herr Binjamin, genannt Wolf,
‎‏בן כ״ה מרדכי פאן‏‎ Sohn des geehrten Herrn Mordechai Peine,
‎‏הלך לעולמו יום ח׳‏‎ ›er ging hin in seine Welt‹ Tag 5,
‎‏ח׳ ניסן תקס״ז לפ״ק‏‎ 10 8. Nissan 567 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 9: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 16.04.1807

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-6.
Akrostichon Zln 2-6: Das Namensakrostichon ist nur noch teilweise erhalten. Vermutlich lautete es vollständig: ‎‏בנימין ב׳ רב מרדכי‏‎ / Binjamin, Sohn des Herrn Mordechai .

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluß. Das kartuschenförmige Schriftfeld ist von einem scharrierten Rahmen umgeben, in den Ecken jeweils Viertelblüten (?).
Zustand 2014 Der Grabstein ist am Rand beschädigt, das Schriftfeld ist teilweise stark verwittert.

Zur Person

Benjamin Wolf, Sohn des Mordechai Peine, ist vermutlich identisch mit dem Wolff Peine, der in den drei Listen der Hildesheimer Judenschaft aufgeführt ist, die 1759 anlässlich von Tributzahlungen der Juden während des siebenjährigen Krieges erstellt wurden. In der zweiten, etwas ausführlicheren Liste ist er mit seiner Frau und einer Magd verzeichnet.

Quellen / Sekundärliteratur

A. Lewinsky: "Zur Geschichte der Juden in Hildesheim während des siebenjährigen Krieges", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, II. Jg. (1901), Nr. 2, S. 10-14.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 86-89.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0020

 

Kalonymos (genannt Kalman) ben Pessach Halevi (Kalman Levi Treu) [22.04.1819]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏ q ura durut mraw amnh‏‎ ›er berief die Geschlechter von Anbeginn an‹ ›vom Gipfel Amana's‹,
‎‏ l md bturt alhiu bamunh‏‎ er lernte in der Lehre seines Gottes in Treue,
‎‏ n uby knxl mqur hxkmh‏‎ es fließt wie ein Fluß der Quell der Weisheit,
‎‏ i dy lkt bdr^k tmimh‏‎ 5 er wußte zu wandeln den lauteren Weg,
‎‏ m ywiu iyidu yl cdqt'‏‎ seine Werke bezeugen seine Wohltätigkeit,
‎‏ u wxijh ubdiq' hiu amunt'‏‎ Schächten und Fleischbeschau waren seine Kunst,
‎‏ s upr mhir g^m mxkmtu‏‎ ein kundiger Schreiber von schneller Auffassungsgabe,
‎‏הזקן כ״ה קלנימוס המכונ׳‏‎ der Betagte, der geehrte Herr Kalonymos, genannt
‎‏קלמן בן כ״ה פסח הלוי‏‎ 10 Kalman, Sohn des Pessach Halevi,
‎‏נפטר ביום ה׳ ך״ז ניסן‏‎ verschieden am Tag 5, 27. Nissan
‎‏[ת]קע״ט לפ״ק‏‎ 579 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 2: Jes 41,4 | Zl 2: Hld 4,8

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 22.04.1819 .
Der für seine große Weisheit in besonderer Weise gerühmte Kalman hatte verschiedene Funktionen in der Gemeinde inne: Er war Schächter und Fleischbeschauer, hatte also dafür zu sorgen, dass die halachischen - religionsgesetzlichen - Vorschriften der Kaschrut bezüglich des in der Gemeinde geschlachteten Fleisches eingehalten wurden. Zudem war er ein versierter Schreiber, er fertigte Torarollen und andere religiöse Texte an und diente vielleicht auch als Gemeindesekretär. Das Zitat aus dem Hohelied in der zweiten Zeile könnte darauf hindeuten, dass Kalman auch als Mohel, als Beschneider diente: "Amana" kann auch als "Bund" verstanden werden (vgl. Nehemia 10,1), d.h. der Verstorbene rief die Geschlechter in den Bund Gottes mit dem Volk Israel. Die Grundbedeutung des Wortes ist "Treue" - vielleicht wird hier auch ein Predigeramt angedeutet.
Zl 2: Hier wurden zwei Verse miteinander verknüpft, Jesaja 41,4 und Hoheslied 4,8, so dass das Wort ‎‏מראש‏‎ zweimal übersetzt werden musste, "von Anbeginn an" und "vom Gipfel".
Zl 8: Das Wort ‎‏מהיר‏‎, "kundig" bzw. wörtl. "flink", wurde hier doppelt übersetzt und sowohl auf die Tätigkeit des Schreibers als auch auf das folgende Wort, "Weisheit", "Klugheit", bezogen.
Zl 11: Das nur noch schwer zu entziffernde Sterbedatum wurde durch die Angabe in den Akten bestätigt.
Namenskunde Der Name Kalman ist eine eingedeutschte Form des griechischen Namens Kalonymos, wörtlich "Schöner Name", der schon in der Antike von Griechisch sprechenden Juden übernommen worden war und im 10. Jahrhundert mit der berühmten Familie der Kalonymiden von Italien ins Rheinland kam.

Stilmittel

Reim auf -a in Zln 2-5, auf -to in Zln 6-8 (9?)
Akrostichon in Zeilen 2-8: ‎‏קלנימוס‏‎ / Kalonymos

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Hohe Stele mit geradem Abschluss. Das Schriftfeld mit im Block gesetzter hebräischer Inschrift und Einleitungsformel und Schlusssegen in größeren Buchstaben ist umgeben von einem scharrierten Rahmen.
Symbol Levitenkanne
Zustand 2014 Das Grabmal ist vor allem im unteren Teil stark verwittert.

Zur Person

Kalman Levi Treu, geboren am 13.Mai 1735 in Halle, war Schächter (Schlachter) der jüdischen Gemeinde in Hildesheim. Sein Vater Pessach (Besach, Bernd) Levi stammte aus Rauschenberg in Hessen und hatte in Halle, wo Berend Wolf, ein Bruder seiner Mutter Sara, Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, Ester geheiratet, eine Tochter des Salomon Moses. Kalman Levi Treu starb am 22. April 1819 in Hildesheim.
Kalman Levi Treus besondere Bedeutung liegt in seinem genealogischen Wissen. 1812 verfasste er für den Vorsteher Elias Meyer Freudenthal in Hildesheim in hebräischer Schrift den Stammbaum einer Familie, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Kirchhain bei Marburg gelebt hatte und von deren etwa 300 Nachkommen bis 1812 eine große Zahl in Hildesheim lebte. Zu ihnen gehörte die Familie Kalman Treus selbst, die Familien Freudenthal und Hurwitz, die Familien Warenheim und Warenstädt, vor allem aber die zahlreichen Nachkommen der Hildesheimer Vorsteher und Hoffaktoren Moses Hertz, Benjamin Wolff Hertz und Ruben Wolff Hertz. Kalman Levi Treu dokumentierte deren Familienzweige, ihre überregionale Beziehungen zum Beispiel nach Halberstadt, Halle, Bingen und Kassel und ihre Verwandtschaft zum bekanntesten Sohn der Familie, dem Schriftsteller Elchanan Henle Kirchhan (1666-1757), dessen 1707 in westjiddischer Sprache veröffentlichtes Ethik-Werk Simchat ha-Nefesch ("Freude der Seele") auch im 19. Jahrhundert in den jüdischen Gemeinden weit verbreitet war.

Hinweis  Die biografischen Angaben konnten durch Sabine F. Bloch, München, ergänzt werden.

Quellen / Sekundärliteratur

Niedersächsisches Landesarchiv, HSTAH Hann. 83b 194-196.
Abraham Lewinsky: "Aus dem Hildesheimer Stadtarchive", in: Monatsschrift für die Geschichte der Wissenschaft des Judentums, 1903, Heft 1, 80 ff: Nr. 161, Beilage zu der Heiratsacte des Isaac Hirsch Neufeld und der Sophia Treu. 1815; Nr. 298 (Knochenhauerämter), Die Beschwerde der Knochenhauerämter gegen den Judenschächter Calm Levi und die Juden zu Moritzberg 1791-1805; beiliegend Schriftstück von 1714; Nr. 299 Die Beschwerde des Juden Calm Levi über das Knochenhaueramt wegen Schmälerung der Nahrung 1806-1807.
Sabine F. Bloch und Nathanael Riemer: Parnassim zwischen Kirchhain und Halberstadt. Elchanan Henle Kirchhans Familie im 17. und 18. Jahrhundert. In: De Gruyter / Aschkenas 2015, Bd. 25, Heft 2, S. 365-414.
Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 136-141.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0002

 

Jehuda (genannt Löb) ben Schlomo Herl? [17.06.1820]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ i ra alhi^m aiw hl^k tmi^m‏‎ ein Gottesfürchtiger, ein Mann, ›der lauter wandelte‹,
‎‏ h gh bturtu lilut uimi^m‏‎ er sann über Seiner Lehre Nächte wie Tage,
‎‏ u g^m ysq bgmilut xsdi^m‏‎ auch war er beschäftigt mit Liebeswerken,
‎‏ d yt utbunh bu mtaimi^m‏‎ 5 Wissen und Einsicht trafen in ihm zusammen,
‎‏ h l^k bcdqu lxii yulmi^m‏‎ er ging in seiner Gerechtigkeit ein ins ewige Leben,
‎‏ b ^n mwpxt jubi^m unamni^m‏‎ Sohn einer Familie von Vornehmen und Verlässlichen,
‎‏ k " h ihudh hmk' lib b^n k"h‏‎ der geehrte Herr Jehuda, genannt Löb, Sohn des geehrten Herrn
‎‏ w l m h h r l z c " l ‏‎ Schlomo Herl?, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏נפטר בש״ק פרש׳ קרח‏‎ 10 verschieden am heiligen Schabbat, Wochenabschnitt Korach,
‎‏ונקבר ביום א׳ וי״ו תמוז‏‎ und begraben am Tag 1, sechster Tammus
‎‏תק״ף לפ״ק‏‎ 580 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 2: Ps 15,2

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 17.06.1820 ; begraben am nächsten Tag
Auf Jehuda Löb, Sohn des Schlomo, wurde eine sechs Zeilen umfassende, durchgehend gereimte Eulogie verfasst. Zu Beginn der Zeilen sind einzelne Buchstaben etwas größer gesetzt und durch einen Punkt hervorgehoben: Sie ergeben von oben nach unten gelesen den Namen des Verstorbenen im Akrostichon.
Zl 9: Der Familien- oder Beiname des Vaters ist nicht ganz sicher.
Zl 10: Die Parascha "Korach", der auf den Sterbetag fallende Abschnitt des einjährigen Zyklusses der sabbatlichen Tora-Lesung im Synagogengottesdienst, umfasst die Verse Numeri 16,1-18,32.
Namenskunde Jehuda wurde Löb genannt. Dieser Name geht auf den Jakobssegen zurück, dort vergleicht Jakob seinen Sohn Jehuda mit einem Löwen (Genesis 49,9). Daher kommt die Parallelität des biblischen Namens Jehuda mit dem hebräischen Arje , "Löwe", und dem deutschen Löb, Löw und Leib.

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-7.
Akrostichon in Zeilen 2-9: ‎‏יהודה בן כה שלמה הרל זצל‏‎ Jehuda, Sohn des geehrten Schlomo Herl?, das Andenken des Gerechten zum Segen

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss und schmalem, scharriertem Rand. Das Schriftfeld ist von einem Rahmen umgeben, in den Ecken verziert mit Viertelrosetten. Kopf- und Fußzeile der hebräischen Inschrift sind durch größere Buchstaben hervorgehoben.
Zustand 2013 Das Schriftfeld ist in der Mitte verwittert.

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer, Nathanja Hüttenmeister: Lebenszeichen, Jüdische Grabsteine als Zeitzeugen (Veröffentlichungen des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins e.V,., Sonderband), Hildesheim 2017, S. 56-59.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0037

 

Jaakow ben Mosche (Jacob Mose Hertz) [1821]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Jacob Mose
Hertz
1821
  Rückseite
‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ i wiw aiw nkbd zq^n uwby imi^m‏‎ 5 ein Hochbetagter, ein geehrter Mann, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏ y bd at qunu birah ubtmi^m‏‎ er diente seinem Schöpfer in Ehrfurcht und Lauterkeit,
‎‏ q rua lxbr' qd' gmilt {x}sdi^m‏‎ berufen zur Heiligen Bruderschaft für wohltätige Liebesdienste,
‎‏ b ^n jubi^m uanwi mkubdi^m‏‎ ›ein Sohn von Guten‹ und hochgeehrten Leuten,
‎‏כ״ה יעקב בן כ״ה משה נפטר‏‎ der geehrte Herr Jaakow, Sohn des geehrten Herrn Mosche, verschieden
‎‏[־־־]‏‎ 10 [---]

 

  Zl 5: Gen 35,29   Zl 8: bKet 66a, 67b

Kommentar

Datierung Gestorben 1821
Zl 7: Ein Buchstabe fehlt.
Zl 8: "Sohn von Guten": aus vornehmer Familie.

Stilmittel

Reim auf -mim in Zln 5-6, auf -dim in Zln 7-8.
Akrostichon in Zeilen 5-8: ‎‏יעקב‏‎ Jaakow

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem doppelbögigen Abschluß, der auf der Vorderseite in der Mitte in drei reliefierte Blätter ausläuft, auf der mit schmalem scharrierten Rand umgebenen Rückseite in zwei Voluten. Das Schriftfeld hinten ist vertieft, die deutsche Inschrift ist in einzelnen vertieften Schriftfeldern angebracht, die Schrift ist jeweils erhaben. Das nebenstehende Grabmal ( 0036 ) ist sehr ähnlich gestaltet. Möglicherweise wurde das Grabmal falsch herum neu aufgestellt: Die umstehenden Grabsteine aus der selben Zeit sind auf der Vorderseite hebräisch beschriftet, deutsche Inschriften befinden sich, soweit vorhanden, auf den Rückseiten.
Schrift erhaben
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Schriftfeld ist stellenweise stark verwittert, das Grabmal ist tief eingesunken, mehrere Zeilen der hebräischen Inschrift sind im Boden verborgen.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0036

 

Lea Hendel ⚭ Schmuel Meierhof [09.01.1822]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ h awh xwubh uhnyim'‏‎ die angesehene und angenehme Frau,
‎‏ y qrt hbit uhtmimh‏‎ ›Walterin des Hauses‹ und die Lautere,
‎‏ n yi^m bmywih hiwri^m‏‎ liebenswürdig in ihren aufrechten Taten,
‎‏ d r bmrumi^m lqxh‏‎ 5 der in den Höhen wohnt nahm sie hinweg,
‎‏ l hnuth mziu wkintu‏‎ um sie zu erfreuen mit dem Glanz seiner Einwohnung,
‎‏מ׳ לאה הענדל אשת‏‎ Frau Lea Hendel, Gattin des
‎‏כ׳ שמואל מייערהאף‏‎ geehrten Schmuel Meierhof,
‎‏נפטרת בש״ט יום ג׳ ט״ו טבת‏‎ verschieden ›mit gutem Namen‹ Tag 3, 15. Tewet,
‎‏ונקברת יום ד׳ ט״ז טבת תקפ״ב לפ״ק‏‎ 10 und begraben Tag 4, 16. Tewet 582 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 3: Ps 113,9   Zl 9: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 09.01.1822 ; begraben am nächsten Tag

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏הענדל‏‎ Hendel

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem doppelbögigen Abschluß, der auf der Vorderseite in der Mitte in drei reliefierte Blätter ausläuft, auf der mit schmalem scharrierten Rand umgebenen unbeschrifteten Rückseite in zwei Voluten. Das Schriftfeld ist vertieft, die Schrift erhaben. Das nebenstehende Grabmal ( 0037 ) ist sehr ähnlich gestaltet.
Schrift erhaben
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Schriftfeld ist stellenweise verwittert.

Zur Person

Lea Hendel Israel und ihr Mann, der Trödelhändler Samuel Meyerhof, waren Eltern von fünf Kindern: Meyer (1780-1859), Israel (1783-1865), Abraham (1790-1843), Jette (1786-1852) und Betty, verh. Cohn (geb. 1795), die ihnen zusammen 29 Enkelkinder schenkten.

Zur Familie

Gatte: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Söhne: Abraham Meyerhof ( 0089 ), Israel Meyerhof ( 0136 ); Meyer Meyerhof ( 0149 )
Tochter: Jette Meyerhof ( 0113 )
Enkel: Mylius Meyerhof ( 0040 ), Sohn von Israel Meyerhof

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0035

 

Gittel bat Awigdor Bernheimer ⚭ Jechiel SeGaL (Götte Strauswasser) [18.01.1822]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה צנועה מ׳‏‎ die züchtige Frau, Frau
‎‏גיטל בת כ׳ אביגדור‏‎ Gittel, Tochter des geehrten Awigdor
‎‏בערנהיימער אשת‏‎ Bernheimer, Gattin des
‎‏[...] כ״ה יחיאל סג״ל ב[...]‏‎ 5 [...] des geehrten Herrn Jechiel SeGaL [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[... הלכה] לעולמה‏‎ [... ›sie ging hin] in ihre Welt‹
‎‏[...] כ״ח ט[בת ...]‏‎ [...] 28. T[ewet ...]
‎‏לפ״ק‏‎ 10 der kleinen Zählung.
‎‏[...]‏‎ [...]
  Rückseite
Hier ruht
Götte Strauswasser
starb [d.?] 18ten Ian:
[18]22 15

 

  Zl 8: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 18.01.1822 ; (s.u.)
Der 18. Januar 1822 entspricht dem 25. Tewet 5582.

Beschreibung

Material Gelblicher Sandstein
Beschreibung Stele mit Kleeblattbogen, auf der Vorderseite in Voluten endend. Schmaler scharrierter Rahmen.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist sehr stark verwittert, vor allem im unteren Teil ist die Inschrift stark ausgewaschen und nicht mehr vollständig zu entziffern.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0153

 

Mosche Moschel ben Elkana (Möschel Elkan) [11.04.1822]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏כתר תורה‏‎ - ›Krone der Tora‹ -
‎‏ m wh aiw yniu : xkmtu hair pniu :‏‎ ›Mosche, ein demütiger Mann‹, ›seine Weisheit erleuchtete sein Antlitz‹,
‎‏ w hih cdiq tmi^m : zq^n uwby imi^m :‏‎ welcher ›gerecht und lauter war‹, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏ h "h aduninu murinu urbinu gau^n yuznu hrb‏‎ 5 es ist unser Herr, unser Lehrer, unser Meister, der überragende Gelehrte, unsere Macht, der Rabbiner,
‎‏המאור הגדול מתנהג בחסידות ׃ בנגלה‏‎ ›die große Leuchte‹, (welcher) sich verhielt in Frömmigkeit, im Offenbaren
‎‏ובנסתר לו עשר ידות ׃ מה״ו משה מושיל‏‎ und im Verborgenen ›hatte er zehn Anteile‹; unser Lehrer, der Meister, Herr Mosche Moschel,
‎‏זצ״ל בן מה״ו אלקנה אב״ד בקהילתנו ׃‏‎ das Andenken des Gerechten zum Segen, Sohn unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Elkana, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit in unserer Gemeinde,
‎‏שנים עשר שנה היה משה רועה נאמן‏‎ zwölf Jahre war Mosche ein getreuer Hirte
‎‏לעדתנו ׃ עד יום שביעי של פסח ׃ משה‏‎ 10 unserer Gemeinschaft, bis zum siebten (Tag) von Pessach: Mosche
‎‏עבר מתוך הים זועף עולם הזה לעלמא‏‎ durchquerte das zornige Meer dieser Welt zur ›Welt
‎‏דקשוט בקדושה ובטהורה בשנת‏‎ der Wahrheit‹ in Heiligkeit und in Reinheit im Jahr
‎‏ m w h b ^n m a h y l h l d ' lp"q‏‎ "›Mosche stieg im Alter von hundert‹ (Jahren) zum Ewigen empor" (582) der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 2: Av 4,13   Zl 3: Num 12,3 | Zl 3: Koh 8,1   Zl 4: Gen 6,9 | Zl 4: Gen 35,29   Zl 6: Gen 1,16   Zl 7: 2Sam 19,24   Zl 11f: Tan Lev, emor 2   Zl 13: Dtn 34,7

Kommentar

Datierung Gestorben am Donnerstag Abend, 11.04.1822
Die Eulogie auf Rabbiner Möschel spielt mit Zitaten und Anspielungen auf den biblischen Namensgeber Moses.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 3-5: ‎‏משה ‏‎ Mosche

Beschreibung

Symbol Krone (siehe dazu Kommentar bei 0152 )
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert.

Zur Person

Der am 2. August 1739 im ostgalizischen Brody geborene Rabbiner Möschel Elkan lebte seit ca. 1779 in Kassel. 1790 wurde er zum Rabbiner in Peine berufen und unter dem Königreich Westphalen im April 1808 durch das Konsistorium der Israeliten zum Unterrabbiner in Hildesheim eingesetzt, dem Braunschweiger Rabbiner Eger unterstellt. Verheiratet war er mit der 1761 in Offenbach geborenen Nanette, Tochter des Nathan Weißenburg, die in Beverungen starb.

Quellen / Sekundärliteratur

Biographisches Handbuch der Rabbiner. Hrsg. von Michael Brocke und Julius Carlebach. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutsche, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, bearbeitet von Carsten Wilke, Bd. 1, Nr. 277 .

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0025

 

Rösche bat Izek Edel ⚭ Izek Sichel (Röschen Sichel geb. Edel) [20.11.1824]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמונה‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה חשובה הצנועה‏‎ die angesehene Frau, die Züchtige,
‎‏בטח בה לב בעלה וכל‏‎ ›auf sie vertraute das Herz ihres Gatten‹ und all
‎‏בניה א״ח מרת ריזכה ב״כ‏‎ ihrer Kinder, ›die tüchtige Gattin‹, Frau Rösche, Tochter des geehrten
‎‏איצק עדעל אשת כ׳ איצק‏‎ 5 Izek Edel, Gattin des geehrten Izek
‎‏זיכעל נפטרת בש״ק כ״טית‏‎ Sichel, verschieden am heiligen Schabbat, neunundzwanzigster
‎‏חשון ונק׳ למחר׳ ר״ח כסלו‏‎ Cheschvan, und begraben am Tag darauf, Neumond Kislev
‎‏תקפ״ה לפ״ק ׃ תנצב״ה‏‎ 585 der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Röschen Sichel
geb: Edel 10
gest: am 24. Nov.
1824

 

  Zl 3: Spr 31,11   Zl 4: Spr 31,10

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 20.11.1824 ; begraben am nächsten Tag; (s.u.)
Die Angabe des Sterbedatums in der deutschen Inschrift weicht um vier Tage von der Angabe in der hebräischen Inschrift ab.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit trapezförmigem Abschluß und umlaufenden Band aus Blätterranken.
Schrift vertieft; Deutsch: Kursive
Ornament florale Verzierung, insbesondere Blätterranken
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der unteren Hälfte stellenweise stark verwittert.

Zur Familie

Mutter: Rosalie Edel geb. Steinthal ( 0091 )
Bruder: Herz Itzig Edel ( 0084 )
Gatte: Itzig Sichel ( 0118 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0043

 

Löb (Levi [..]lster) [1826]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמון‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ l ar^c mjh aiw t^m uiwr‏‎ unten in der Erde ›ein lauterer und aufrechter Mann‹,
‎‏ i ca myulmu [u]bysqu kwr‏‎ er ging hinweg aus seiner Welt, in seinem Werke tugendhaft,
‎‏ b [u?] lrwt bar^c hxii^m‏‎ um dort? ›im Lande des Lebens‹ in Besitz zu nehmen
‎‏[...]ים‏‎ 5 [...]
‎‏[... נפ]טר ביום‏‎ [...] verschieden am Tag
‎‏[...] ונקבר ביום [...] בו‏‎ [...] und begraben am Tag [...] desselben,
‎‏תקפ״ז לפ״ק תנצב״ה‏‎ 587 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Levi [..]lster 10
gest. [im ] Lebens
[jahr]

 

  Zl 2: Ijob 1,8   Zl 4: Jes 38,11

Kommentar

Datierung Gestorben 1826 ; (s.u.)
Das Grabmal aus dem Jahr 587 steht neben einem Grabmal vom 18. Elul 586, dem 20. September 1826 ( 0044 ), vermutlich starb Levi im Herbst 1826 oder Frühjahr 1827.

Stilmittel

Reim auf -sch(a/e)r in Zln 2-3, auf -(aj?)im in Zln 4-5.
Akrostichon in Zeilen 2-4: ‎‏ליב‏‎ Löb

Beschreibung

Material Gelbgrauer Sandstein
Beschreibung Stele mit eingezogenem Flachen Dreiecksgiebel mit eckigen Akroterien. Die deutsche Inschrift auf der Rückseite ist aufgemalt.
Schrift Deutsch: Aufgemalt
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die hebräische Inschrift im unteren Teil ist fast völlig ausgewaschen und stellenweise verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0044

 

Mordechai Meyerhoff (M. Meyerhoff) [20.09.1826]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏ m nuxt wlu^m laiw‏‎ ist die friedliche Ruhestätte eines Mannes
‎‏ r b pyli^m uira alqi'‏‎ ›reich an Werken‹ und den Ewigen ehrführchtend,
‎‏ d bq bqunu [yd] asupu‏‎ er haftete an seinem Schöpfer bis an sein Ende,
‎‏ k wru h[...]l zkutu‏‎ 5 seine Tugendhaftigkeit [...] sein Verdienst,
‎‏ i um^m ulil[...]dburu?‏‎ tags und nachts [...] seine Rede?,
‎‏כ׳ מרד[כי מיי]ערהאף‏‎ der geehrte Mordechai Meyerhoff,
‎‏הנפטר בש״ט יום ד׳ ח״י‏‎ der verschieden ist ›mit gutem Namen‹ Tag 4, 18.
‎‏אלול תקפ״ו לפ״ק‏‎ Elul 586 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
M. Meyerhoff

 

  Zl 3: 2Sam 23,20   Zl 8: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 20.09.1826

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏מרדכי‏‎ Mordechai

Beschreibung

Material Gelbgrauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit leicht eingezogenem Segmentbogenabschluss. Die deutsche in Inschrift in Kursive ist in ein ovales Medaillon eingeschrieben.
Zustand 2017 Das am rechten Rand beschädigte Grabmal ist vor allem auf der Vorderseite im mittleren und unteren Schriftfeld stark verwittert, die hebräische Inschrift teilweise verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0042

 

Medle ⚭ Salman B"B (Marianne Rosenfeldt geb. Hirsch) [1827]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏קבורת האשה חשוב׳‏‎ ist die Grabstätte der angesehenen Frau,
‎‏וצנועה בכל דרכיה‏‎ der Züchtigen in all ihren Wegen,
‎‏יראת ה׳ היתה אוצרה‏‎ ›die Ehrfurcht des Ewigen war ihr Schatz‹,
‎‏מרת מעדלה אש׳‏‎ 5 Frau Medle, Gattin des
‎‏כ״ה זלמן ב״ב ז״ל‏‎ geehrten Herrn Salman B"B, sein Andenken zum Segen,
‎‏ה[נפטרת בש״ט?] יו׳‏‎ die verschieden ist ›mit gutem Namen‹? Tag
‎‏א[...] לפ״ק‏‎ 1 [...] der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Marianne Rosenfeldt 10
geb. Hirsch

 

  Zl 4: Jes 33,6   Zl 7: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben 1827 ? (s.u.)
Das Grabmal steht zwischen einem Grabstein aus dem Jahr 5587 (2.10.1826 - 21.09.1827) ( 0043 ) und einem Stein vom 11. Februar 1828, höchstwahrscheinlich starb Marianne Rosenfeldt in diesem Zeitraum.
Abkürzung Zl 6: Der Beiname des Gatten ist abgekürzt mit "B.B.". Dies könnte für einen Herkunftsnamen stehen, wie z.B. "Bamberger", oder (da der Familienname in der deutschen Inschrift ja schon mit "Rosenfeldt" angegeben ist), für "Sohn des B." (Binjamin, Baruch, ...).

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit Giebelabschluß aus einem kleinen Rundbogen zwischen zwei großen Bögen.
Zustand 2017 Das Grabmal ist vor allem im unteren Teil sehr stark verwittert, die Inschrift dort völlig ausgewaschen; der Text konnte teilweise nach historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0041

 

Bluma bat Natan ⚭ Binjamin Seew Wolf [11.02.1828]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמונה‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ b qbr hawh gumlt xs'‏‎ im Grabe eine Frau, die Liebeswerk erwies
‎‏ l ynii^m jubi' hith zqnh‏‎ den guten Armen, sie war betagt
‎‏ u wby imi^m hcnuy' xsd'‏‎ und ›satt an Tagen‹, die Züchtige, Fromme,
‎‏ m rt blumh bt r' nt^n aw'‏‎ 5 Frau Bluma, Tochter des Herrn Natan, Gattin
‎‏ h r"r bnimi^n zab h' uual^p‏‎ des Meisters, Herrn Binjamin Seew, genannt Wolf,
‎‏נפטרת ליל ב׳ כ״ו שבט‏‎ verschieden in der Nacht 2, 26. Schwat,
‎‏ונקב׳ יום ז״ך בו תקפ״ח לפ״ק‏‎ und begraben am 27. Tag desselben, 588 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 4: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben in der Nacht auf Montag, 11.02.1828 ; begraben am nächsten Tag
Zl 8: Die Buchstaben der Monatstagangabe wurden vertauscht und bekommen so die zusätzliche Bedeutung "rein".

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏בלומה‏‎ Bluma

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit flachem Dreiecksgiebelabschluß, verziert mit drei kleinen Blüten, und vertieftem Schriftfeld mit umlaufendem scharriertem Rahmen. Die etwas größeren Buchstaben des Akrostichons sind ebenfalls mit kleinen Blüten markiert - jeweils vermutlich Anspielungen auf den Namen "Bluma".
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Leichte Beschädigungen am Rahmen.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0040

 

Meir ben Israel (Mylius Meyerhof) [08.12.1828]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏עד הגל הזה לאיד‏‎ ›Zeuge sei dieser Hügel‹ ›für das Unglück‹
‎‏ועדה המצבה למעצבה‏‎ und ›Zeugin sei diese Stele‹ ›für die Pein‹,
‎‏תחתם שוכן עלם תמים דעים‏‎ unter ihnen ruht ein Jüngling, ›vollkommen an Einsicht‹,
‎‏נקטף עודהו באבו‏‎ ›gepflückt noch in seiner Blüte‹.
‎‏אהה! ספדו אהובים ורעים‏‎ 5 Ahh! Es betrauerten ihn Liebende und Freunde,
‎‏פנינה אבדנו בחבו‏‎ eine Perle ist uns verloren gegangen an seinem Schoß,
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏על׳ בן חמש ע[שרה ש]נה‏‎ ein Jüngling von fünfzehn Jahren,
‎‏הה! קדרות ואבל לבשו‏‎ 10 Wehe, in ›Dunkelheit‹ und Trauer kleideten sie sich,
‎‏מאיר בנו ישראל‏‎ Meir, der Sohn des Israel,
‎‏נרו נדעך פה עוד לא יאיר‏‎ seine Kerze erlosch, hier wird sie nicht mehr leuchten,
‎‏אך שמח כשחר בבוקר יעיר‏‎ doch glücklich wie die Morgenröte ›wird er am Morgen erwachen‹,
‎‏פה? שמשו בא עוד‏‎? [...]‏‎ hier ist seine Sonne untergegangen, noch [...]
‎‏[־־־]‏‎ 15 [---]
  Rückseite
Hier ruht
Mylius Meyerhof
geboren
am 4ten Kislef 5574
gestorben 20
am 2ten Tebeth 5589

 

  Zl 1: Gen 31,52 | Zl 1: Spr 17,5   Zl 2: Gen 31,52 | Zl 2: Jes 50,11   Zl 3: Ijob 37,16   Zl 4: Ijob 8,12   Zl 10: Jes 50,3   Zl 13: Jes 50,4

Kommentar

Datierung Geboren Samstag, 27.11.1813; gestorben Montag, 08.12.1828
Ein prächtiger Grabstein und eine aufwendig gereimte Eulogie voller Trauer um den frühen Verlust eines nur fünfzehnjährigen jungen Mannes, den der Text mit einer Perle und die Darstellung im Giebel mit einer perlenbesetzten Krone vergleicht, die hier nach den Sprüchen der Väter (4,13) nicht nur als "Krone des guten Namens", sondern auch als "Krone der Tora" für die Gelehrigkeit dieses "an Einsicht volkommenen" Jünglings zu deuten ist. Doch die Eulogie ist auch voller Hoffnung auf die Wiederbelebung am Ende der Tage: "Glücklich ... wird er erwachen" - symbolisiert durch den Schmetterling, ein Symbol für die Metamorphose der Seele, die sich nach dem kriechenden Dasein als Raupe auf Erden nun gen Himmel zum künftigen Leben erhebt.

Stilmittel

Reim auf -e'im in Zln 3+5, auf -abo in Zln 4+6

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit Giebel aus drei kleinen Bögen über zwei großen Voluten, darin eine große reliefierte Krone über einem kleinen Schmetterling.
Symbol Krone; Schmetterling
Zustand 2017 Das eingesunkene Grabmal ist vor allem in der Mitte sehr stark verwittert, die Inschrift teilweise verloren. Mindestens zwei Zeilen der hebräischen Inschrift sind im Boden verborgen.

Zur Familie

Großvater: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Großmutter: Lea Hendel, Gattin des Schmuel Meyerhof ( 0036 )
Vater: Israel Meyerhof ( 0136 )
Mutter: Hendel Meyerhof geb. Berend ( 0137 )
Bruder: Max Meyerhof ( 0121 )
Der 1813 geborene Mylius Meyer Meyerhof war ein Sohn von Israel Meyerhof und Henriette geb. Berend.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0054

 

Elasar Halevi Appel ben Mosche Halevi (L.M. Appel) [29.01.1829]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ a iw ira i' uiwr pylu‏‎ ein Mann, gottesfürchtig und aufrecht sein Tun,
‎‏ l mwpxt lui hith dglu‏‎ für die Familie Levi (wehte) sein Banner,
‎‏ y bd r[cu^n? qu?]nu ugalu‏‎ ein Diener dem Willen? seines Schöpfers? und Erlösers,
‎‏ z h mnt [...] kl ymlu‏‎ 5 dies ist der Anteil [...] all seines Mühens,
‎‏ r ah b[...]i^m lhyilu‏‎ er sah [...],
‎‏כ׳ אלעזר הל[וי] אפעל בן כ״ה‏‎ der geehrte Elasar Halevi Appel, Sohn des geehrten Herrn
‎‏משה הלוי נפטר ביום ה׳ כ״ה‏‎ Mosche Halevi, verschieden am Tag 5, 25.
‎‏שבט ונקבר למחרתו עש״ק‏‎ Schwat, und begraben am Tag darauf, Rüsttag des heiligen Schabbat,
‎‏כ״ו בו תקפ״ט לפ״ק‏‎ 10 26. desselben 589 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
L.M.
Appel

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 29.01.1829 ; begraben am nächsten Tag

Stilmittel

Reim auf -lo in Zln 2-6.
Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏אלעזר‏‎ Elasar

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss, im Giebelfeld ein ovales Medaillon im reliefierter Levitenkanne auf flacher Schale. Die deutsche Inschrift auf der Rückseite ist in ein ovales Medaillon eingeschrieben.
Schrift Deutsch: Kursive
Symbol Levitenkanne
Zustand 2017 Das Grabmal ist vor allem in der Mitte stark verwittert, die hebräische Inschrift stellenweise verloren.

Zur Familie

Gattin: Jeanette Appel ( 0070 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0045

 

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ a iw zq^n uwby imi^m‏‎ ein Mann, betagt und ›satt an Tagen‹,
‎‏ i wiw [... u]hl^k btmi^m‏‎ hochbetagt [...] wandelte er in Lauterkeit,
‎‏ c diq [...] hxii^m‏‎ ein Gerechter [...] des Lebens,
‎‏ q ra[...]mii^m‏‎ 5 [...]
‎‏ה״ה [...]...‏‎ ist [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...] מנחם [...]‏‎ [...] Menachem [...]
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 2: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben um 1830 ; (s.u.)
Aufgrund der Lage handelt es sich vermutlich um einen Grabstein aus der zweiten Hälfte der 1820 oder vom Anfang der 1830er Jahre.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-5: ‎‏איצק‏‎ Izek

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Grabmal mit eingezogenem Korbbogenabschluß zwischen großen Eckakroterien. Der Giebel ist mit drei kleinen Rosetten geschmückt, darunter zwei fein reliefierte blühende Zweige.
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist sehr stark verwittert, ein Teil der Inschrift ist verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0046

 

Leiser [...] Fränkel ben Schalom (Lazar Salom Fränkel) [1830]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמון‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ a iw puyl cdq uhul^k tmi^m :‏‎ ein Mann, der ›Wohltat wirkt‹ und lauter wandelt,
‎‏ l bbu hih n[...] balhiu :‏‎ sein Herz war [...] an seinen Gott,
‎‏ y sq bmu"m bamt kl imiu :‏‎ er war beschäftigt in Handel und Wandel in Wahrheit all seine Tage,
‎‏ z q^n nwua pni^m uwby imi^m :‏‎ 5 betagt, ›hochangesehen‹ und ›satt an Tagen‹,
‎‏ r aw umnhig hih lydtu :‏‎ Haupt und Leiter war er seiner Gemeinschaft,
‎‏ l ybudt qunu hih hlktu‏‎ zum Dienst an seinem Schöpfer war sein Wandeln,
‎‏ i diu uyinu lal amunh‏‎ seine Hände und Augen auf den Gott der Treue gerichtet,
‎‏ z at hith lu mat h' lmnh‏‎ dies wurde ihm vom Ewigen gewährt als sein Anteil,
‎‏ r ^c lmcuh [...]nh‏‎ 10 er eilte zur Gebotserfüllung [...],
‎‏ה״ה פו״מ כ״ה ליזר [...] פרענקל בן כ״ה‏‎ es ist der Vorsteher und Leiter, der geehrte Herr Leiser [...] Fränkel, Sohn des geehrten Herrn
‎‏שלום‏‎ [...]‏‎ Schalom [...]
‎‏[־־־]‏‎ [---]
  Rückseite
Lazar Salom
Fränkel 15
Gestorben
im 84sten
Lebensiahre

 

  Zl 2: Ps 15,2   Zl 5: vgl. Jes 9,14 | Zl 5: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben um 1830 ; (s.u.)
Aufgrund der Lage handelt es sich vermutlich um einen Grabstein aus der zweiten Hälfte der 1820 oder vom Anfang der 1830er Jahre.

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2+5, auf -av in Zln 3-4, auf -ato in Zln 6-7, auf -na in Zln 8-10 (Reimschema: abb acc ddd).
Akrostichon in Zeilen 2-10: ‎‏אלעזר ליזר‏‎ Elasar Leiser

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit geschweiftem Segmentbogenabschluß, über der in größeren Buchstaben ausgeführten Kopfzeile zwei Zweige. Die deutsche Inschrift auf der Rückseite ist in Kapitälchen ausgeführt und in ein ovales Medaillon eingeschrieben.
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das eingesunkene Grabmal ist im unteren Teil stark verwittert.

Zur Familie

Gattin: Jeanette Fränkel geb. Levy ( 0048 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0052

 

Bluma bat Izek Warendorf ⚭ Mosche Levi Holländer (B. Holländer geb. Warendorf) [01.01.1830]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמנת האשה‏‎ ist geborgen die Frau,
‎‏ b jx bh kl imi xiih‏‎ auf sie vertraute alle Tage ihres Lebens
‎‏ l b bylh ukl bnih‏‎ das Herz ihres Gatten und all ihrer Kinder,
‎‏ u mpnini^m rxq mkrh‏‎ 5 ›höher als Perlen ihr Wert‹,
‎‏ m ywih jubi^m uiqrh‏‎ ihre Taten waren gut und teuer,
‎‏ h lncx ikbh nrh?‏‎ wird jemals ›ihre Kerze verlöschen‹?
‎‏מרת בלומה בת כ״ה איצק וו״ד‏‎ Frau Bluma, Tochter des geehrten Herrn Izek Warendorf,
‎‏אשת כ״ה משה לוי האלענדר‏‎ Gattin des geehrten Herrn Mosche Levi Holländer,
‎‏נפטרת בעש״ק ו׳ טבת ונקברת‏‎ 10 verschieden am Rüsttag des heiligen Schabbat, 6. Tewet, und begraben
‎‏ביום א׳ חי״ת בו תק״ץ לפ״ק‏‎ am Tag 1, achter desselben, 590 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
B. Holländer
geb. Warendorf

 

  Zl 5: Spr 31,10   Zl 7: Nach Spr 31,18

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 01.01.1830 ; begraben am übernächsten Tag
Zl 7: Die Verwendung deutscher Satzzeichen wie hier das Fragezeichen bleibt in heräischen Grabinschriften eine seltene Ausnahme.
Abkürzung Die Abkürzung ‎‏וו״ד‏‎, etwa "W.D.", wurde hier entsprechend der deutschen Inschrift auf der Rückseite mit "Warendorf" aufgelöst.

Stilmittel

Reim auf -ejha in Zln 3-4, auf -ra in Zln 5-7.
Akrostichon in Zeilen 3-7: ‎‏בלומה‏‎ Bluma

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit Segmentbogenabschluss. Bei diesem Grabstein handelt es sich um einen wiederverwendeten christlichen Grabstein, am Sockel unten sind noch zweieinhalb Zeilen einer deutschen Inschrift zu erkennen: ".../Gotes und dienen ihn Tag /und Nacht in seinem /...".
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist im unteren Teil leicht verwittert.

Zur Familie

Schwester: Adelhaid Popper geb. Warendorf ( 0115 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0051

 

Mordechai ben Issachar (Marcus Behrend) [19.01.1830]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏תרדנה ענים דמעה על פטירת‏‎ ›es rinnen Augen vor Tränen‹ über das Hinscheiden
‎‏הבחור החשוב ורצוי לרוב אחיו‏‎ des Junggesellen, angesehen und ›willkommen bei der Mehrzahl seiner Brüder‹,
‎‏ר׳ מרדכי בן כ״ה יששכר ביום ג׳ כ״ד‏‎ Herrn Mordechai, Sohn des geehrten Herrn Issachar, am Tag 3, 24.
‎‏טבת תק״צ לפ״ק ואל תדמינה‏‎ 5 Tewet 590 der kleinen Zählung, ›und sie liessen sich nicht stillen‹,
‎‏אם לא יושת אל לב‏‎ wenn sie im Herzen nicht wüssten,
‎‏שתתענג נפשו בטוב צפון‏‎ dass seine Seele sich laben werde am Guten, ›das geborgen ist
‎‏לישרים‏‎ den Aufrechten‹.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Dem 10
treuen Marcus
Behrend
aus
Boitzenburg

 

  Zl 2: Jer 14,17   Zl 3: Est 10,3   Zl 5: Jer 14,17   Zl 7f: Spr 2,7

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 19.01.1830
Nach der für sich stehenden Einleitungsformel bildet der folgende Text eine zusammenhängende Eulogie, eingebettet in einen Vers aus Jeremia und zusammengesetzt aus selten verwendeten Zitaten und Formulierungen, die die Trauer der Hinterbliebenen über den Verlust des wahrscheinlich noch jungen Mannes mit der Hoffnung auf den Lohn für die irdischen Taten in der künftigen Welt verbindet.
Zl 6: Wörtlich: "wenn dem Herz nicht auferlegt wäre".
Zl 14: Boitzenburg, auch Boizenburg, ist eine kleine Stadt an der Elbe im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, in der sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts Juden angesiedelt hatten.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss und breitem scharriertem Rahmen.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Leichte Verwitterungspuren

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0050

 

Hendel ⚭ Mordechai (Hendel M. Valentin Levi) [01.02.1830]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טומנת הרבנית היקרה מרת‏‎ ist geborgen die teure Rabbinersgattin, Frau
‎‏הענדל אלמנת המנוח‏‎ Hendel, Witwe des Seligen,
‎‏כמוהר״ר מ[...] שהיה‏‎ unseres geehrten Lehrers und Meisters, Herrn M[ordechai], welcher
‎‏אב״ד פה ק״ק [...] יע״א‏‎ 5 Vorsitzender war der Gerichtsbarkeit hier (in) der heiligen Gemeinde [Hildesheim], der Höchste befestige sie, Amen,
‎‏נפטרת [...] ונקב׳‏‎ verschieden [...] und begraben
‎‏ב[...] לפ״ק‏‎ am [...] der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Wittwe
Rabienerin Hendel M. 10
Valentin Levi
gestorben den 1ten Feb.
[---]

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 01.02.1830 ; (s.u.)
Aufgrund der Reihenfolge der Begrabungen ist 1830 das einzig mögliche Sterbejahr. Der 1. Februar 1830 fiel auf den 8. Schwat 590.

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Rundbogenabschluss. Die deutsche Inschrift auf der Rückseite ist in ein ovales Medaillon eingeschrieben.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die Inschriften sind teilweise verloren.

Zur Person

Hendel war zunächst mit Rabbiner Moses Hirsch Neufeld verheiratet und ehelichte nach seinem Tod den vermutlich aus Lissa stammenden Rabbiner Marcus Valentin Levi, der von Friederica (Dänemark) nach Hildesheim gekommen war und von 1793 bis zu seinem Tod 1803 als Hildesheimer Landesrabbiner diente.

Zur Familie

2. Gatte: Marcus Valentin Levi ( 0006 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0152

 

Aharon ben Seew Wolfsohn (Aron Wolfssohn) [15.05.1830]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה נחצב קבר לעצמות איש רועה ישורון‏‎ ›Hier ist ein Grab ausgehauen‹ für die Gebeine eines Mannes, dem Hirten Jeschuruns
‎‏כ״ת‏‎ - Krone der Tora -
‎‏עלי הלבנון וצעקי ׃ הרימי קולך‏‎ ›Besteige den Lebanon und schreie‹, ›‹erhebe deine Stimme,
‎‏כפי כאגמון ראשך ׃ מבחר ארזיך‏‎ ›(gebeugt) wie dem Schilfe gleich dein Haupt‹, ›der Ausbund deiner Zedern‹,
‎‏עטרת תפארתנו ׃ אבינו מושיענו אמו״ר‏‎ 5 ›unsere zierende Krone‹, unser Vater, unser Retter, unser Herr, unser Lehrer und unser Meister,
‎‏הרב הגדול והמופלא מהור״ר אהרן‏‎ der große und wundervolle Rabbiner, unser Lehrer, der Meister, Herr Aharon,
‎‏בן מהור״ר זאב וואלפזאהן אב״ד דפה‏‎ Sohn unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Seew Wolfsohn, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit hier
‎‏ואגפי׳ ׃ אשר עזבנו והלך לגן החיים‏‎ und des Sprengels, welcher uns verlassen hat und hinging in den Garten des Lebens
‎‏ביום ש״ק כ״ב אייר תק״ץ לפ״ק ׃ פלגי‏‎ am Tage des heiligen Schabbat, 22. Ijar 590 der kleinen Zählung. ›Wasser-
‎‏מים תרדנה עינינו על פטירת האיש‏‎ 10 ströme entfließen unseren Augen‹ über das Hinscheiden eines Mannes,
‎‏אוהב ורודף שלום ואמת לבש צדק׳‏‎ ›Frieden und Wahrheit liebend und ihm nachjagend‹, ›er legte Gerechtigkeit an
‎‏כשריון ושוה רגליו כאילות לעלות על‏‎ wie einen Panzer‹ und ›machte den Hindinnen gleich seine Füße, zu erklimmen
‎‏במתי התורה ולהשקות את בניו מבאר‏‎ die Höhen‹ der Tora, und seine Söhne zu tränken vom Brunnen
‎‏הטהורה ועל כן כל הידים תרפינה אם‏‎ der Reinheit, und daher ›erschlafften alle Hände‹, ›wenn
‎‏לא נשים אל לבנו נשמת הצדיק אשר‏‎ 15 wir uns nicht zu Herzen nähmen‹ die Seele des Gerechten, welcher
‎‏זרע בנתיבתו אל מות זרע עושה פרי‏‎ auf seinem ›Pfade zum Tode‹ ›fruchtbringende prachtvolle
‎‏הדר ׃ תהי צרורה בצרור החיים‏‎ Saat säte‹, (sie) sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Aron Wolfssohn
Landrabbiner
gestorben den 22ten Ijar 5590 20
in einem Alter von 42 Jahren
Nachdem er seine Gemeinden
4 Jahre in Wahrheit und Liebe
leitete.

 

  Zl 1: Jes 22,16   Zl 3: Jer 22,20 | Zl 3: Jes 40,9   Zl 4: Jes 58,5 | Zl 4: Jer 22,7   Zl 5: Jes 62,3 u.a.   Zl 9f: Klgl 3,48   Zl 11: Vgl. Av 1,12   Zl 11f: Jes 59,17   Zl 12f: Ps 18,34   Zl 14: Ez 7,17   Zl 14f: Nach Ijob 34,14   Zl 16: Spr 11,28   Zl 16f: Vgl. Gen 1,11

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Samstag, 15.05.1830 ;
Landesrrabiner Aron Wolfssohn wird mit einer Eulogie geehrt, die die Gemeinde (hier mit poetischen Ehrennamen "Jeschurun" bezeichnet) sprechen lässt und aus einer Vielzahl von Zitaten zusammengesetzt ist. Den Giebel des Grabsteins schmückt eine Krone, die durch die flankierende Abkürzung als "Krone der Tora" interpretiert werden kann. Dies geht zurück auf die "Sprüche der Väter" (Avot 4,17): "Rabbi Schimon sagt: Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrift sie alle".

Beschreibung

Symbol Krone
Zustand 2017 Stellenweise stark verwittert.

Zur Person

Der Hildesheimer Landesrabbiner Aron Wolfssohn war am 5. September 1788 im Großpolnischen Borek geboren worden. Seit 1826 fungierte er als Hildesheimer Landesrabbiner, seit 1828 war er auch für die Juden in Anhalt-Bernburg zuständig. Verheiratet war er mit Johanna-Hinde Kisch (1798-1869) aus Wolsztyn (Wollstein, Provinz Posen), die nach seinem frühen Tod mit ihren sieben Kindern von der Gemeinde unterstützt wurde. Der 1827 geborene Sohn Wilhelm Wolfssohn wurde Religionslehrer und Rabbiner in verschiedenen Gemeinden, darunter in Pasewalk, Kolberg, Aachen und Stargard in Pommern.

Quellen / Sekundärliteratur

Biographisches Handbuch der Rabbiner. Hrsg. von Michael Brocke und Julius Carlebach. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutsche, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, bearbeitet von Carsten Wilke, Bd. 2, S. 915 .

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0048

 

Schönche bat Refael Halevi ⚭ Leiser (Jeanette Fränkel geb. Levy) [12.1831]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏ w uknt tmimh bmywih‏‎ weilt die Lautere in ihren Taten,
‎‏ i dh prwh lyni kl imih‏‎ ihre Hand ›reichte sie dem Armen‹ all ihre Tage,
‎‏ n wmth bg"y uycmutih‏‎ ihre Seele ist im Garten Eden und ihre Gebeine
‎‏ k luai^m ph bmnuxh nkunh‏‎ 5 sind hier verwahrt in rechter Ruhe,
‎‏ h awh xwubh m' winkh‏‎ die angesehene Frau, Frau Schönche,
‎‏בת כ״ה רפאל הלוי אשת כ״ה‏‎ Tochter des geehrten Herrn Refael Halevi, Gattin des geehrten Herrn
‎‏לי[זר...]א‏‎ Leiser [...]1.
‎‏טבת תקצ״ב לפ״ק‏‎ Tewet 592 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Jeanette Fränkel
geborne
Raphael Levy
gestorben
[...] 15

 

  Zl 3: Spr 31,20

Kommentar

Datierung Gestorben 12.1831 ; (s.u.)
Schönche starb vermutlich nicht am 1. Tewet, sondern am 11. oder 21. des Monats, sonst wäre hier "Neumond Tewet" zu erwarten gewesen. Der 11. Tewet 592 fiel auf Donnerstag, den 15.12.1831, der 21. Tewet 592 auf Sonntag, den 25. Dezember 1831.

Stilmittel

Reim auf -a in Zln 2-5 (auf -ejha in Zln 2-4, optischer Reim auf -h in Zln 1-7)
Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏שינכה‏‎ Schönche

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabstein mit sehr flachem geschweiften Kielbogen und umlaufendem schmalem scharriertem Rand.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Die untere Hälfte des Grabsteins ist auf der Vorder- und Rückseite stark verwittert, die Inschriften sind teilweise verloren.

Zur Familie

Gatte: Lazar Salom Fränkel ( 0046 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0047

 

Josef ben Zwi Hirsch Poppert (Josef Hirsch Popper) [19.02.1832]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏הישיש והזקן כה״ר יוסף‏‎ der Hochbetagte und Alte, der geehrte Meister, Herr Josef,
‎‏ב״ה צבי הירש פאפערט‏‎ Sohn des Herrn Zwi Hirsch Poppert,
‎‏נפטר ביום א׳ ח״י אדר‏‎ verschieden am Tag 1, 18. des ersten
‎‏ראשון ונקבר ביום ב׳‏‎ 5 Adar, und begraben am Tag 2,
‎‏י״ט בו [...]ש[...]ה טבה‏‎ 19. desselben, [...] gutem [...]
‎‏[תרצ״ב לפ״ק]‏‎ [592 der kleinen Zählung.]
‎‏[תנצב״ה]‏‎ [Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens]
  Rückseite
J.H. Popper, gest:
am 19ten Febr: 10
1832

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 19.02.1832 ; begraben am nächsten Tag
Zln 7-8: Das Ende der Inschrift wurde entsprechend der Jahresangabe in der deutschen Inschrift rekonstruiert.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit geschweiftem, in der Mitte eingezogenen Rundbogen.
Abkürzungszeichen Abkürzungszeichen über der Kopfformel in Form eines kleinen Blumenstrausses.
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal war in der Mitte gebrochen und wurde wieder zusammengefügt. Die untere Hälfte ist stark verwittert, der Text teilweise verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0024

 

Chavales ⚭ Schmaja Warenheim (Eva? Warenheim) [20.06.1832]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier ist die
‎‏קבורת אשת חיל‏‎ Grabstätte ›der tüchtigen Gattin‹,
‎‏מרת חוואלש אשת‏‎ Frau Chavales, Gattin des
‎‏דיינא דקהלתינו כ״ה‏‎ des Richters unserer Gemeinde, des geehrten Herrn
‎‏שמעי׳ וו״ה זצ״ל ׃‏‎ 5 Schmaja Warenheim, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏הנפטרת בש״ט ביום‏‎ die verschieden ist ›mit gutem Namen‹ am Tag
‎‏ד׳ כ״ב סיון ונקברת ׃‏‎ 4, 22. Sivan, und begraben wurde
‎‏יום שלאחריו תק[..] לפ״ק‏‎ am Tag danach, 5[92?] der kleinen Zählung.
‎‏[־־־]‏‎ [...]
  Rückseite
Wittwe 10
Warenheim

 

  Zl 2: Spr 31,10   Zl 6: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 20.06.1832 ?; (s.u.)
Das Sterbejahr ist halb im Boden verborgen und daher nicht mehr sicher zu lesen. Allerdings fiel der 22. Sivan nur selten auf den vierten Wochentag (Mittwoch). Da dieses Grabmal neben einem Grabmal aus dem Jahr 1833 steht und ein ähnlicher Zeitraum zu vermuten ist, bieten sich als mögliches Datum, das sich mit den noch zu erkennenden Buchstaben in Verbindung bringen läßt, nur Tag 4, der 22. Sivan 592 = Mittwoch, 20. Juni 1832 an.
Zl 9: Vermutlich ist der übliche Schlußsegen "Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens" im Boden verborgen.
Namenskunde Bei dem Namen ‎‏חוואלש‏‎ handelt es sich vermutlich um eine Koseform des biblischen ‎‏חוה‏‎/"Chava" = Eva.
Abkürzung Zl 5: Der mit ‎‏וו״ה‏‎, etwa "W"H" abgekürzte Beiname wurde entsprechend der Angabe auf der Rückseite mit "Warenheim" aufgelöst.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit kleinem geschweiften Segmentbogenabschluß.
Schrift vertieft; Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist leicht eingesunken und im unteren Teil leicht verwittert.

Zur Familie

Sohn: Emanuel Warenheim ( 0128 )
Tochter: Johanne Schiff geb. Warenheim ( 0129 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0022

 

Sara bat Meir Kleve Gumperts ⚭ Chajim (Sara Heinemann) [07.06.1833]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏גוית אשה ישרה‏‎ der Leib einer aufrechten Frau,
‎‏שרה בת ר׳ מאיר קליף‏‎ Sara, Tochter des Herrn Meir Kleve
‎‏גומפערטס מניימעגען‏‎ Gumperts aus Nijmegen,
‎‏אשת ר׳ חיים מהנובר‏‎ 5 Gattin des Herrn Chajim aus Hannover.
‎‏ותמת שרה ׃‏‎ ›Es starb Sara‹
‎‏עש״ק כ׳ סיון תקצ״ג לפ״ק‏‎ am Rüsttag des heiligen Schabbat, 20. Sivan 593 der kleinen Zählung.
‎‏נפשה היתה יקרה ׃‏‎ Ihre Seele war teuer
‎‏ומפעליה זכות ותחי׳‏‎ und ihre Werke rein und sie lebe
‎‏לעולם תנצב״ה‏‎ 10 ewig. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Frau Heinemann
aus
Hannover

 

  Zl 6: Gen 23,2

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 07.06.1833
Zl 4: In kleineren Buchstaben angebracht.
Zln 9b-10: Möglicherweise soll sich dieser Abschnitt noch auf die zuvor genannten Werke beziehen, dann müsste die Übersetzung lauten: "und ihre Werke verdienstvoll und unsterblich".

Beschreibung

Beschreibung Stele mit geschweiftem und eingezogenen Segmentbogenabschluß; vorne mit vertieftem Schriftfeld mit erhabenen Buchstaben auf rauem Untergrund.
Schrift Hebräisch: erhaben; Deutsch: vertieft (Kursive)
Zustand 2017 Das Grabmal ist im unteren Teil leicht verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0062

 

Nechle bat Meschullam Sichel ⚭ Feis (Nichele Sichel verw. Joseph geb. Philipp) [30.07.1835]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמונה‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה צנועה וחסידה‏‎ eine züchtige und fromme Frau,
‎‏מרת נעכלי בת כהר״ר‏‎ Frau Nechle, Tochter des geehrten Meisters, Herrn
‎‏משולם המ׳ זכל? אלמנת‏‎ Meschullam, genannt Sichel, Witwe des
‎‏פייס נפטרת ביום ה׳ ד׳‏‎ [.]‏‎ 5 Feis, verschieden am Tag 5, 4. [...]
‎‏[־־־]‏‎ [---]
  Rückseite
Nichele geb: Philipp
Sichel Verw. Joseph gest.
am 30. Juli 1835.

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 30.07.1835 ; das entspricht Tag 5, 4. Aw 5595.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geradem Abschluß und vertieftem Schriftfeld.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das teilweise von einem Baum umwachsene Grabmal ist stark verwittert, die hebräische Inschrift auf der unteren Hälfte des Steins völlig verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0058

 

Channa bat Jeschaja ⚭ Schmuel Traub (Hanna Traub geb. Uri) [09.04.1838]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמונה אשת‏‎ ist geborgen ›eine tüchtige
‎‏ x il hith [yjrt] bylh‏‎ Gattin‹, sie war ›Krone ihres Gatten‹,
‎‏ n yim[...] xiih‏‎ anmutsvoll [...] ihr Leben,
‎‏ h ith [...]dh‏‎ 5 sie war [...]
‎‏ b t [...]^m‏‎ im Alter von? [...]
‎‏ i [...]^m‏‎ [...]
‎‏ w [...]rh‏‎ [...]
‎‏ y [...] uainnh‏‎ [...] und sie war nicht mehr,
‎‏ i cah nwmth bw^m jub‏‎ 10 es ging aus ihre Seele ›mit gutem Namen‹,
‎‏ h awh xwubh mrt xnh a' k"h‏‎ die angesehene Frau, Frau Channa, Gattin des geehrten Herrn
‎‏שמואל טרויב ׃ נפטרת ביום י״ד ניסן‏‎ Schmuel Traub, verschieden am 14. Tag des Nissan
‎‏ונק׳ יום א׳ דפסח תקצ״ח לפ״ק ׃ נתצב״ה‏‎ und begraben Tag 1 von Pessach 598 der kleinen Zählung. Es sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Hanna Traub geb. Uri 15
gest. am 9. April 1838.

 

  Zl 2f: Spr 31,10 | Zl 3: Spr 12,4   Zl 10: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 09.04.1838 ; begraben am nächsten Tag
Der erste Tag des Pessachfestes ist ein hoher Feiertag, an dem in der Regel nicht begraben wurde.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 3-11: ‎‏חנה בת ישעיה‏‎ Channa Tochter des Jeschajah

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit leicht geschweiftem Segmentbogenabschluß.
Ornament florale Verzierung, insbesondere zwei Lorbeerzweige, dem Bogenverlauf folgend.
Zustand 2017 Das leicht eingesunkene Grabmal ist vor allem in der Mitte stark verwittert, die hebräische Inschrift teilweise verloren.

Zur Familie

Gatte: Samuel Traub ( 0138 )
Schwiegermutter: Ester Traub ( 0076 )
Tochter: Sophie Traub ( 0133 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0056

 

Leiser ben Sanvel (Leiser Sabel) [25.04.1839]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש זקן ושבע ימים‏‎ ein Mann, betagt und ›satt an Tagen‹,
‎‏ביראת ה׳ הלך כל ימים‏‎ in der Ehrfurcht des Ewigen ging er alle Tage,
‎‏עושה חסד ל?מתים ׃‏‎ Liebesdienst übend an den? Toten
‎‏היה שנים רבים‏‎ 5 war er viele Jahre lang,
‎‏כמ״ר ליזר ב״ר זנוויל‏‎ der geehrte Herr Leiser, Sohn des Herrn Sanvel,
‎‏הנפטר בש״ט יום ה׳‏‎ der verschieden ist ›mit gutem Namen‹ Tag 5,
‎‏י״א אייר תקצ״ט לפ״ק‏‎ 11. Ijar 599 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hir ruhet 10
Leiser Sabel
gestorben d. 25. April 1839.
im 86. Lebensjahr.

 

  Zl 2: Gen 35,29   Zl 7: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 25.04.1839
Zln 4-5: Leiser Sabel war vermutlich Mitglied in der Chewra Kaddischa, der Beerdigungsbruderschaft, und kümmerte sich um die rituelle Waschung der Toten.
Zl 13: Die Lesung des erreichten Alters ist aufgrund der starken Verwitterung nicht ganz sicher.

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-5.

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit leicht geschweiftem Rundbogenabschluss und scharriertem Rahmen.
Schrift Deutsch: Kursive
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte des Schriftfeld stark verwittert, die Inschrift nicht mehr ganz vollständig zu entziffern.

Zur Familie

Gattin: Malka, Witwe des Leiser Sabel ( 0119 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0055

 

Arje (genannt Selig Goldstein) ben [...] (Selig Goldstein) [01.08.1839]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה נטמן‏‎ Hier ist geborgen
‎‏הישיש זקן ושבע ימים‏‎ der Hochbetagte, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏הולך תמים לחיי עלמים‏‎ ›lauter wandelnd‹ ins ewige Leben,
‎‏כמ״ר [...] אריה המכו׳‏‎ der geehrte Herr [...] Arje, genannt
‎‏ז[עליג] גולדשטיין בן‏‎ 5 S[elig] Goldstein, Sohn des
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...] ונקב׳ ביו׳ א׳ כ״ד בו‏‎ [...] und begraben am Tag 1, 24. desselben,
‎‏תקצ״ט לפ״ק תנצב״ה ׃‏‎ 599 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Selig Goldstein 10
gest. am 1ten August
1839.

 

  Zl 2: Gen 35,29   Zl 3: Ps 15,2

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 01.08.1839 ; begraben am dritten Tag (s.u.)
Das Sterbedatum wurde entsprechend der deutschen Inschrift angegeben. Es fiel auf Tag 5, 21. Aw 599.

Stilmittel

Reim auf -mim in Zln 2-3.

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geradem Abschluss, vorne mit vertieftem Schriftfeld und umlaufendem scharrierten Rahmen.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist vor allem in der Mitte stark verwittert, ein Teil der hebräischen Inschrift ist verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0075

 

Jochewed bat Mosche ⚭ Eli Kohen Freudenthal (Jette Freudenthal geb. Moses) [13.08.1839]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמונה‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה חשובה מרת‏‎ die angesehene Frau, Frau
‎‏יוכבד בת כ״ה משה אשת‏‎ Jochewed, Tochter des geehrten Herrn Mosche, Gattin
‎‏פו״מ המנווח כ״ה עלי כהן‏‎ des seligen Vorstehers und Leiters, des geehrten Herrn Eli Kohen
‎‏ממשפחת פרוידענטהאל‏‎ 5 aus der Familie Freudenthal,
‎‏נפטרת ביום ג׳ ג׳ אלול תקצ״ט לפ״ק‏‎ verschieden am Tag 3, 3. Elul 599 der kleinen Zählung.
‎‏ i u ^m wn k pl b u crtnu kb d ‏‎ Am Tag, an dem unsere Not verdoppelt wurde, wurde schwer
‎‏עול אנחתנו כי נלקחו אבינו‏‎ das Joch unseres Seufzens, denn es wurden von uns genommen unser Vater
‎‏ואמנו שניהם בשנה אחת‏‎ und unsere Mutter, beide innerhalb eines Jahres.
‎‏תהי נשמתה צרורה‏‎ 10 Es sei ihre Seele eingebunden
‎‏בצרור החיים‏‎ in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Jette Freudenthal
geborene Moses
gestorben am 13ten August
1839 15

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 13.08.1839

Stilmittel

Akrostichon in Zeile 7: ‎‏יוכבד‏‎ Jochewed

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss und hochgezogenen Ecken.
Zustand 2017 Das Grabmal ist vor allem im unteren Teil verwittert, ein Teil der Schriftfläche vorne ist abgeplatzt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0074

 

Jaakow (genannt Jokew Schwabe) ben Schlomo Simle (Jacob Salomon Schwabe) [06.10.1839]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמון‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ i ra a lhi q duw b mru^m‏‎ einer, der den Heiligen in der Höhe ehrfürchtete,
‎‏ a iw mhir bmlak' milh upriy‏‎ ein Mann, ›geübt im Werk‹ der Beschneidung und des Wechselgeschäfts,
‎‏ q rua lxbrt gml' xsdi^m‏‎ berufen in die Bruderschaft für den Erweis von Liebesdiensten,
‎‏ b h hih gbai ugubh cdqh‏‎ 5 in der er Vorsteher und Verwalter der Almosenkasse war,
‎‏כ״ה יעקב ה׳ יאקב שוואבע‏‎ der geehrte Herr Jaakow, genannt Jokew Schwabe,
‎‏בן כ״ה שלמה המכ׳ זימלה‏‎ Sohn des geehrten Herrn Schlomo, genannt Simle,
‎‏נפטר ביום א׳ כ״ח תשרי ת״ר לפ״ק‏‎ verschieden am Tag 1, 28. Tischri 600 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Jacob Salomon 10
Schwabe
gest. am 6ten Octo.
1839

 

  Zl 3: Spr 22,29

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 06.10.1839

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-5: ‎‏יאקב‏‎ Jokew

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweift eingezogenem Kielbogen, einem vertieftem Schriftfeld vorne über einem abgesetzten Giebelfeld, und mit umlaufendem breiten scharriertem Rahmen. Im Giebelfeld rechts, links und über der Einleitungsformel Beschneidungsutensilien.
Schrift Deutsch: Kursive
Symbol Beschneidungsutensilien
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0086

 

[... Nachtig]all (H. Nachtigall) [25.01.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש זקן ושבע ימים‏‎ ein Mann, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏כל ימיו [הלך] תמים‏‎ all seine Tage ›er wandelte lauter‹
‎‏ב[...]מעשים‏‎ [...] Taten
‎‏[...]אל‏‎ 5 [... Nachtig]all,
‎‏[...]ג‏‎ [...]
‎‏[..] שבט ת[...]‏‎ [...] Schwat [...]
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
H: Nachtigall
Gest[...] 25ten 10
[... 18]40

 

  Zl 2: Gen 35,29   Zl 3: Ps 15,2

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 25.01.1840

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-4 (auf -mim in Zln 2-3)

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geschweiftem Rundbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die Inschriften sind teilweise verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0073

 

Ascher (genannt Anschel) ben Asch[... (Liepmann Anschelsohn) [11.02.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה טמון‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ a i w r b yml lmzu^n bitu‏‎ ein Mann, der sich sehr mühte um die Ernährung seines Hauses,
‎‏ w hih lu bni^m rbi^m‏‎ der viele Kinder hatte,
‎‏ r wi^m tmd bpyltu‏‎ Mittellose unterstützte er mit seinem Wirken,
‎‏כ״ה אשר ה׳ אנשיל בן כ״ה‏‎ 5 der geehrte Herr Ascher, genannt Anschel, Sohn des geehrten Herrn
‎‏אש[...] יום ג׳‏‎ Asch[..., verschieden] Tag 3,
‎‏ז׳ א״ר ונקבר יום ד׳ ת[...]‏‎ 7. des ersten Adar, und begraben Tag 4 [...]
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Liepmann Anschelsohn
gest. am 11. Februar 1840 10
69 Jahre alt

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 11.02.1840 ; begraben am nächsten Tag
Zl 6: Der Vatersname scheint ebenfalls "Ascher" bzw. "Anschel" zu lauten und dies entspricht auch dem bürgerlichen Familiennamen. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Vater vor oder kurz nach der Geburt seines Sohnes verstorben war, denn nach jüdischer Tradition werden Kinder in der Regel nicht nach noch lebenden Verwandten benannt.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-4: ‎‏אשר‏‎ Ascher

Beschreibung

Material Graugelber Sandstein
Beschreibung Stele mit geradem Abschluß und vertieftem Schriftfeld mit breitem umlaufendem scharriertem Rahmen.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das an den Rändern beschädigte Grabmal ist vor allem in der unteren Hälfte stark verwittert, die hebräische Inschrift ließ sich nicht mehr vollständig rekonstruieren.

Zur Familie

Bruder: Calman Anschelsohn ( 0079 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0072

 

Sarche Neufeld [06.04.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה מרת סרכה‏‎ die Frau, Frau Sarche
‎‏נייפעלד נפטרת‏‎ Neufeld, verschieden
‎‏בש״ט יום ב׳ ג׳ ניסן‏‎ ›mit gutem Namen‹ Tag 2, 3. Nissan
‎‏שנת ת״ר לפ״ק‏‎ 5 des Jahres 600 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

  Zl 4: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 06.04.1840

Beschreibung

Material Graugelber Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit eingezogenem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert, die Schriftfläche teilweise abgeplatzt.

Zur Familie

Das Grabmal des 1851 gestorbenen Juda Neufeld ( 0090 ) ist sehr ähnlich gestaltet. Vermutlich handelt es sich um ihren Gatten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0071

 

Jokew Schwachheim (Jacob Schwachheim) [13.06.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏קבר איש מתושבי‏‎ ist das Grab eines Mannes von den Einwohnern
‎‏קהלתינו כמר יאקב‏‎ unserer Gemeinde, des geehrten Herrn Jokew
‎‏שוואכהיים אשר‏‎ Schwachheim, ›der
‎‏הלך לעולמו בליל‏‎ 5 in seine Welt hin ging‹ in der Nacht
‎‏ש״ק י״ב סיון שנת‏‎ des heiligen Schabbat, 12. Sivan des Jahres
‎‏ת״ר לפ״ק‏‎ 600 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Jacob Schwachheim 10
gestorben im Alter von
57 Jahr den 13. Juni
1840.

 

  Zl 4f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 13.06.1840

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0070

 

Chaiche bat Koppel ⚭ Elieser Halevi genannt Leiser Appel (Jeanette Appel) [01.08.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה הצנועה חסודה‏‎ die züchtige und anmutsvolle Frau,
‎‏מרת חייכה בת כ׳ קאפיל‏‎ Frau Chaiche, Tochter des geehrten Koppel,
‎‏א״כ אליעזר הלוי ה׳ ליזר‏‎ Gattin des geehrten Elieser Halevi, genannt Leiser
‎‏אפפעל ׃ נפ[טרת] מש״ק ג׳ אב‏‎ 5 Appel, verschieden am Ausgang des heiligen Schabbat, 3. Aw,
‎‏ונק׳ ביום ב׳ [ד׳] אב ת״ר לפ״ק‏‎ und begraben am Tag 2, 4. Aw 600 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier [ruh]et
Jeanette [... A]ppel
[---] 10

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag abend, 01.08.1840 ; begraben am übernächsten Tag
Namenskunde Chaiche ist eine Koseform des nachbiblischen hebräischen Namens Chaja mit der Bedeutung "Leben". Koppel ist eine deutsch-jüdische Koseform des biblischen Namens Jaakow/Jakob.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Ornament florale Verzierung, insbesondere ein kleines Sträußchen aus drei Blüten als Abkürzungszeichen im Giebelfeld über der Einleitungsformel.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschriften in der unteren Hälfte kaum noch zu entziffern.

Zur Familie

Gatte: L.M. Appel ( 0054 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0082

 

Natan ben Jaakow genannt Jokkel Halevi (Nathan Jacob Frank) [23.11.1840]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏ n jm^n aiw hl^k bdr^k iwri^m‏‎ ist geborgen ein Mann, der den Weg der Aufrechten ging,
‎‏ t mi^m bmywiu dubr mwri^m‏‎ lauter in seinen Taten ›und redlich sprechend‹,
‎‏ z kh hih uira alqi^m k"h nt^n‏‎ rein war er und den Ewigen ehrfürchtend, der geehrte Herr Natan,
‎‏בן כ״ה יעקב המכ׳ יוקל הלוי‏‎ 5 Sohn des geehrten Herrn Jaakow, genannt Jokkel Halevi,
‎‏נפטר ביום ב׳ כ״ז חשון תר״א לפ״ק‏‎ verschieden am Tag 2, 27. Cheschvan 601 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Nathan Jacob Frank

 

  Zl 3: Jes 33,15

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 23.11.1840

Stilmittel

Reim auf -scharim in Zln 2-3.
Akrostichon in Zeilen 2-4: ‎‏נתן‏‎ Natan (der erste Buchstabe in Zl 4, ein ‎‏ז‏‎, muss als ‎‏ן‏‎ gelesen werden - hier wurde die Ähnlichkeit der Buchstaben bewußt eingesetzt).

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Kleines Grabmal mit eingezogenem Korbbogenabschluss, im Giebelfeld eine hochrechteckige Vertiefung mit reliefierter Levitenkanne.
Symbol Levitenkanne auf flacher Schale
Zustand 2017 Das leicht eingesunkene und im unteren Teil verwitterte Grabmal steht falsch herum.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0069

 

Mosche Holländer Halevi (Moses Hollender) [12.02.1841]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תם וישר וירא אלהים‏‎ ›ein lauterer und aufrechter und gottesfürchtiger Mann‹,
‎‏כל ימיו היה עסק בתורת אלהים‏‎ all seine Tage war er beschäftigt mit der Lehre Gottes
‎‏וגם היה נושא ונותן באמונים‏‎ und pflegte auch in Treuen zu handeln und wandeln
‎‏והכניס לברית כו״כ ילדים‏‎ 5 und führte eine große Zahl von Kindern in den Bund ein,
‎‏ידיו פרש לעניים ודלים‏‎ seine Hände tat er auf den Armen und Geringen,
‎‏כ״ה משה האללענדר הלוי‏‎ der geehrte Herr Mosche Holländer Halevi,
‎‏הנפטר בש״ט שבת קודש‏‎ der verschieden ist ›mit gutem Namen‹ am heiligen Schabbat,
‎‏כ״ב שבט שנת תר״א לפ״ק‏‎ 22. Schwat des Jahres 601 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Moses Hollender
Gestorben im 81ten Lebens:
jahre den 12ten Februar
1841 15

 

  Zl 2: Ijob 1,1,   Zl 8: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag abend, 12.02.1841
Moses Hollender war Mohel, Beschneider.

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-6.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit doppelt geschweiftem Rundbogenabschluß und vertieftem Schriftfeld mit breitem umlaufendem scharriertem Rahmen. Im Giebelfeld in einer kleinen Vertiefung eine reliefierte Levitenkanne in tiefer Schale.
Schrift Deutsch: Kursive
Symbol Levitenkanne
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0068

 

Mosche Frank ben Jehuda Löb [...] (Moses Löb Frank) [23.03.1841]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ירא אלהים ׃ במצותיו חפץ‏‎ ein Gottesfürchtiger, an Seinen Gebote hatte er
‎‏מאד היה מהמשכימים‏‎ Wohlgefallen, er zählte zu denen, die ›frühmorgens
‎‏ומעריבים לב׳ הכנס׳ עושה‏‎ und abends‹ in die Synagoge eilten, er erwies
‎‏צדקה כאשר תשיג ידיו בה׳‏‎ 5 Wohltätigkeit ›soweit sein Vermögen reichte‹ am Ewigen,
‎‏כ׳ משה [פר]אנק ב״כ יהודה‏‎ der geehrte Mosche Frank, Sohn des geehrten Jehuda
‎‏לי[ב ... נפ]טר ביום ג׳ ר״ח‏‎ Löb [...], verschieden am Tag 3, Neumond
‎‏ניס[ן ...] ׃ תנצב״ה‏‎ :‏‎ Nissan [...]. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
M.L. Frank. 10

 

  Zl 3f: 1Sam 17,17 u. bSot 42b   Zl 5: Ez 46,7

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 23.03.1841 ; das Sterbejahr ließ sich aufgrund der Lage des Grabsteins rekonstruieren.

Beschreibung

Material Gelber Sandstein
Beschreibung Stele mit Segmentbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die hebräische Inschrift teilweise verloren.

Zur Familie

Mutter?: Bella Frank geb. Frank ( 0077 )
Bruder?: Aron Levi Frank ( 0078 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0067

 

Bella ⚭ Israel Wangenheim Hakohen (Bella Wangenreim geb. Wolf) [01.06.1842]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה מרת בילה‏‎ die Frau, Frau Bella,
‎‏אשת כ״ה ישראל‏‎ Gattin des geehrten Herrn Israel
‎‏וואנגענהיים הכהן‏‎ Wangenheim Hakohen,
‎‏נפטרה יום ד׳ כ״ד סיון‏‎ 5 verschieden Tag 4, 24. Sivan
‎‏שנת תר״ב לפ״ק‏‎ des Jahres 602 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Bella
Wangenreim, 10
geb. Wolf
geb. 1788, gest. 1. Juni 1842
Was Du den Deinen warst, dem Gatten
den liebenden Kindern,
Löschen in kindlicher Brust Jahre und 15
Thränen nicht aus!

Kommentar

Datierung Geboren 1788; gestorben Mittwoch, 01.06.1842 ; das Datum nach dem bürgerlichen Kalender entspricht Tag 4, 23. (nicht 24.) Sivan 5602, in der hebräischen Inschrift liegt demnach ein kleiner Fehler vor.
Die hebräische Inschrift gibt den Familiennamen mit "Wangenheim" wieder, die deutsche mit "Wangenreim". Unklar bleibt, ob sich der Name vom Adelsgeschlecht "von Wangenheim" oder von deren Stammsitz, dem kleinen thüringischen Ort Wangenheim im heutgen Landkreis Gotha herleitet.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit Segmentbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Person

Bella, auch Betty Cohn Wangenreim geb. Wolf, wandte sich 1813 mit drei Bittschriften an J.F.M. de Bongars, Generalinspektor der Gendarmerie im Königreich Westphalen, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken, des Tuchfabrikanten bzw. Tuchpresser und Decateur Israel Cohn Wangenreim zu Hildesheim, der sich der Verbreitung einer antinapoleonischen "gazette" schuldig gemacht hatte: "Sie sei hochschwanger, kurz vor der Entbindung und mit Kleinkindern; der Familienernährer sei ihr genommen worden und die Last der Einquartierung laste auf ihr; die Geschäfte lägen darnieder; die sich kurz vor der Abreise befindlichen französischen Militärs, mit denen ihr Mann Handel trieb, könnten nicht bedient werden. Und sie sprach nicht zuletzt gezielt die Dankbarkeit für die neu erworbenen bürgerlichen Rechte im Kontext der Judenemanzipation aus, die eine intendierte Verfehlung unglaubwürdig mache: 'denken Sie ia nicht daß mein Mann solch ein Mensch ist, der schlechte Gedanken hatt, den seit dem die Franzosische Rechte eingeführt seyn, haben wir ia die Freiheit, eine Fabrique zu haben'. Auch wenn sie versuchte, die Gunst der westphälischen Staatsvertreter durch die lobende Benennung der Gesellschaftsreformen zu entfachen, bekam sie zunächst nicht ihren Mann, aber vorerst immerhin die Handelsbücher und Briefschaften zurück." (Paye, S. 260; s.u.).
Ein 1805 in Pattensen bei Hannover geborener Sohn ließ sich um 1823 auf den Namen Franz Theodor Wangenheim (auch Franz Theodor Wangenreim) taufen und wurde (auch unter dem Pseudonym Albert Adolf Zeune) ein bekannter deutscher Schriftsteller, bis er 1843 an der Cholera starb.

Zur Familie

Gatte: Israel Cohn Wangenheim ( 0101 )
Sohn: Moritz Wangenreim ( 0116 )

Quellen / Sekundärliteratur

Claudie Paye: "Der französischen Sprache mächtig": Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen (1807-1813), (Pariser historische Studien, 100), 2013, S. 259f.
Artikel Franz Theodor Wangenheim in der Wikipedia (last visited 04.07.2018).

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0066

 

Zerle ⚭ Sender [...] (Zar[... ...]enheim) [1843]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה היקרה מרת‏‎ die teure Frau, Frau
‎‏צערלה אשת כהר״ר‏‎ Zerle, Gattin des geehrten Meisters, des geehrten
‎‏כ׳ זענדר [...] נפטרת‏‎ Herrn Sender [...], verschieden
‎‏בשם ט[וב ...] מש״ק‏‎ 5 ›mit gutem Namen‹ [...] am Ausgang des heiligen Schabbat
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
die gute Gattin und Mutter
ihrer Kinder
Zar[... ...]enheim
gest. [...] 1843.

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben 1843

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit Vorhangbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist im unteren Teil stark verwittert, die Inschrift teilweise verloren. Die Abschrift der Inschrift konnte teilweise historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0065

 

Michael Dux (Michael Dux) [03.01.1843]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האיש היקר כהר״ר מיכאל‏‎ der teure Mann, der geehrte Meister, Herr Michael
‎‏דוקס זכרו לברכה ־ זמירות‏‎ Dux, sein Andenken zum Segen. ›Gesänge
‎‏היו לו חקי עלין בבית‏‎ waren ihm die Satzungen des Höchsten in seinem
‎‏מגוריו ־ וימת בשיבה טובה‏‎ 5 Hause‹ - ›er starb in gutem Greisenalter‹,
‎‏זקן ביום ב׳ לחדש שבט‏‎ betagt am 2. Tag des Monats Schwat
‎‏תר״ג לפ״ק ־ עטרת תפארת‏‎ 603 der kleinen Zählung. - ›Schmückende Krone
‎‏שיבה תמצא בדרך צדקה‏‎ ist graues Haar, sie wird gefunden auf dem Weg der Gerechtigkeit‹.
‎‏ונקבר ביום ג׳ בו עם אבותיו‏‎ Und er wurde begraben am 3. Tag desselben ›bei seinen Vätern‹.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier
ruhet in Gott
Michael Dux
Geboren im Jahre
1753. 15
Gestorben d. 3. Januar
1843

 

  Zln 3-5: Ps 119,54 | Zl 5: vgl. Gen 25,8   Zl 7f: Spr 16,31   Zl 9: 1Kön 2,10

Kommentar

Datierung Geboren 1753; gestorben Dienstag, 03.01.1843 ; begraben am nächsten Tag
Der Eulogie kann man entnehmen, dass Michael Dux nicht nur ein hohes Alter erreicht hatte, sondern möglicherweise auch seiner Gemeinde als Vorsänger gedient hatte. Auch seine Wohltätigkeit wird angedeutet: Das Wort "Zedaka", hier im Zitat entsprechend des Bibelverses mit "Gerechtigkeit" übersetzt, wird in Eulogien meist im Sinne von Wohltätigkeit verstanden. Dieses eingeschobene Zitat aus den Sprüchen ist an dieser Stelle zwischen den Angaben von Sterbe- und Begräbnisdaten ungewöhnlich. Dies könnte darauf hindeuten, dass hier noch eine weitere Bedeutung über den Worttext hinaus verborgen liegt, insbesondere auch da die Reihenfolge der letzten drei Wörter im Vergleich mit dem Bibeltext vertauscht wurden - möglicherweise waren einzelne Buchstaben markiert, die z.B. noch einmal das Sterbejahr ergeben, dies lässt sich jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Verwitterung nicht mehr sicher sagen.

Beschreibung

Beschreibung Gesockelte Stele mit vertieftem Schriftfeldern und mehrfach geschweiftem und eingezogenen kleinen Segmentbogenabschluss, seitlich in Voluten auslaufend. In den Giebelfeldern vorne und hinten reliefierte florale Ornamente.
Schrift Deutsch: Fraktur
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist auf beiden Seiten deutlich verwittert, aber (noch) vollständig zu lesen.

Zur Familie

Gattin: Röschen Dux ( 0111 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0089

 

Awram ben Schmuel Meyerhof (Abraham Meyerhof) [15.12.1843]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏נקי כפים ובר לבב זה‏‎ ›rein an Händen und lauteren Herzens‹, das ist
‎‏אברם ב״כ שמואל מאירהאף‏‎ Awram, Sohn des geehrten Schmuel Meyerhof,
‎‏אשר צוה את ביתו אחריו‏‎ welcher seinem Haus das Gebot hinterließ,
‎‏לשמור דרך אמונה‏‎ 5 den Weg des Glaubens zu wahren.
‎‏וימת אברם בששי בשבת‏‎ ›Und es starb Awram‹ am sechsten (Tag, vor) Schabbat,
‎‏כ״ב יום לחדש כסליו תר״ד לפ״ק‏‎ 22. Tag des Monats Kislev 604 der kleinen Zählung.
‎‏מתוקה שנת העבד ונשמת‏‎ ›Süß ist der Schlaf des Arbeiters‹ und die Seele
‎‏איש מהיר במלאכתו לפני‏‎ ›eines Mannes, geübt in seinem Werk, vor den König
‎‏מלך תתיצב ׃‏‎ 10 stellt er sich‹.
  Rückseite
Hier ruhet
Abraham Meyerhof
gestorben am 1. December
1843
im 54sten Lebensjahre. 15

 

  Zl 2: Ps 24,4   Zl 6: Nach Gen 25,8   Zl 8: Koh 5,11   Zl 9f: Spr 22,29

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 15.12.1843 ; (s.u.)
Die Angabe des Sterbedatums nach der deutschen Inschrift weicht um genau zwei Wochen von der Angabe nach der hebräischen Inschrift ab.
Zl 14: Auf der Rückseite setzte der Steinmetz mit der letzten Zeile zu hoch ein, die Buchstaben "i" und der Anfang eines "n" sind noch zu erkennen und werden in der folgenden Zeile wiederholt.

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem und eingezogenem Rundbogenabschluss, auf beiden Seiten seitlich in Voluten auslaufend und mit einem reliefierten floralem Ornament verziert. Die eingetieften Schriftfelder sind von einem gekehlten Rahmen umgeben.
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Person

Der 1790 geborene Abraham Meyerhof war ein Sohn des Trödelhändlers Samuel Meyerhof und der Hendel Israel. Verheiratet war er mit der 1819 geborenen Dina Dux, die ihn um 48 Jahre überlebte. Das Paar hatte sieben Kinder: Johanne, verh. Koopmann (geb. 1832), Therese, verh. Sichel (geb. 1834), Ida, verh. Goldschmidt (geb. 1836), Bertha, verh. Sichel (1838-1869), Fanny, verh. Neuberg (geb. 1840), Eduard (1842-1914) und Rosa, verh. Koopmann (1843-1903?). Abraham Meyerhof starb im Geburtsjahr seiner jüngsten Tochter.

Zur Familie

Vater: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Mutter: Lea Hendel, Gattin des Schmuel Meyerhof ( 0036 )
Brüder: Israel Meyerhof ( 0136 ); Meyer Meyerhof ( 0149
Schwester: Jette Meyerhof ( 0113 )

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer: "Die Hildesheimer Familie Meyerhof", in: Hildesheimer Kalender 2009. Jahrbuch für Geschichte und Kultur, S. 148 und 151.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0088

 

Täubche ⚭ David Wahlburg (Täubchen Wahlburg geb. Goldschmidt) [11.06.1844]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה חשובה ויקרה‏‎ eine angesehene und teure Frau,
‎‏מרת טייבכה אשת‏‎ Frau Täubche, Gattin des
‎‏ר׳ דוד וואהלבורג‏‎ Herrn David Wahlburg,
‎‏נפטרה בשם טוב‏‎ 5 verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏ביום ג׳ כ״ד סיו[ן]‏‎ am Tag 3, 24. Sivan
‎‏שנת תר״ד לפ״ק‏‎ des Jahres 604 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet die Frau
Täubchen Wahlburg 10
geb. Goldschmidt

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 11.06.1844

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geschweiftem und in der Mitte eingezogenen flachen Segmentbogenabschluss (?).
Zustand 2017 Das leicht schräg stehende Grabmal ist auf der Vorderseite stark verwittert und mit Flechten bewachsen. Die Lesung der hebräischen Inschrift konnte durch historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Zur Familie

Gatte: David Wahlburg ( 0142 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0087

 

Rikle bat Schlomo Michael (Regine Ellrodt) [21.06.1844]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏נערת בתולה טובה‏‎ ein gutes jungfräuliches Mädchen,
‎‏בת טובים ריקלא‏‎ ›Tochter von Vornehmen‹,
‎‏בת ר׳ שלמה מיכאל‏‎ Rikle, Tochter des Herrn Schlomo Michael
‎‏מאלטענשטיין‏‎ 5 aus Altenstein,
‎‏באה לראות את‏‎ sie kam, um ihre
‎‏אחותה ומתה בארץ‏‎ Schwester zu sehen und starb in einem Lande,
‎‏לא לה ד׳ תמוז תר״ד‏‎ das nicht das ihre war, (am) 4. Tammus 604.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
eine gute Tochter und Schwester
Jungfrau Regine Ellrodt
aus Altenstein
gestorben 21sten Juni 1844.

 

  Zl 3: HldR 1

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 21.06.1844
Zln 5,13: Altenstein ist der Name eines Amtes im Herzogtum Sachsen-Meiningen und mehrerer Ortschaften.

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das leicht verwitterte Grabmal ist am linken Rand leicht beschädigt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0084

 

Naftali (genannt Hirz Edel) ben Izek (Herz Itzig Edel) [28.05.1845]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏ n qi kpi^m ubr lbb‏‎ (Naftali), ›rein an Händen und lauteren Herzens‹,
‎‏ p zr nt^n labiuni^m :‏‎ ›freigebig war er den Bedürftigen‹,
‎‏ t mi^m hih bdrkiu :‏‎ lauter war er auf seinen Wegen
‎‏ l tuylt bniu ubnutiu :‏‎ 5 zum Wohle seiner Söhne und Töchter,
‎‏ i ca myul^m hwpl lxii yd‏‎ er verließ die niedere Welt hin zum ewigen Leben,
‎‏הר׳ והק׳ כ״ה נפתלי ה׳ הירץ‏‎ der Meister und der Einflußreiche, der geehrte Herr Naftali, genannt Hirz
‎‏עדעל בן כמר איצק ׃‏‎ Edel, Sohn des geehrten Herrn Izek,
‎‏נפטר ביום ד׳ כ״א אייר ונקב׳‏‎ verschieden am Tag 4, 21. Ijar, und begraben
‎‏בעש״ק פ׳ בחקתי ה׳ אלפים‏‎ 10 am Rüsttag des heiligen Schabbat, Wochenabschnitt ›"Meine Gesetze"‹, Fünftausend-
‎‏תר״ה לפ״ק‏‎ 605 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Herz Itzig Edel
gest. am 28 Mai
1845 15

 

  Zl 2: Ps 24,4   Zl 3: Ps 112,9   Zl 10: Lev 26,3

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 28.05.1845 ; begraben am übernächsten Tag
Zl 2: Der im Akrostichon angegebene Name Naftali muss hier im Übergang von der Einleitungsformel zur Eulogie mitgelesen werden und wurde daher in Klammern eingefügt.
Zl 10: Hier wurde die Tausenderzahl des Sterbejahres angegeben, obwohl nach der Jahreszahl in der folgenden Zeile die übliche Abkürzung "nach kleiner Zählung" (also ohne Tausenderzahl) folgt.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏נפתלי‏‎ Naftali

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Stele mit Dreiecksgiebel mit Eckakroterien und leicht erhabenem Schriftfeld auf rauem Grund, im Giebelfeld ein kleines ovales Medaillon mit der Kopfformel, auf der Rückseite ein großes ovales Medaillon mit der deutschen Inschrift. (Die Grabmale von Mutter und Gattin sind sehr ähnlich gestaltet.)
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Die rechte obere Ecke des leicht verwitterten Grabmals fehlt.

Zur Familie

Mutter: Rosalie Edel geb. Steinthal ( 0091 )
Schwester: Röschen Sichel geb. Edel ( 0025 )
Gattin: Lea Edel geb. Heinemann ( 0029 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0083

 

Ella ⚭ Wolf Gabriel (Elise Wolf geb. Selig) [25.09.1845]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשה היקרה מרת ׃‏‎ eine Frau, die Teure, Frau
‎‏עללה אשת כמר ׃‏‎ Ella, Gattin des geehrten Herrn
‎‏וואלף הנקרא גבריעל‏‎ Wolf, genannt Gabriel,
‎‏נפטרת בשם טוב יום‏‎ 5 verschieden ›mit gutem Namen‹ Tag
‎‏ה׳? כ״ג? אלול שנת תר״ה? לפ״ק‏‎ 5?, 23.? Elul des Jahres 605? der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Frau Elise Wolf gebor. Selig
gestorben im 53. Jahre ihres Alters 10
[...] Sept. 1845

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 25.09.1845 ; (s.u.)
Die Lesung der Daten ist aufgrund der fortgeschrittenen Verwitterung sehr unsicher.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit sehr flachem geschweiften Segmentbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das Grabmal ist auf beiden Seiten in der unteren Hälfte stark verwittert, die Inschriften sind nicht mehr vollständig erhalten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0085

 

Jaakow ben Awraham Silber (Jacob Abraham Silber) [27.02.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏ר׳ יעקב [ב׳?] אברהם‏‎ Herr Jaakow, (Sohn des) Awraham
‎‏זילבער נפטר יום ו׳ ב׳ ר״ח‏‎ Silber, verschieden Tag 6, 2. Neumond
‎‏אדר [ונקבר ביום] א׳ ג׳ בו‏‎?‏‎ Adar, und begraben am Tag 1, 3. desselben
‎‏[־־־]‏‎ 5 [---]
  Rückseite
Jacob Abraham Silber
starb d. 27. Februar 1846
alt 8[...]

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 27.02.1846 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit geschweiftem Rundbogenabschluss.
Zustand 2017 Das eingesunkene Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die Inschrift teilweise verloren (bzw. im Boden verborgen).

Zur Familie

Gattin: Rebecka Silber ( 0096 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0080

 

Schmuel ben Meir Meyerhof (Samuel Meyerhof) [10.09.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏שונא בצע לאריך ימים‏‎ ›er hasste Gewinn für ein langes Leben‹,
‎‏ראה זרע ובני בנים‏‎ ›sah Nachkommen‹ und Enkelkinder,
‎‏כ״ה שמאל בר מאיר‏‎ der geehrte Herr Schmuel, Sohn des Meir,
‎‏אבי משפחת מייערהאף‏‎ 5 Stammvater der Familie Meyerhof,
‎‏סר מרע ועשה טוב כל ימיו‏‎ ›er mied das Böse und tat Gutes‹ all seine Tage,
‎‏זקן ושבע ימים נאסף אל עמיו‏‎ ›betagt und satt an Tagen‹ ›wurde er versammelt zu seinem Volke‹
‎‏בהיותו תשעים ושלש שנם‏‎ mit dreiundneunzig Jahren
‎‏יום ה׳ י״ט אלול תר״ו לפ״ק‏‎ am Tag 5, 19. Elul 606 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet in Gott
Samuel Meÿerhof
geboren den 26ten November 1753,
gestorben den 11ten September 1846.

 

  Zl 2: Nach Spr 28,16   Zl 3: Jes 53,10   Zl 6: Ps 34,15   Zl 7: Gen 35,29 | Zl 7: Gen 25,8 u.ö.

Kommentar

Datierung Geboren 26.11.1753; gestorben Donnerstag, 10.09.1846 . Das Sterbedatum nach der hebräischen Inschrift weicht um einen Tag von der Angabe nach der deutschen Inschrift ab.
Zln 2-3: Das Zitat in Zl 2 lautet vollständig: "Der Gewinn haßt, wird lange leben" (nach der Übersetzung von Leopold Zunz). Durch die in beiden Zitaten vorkommende Wendung "langes Leben" wurde es mit dem folgenden Jesaja-Zitat verbunden.
Zl 4: ‎‏שמאל‏‎ statt ‎‏שמאול‏‎.
Zln 5+6: Die letzten Buchstaben wurden jeweils kleiner eingraviert, damit sie noch in die Zeile passen.
Zl 8: ‎‏שנם‏‎ statt ‎‏שנים‏‎.

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-3, auf -amav in Zln 6-7.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit leicht geschweiftem, sehr flachen Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist leicht verwittert.

Zur Person

Der Trödelhändler Samuel Meyerhof war verheiratet mit Hendel Israel und Vater von fünf Kindern: Meyer (1780-1853), Israel (1783-1865), Abraham (1790-1843), Jette (geb. 1792) und Betty, verh. Cohn (geb. 1795), die ihm zusammen 29 Enkelkinder schenkten.

Zur Familie

Gattin: Lea Hendel, Gattin des Schmuel Meyerhof ( 0036 )
Söhne: Abraham Meyerhof ( 0089 ), Israel Meyerhof ( 0136 )
Tochter: Jette Meyerhof ( 0113 )
Enkel: Mylius Meyerhof ( 0040 ), Sohn von Israel Meyerhof

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer: "Die Hildesheimer Familie Meyerhof", in: Hildesheimer Kalender 2009. Jahrbuch für Geschichte und Kultur, S. 148.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0081

 

Rachel (Rachel Goldschmidt geb. Steinthal) [10.09.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשת חיל עטרת בעלה‏‎ ›die tüchtige Gattin, Krone ihres Gatten‹,
‎‏ r x w l bh [d]br jub‏‎ ›ihr Herz wallte auf in schöner Rede‹,
‎‏ b [...]‏‎ [...]
‎‏[־־־]‏‎ 5 [---]
  Rückseite
Hier ruhet
die fromme Rachel geb:
Steinthal, verehlichte
Jacob Goldschmidt, gest:
im 71. L[ebensja]hr [den] 10. 10
S[eptember 1846]

 

  Zl 2: Spr 12,4   Zl 3: Ps 45,2

Kommentar

Datierung Gestorben 10.09.1846
Die Datumsangaben sind nicht bzw. nicht mehr vollständig erhalten, konnten jedoch aufgrund der chronologischen Beisetzung rekonstruiert werden.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 3-4 (und weiter): ‎‏רחל ב[ת ...]‏‎ Rachel, Tochter von [...]

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem, sehr flachen Kielbogenabschluss und breitem scharriertem Rahmen.
Zustand 2017 Das an der oberen rechten Ecke beschädigte Grabmal ist vor allem im unteren Teil sehr stark verwittert, die Inschriften sind teilweise verloren.

Zur Familie

Gatte: Jacob Goldschmidt ( 0110 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0079

 

Kalonymos (genannt Kalman Anschelsohn) (Calman Anschelsohn) [30.09.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש קלונימוס המכונה‏‎ ein Mann, Kalonymos, genannt
‎‏קלמן אנשעלזאהן‏‎ Kalman Anschelsohn,
‎‏הנפטר ב[יום] הכפורים‏‎ der verschieden ist am Versöhnungstag
‎‏שנת ת[ר״ז ל]פ״ק ובניו‏‎ 5 des Jahres 607 der kleinen Zählung. Und seine Kinder
‎‏בארץ אמעריקא‏‎ im Lande Amerika
‎‏הקימ[ו ...]‏‎ errichteten [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Calm. Anschelsohn
gest. den [30. Sep]tember
[1846]

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 30.09.1846
Aufgrund der starken Verwitterung sind die Angaben des Sterbejahres in beiden Inschriften verloren. Da die Aufstellung der Grabmale hier jedoch streng chronologisch erfolgte, ist sicher, dass es sich um Anfang des jüdischen Jahres 5607, September 1846 handelt.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluß mit leicht hochgezogenen Ecken und mit breitem scharriertem Rahmen.
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die Inschriften teilweise verloren.

Zur Familie

Bruder: Liepmann Anschelsohn ( 0073 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0078

 

Aharon Frank ben Jehuda Löb Bikum (Aron Levi Frank) [28.10.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏כ״ה אהרן פראנק בן כ״ה‏‎ der geehrte Herr Aharon Frank, Sohn des geehrten Herrn
‎‏יהודא ליב ביקום‏‎ Jehuda Löb Bikum,
‎‏ a iw h iw r n am^n bpyltu‏‎ der aufrechte Mann, getreu in seinem Wirken,
‎‏ h qi^m hknst klh bxkmtu‏‎ 5 er errichtete (eine Stiftung) zur Ausstattung von Bräuten in seiner Weisheit,
‎‏ r aw prns umnhig lydtu‏‎ Haupt, Vorsteher und Leiter seiner Gemeinschaft,
‎‏ n wmtu nprdt m^n guitu‏‎ seine Seele löste sich von seinem Leib
‎‏בליל ה׳ ט׳ מרחשון ונק׳ בשם‏‎ in der Nacht 5, 9. Marcheschvan, und er wurde begraben ›mit gutem
‎‏טוב בעש״ק יו״ד בו תר״ז לפ״ק ׃‏‎ Namen‹ am Rüsttag des heiligen Schabbat, zehnter desselben, 607 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Aron Levi Frank
gestorben im 62sten Lebensjahre
am 28. October 1846

 

  Zl 8f: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch abend, 28.10.1846 ; begraben am übernächsten Tag

Stilmittel

Reim auf -ato in Zln 4-7.
Akrostichon in Zeilen 4-7: ‎‏אהרן‏‎ Aharon

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit vertieftem Schriftfeld, als Giebel zwei aufeinander zulaufende Voluten mit einer kleinen Palmette in der Mitte. Das nebenstehende Grabmal der Mutter ist identisch gestaltet.
Schrift Hebräisch: vertieft; Deutsch: vertieft und erhaben (Namen) (Antiqua)
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das an der unteren rechten Ecke beschädigte Grabmal war von seinem Sockel gestürzt und wurde neu befestigt, dabei ging die untere Hälfte der letzten Zeile der hebräischen Inschrift verloren.

Zur Familie

Mutter: Bella Frank geb. Frank ( 0077 )
Bruder?: Moses Frank ( 0068 )
Gattin: Marie Frank geb. Behrend ( 0145 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0077

 

Bella Frank ⚭ Löb Bikum (Bella Frank geb. Frank) [16.11.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏הצנועה מר׳ בילה פראנק‏‎ die Züchtige, Frau Bella Frank,
‎‏אלמנת כ״ה ליב ביקום‏‎ Witwe des geehrten Herrn Löb Bikum.
‎‏ b ith ptux lruxh‏‎ Ihr Haus war weit geöffnet,
‎‏ i dh labiuni yir wluxh‏‎ 5 ihre Hand ausgestreckt den Armen der Stadt,
‎‏ l tmu^k ynii^m udli^m‏‎ zu stützen Arme und Geringe,
‎‏ h ith zqnh uwby imi^m‏‎ sie war ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏קרובי דמאת שנים‏‎ fast hundert Jahre alt.
‎‏נפטרת ביום ג׳ כ״ח מרחשון‏‎ Verschieden am Tag 3, 28. Marcheschvan
‎‏תר״ז לפ״ק תנצב״ה‏‎ 10 607 der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Bella geb. Frank
Wittwe Levi Frank
gestorben im 98sten Lebensjahre
am 16. November 1846 15

 

  Zl 7: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Gestorben Montag abend, 16.11.1846
Zl 15: Der Monatsname wurde von "October" zu "November" korrigiert.
Namenskunde Der Beiname des Gatten in Zl 3, etwa "Bikum" geschrieben, leitet sich möglicherweise vom Ortsnamen Beckum her, eine kleine Stadt südöstlich von Münster, in der seit dem 17. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde bestand. In der deutschen Inschrift ist sein Bei- bzw. Familienname mit "Frank" angegeben.

Stilmittel

Reim auf -(u)cha in Zln 4-5, auf -im in Zln 6-7.
Akrostichon in Zeilen 4-7: ‎‏בילה‏‎ Bella

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit vertieftem Schriftfeld, als Giebel zwei aufeinander zulaufende Voluten mit einer kleinen Palmette in der Mitte. Das nebenstehende Grabmal des Sohnes ist identisch gestaltet.
Schrift Hebräisch: vertieft; Deutsch: vertieft und erhaben (Namen) (Antiqua)
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist im unteren Teil leicht verwittert.

Zur Familie

Sohn: Aron Levi Frank ( 0078 )
Sohn?: Moses Löb Frank ( 0068 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0076

 

Ester ⚭ Schlomo Traub (Ester Traub) [02.12.1846]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מצבת‏‎ ›Grabmal‹
‎‏האשה זקנה ושבע ימים‏‎ der Frau, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏כפיה פרשה לאביונים‏‎ ihre Hände reichte sie den Bedürftigen
‎‏וכל מעשיה היו ישרים‏‎ und all ihre Taten waren aufrecht
‎‏ולאל אשר שבשמים‏‎ 5 und zu Gott im Himmel
‎‏התפללה [...]ימים‏‎ betete sie (alle Tage?),
‎‏היא אסתר אשת שלמה‏‎ sie ist Ester, Gattin des Schlomo
‎‏[טרו]יב הנפטרת ביום ד׳‏‎ Traub, die verschieden ist am Tag 4,
‎‏[י״ג כס]ליו שנת תר״ז לפ״ק‏‎ 13. Kislev des Jahres 607 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה‏‎]‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Ww. S. Traub
geb. d. 21. Sept. 1758,
gest. d. 2. Decb. 1846.

 

  Zl 1: Gen 35,14   Zl 2: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Geboren 21.09.1758; gestorben Mittwoch, 02.12.1846

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-6.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Breite Stele mit abgesetzem, geschweiften und eingezogenen Segmentbogenabschluß, seitlich in Voluten auslaufend.
Schrift Hebräisch: erhaben (im Giebelfeld) und vertieft; Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Das leicht nach vorne geneigte und vor allem in der Mitte des vorderen Schriftfelds deutlich verwitterte Grabmal ist an der linken unteren Seite gesprungen. Es ist eingesunken und teilweise tief in einen alten Baum eingewachsen, wodurch die rechte untere Ecke und die letzte Zeile der hebräischen Inschrift nicht mehr zu lesen sind, jedoch aus dem Zusammenhang rekonstruiert werden konnten.

Zur Familie

Sohn: Samuel Traub ( 0138 )
Schwiegertochter: Hanna Traub geb. Uri ( 0058 )
Enkelin: Sophie Traub ( 0133 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0104

 

Rechle ⚭ Löb Kessler (Wittwe L. Kessler) [15.03.1847]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה זקנה מרת‏‎ die betagte Frau, Frau
‎‏רעכלה אשת המנו׳‏‎ Rechle, Gattin des Seligen,
‎‏כמר ליב קעסלער‏‎ des geehrten Herrn Löb Kessler,
‎‏נפטרת בש״ט יום‏‎ 5 verschieden ›mit gutem Namen‹ Tag
‎‏ב׳ כ״ז אדר תר״ז לפ״ק‏‎ 2, 27. Adar 607 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht die alte Wittwe
L. K[essl]er.

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 15.03.1847

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit Segmentbogenabschluss mit kleinen Eckakroterien.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschriften sind nicht mehr vollständig erhalten.

Zur Familie

Sohn: Isaac Levi Kessler ( 0132 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0103

 

Josef Güdemann (Joseph Güdemann) [05.06.1847]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏איש‏‎ Ein Mann,
‎‏ i wr ucdiq bamuntu‏‎ aufrecht und ›gerecht in seinem Glauben‹,
‎‏ u bqbr ph mnuxtu‏‎ und hier im Grab ist seine Ruhestatt,
‎‏ s upu hyid yl txltu‏‎ sein Ende zeugte von seinem Anfang,
‎‏ p yultu hrah myltu‏‎ 5 sein Wirken zeigte seine Vorzüge,
‎‏אשרי גופו ואשרי נשמתו‏‎ wohl seinem Leib und wohl seiner Seele,
‎‏ה״ה כ״ה יוסף גידמאן ׃‏‎ es ist der geehrte Herr Josef Güdemann,
‎‏שהלך לעולמו ביום ש״ק‏‎ ›der in seine Welt hinging‹ am Tage des heiligen Schabbat,
‎‏כ״א סיון שנת תר״ז לפ״ק‏‎ 21. Sivan des Jahres 607 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Joseph Güdemann
Geboren den 5ten März 1781
Gestorben den 5ten Juni 1847.

 

  Zl 2: Vgl. Hab 2,4   Zl 8: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Geboren 05.03.1781; Samstag, gestorben 05.06.1847

Stilmittel

Reim auf -ato in Zln 2-6.
Akrostichon in Zeilen 2-5: ‎‏יוסף‏‎ Josef

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem, sehr flachen Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das leicht verwitterte Grabmal ist am Giebel beschädigt.

Zur Familie

Töchter: Janette Salomon geb. Güdemann ( 0107 ); Elise Isenstein geb. Güdemann ( 0147 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0098

 

Zwi (genannt Hirsch) ben Aharon Hakohen [1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏צבי המכונה הירש‏‎ Zwi, genannt Hirsch,
‎‏ב״ר אה[רן] הכהן ׃‏‎ Sohn des Herrn Aharon Hakohen
‎‏מ[...]‏‎ [...]
‎‏[־־־]‏‎ 5 [---]

Kommentar

Aufgrund der Lage muss es sich um ein Grabmal vom Herbst 1848 handeln.

Beschreibung

Material Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss, im GIebelfeld die reliefierten Priesterhände.
Symbol Segnende Priesterhände
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert, die Inschrift teilwesie verloren.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0102

 

Mine ⚭ Jokew (Minna Schwabe verw. Norden geb. Michael) [12.01.1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת חיל עטרת ביתה‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, Krone ihres Hauses,
‎‏חכמת לב ויראת אלהים‏‎ ›weisen Herzens‹ und gottesfürchtig,
‎‏כל ימיה גמלה טוב‏‎ all ihre Tage erwies sie Gutes,
‎‏לעני ולאב[יון פת]חה ידיה‏‎ 5 dem Armen und dem Bedürftigen öffnete sie ihre Hände,
‎‏ה״ה מרת מ[ינה] אלמנת‏‎ es ist Frau Mine, Witwe des
‎‏כ״ר יאקב [...]‏‎ geehrten Herrn Jokew [...],
‎‏[נא]ספה אל [עמה] בשיבה‏‎ ›sie ward versammelt zu ihrem Volke‹ in Greisenalter
‎‏וזקנה טובה יום ד׳ ז׳ שבט‏‎ und hohem Alter am Tag 4, 7. Schwat
‎‏תר״ח לפ״ק מנוחתה כבוד‏‎ 10 608 der kleinen Zählung. ›Ihre Ruhestätte ist Herrlichkeit‹
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet in Gott
Minna Schwabe,
verw. gew. Norden, geb. Michael
geb. im August 1773, 15
am 12. Elul 5533,
gest. am 1[2.] Januar 1848,
Sch[wat 56]08

 

  Zl 2: Spr 31,10   Zl 3: Ex 35,25,35   Zl 8: Num 20,24   Zl 10: Jes 11,10

Kommentar

Datierung Geboren Dienstag, 31.08.1773; gestorben Mittwoch, 12.01.1848

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem und eingezogenen Kielbogenabschluss und vertieftem Schriftfeld.
Schrift Deutsch: Fraktur und Antiqua (Name)
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschriften nicht mehr vollständig zu entziffern. Die Lesung der hebräischen Inschrift konnte teilweise durch historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden, sie bleibt jedoch unsicher und unvollständig.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0101

 

Israel Wangenheim Hakohen (Israel Cohn Wangenheim) [23.07.1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏כ״ה ישראל וואנגנהיים‏‎ der geehrte Herr Israel Wangenheim
‎‏הכהן נפטר ביום א׳‏‎ Hakohen, verschieden am Tag 1,
‎‏כ״ב תמוז תר״ח לפ״ק‏‎ 22. Tammus 608 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 5 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Israel Cohn
Wangenheim
geb. 1781, gest. 23. Juli 1848

Kommentar

Datierung Geboren 1781; gestorben Sonntag, 23.07.1848

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit Flachbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Vorne leichte, hinten stärkere Verwitterung.

Zur Person

Israel Cohn Wangenheim, auch Wangenreim, war ein Tuchfabrikant bzw. Tuchpresser und Decateur. Seine Frau Bella, auch Betty Cohn Wangenreim geb. Wolf, wandte sich 1813 mit drei Bittschriften an J.F.M. de Bongars, Generalinspektor der Gendarmerie im Königreich Westphalen, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken, der sich der Verbreitung einer antinapoleonischen "gazette" schuldig gemacht hatte: "Sie sei hochschwanger, kurz vor der Entbindung und mit Kleinkindern; der Familienernährer sei ihr genommen worden und die Last der Einquartierung laste auf ihr; die Geschäfte lägen darnieder; die sich kurz vor der Abreise befindlichen französischen Militärs, mit denen ihr Mann Handel trieb, könnten nicht bedient werden. Und sie sprach nicht zuletzt gezielt die Dankbarkeit für die neu erworbenen bürgerlichen Rechte im Kontext der Judenemanzipation aus, die eine intendierte Verfehlung unglaubwürdig mache: 'denken Sie ia nicht daß mein Mann solch ein Mensch ist, der schlechte Gedanken hatt, den seit dem die Franzosische Rechte eingeführt seyn, haben wir ia die Freiheit, eine Fabrique zu haben'. Auch wenn sie versuchte, die Gunst der westphälischen Staatsvertreter durch die lobende Benennung der Gesellschaftsreformen zu entfachen, bekam sie zunächst nicht ihren Mann, aber vorerst immerhin die Handelsbücher und Briefschaften zurück." (Paye, S. 260; s.u.).
Ein 1805 in Pattensen bei Hannover geborener Sohn ließ sich um 1823 auf den Namen Franz Theodor Wangenheim (auch Franz Theodor Wangenreim) taufen und wurde (auch unter dem Pseudonym Albert Adolf Zeune) ein bekannter deutscher Schriftsteller, bis er 1843 an der Cholera starb.

Zur Familie

Gattin: Bella Wangenreim ( 0067 )

Quellen / Sekundärliteratur

Claudie Paye: "Der französischen Sprache mächtig": Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen (1807-1813), (Pariser historische Studien, 100), 2013, S. 259f.
Artikel Franz Theodor Wangenheim in der Wikipedia (last visited 04.07.2018).

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0100

 

Channa ⚭ Schmuel Fleischhacker (Johanne Fleischhacker geb. Lilienthal) [01.08.1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה החשובה וצנועה‏‎ die angesehene und züchtige Frau,
‎‏מרת חנה אשת כ׳ שמואל‏‎ Frau Channa, Gattin des geehrten Schmuel
‎‏פליישהאקקער נפטרה‏‎ Fleischhacker, verschieden
‎‏בש״ט יום ג׳ ב׳ אב שנת‏‎ 5 ›mit gutem Namen‹ Tag 3, 2. Aw des Jahres
‎‏תר״ח לפ״ק‏‎ 608 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Johanne Fleischhacker
geb. Lilienthal 10
geboren d. 18. October 1791
gestorben d. 1. August 1848.

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Geboren 18.10.1791; gestorben Dienstag, 01.08.1848

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0099

 

Jehuda (genannt Löb Brandenstein) (Levi Brandenstein) [05.08.1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏ i ra alhi^m usr mry‏‎ ›Gott ehrfürchtend und vom Bösen weichend‹,
‎‏ h l^k tmi^m upyl cdq‏‎ ›er wandelte in Lauterkeit und wirkte Wohl‹
‎‏ u iwr bkl mywiu‏‎ und war aufrecht in all seinen Taten,
‎‏ d rw jub lkl ymu‏‎ 5 er strebte nach dem Besten für sein ganzes Volk,
‎‏ h "h k"h ihudh hmkunh‏‎ es ist der geehrte Herr Jehuda, genannt
‎‏ליב בראנטענשטיין‏‎ Löb Brandenstein,
‎‏הלך לעולמו ביום ש״ק‏‎ ›er ging hin in seine Welt‹ am Tage des heiligen Schabbat,
‎‏ששה ב[אב] תר״ח לפ״ק‏‎ sechster [Aw] 608 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Levi Brandenstein
aus
Grebenstein gestorben
im 80[...] 15

 

  Zl 2: Ijob 1,8   Zl 3: Ps 15,2   Zl 8: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 05.08.1848
Der fehlende Monatsname in der hebräischen Inschrift konnte aufgrund des zur Verfügung stehenden Raumes, der Lage des Grabsteins und der Art der Formulierung rekonstruiert werden.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏יהודה‏‎ Jehuda

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Hohe Stele mit Vorhangbogenabschluss und vorne mit vertieftem Schriftfeld, umgeben von einem breiten scharrierten Rahmen.
Zustand 2017 Die Mitte der Schriftfelder ist stark verwittert, die Inschriften teilweise verloren.

Zur Person

Levi Brandenstein stammte vermutlich aus dem nordhessischen Grebenstein, wo spätestens seit der Zeit des Dreißigjährigen Krieges eine jüdische Gemeinde bestand. Er starb wohl in seinem 80. Lebensjahr.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0097

 

Mosche ben [...] Halevi Sternheim (Moses Simon Sternheim) [18.11.1848]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏ m hir bmlakt rpuah‏‎ (Mosche,) geübt im Werke der Heilkunde,
‎‏ w hih rupa nam^n lydh‏‎ welcher ein getreuer Arzt seiner Gemeinde war,
‎‏ h l^k tmi^m upyl cdq‏‎ ›er wandelte in Lauterkeit und wirkte Wohl‹,
‎‏ה[״ה] משה בן כהר״ר‏‎ 5 Es [ist] Mosche, Sohn des geehrten Meisters, Herrn
‎‏[...] הלוי שטע[רנהיים]‏‎ [...] Halevi Sternheim
‎‏[...] ׃ נפט[ר ש״ק]‏‎ [...], verschieden [am heiligen Schabbat],
‎‏כ״ב מרחשון תר״ט לפ״ק‏‎ 22. Marcheschvan 609 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
Dr: med: Moses Simon
Sternheim
gets. im 48sten Lebensjahr
am 18. Nov. 1848.

 

  Zl 4: Ps 15,2

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 18.11.1848
Zl 2-4: Der in diesen Zeilen im Akrostichon angegebene Name muss eigentlich mit jeder Zeile mitgelesen werden und wurde daher in der Übersetzung in Zeile 2 in Klammern eingefügt.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-4: ‎‏משה‏‎ Mosche

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit flachem Vorhangbogenabschluss und vertieftem Schriftfeld, im Giebelfeld eine reliefierte Levitenkanne.
Symbol Levitenkanne
Zustand 2017 Das Grabmal ist vor allem im unteren Teil stark verwittert, die hebräische Inschrift ist nicht mehr vollständig erhalten, konnte jedoch teilweise aus dem Zusammenhang rekonstruiert werden.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0096

 

Riwka ⚭ Jaakow Silber (Rebecka Silber) [24.01.1849]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה מרת רבקה‏‎ die Frau, Frau Riwka,
‎‏אשת ר׳ יעקב זילבער‏‎ Gattin des Herrn Jaakow Silber,
‎‏נפטרה יום ד׳ א׳ שבט‏‎ verschieden Tag 4, 1. Schwat
‎‏תר״ט לפ״ק‏‎ 5 609 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Rebecka Silber
gestorben d. 24. Januar
1849 10
Friede ihrer Asche!

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 24.01.1849

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein?
Beschreibung Stele mit gescheiftem Segmentbogenabschluss. Die leicht eingetieften, von breiten scharrierten Rahmen umgebenen Schriftfelder schließen oben gerade.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Familie

Gatte: Jacob Abraham Silber ( 0085 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0095

 

Schimon Warenstaedt (Simon Isaac Warenstaedt) [02.07.1849]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האיש היקר והנכבד כ׳‏‎ der teure und ehrwürdige Mann, der geehrte
‎‏שמעון ווארענשטעדט ׃‏‎ Schimon Warenstaedt,
‎‏נפטר יום ב׳ י״ב תמוז תר״ט לפ״ק ׃‏‎ verschieden Tag 2, 12. Tammus 609 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 5 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Simon Isaac
Warenstaedt
gestorben 76 Jahr alt
den 12. Tamus (2. Juli) 5609 10
Ruhe seiner Asche.

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 02.07.1849
Nur wenige deutsche Inschriften hier geben das Sterbedatum auch (oder ausschließlich) nach dem jüdischen Kalender an.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stelem it geschweiftem, in der Mitte eingezogenem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0094

 

Alexander Oppenheimer (Alexander Oppenheimer) [08.09.1850]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏כמ״ר אלכסנדר‏‎ der geehrte Herr Alexander
‎‏אפפנה[יימ]ר נפטר‏‎ Oppenheimer, verschieden
‎‏יום ב׳ דר״ה שנת‏‎ am 2. Tag des Neujahrfests des Jahres
‎‏תרי״א לפ״ק‏‎ 5 611 der kleinen Zählung.
‎‏ת[נצב]״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet in Gott
Alexander Oppenheimer
Gestorben im 57. Lebens-Jahre
Ruhe und Frieden seinen Gebeinen 10

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 08.09.1850

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Grabmal mit eingezogenem Rundbogenabschluss mit Eckakroterien.
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert. Die Lesung der hebräischen Inschrift konnte durch historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Zur Familie

Gattin: Buna Oppenheimer ( 0134 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0093

 

Telzche ⚭ Jokew Molling (Therese Molling) [14.09.1850]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה יראת אלהים‏‎ eine gottesfürchtige Frau,
‎‏ה״ה האשה היקרה‏‎ es ist die teure Frau,
‎‏מרת טעלצכה אש׳‏‎ Frau Telzche, Gattin
‎‏כ״ה יאקב מאללינג‏‎ 5 des geehrten Herrn Jokew Molling,
‎‏נפטרת ביום חי״ת‏‎ verschieden am achten Tag
‎‏תשרי תרי״א לפ״ק ׃‏‎ des Tischri 611 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht die Frau
Therese Molling 10
gest. d. 14. September
1850

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 14.09.1850

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit einem Abschluss aus zwei Voluten mit einer Palmette in der Mitte. Die vertieften Schriftfelder sind von einem gekehlten Rahmen umgeben. Die abgekürzte hebräische Einleitungsformel ist in erhabenen Buchstaben ausgeführt.
Schrift vertieft und erhaben
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Die Schriftfelder sind stellenweise stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0092

 

Ester Appel bat Salman Hammerschlag (Ernstine Appel) [04.05.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה מרת אסתר אפפעל‏‎ die Frau, Frau Ester Appel,
‎‏בת ר׳ זלמן האממערשלאג‏‎ Tochter des Herrn Salman Hammerschlag,
‎‏נפטרה ביום ב׳ לחדש‏‎ verschieden am 2. Tag des Monats
‎‏אייר שנת תרי״א לפ״ק‏‎ 5 Ijar des Jahres 611 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet die Frau
Ernstine Appel
gestorben den 4. Mai 1851.
Friede ihrer Asche! 10

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 04.05.1851

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem, sehr flachen Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0091

 

Rosalie Steinthal ⚭ Jizchak Edel (Rosalie Edel geb. Steinthal) [19.07.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה היקרה מרת‏‎ die teure Frau, Frau
‎‏ראזאליע עדעל‏‎ Rosalie Edel
‎‏ממשפחת שטיינטהאל‏‎ aus der Familie Steinthal,
‎‏אלמנת כ״ה יצחק‏‎ 5 Witwe des geehrten Herrn Jizchak
‎‏עד[על ז״]ל נפטר׳ בש״ט‏‎ Edel, sein Andenken zum Segen, verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏יום ש״[ק י״]ט תמוז שנת‏‎ (am) Tag des heiligen Schabbat, 19. Tammus des Jahres
‎‏תרי״א לפ״ק‏‎ 611 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
Frau Rosalie Edel
geb. Steinthal
gest. den 19. Juli 1851
Ruhe ihrer Asche

 

  Zl 6: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 19.07.1851

Beschreibung

Material Gelblicher Sandstein
Beschreibung Stele mit Dreiecksgiebel mit Eckakroterien und leicht erhabenem Schriftfeld auf rauem Grund, im Giebelfeld ein kleines ovales Medaillon mit der Kopfformel, auf der Rückseite ein großes ovales Medaillon mit der deutschen Inschrift. (Die Grabmale von Sohn und Schwiegertochter sind sehr ähnlich gestaltet.)
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte der vorderen Schriftfläche stark verwittert.

Zur Familie

Sohn: Herz Itzig Edel ( 0084 )
Tochter: Röschen Sichel geb. Edel ( 0025 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0090

 

Jehuda Neufeld (Juda Neufeld) [28.07.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש זקן ונכבד רבי‏‎ ein betagter und geehrter Mann, Herr
‎‏יהודה נויפעלד ׃‏‎ Jehuda Neufeld,
‎‏שהלך לעולמו ביום‏‎ ›der in seine Welt hinging‹ am Tag
‎‏ב׳ כ״ח [תמוז תר]י״א לפ״ק‏‎ 5 2, 28. [Tammus] 611 der kleinen Zählung.
‎‏גופ[ו ישן א]רצה‏‎ Sein Leib schlafe in der Erde
‎‏ונש[מתו לעדן נ]רצה‏‎ und seine Seele ist in Eden willkommen.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Juda Neufeld 10
gestorben d. 28.sten July
1851

 

  Zl 4: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 28.07.1851

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist in der Mitte und im unteren Teil stark verwittert. Die Lesung der hebräischen Inschrift konnte durch historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Zur Familie

Das Grabmal der 1840 gestorbenen Sarche Neufeld ( 0072 ) ist sehr ähnlich gestaltet. Vermutlich handelt es sich um seine Gattin.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0120

 

Betti Oppenheimer [05.08.1851]

Diplomatische Transkription

Hier ruhet sanft
Betti
Oppenheimer
geboren d. 26. April 1830,
5 gestorben d. 5. Aug. 1851.
Frieden und Ruhe ihrer Asche!

Kommentar

Datierung Geboren 26.04.1830; gestorben 05.08.1851

Beschreibung

Zustand 2017 Verwitterung auf der Vorderseite.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0119

 

Malka ⚭ Leiser (Wwe: Leiser Sabel) [17.08.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה זקנה מרת‏‎ die betagte Frau, Frau
‎‏מלכה אשת כ׳ ליזר‏‎ Malka, Gattin des geehrten Leiser,
‎‏משפ[חת ...] נפטר׳‏‎ Familie [Sabel], verschieden
‎‏בש״ט ביום א׳ י״ט אב‏‎ 5 ›mit gutem Namen‹ am Tag 1, 19. Aw
‎‏תרי״א לפ״ק‏‎ 611 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet die
Wwe: Leiser Sabel
gestorb. d. 17. [Augus]t 1851 10
in einem [Alter von ...] Jahren.

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 17.08.1851
Namenskunde Die deutsche Inschrift verzichtet - entsprechend der Gepflogenheiten der Zeit - auf die Nennung von Vor- und Geburtsname und definiert die Verstorbene nur als "Witwe (des) Leiser Sabel". Der jüdische Rufname lautet Malka, Malche, ein Name, der aufgrund des ähnlichen Klanges gerne mit dem bürgerlichen Namen Amalie verbunden wurde.

Beschreibung

Zustand 2017 Vorder- und Rückseite des Grabmals sind stark verwittert, die Inschriften nicht mehr vollständig erhalten.

Zur Familie

Gatte: Leiser Sabel ( 0056 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0118

 

Izek Sichel (Itzig Sichel) [08.09.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש זקן ושבע ימים‏‎ ein Mann, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏פעל צדק והלך תמים‏‎ ›er wirkte Wohl und wandelte in Lauterkeit‹,
‎‏כ׳ איצק זיכל נפטר‏‎ der geehrte Izek Sichel, verschieden
‎‏בש״ט יום ב׳ י״א אלול‏‎ 5 ›mit gutem Namen‹ Tag 2, 11. Elul
‎‏שנת תרי״א לפ״ק‏‎ des Jahres 611 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Itzig Sichel
gestorben den 8. September 1851. 10

 

  Zl 2: Gen 35,29   Zl 3: Ps 15,2 (in umgekehrter Reihenfolge)   Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 08.09.1851
Zl 3: Die Reihenfolge der Worte im beliebten Zitat Psalm 15,2 wurde vertauscht, damit die Zeile auf die vorherige Zeile reimt.

Stilmittel

Reim auf -amim in Zln 2-3.

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine umlaufende Blätterranke um das vordere Schriftfeld
Zustand 2017 Die Vorderseite ist stellenweise stark verwittert.

Zur Person

Der laut seiner hebräischen Inschriften sehr alt gewordene Itzig Sichel überlebte seine Frau um fast 27 Jahre.

Zur Familie

Gattin: Röschen Sichel ( 0025 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0121

 

Meir (genannt Max Meyerhof) ben Israel (Max Meyerhof) [29.09.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ילד שעשועים מאיר‏‎ ›ein Kind der Liebkosungen‹, Meir,
‎‏ב״ר ישראל המכונה‏‎ Sohn des Herrn Israel, genannt
‎‏מאקס מייערהאף‏‎ Max Meyerhof;
‎‏ה׳ נתן ביום ו׳ עש״ק יום‏‎ 5 ›Der Ewige gab‹ (ihn) am Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat, 3.
‎‏ג׳ מרחשון תר״ז לפ״ק‏‎ Tag des Marcheschvan 607 der kleinen Zählung,
‎‏וה׳ לקח ביום ג׳ ד׳ תשרי‏‎ ›und der Ewige nahm‹ (ihn) am Tag 3, 4. Tischri
‎‏תרי״ב לפ״ק‏‎ 612 der kleinen Zählung,
‎‏ויהי [שם ה׳] מברך‏‎ ›Es sei der Name des Ewigen gepriesen‹
  Rückseite
Max 10
Meyerhof
geb. d. 23. October 1846,
gest. d. 29. September 1851.
Der Herr hats gegeben
[der] Herr hats geno[mmen] 15
[...]

 

  Zl 2: Jer 31,19   Zl 5: Ijob 1,21   Zl 7: Ijob 1,21   Zl 9: Ijob 1,21

Kommentar

Datierung Geboren Freitag, 23.10.1846; gestorben (am Abend von) Montag, 29.09.1851
Die hebräische Eulogie bettet die Angabe von Geburts- und Sterbedatum in den bekannten Vers aus Ijob 1,21 ein: "(Nackt ging ich aus dem Leib meiner Mutter, und nackt werde ich dorthin zurückkehren.) Der Ewige gab, der Ewige nahm; es sei der Name des Ewigen gepriesen!". Die deutsche Inschrift setzt dieses Zitat unter die Daten und schloss vermutlich ebenfalls mit dem Lobpreis Gottes.

Beschreibung

Zustand 2017 Das an den Rändern beschädigte Grabmal ist im unteren Teil stark verwittert, die deutsche Inschrift ist nicht mehr vollständig erhalten.

Zur Familie

Vater: Israel Meyerhof ( 0136 )
Mutter: Hendel Meyerhof geb. Berend ( 0137 )
Bruder: Mylius Meyerhof ( 0040 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0117

 

Zwi Hirsch ben Schimschon Oppenheimer (Herrman Oppenheimer) [26.10.1851]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ילד נחמד משכיל ונבון‏‎ ein Kind, liebenswert, verständig und einsichtig,
‎‏צבי הירש ב״ר שמשון‏‎ Zwi Hirsch, Sohn des Herrn Schimschon
‎‏אפפענהיימער‏‎ Oppenheimer,
‎‏נפטר יו׳ א׳ א׳ דר״ח חשון‏‎ 5 verschieden Tag 1, 1. Neumondstag Cheschvan
‎‏תרי״ב עת נעתקו הרים‏‎ 612, während Berge versetzt wurden
‎‏ולא ידע וידו אבן בו‏‎ und er nichts davon wußte ›und man Steine auf ihn warf‹,
‎‏ואיננו כי לקח אותו אלהים‏‎ ›und er ward nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg‹.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Her̄man Oppenheimer 10
geb. d. 11. Maerz 1843,
gest. d. 26. October 1851.

 

  Zl 7: Klgl 3,53   Zl 8: Gen 5,24

Kommentar

Datierung Geboren 11.03.1843; gestorben Sonntag, 26.10.1851
Es klingt, als sei der kleine Herrmann Oppenheimer bei Bauarbeiten oder Abbrucharbeiten verschüttet worden.

Beschreibung

Beschreibung Gesockelte Stele mit flachem Dreiecksgiebel. Die Schriftfelder sind von einer umlaufenden Linie umgeben.
Zustand 2017 Die linke untere Ecke des leicht verwitterten Grabmals fehlt.

Zur Familie

Bruder?: Moritz Oppenheimer ( 0038 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0038

 

Moritz Oppenheimer [12.12.1851]

Diplomatische Transkription

Dein Tod war der einzige Kum-
mer, den du uns bereitet hast!
Moritz
Oppenheimer
5 geboren d. 1. April 1840,
gestorben d. 12. Decbr. 1851.

Kommentar

Datierung Geboren 01.04.1840; gestorben 12.12.1851

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Kleines Grabmal mit flachem Segmentbogenabschluß.
Zustand 2017 Das Grabmal ist an den Rändern und auf der Rückseite leicht beschädigt.

Zur Familie

Bruder?: Herrman Oppenheimer ( 0117 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0111

 

Rösche ⚭ Michel Dux (Röschen Dux) [1851/52]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה יראת ה׳ היא תתהלל‏‎ ›eine Frau, die den Ewigen ehrfürchtet, sie werde gepriesen‹,
‎‏ה״ה האשה הצנועה והיקרה מרת‏‎ es ist die züchtige und teure Frau, Frau
‎‏ריזכה אלמנת כ״ה מיכל דוקס‏‎ Rösche, Witwe des geehrten Herrn Michel Dux,
‎‏גמלה טוב כל ימיה ועשתה חסד‏‎ 5 sie erwies Gutes all ihre Tage und übte Liebeswerk
‎‏בראש חברת נשים צדקניות ג״ח‏‎ an der Spitze des Vereins der wohltätigen Frauen (für) Liebeswerke
‎‏[־־־]‏‎ [---]
  Rückseite
Hier ruhet eine liebe
fromme Mutter
Frau Röschen Dux 10
gestorben hochbetagt, umgeben
[---]

 

  Zl 2: Spr 31,30

Kommentar

Datierung Gestorben 1851/52
Aufgrund der Lage des Grabmals starb Röschen Dux vermutlich zu Beginn der 1850er Jahre.
Röschen Dux stand dem Frauenverein vor, welcher sich - parallel zur Chewra Kaddischa, der "heiligen Bruderschaft" der Männer - ehrenamtlich der Armen und Kranken annahm und sich um Verstorbene und Hinterbliebene kümmerte.

Beschreibung

Beschreibung Grabmal mit mehrfach geschweiftem und abgesetzten Segmentbogenabschluss und vertieftem Schriftfeld mit zentrierter Inschrift, im Giebelfeld ein stilisiertes florales Ornament auf rauem Grund. Vorder- und Rückseite sind identisch gestaltet.
Zustand 2017 Das Grabmal ist gebrochen, die untere Hälfte fehlt. Es wurde neu auf einem Sockelfundament befestigt.

Zur Familie

Gatte: Michael Dux ( 0065 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0110

 

Jokew Goldschmidt (Jacob Goldschmidt) [01.01.1852]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏ינוח איש יקר ונכבד‏‎ möge ruhen ein teurer und geehrter Mann,
‎‏אהוב וחביב ונחמד‏‎ geliebt und lieb und liebenswert,
‎‏קנה לו כתר שם טוב‏‎ er erwarb sich die ›Krone des guten Namens‹,
‎‏בכל כחו דבק באלהיו‏‎ 5 mit all seiner Kraft haftete an seinem Gott,
‎‏מ[ת] בזקנה ובשיבה טובה‏‎ gestorben betagt und ›in gutem Greisenalter‹,
‎‏כ״ה יאקב גאלדשמי[...]‏‎ der geehrte Herr Jokew Goldschmi[dt, verschieden]
‎‏ביום ב׳ ט׳ טבת תרי״ב לפ״ק‏‎ am Tag 2, 9. Tewet 612 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet: 10
Jacob Goldschmidt.
Gestorben den 9ten Januar
1851
In einem Alter von
91 Jahren. 15

 

  Zl 4: Av 4,13   Zl 6: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag (!), 01.01.1852 ; (s.u.)
Die Datumsangaben sind in sich nicht stimmig und stimmen nicht überein. Der in der deutschen Inschrift angegebene 9. Januar 1851, ein Donnerstag, entspricht Tag 5, den 6. Schwat 611. Der in der hebräischen Inschrift angegebene 9. Tewet 612 entspricht dem 1. Januar 1852 und war auf einen Donnerstag, nicht Tag 2 (Montag) gefallen.

Beschreibung

Beschreibung Grabmal mit geschweiftem Segmentbogen.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert, die Inschrift nicht mehr ganz vollständig erhalten.

Zur Familie

Gattin: Rachel Goldschmidt geb. Steinthal ( 0081 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0116

 

Mosche ben Israel Hakohen Wangenreim (Moritz Wangenreim) [18.04.1852]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הבחור משה בן כ״ה‏‎ der Junggeselle Mosche, Sohn des geehrten Herrn
‎‏ישראל הכהן ממשפחת‏‎ Israel Hakohen aus der Familie
‎‏וואנגענריים‏‎ Wagenreim,
‎‏נפטר בחצי ימיו ער״ח‏‎ 5 verschieden ›zur Hälfte seiner Tage‹ am Vorabend des Neumonds
‎‏ניסן שנת תרי״ב לפ״ק‏‎ Nissan des Jahres 612 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Moritz Wangenreim
gestorben 31 Jahr alt, 10
den 18ten April des Jahres 5612
Ruhe seiner Asche.

 

  Zl 5: Jer 17,11

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 18.04.1852 ; (s.u.)
Der 18. April 1852 fiel auf den 29. Nissan 5612, den Vorabend von Neumond Ijar, vermutlich handelt es sich bei der Angabe "Nissan" statt "Ijar" um einen Irrtum. Der Vorabend von Neumond Nissan 5612 war auf Samstag, den 20. März 1852 gefallen.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Familie

Vater: Israel Cohn Wangenheim ( 0101 )
Mutter: Bella Wangenreim geb. Wolf ( 0067 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0115

 

Edelche Popper bat Izek Warendorf (Adelhaid Popper geb. Warendorf) [05./06.1852]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה יקרה מרת עדעלכי‏‎ eine teure Frau, Frau Edelche
‎‏פאפפער בת כהר״ר איצק‏‎ Popper, Tochter des geehrten Meisters, Herrn Izek
‎‏ווארענד[ארף נולדה] י״ט אדר‏‎ Warendorf, geboren 19. des zweiten?
‎‏שני? תק[מ״ג ...] ביום ה׳‏‎ 5 Adar 5[43 ...] am Tag 5
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏ויקוננו עליה כל העיר‏‎ es es wehklagt um sie die ganze Stadt.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht in Gott
Adelhaid Popper
geb. Warendorf,
geboren d. 19. Adar 5543,
gestorben d. [...] Sivan 5612. 15
Sanft ruhe ihre Asche.
Nach hartem K[ampf?] sah'n wir Dich
In diese Gruft [ent?]schwinden;
O dass wir [...] im Licht
Da droben w[iederfinden]! 20

Kommentar

Datierung Geboren Sonntag, 23.03.1783; gestorben 05./06.1852 ; (s.u.)
Das Geburtsjahr 5543 war ein Schaltjahr, in dem ein ganzer Schaltmonat, der "zweite Adar" eingeschaltet wird. Die deutsche Inschrift gibt jedoch nicht an, ob das Geburtsdatum in den ersten oder den zweiten Adar gefallen war, die hebräische Inschrift ist zu stark verwittert für eine sichere Lesung. Aufgrund der Lücke scheint jedoch die Angabe ‎‏שני‏‎ für den zweiten Adar wahrscheinlicher und entsprechend wurde das Datum hier umgerechnet. Im Ersten Adar des Jahrs war der 19. Monatstag auf Freitag, den 21. Februar 1783 gefallen.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit geschweiftem Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschrift in der Mitte des Schriftfelds auf beiden Seiten des Grabmals verloren.

Zur Familie

Schwester: Bluma Holländer geb. Warendorf ( 0052 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0114

 

Bella Ben-Levi bat Meinscher (Betta Benlevi geb. Heinemann) [19.06.1852]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשת חיל בת טובים‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, ›Tochter von Vornehmen‹,
‎‏ה״ה האשה מרת‏‎ es ist die Frau, Frau
‎‏בעללא בן־לוי‏‎ Bella Ben-Levi,
‎‏בת מו״ה מיינשער ז״ל‏‎ 5 Tochter unseres Lehrers und Meisters, Herrn Meinscher, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפטרה בשם טוב‏‎ verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏יום ש״ק ב׳ תמוז‏‎ am Tag des heiligen Schabbat, 2. Tammus,
‎‏ונקברה יום ב׳ ד׳ בו‏‎ und begraben Tag 2, 4. desselben
‎‏שנת תרי״ב לפ״ק‏‎ des Jahres 612 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Frau Betta Benlev[i]
geb. Heinemann
gestorben den 19ten Juni
1852 15
Ruhe ihrer Asche.

 

  Zl 2: Spr 31,10 | Zl 2: HldR 1   Zl 6: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 19.06.1852 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Beschreibung Stele mit geschweiftem, in der Mitte eingezogenen Segmentbogen.
Zustand 2017 Stellenweise leichte Verwitterung. Auf der Rückseite Beschädigung am rechten Rand.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0113

 

Jente bat Schmuel Meyerhof (Jette Meyerhof) [20.08.1852]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הבתולה הצנועה והיקרה‏‎ die züchtige und teure Jungfrau,
‎‏גמלה טוב לקרוביה מרת‏‎ sie erwies Gutes denen, die ihr nahe, Frau
‎‏יענטה בת ר׳ שמואל‏‎ Jente, Tochter des Herrn Schmuel
‎‏ממשפחת מייערהאף‏‎ 5 aus der Familie Meyerhof,
‎‏נפטרה יום ה׳ אלול תרי״ב לפ״ק‏‎ verschieden am 5. Elul 612 der kleinen Zählung
‎‏בהיותה בת ששים ושש שנה‏‎ im Alter von sechssechzig Jahren.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Jungfrau 10
Jette Meÿerhof
geb. am 24. Schebat 5546,
gest. am 5. Elul 5612.
d.i. d. 21. August 1852.

Kommentar

Datierung Geboren Montag, 23.01.1786; gestorben Freitag, 20.08.1852
Die Angabe des Sterbedatums nach dem bürgerlichen Kalender weicht um einen Tag von der Angabe nach dem jüdischen Kalender ab.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung, vor allem auf der Rückseite.

Zur Person

Jette Meyerhof war eines von fünf Kindern des Trödelhändlers Samuel Meyerhof und der Hendel Israel. Sie blieb als Einzige ledig und ohne Nachkommen.

Zur Familie

Vater: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Mutter: Lea Hendel ( 0036 )
Brüder: Abraham Meyerhof ( 0089 ); Meyer Meyerhof ( 0149 ); Israel Meyerhof ( 0136 )

Quellen / Sekundärliteratur

Melsene Meyer: "Die Hildesheimer Familie Meyerhof", in: Hildesheimer Kalender 2009. Jahrbuch für Geschichte und Kultur, S. 148 (dort mit Geburtsjahr 1792).

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0106

 

Schlomo Hirsch Sommer (Jacob Salomon Sommer) [20.11.1853]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הזקן הישיש כ״ה‏‎ der Betagte, der Hochbetagte, der geehrte Herr
‎‏שלמה הירש ז״ל‏‎ Schlomo Hirsch, sein Andenken zum Segen,
‎‏זאממער‏‎ Sommer,
‎‏נפטר י״ט מרחשון‏‎ 5 verschieden 19. Marcheschvan
‎‏שנת תרי״ד לפ״ק‏‎ des Jahres 614 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Jacob Salomon Sommer
starb 90 Jahre alt den 19ten 10
Cheschwan 5614 (1863)
Ruhe seiner Asche!

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 20.11.1853
Zl 11: In Klammern ist das bürgerliche Sterbejahr angegeben, allerdings 1863 statt richtig 1853.

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Stele mit geschweiftem und in der Mitte eingezogenem Segmentbogenabschluß mit angedeuteter Palmette und Eckakroterien.
Schrift Deutsch: Antiqua
Zustand 2017 Deutliche Verwitterungsspuren auf dem vorderen Schriftfeld.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0109

 

Sara ⚭ Mosche Berg (Sara Berg geb. Ruben) [20.04.1854]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה יראת אלקים וסרה‏‎ eine Frau, den Ewigen ehrfürchtend und
‎‏מרע יקרה היתה מפנימים‏‎ ›das Böse meidend‹, ›weit über Perlen ihr Wert‹,
‎‏כפיה פרשה לעניים‏‎ ›ihre Hände reichte sie den Armen‹,
‎‏מרת שרה אשת כ״ה‏‎ 5 Frau Sara, Gattin des geehrten Herrn
‎‏משה בערג נפ[טרת]‏‎ Mosche Berg, verschieden
‎‏בשיבה טובה ב[יום]‏‎ ›in gutem Greisenalter‹ am
‎‏אחרון של פסח תר[י״ד] ל׳‏‎ letzten Tag von Pessach 6[14] der Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
Sara Berg
geb. Ruben,
gestorben den 20sten April 1854,
im Alter von 78 Jahren.

 

  Zl 3: Ijob 1,1 | Zl 3: Spr 3,15   Zl 4: Nach Spr 31,20   Zl 7: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 20.04.1854

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-4.

Beschreibung

Beschreibung Grabmal mit geschweiftem, in der Mitte eingezogenen Segmentbogen, in der Mitte ein kleiner dreieckiger Aufsatz.
Zustand 2017 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert, die Inschrift nicht mehr ganz vollständig erhalten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0108

 

Gustav ben David Salman (Gustav Salomon) [28.09.1854]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏ילד שעשועים גו[סטא...]‏‎ ›ein Kind der Liebkosungen‹, Gusta[v,]
‎‏בן הרופא כ״ה דוד סא[למ...]‏‎ Sohn des Arztes, des geehrten Herrn David Salm[an],
‎‏נפטר ביום ו׳ תש[רי]‏‎ verschieden am Tag des 6. Tisch[ri]
‎‏ונקבר יום א׳ ט׳ [...]‏‎ 5 und begraben am Tag 1, 9. [Tischri]
‎‏[שנת תרט״ו לפ״ק]‏‎ des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏[־־־]‏‎ [---]
  Rückseite
Gustav Salomo[n]
geb. den 17. Juli 18[45,]
gest. den 28. Septem[ber] 10
1854

 

  Zl 2: Jer 31,19

Kommentar

Datierung Geboren 17.07.1845; gestorben Donnerstag, 28.09.1854 ; begraben am dritten Tag
Der kleine Gustav Salomon starb kurz nach Beginn des jüdischen Jahres 615, der Begräbnistag fiel auf den Vorabend des Versöhnungstages, Jom Kippur. Seine Mutter starb nur zwei Tage nach ihm, beide wurden am selben Tag nebeneinander beigesetzt.
Zl 7: Vermutlich fehlt hier nur der übliche Schlußsegen, "Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens".

Beschreibung

Beschreibung Kleines Kindergrabmal mit Segmentbogenabschluss.
Zustand 2017 Das kleine Grabmal ist eingesunken und in einen Baum eingewachsen, die Inschrift ist teilweise verdeckt. Die Abschrift der Inschrift konnte teilweise nach historischen Fotos, die heute im Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland liegen, ergänzt werden.

Zur Familie

Mutter: Janette Salomon geb. Güdemann ( 0107 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0107

 

Schönche bat Josef Güdemann (Janette Salomon geb. Güdemann) [30.09.1854]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשת חיל עטרת בעלה‏‎ ›die tüchtige Gattin, Krone ihres Gatten‹,
‎‏מרת שיינכה בת ר׳ יוסף‏‎ Frau Schönche, Tochter des Herrn Josef
‎‏ממשפחת גידעמאן‏‎ aus der Familie Güdemann.
‎‏מעט ורעים היו ימי חייה‏‎ 5 Kurz und schlecht waren ihre Lebtage,
‎‏ביגון וא[נחה כלו?] שנותיה‏‎ in ›Kummer und Schmerz‹ endeten ihre Jahre,
‎‏הלכה [לעולמה .... ] ח׳ תשרי‏‎ ›sie ging hin in ihre Welt‹ [am heiligen Schabbat?], 8. Tischri,
‎‏ולא ידעה כי בנה הלך לפניה‏‎ und erfuhr nicht mehr, dass ihr Sohn ihr vorangegangen war,
‎‏[וי]שם לדרך פעמיה‏‎ ›und sie richtete ihre Schritte auf den Weg‹,
‎‏[ש]ניהם נקברו ביום אחד יום‏‎ 10 beide wurden an einem Tag begraben, Tag
‎‏[...] ערב יו״כ שנת תרט״ו לפ״ק‏‎ [1], Vorabend des Versöhnungstages des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה?]‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht die Frau
Janette Salomon
geb. Güdemann, 15
geb. den 25. April
1815
gest. d. [8.] Tischri 5615
den [30.] September
[1854] 20

 

  Zl 2: Spr 12,4   Zl 6: Jes 35,10   Zl 7: Koh 12,5   Zl 9: Ps 85,14

Kommentar

Datierung Geboren 25.04.1815; gestorben Samstag, 30.09.1854 ; begraben 1 T

Stilmittel

Reim auf -ejah in Zln 5-6 und 8-9.

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Hohe Stele mit Segmentbogenabschluss mit Eckakroterien.
Zustand 2017 Das in der Mitte der Schriftfelder und im unteren Teil stark verwitterte Grabmal ist in einen Baum eingewachsen und leicht eingesunken, die Schlusszeile der hebräischen Inschrift ist im Boden verborgen.

Zur Familie

Vater: Joseph Güdemann ( 0103 )
Schwester: Elise Isenstein geb. Güdemann ( 0147 )
Sohn: Gustav Salomon ( 0108 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0105

 

Awraham Eichholz (Abraham Eichholz) [25.11.1854]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏ a iw zq^n uwby imi^m‏‎ ein Mann, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏ b dr^k iwr hl^k tmi^m‏‎ den aufrechten Weg ›wandelte er lauter‹,
‎‏ r ah bni^m ubni bni^m‏‎ er schaute Kinder und Kindeskinder,
‎‏ h ski^m bkl mywh jubi^m‏‎ 5 jedem guten Werke stimmte er zu,
‎‏ m h wnt^n nt^n blb tmi^m‏‎ was er gab, gab er lauteren Herzens,
‎‏כ׳ אברהם אייכהאלץ‏‎ der geehrte Awraham Eichholz,
‎‏נאסף לעמו בליל ש״ק‏‎ ›versammelt zu seinem Volke‹ in der Nacht des heiligen Schabbat,
‎‏ד׳ כסליו תרט״ו לפ״ק‏‎ 4. Kislev 615 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet in Gott
Abraham Eichholz
gestorben im [...] Lebensjahre
d. 25. [Nov.] 1854.
56[15] 15

 

  Zl 2: Gen 35,29   Zl 3: Ps 15,2   Zl 8: Gen 25,8 u.ö.

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 25.11.1854

Stilmittel

Reim auf -im in Zln 2-6.
Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏אברהם‏‎ Awraham

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Hohe Stele mit mehrfach geschweiftem Aufsatz mit floraler Verzierung, bekrönt von einer Palmette. Die hochrechteckigen vertieften Schriftfelder sind von einem gekehlten Rahmen umgeben.
Schrift Deutsch: Fraktur
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das stark verwitterte Grabmal war in der Mitte diagonal gebrochen und wurde wieder zusammengefügt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0134

 

Buna ⚭ Alexander Oppenheim (Wittwe B. Oppenheimer) [20.02.1855]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה היקרה והנכבדה‏‎ die teure und geehrte Frau,
‎‏מרת בונה אשת כמר‏‎ Frau Buna, Gattin des geehrten Herrn
‎‏אלכסנדר אפפנהיים‏‎ Alexander Oppenheim,
‎‏נפטרה יום ג׳ ב׳ אדר‏‎ 5 verschieden Tag 3, 2. Adar
‎‏שנת תרט״ו לפ״ק‏‎ des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht sanft
zu einem besseren Leben
Die Wittwe 10
B. Oppenheimer,
geb. 9. Febr. 1801,
gest. 21. Febr. 1855.

Kommentar

Datierung Geboren 09.02.1801; gestorben Dienstag, 20.02.1855
Die Angabe des Sterbedatums nach dem jüdischen Kalender weicht um einen Tag von der Angabe nach dem bürgerlichen Kalender ab.

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Familie

Gatte: Alexander Oppenheimer ( 0094 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0033

 

Sprinzche bat Natan ⚭ Josef ben Schimon (Sophie Simon geb. Nathan) [26.02.1855]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הגבירה המהוללה‏‎ die gepriesene Herrin,
‎‏אשת חיל תפארת בעלה‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, Zierde ihres Gatten
‎‏ותפארת בניה‏‎ ›und Zierde ihrer Kinder‹,
‎‏אשה יראת אלהים‏‎ 5 eine gottesfürchtige Frau,
‎‏ופעלה טוב כל ימיה‏‎ und gut ihr Wirken all ihre Tage,
‎‏מרת שפרינצכה בת ר׳ נתן‏‎ Frau Sprinzche, Tochter des Herrn Natan,
‎‏אשת יוסף בר שמעון‏‎ Gattin des Josef, Sohn des Schimon,
‎‏מתה בזקנה ושיבה טובה‏‎ gestorben ›betagt und in gutem Greisenalter‹
‎‏ביום ח׳ אדר שנת תרט״ו לפ״ק‏‎ 10 am 8. Tag des Adar des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht in Frieden
Sophie Simon
geborene Nathan
gest. am 26. Februar 1855 15
in einem Alter von 66. Jahren.
Ruhe ihrer Asche

 

  Zl 3: Spr 31,10   Zl 4: Spr 17,6   Zl 9: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 26.02.1855

Beschreibung

Material Gelblicher Sandstein
Beschreibung Stele mit auskragendem trapezförmigen Abschluss, gekrönt mit einer Palmette.
Schrift vertieft (mit schwarzer Farbe ausgelegt)
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschrift stellenweise nur noch mit Mühe zu entziffern.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0133

 

Sara bat Schmuel Traub (Sophie Traub) [08.06.1855]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏נערה בתולה צנועה וחסודה‏‎ ein jungfräuliches Mädchen, züchtig und anmutsvoll,
‎‏תקות אביה עטרת משפחתה‏‎ die Hoffnung ihres Vaters, Krone ihrer Familie,
‎‏כל מכירי מעשיה יהללוה‏‎ alle, die ihre Taten kannten, priesen sie,
‎‏נקטפה אהה! עודנה באבה!‏‎ 5 ›gepflückt, ahh!, noch in ihrer Blüte‹,
‎‏ה״ה הבתולה היקרה מרת‏‎ es ist die teure Jungfrau, Frau
‎‏שרה בת כ״ה שמואל טרויב‏‎ Sara, Tochter des geehrten Herrn Schmuel Traub,
‎‏נפטרה עש״ק כ״ב סיון ונקבר׳‏‎ verschieden am Rüsttag des heiligen Schabbat, 22. Sivan, und begraben
‎‏יום א׳ כ״ד בו שנת תרט״ו לפ״ק‏‎ Tag 1, 24. desselben des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet in Frieden
die Jungfrau
Sophie Traub
geb. 5. Decemb. 1834,
gest. 8. Juni 1855. 15

 

  Zl 5: Ijob 8,12

Kommentar

Datierung Geboren 05.12.1834; gestorben Freitag, 08.06.1855 ; begraben am übernächsten Tag
Zl 3: Hier wird nur auf den Vater Bezug genommen, da die Mutter bereits gestorben war, als Sara Sophie vier Jahre alt war.

Stilmittel

Reim auf -a in Zln 1-5.

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Familie

Großmutter: Ester Traub ( 0076 )
Vater: Samuel Traub ( 0138 )
Mutter: Hanna Traub geb. Uri ( 0058 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0132

 

Jizchak ben Jehuda Kessler (Isaac Levi Kessler) [26.08.1855]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש זקן וירא אלהים‏‎ ein Mann, betagt ›und gottesfürchtig‹,
‎‏כמר יצחק בר יהודה‏‎ der geehrte Herr Jizchak, Sohn des Jehuda
‎‏קעסלער‏‎ Kessler,
‎‏נפטר בשם טוב‏‎ 5 verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏בשנת ע״ה לזקנתו‏‎ im 75. Jahr seines Alters,
‎‏יום א׳ י״ב לחדש אלול‏‎ Tag 1, 12. des Monats Elul
‎‏שנת תרט״ו לפ״ק‏‎ des Jahres 615 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Isaac Levi 10
Kessler
[... 26. Au]gust 1855.
Friede seiner Asche.

 

  Zl 2: Ijob 1,1,   Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 26.08.1855

Beschreibung

Zustand 2017 Auf der Vorderseite leichte, auf der Rückseite starke Verwitterung, die deutsche Inschrift ist teilweise verloren.

Zur Familie

Mutter: Rechle, Gattin des Löb Kessler ( 0104 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0130

 

Meir ben Ber Behrend (Meyer Behrend) [13.02.1856]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏הבחר מאיר בן כהר״ר‏‎ der Jüngling Meir, Sohn des geehrten Meisters, Herrn
‎‏בער בערענד מנעננדארף‏‎ Ber Behrend aus Nenndorf
‎‏במדינת העססען נולד ביום‏‎ im Land Hessen, geboren am Tage
‎‏ש״ק י״ד סיון תקצ״ד ונפטר ביום‏‎ 5 des heiligen Schabbat, 14. Sivan 594, und verschieden am Tag
‎‏ד׳ ז׳ אדר ראשון תרט״ז לפ״ק‏‎ 4, 7. des Ersten Adar 616 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier schläft
den ewigen Schlaf
Meyer Behrend aus 10
Nenndorf in Hessen
Geboren den 21. Juni
1834, gestorben den
13. Februar 1856.
Sanft ruhe seine Asche! 15

Kommentar

Datierung Geboren Samstag, 21.06.1834; gestorben Mittwoch, 13.02.1856
Zln 3-4 und Zl 11: "Nenndorf im Land Hessen", das ist das heutige Bad Nenndorf im heutigen Landkreis Schaumburg in Niedersachsen, das nach der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1647 zu Hessen-Kassel gehörte.

Beschreibung

Zustand 2017 Stellenweise stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0129

 

Hendel bat Schmaja (Johanne Schiff geb. Warenheim) [22.06.1856]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה החשובה הצנועה אשת‏‎ die angesehene Frau, die Züchtige, ›die tüchtige
‎‏חיל מרת הנדל בת כ״ה שמעיה‏‎ Gattin‹, Frau Hendel, Tochter des geehrten Herrn Schmaja,
‎‏אשת [... נפ]טר׳ בשם‏‎ Gattin des [...], verschieden ›mit gutem
‎‏טוב ב[יום ...] שנת‏‎ 5 Namen‹ am Tag [...] des Jahres
‎‏תרט״ז לפ״ק‏‎ 616 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Johanne Schiff
geb. Warenheim 10
geb. den 28. Juni 1778
gest. den 22. Juni 1856.

 

  Zl 2f: Spr 31,10   Zl 4f: bBer 17a

Kommentar

Datierung Geboren 28.06.1778; gestorben Sonntag, 22.06.1856
Das Sterbedatum fiel auf Tag 1, 19. Sivan 5616.

Beschreibung

Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die hebräische Inschrift teilweise verloren.

Zur Familie

Mutter: Eva Warenheim ( 0024 )
Bruder: Emanuel Warenheim ( 0128 )
Gatte?: David Schiff ( 0123 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0128

 

Mendel Chajim ben Schmaja Warenheim (Emanuel Warenheim) [15.09.1856]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש נאמן דקהלתנו ויודע ספר‏‎ ein getreuer Mann unserer Gemeinde und ein Kenner der Schriften,
‎‏כ״ח מענדל חיים בן מו״ה שמעי׳‏‎ der geehrte toragelehrte Mendel Chajim, Sohn unseres Lehrers und Meisters, Herrn Schmaja
‎‏ווארענהיים שנים רבים עמד‏‎ Warenheim, viele Jahre stand er bereit,
‎‏לשרת בקדש וקרא בקהל עם‏‎ 5 zu dienen im Heiligtum und rief die Gemeinde auf
‎‏תורתנו הקדוש׳ בימי שבת‏‎ zu unserer heiligen Tora an allen
‎‏בשבתו ׃ נפטר יום ב׳ ט״ו אלול‏‎ Schabbattagen; verschieden Tag 2, 15. Elul
‎‏שנת תרט״ז לפ״ק‏‎ des Jahres 616 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
unser theurer Vater
Emanuel Warenheim,
gest. am 15. Septemb. 1856.
So Er ruhe in Frieden!

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 15.09.1856

Beschreibung

Zustand 2017 Verwitterung auf beiden Schriftfeldern.

Zur Familie

Mutter: Eva Warenheim ( 0024 )
Schwester: Johanne Schiff geb. Warenheim ( 0129 )
Aufgrund von Namen und Daten könnten der Kantor und Lehrer David Bernhard Warenheim sowie Emil Warenheim, die beide in Nordhausen begraben liegen, seine Söhne sein: David Bernhard Warenheim (Jüdischer Friedhof Nordhausen, nrd,0041 ); Emil Warenheim (Jüdischer Friedhof Nordhausen ( nrd,0115 ).

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0127

 

Freudche ⚭ Elieser Beradt (Friderike Beradt geb. Jüdemann) [21.09.1856]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת נעורים אילת אהבים‏‎ ›die Gattin der Jugend‹, ›Gazelle der Liebe‹,
‎‏עטרת בעלה ותפארת בניה‏‎ ›Krone ihres Gatten‹ ›und Zierde ihrer Kinder‹,
‎‏ה״ה האשה מרת פריידכה אשת‏‎ es ist die Frau, Frau Freudche, Gattin
‎‏כ׳ אליעזר בעראדט אהה!‏‎ 5 des geehrten Elieser Beradt; Ahh!,
‎‏בחצי ימיה עלה המות בחלוניה‏‎ ›zur Hälfte ihrer Tage‹ ›stieg der Tod durch ihre Fenster‹
‎‏ותשב רוחה אל האלהים‏‎ ›und ihr Geist kehrte zurück zu Gott‹
‎‏יום א׳ כ״א אלול ונקברה יום ג׳ כ״ג בו‏‎ Tag 1, 21. Elul, und sie wurde begraben Tag 3, 23. desselben
‎‏שנת תרט״ז לפ״ק ׃‏‎ des Jahres 616 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet die Frau
Friderike Beradt
geb. Jüdemann,
geb. den 16. August 1817,
gest. den 21. Sept. 1856. 15
Sanft ruhe ihre Asche!

 

  Zl 2: Jes 54,6 | Zl 2: Spr 5,19   Zl 3: Spr 12,4 | Zl 3: Spr 17,6   Zl 6: Jer 17,11 | Zl 6: Jer 9,20   Zl 7: Koh 12,7

Kommentar

Datierung Geboren 16.08.1817; gestorben Sonntag, 21.09.1856 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Zustand 2017 Das Schriftfeld auf der Vorderseite ist stellenweise stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0112

 

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[־־־]‏‎ [---]
‎‏[...] האמבורג‏‎ [...] Hamburg,
‎‏[...] מרחשון‏‎ [...] Marcheschvan
‎‏ונקברה פה יום ה׳ בו‏‎ und hier begraben Tag 5 desselben,
‎‏בהיותה בת ע״ד שנה‏‎ 5 im Alter von 74 Jahren,
‎‏שנת תרי״ז לפ״ק‏‎ des Jahres 617 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
[---]
[...] Jahren
[Ruhe] ihrer Asche! 10

Kommentar

Datierung Gestorben 11.1856
Grabmal einer möglicherweise aus Hamburg stammenden oder in Hamburg gestorbenen Frau von 74 Jahren, die im November 1856 in Hildesheim beerdigt wurde. Wenn sich die Angabe "Tag 5" auf den Monats- und nicht auf den Wochentag bezieht, wurde sie am Montag, den 3. November 1856 begraben.

Beschreibung

Beschreibung Stele mit vertieftem Schriftfeld mit gekehltem Rand.
Zustand 2017 Das leicht eingesunkene Grabmal ist diagonal gebrochen, die obere rechte Hälfte fehlt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0126

 

Treine ⚭ Michael Mylius Wolf (Dorette Wolf. geb. Steinfeld) [31.01.1857]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת נעורים עטרת בעלה‏‎ ›die Gattin der Jugend‹, ›Krone ihres Gatten‹,
‎‏מרת טריינה אשת ר׳ מיכאל‏‎ Frau Treine, Gattin des Herrn Michael,
‎‏הנקרא מיליוס וואלף‏‎ welcher Mylius Wolf genannt wird;
‎‏ויהי כי הקשתה ללדת‏‎ 5 ›und es geschah, als sie schwer gebahr‹
‎‏ותלד בן בכורה‏‎ und sie ihren erstgeborenen Sohn gebahr,
‎‏ותמת ביום השלישי ללדת׳‏‎ da starb sie am dritten Tag nach der Geburt
‎‏בש[״ק ו׳ שבט] שנת‏‎ am heiligen Schabbat, 6. Schwat des Jahres
‎‏תרי״ז לפ״ק‏‎ 617 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Frau Dorette Wolf.
geb. Steinfeld,
gest. den 31. Januar 1857.
Friede ihrer Asche! 15

 

  Zl 2: Jes 54,6 | Zl 2: Spr 12,4   Zl 5: Nach Gen 35,17

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 31.01.1857

Beschreibung

Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die hebräische Inschrift stellenweise abgeplatzt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0125

 

Elieser ben Chajim Sabel [14.09.1857]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏בן יחיד לאביו ולאמו‏‎ der einzige Sohn seines Vaters und seiner Mutter,
‎‏ילד שעשועים כמ״ר‏‎ ›ein Kind der Liebkosungen‹, der geehrte Herr
‎‏אליעזר ב״ר חיים‏‎ Elieser, Sohn des Herrn Chajim
‎‏זאבעל‏‎ 5 Sabel,
‎‏נקטף עודנו באבו‏‎ ›gepflückt noch in seiner Blüte‹
‎‏יום ג׳ כ״ו אלול תרי״ז לפ״ק‏‎ Tag 3, 26. Elul 617 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Leopold Sabel
gest. 14. Septr. 1857, 10
in einem Alter von
8 Jahr und 10 Monat.

 

  Zl 3: Jer 31,19   Zl 6: Ijob 8,12

Kommentar

Datierung Gestorben (am Abend des) Montag, 14.09.1857
Zl 3: Der Titel ‎‏כמ״ר‏‎ "der geehrte Herr" ist eigentlich Erwachsenen vorbehalten, seine Verwendung hier deutet darauf hin, dass die Auflösung dieser Abkürzung nicht mehr allgemein bekannt war und die Wendung unabhängig von ihrer urpsrünglichen Bedeutung als Einleitung vor die Namensangabe gesetzt wurde.

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0124

 

Gelle ⚭ Zwi Hirsch Hakohen Bach (Gelle Bach) [13.11.1857]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה מר׳ געללה‏‎ die Frau, Frau Gelle,
‎‏אלמנת ר׳ צבי הירש‏‎ Witwe des Herrn Zwi Hirsch
‎‏הכהן ממשפחת באך‏‎ Hakohen aus der Familie Bach,
‎‏נפטרה עש״ק כ״ו חשון‏‎ 5 verschieden am Rüsttag des heiligen Schabbat, 26. Cheschvan
‎‏שנת תרי״[ח] לפ״ק ׃‏‎ des Jahres 618 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Frau Ww. Gelle Bach
gest. den 26. Cheschwan 10
13. Nov. 5618
Ruhe ihrer Asche.

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 13.11.1857
Zl 6: Beim letzten Buchstaben der Jahresangabe hat der Steinmetz einen Strich vergessen (‎‏ד‏‎ statt ‎‏ח‏‎).

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0123

 

David (David Schiff) [1858]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש טוב וישר גמל‏‎ ein guter und aufrechter Mann, Liebeswerk
‎‏חסד לחיים ולמתים‏‎ erwies er den Lebenden und den Toten,
‎‏כ״ה דוד [...] בשם‏‎ der geehrte Herr David [...] mit Namen
‎‏[...]‏‎ 5 [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏תרי״ח לפ״ק‏‎ 618 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
David Schiff
geb. d. [...] 1767,
gest. [... 18]58.

Kommentar

Datierung Geboren 1767; gestorben 1858

Beschreibung

Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschriften sind nicht mehr vollständig erhalten.

Zur Familie

Gattin?: Johanne Schiff geb. Warenheim ( 0129 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0122

 

Jaakow ben Mosche Silber (Jacob Moses Silber) [28.05.1858]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש [זקן] ושבע ימים‏‎ ein Mann, ›betagt und satt an Tagen‹,
‎‏כמר יעקב ב״ר משה‏‎ der geehrte Herr Jaakow, Sohn des Herrn Mosche
‎‏זילבער‏‎ Silber,
‎‏נפטר ביום ט״ו סיון‏‎ 5 verschieden am 15. Tag des Sivan
‎‏ונקבר ביום י״ח בו‏‎ und begraben am 18. Tag desselben
‎‏שנת תרי״ח לפ״ק ׃‏‎ des Jahres 618 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה‏‎]‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Jacob Moses Silber 10
geb. den 1. Mai 1778
gest. den 28. Mai 1858

 

  Zl 2: Gen 35,29

Kommentar

Datierung Geboren 01.05.1778; gestorben Freitag, 28.05.1858 ; begraben am dritten Tag

Beschreibung

Zustand 2017 Das leicht eingesunkene Grabmal ist auf Vorder- und Rückseite stark verwittert.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0150

 

Kommentar

Aufgrund der Lage handelt es sich um eine Grabstätte aus der zweiten Jahreshälfte 1859.

Beschreibung

Zustand 2017 Sockel, das Grabmal ist nicht erhalten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0151

 

Josef ben Jizchak Frensdorf (Joseph Frensdorf) [27.06.1859]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏כמר יוסף בן ר׳ יצחק ז״ל‏‎ der geehrte Herr Josef, Sohn des Herrn Jizchak, sein Andenken zum Segen,
‎‏פרענסדארף‏‎ Frensdorf,
‎‏אשר [ברכה] הניח אחריו‏‎ welcher Segen hinterließ
‎‏[...] תורה‏‎ 5 [...] Tora
‎‏ל[...] אביונים להכנסת כלה‏‎ [...] der Bedürftigen zur Ausstattung (mittelloser) Bräute,
‎‏וימת יוסף בן ששים ושש [שנה]‏‎ ›und es starb Josef im Alter von‹ sechsundsechzig Jahren
‎‏ביום ב׳ כ״ה סיון ויקבר‏‎ am Tag 2, 25. Sivan, und wurde begraben
‎‏ביום כ״ז בו שנת תרי״ט לפ״ק‏‎ am 27. Tag desselben des Jahres 619 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
Joseph Frensdorf
gest. den 27. Juni 1859.
Friede seiner Asche!

 

  Zl 7: Gen 50,26

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 27.06.1859 ; begraben am übernächsten Tag
Zln 5-6: Vermutlich hinterließ Joseph Frensdorf testamentarisch Geld zur Unterstützung der Gesellschaft Talmud Tora zur Förderung des religiösen Studiums sowie zur Unterstützung Bedürftiger und zur Ausstattung mittelloser Bräute.

Beschreibung

Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die hebräische Inschrift nicht mehr vollständig erhalten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0149

 

Meir ben Schmuel Meyerhof (Meyer Meyerhof) [19.11.1859]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏[אי]ש ישר וירא אלהים‏‎ ›ein aufrechter und gottesfürchtiger Mann‹,
‎‏[כ״ה מ]איר בכ״ה שמואל‏‎ der geehrte Herr Meir, Sohn des geehrten Herrn Schmuel
‎‏מאירהאף‏‎ Meyerhof,
‎‏[כבן שמ]ונים שנה הלך לעולמו‏‎ 5 im Alter von etwa achtzig Jahren ›ging er hin in seine Welt‹
‎‏[בש״]ק כ״ב חשון שנת k t r ‏‎ am heiligen Schabbat, 22. Cheschvan des Jahres "Krone" (620),
‎‏[ונקבר] בש״ט יום א׳ כ״ג בו‏‎ und wurde begraben ›mit gutem Namen‹ Tag 1, 23. desselben.
‎‏[עליו?] כל העם ענו ואמרו‏‎ Über ihn? sprach das ganze Volk und sagte:
‎‏[תמת נ]פשי מות ישרים‏‎ ›Sterbe meine Seele den Tod der Frommen
‎‏[ותהי אחר]יתי כמוהו‏‎ 10 und sei ein solcher mein Ende‹.
‎‏[תנ]צב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
[M]eyer Meyerhof
[g]eb. 17. Juni 1781,
[ges]t. 19. Novb. 1859

 

  Zl 2: Ijob 1,1   Zl 5: Koh 12,5   Zl 7: bBer 17a   Zl 9f: Num 23,10

Kommentar

Datierung Geboren 17.06.1781; gestorben Samstag, 19.11.1859 ; begraben am nächsten Tag

Stilmittel

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine Palmette; gestalterische Verzierung, insbesondere Voluten
Zustand 2017 Das leicht verwitterte Grabmal ist in einen Baum eingewachsen, nicht mehr zugängliche Textteile wurden sinngemäß aus dem Zusammenhang ergänzt.

Zur Person

Meyer Meyerhof war ein Sohn des Trödelhändlers Samuel Meyerhof und der Hendel Israel. Verheiratet war er mit Sara geb. Dux. Neun Kinder gingen aus dieser Ehe hervor: Israel Meyerhof (geb. 1811), Sophie Meyerhof (geb. 1813, verheiratete Meyer), Magnus Meyerhof (geb. 1815), Albert Meyerhof (geb. 1817), Julie Meyerhof (geb. 1820, verheiratete May), Therese Meyerhof (geb. 1821, verheiratete Danziger), Henriette Meyerhof (geb. 1823, verheiratete Leon), Emma Meyerhof (geb. 1831, verheiratete Leon) und Hermann Meyerhof (geb. 1836).

Zur Familie

Vater: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Mutter: Lea Hendel ( 0036 )
Brüder: Israel Meyerhof ( 0136 ); Abraham Meyerhof ( 0089 )
Schwester: Jette Meyerhof ( 0113 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0148

 

Ella ⚭ Jaakow Halevi Hurwitz (Elise Hurwitz) [07.01.1860]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשה יקרה ונכבדת‏‎ eine teure und geehrte Frau,
‎‏מרת עללא אשת כמר‏‎ Frau Ella, Gattin des geehrten Herrn
‎‏יעקב הלוי הורוויץ‏‎ Jaakow Halevi Hurwitz,
‎‏נפטרה בשם טוב‏‎ 5 verschieden ›mit gutem Namen‹
‎‏יום א׳ י״ג טבת ונקברה‏‎ Tag 1, 13. Tewet, und begraben
‎‏יום ב׳ י״ד בו שנת‏‎ Tag 2, 14. desselben des Jahres
‎‏ k t r lp"q‏‎ "Krone" (620) der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Elise Hurwitz 10
gestorben im 65 Jahre
den 7 Januar 1860.

 

  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag abend, 07.01.1860 ; begraben am übernächsten Tag

Stilmittel

Beschreibung

Zustand 2017 Gut erhalten.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0147

 

Ella bat Josef Güdemann ⚭ Lipman Isenstein (Elise Isenstein) [14.01.1860]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת נעורים עטרת בעלה‏‎ ›die Gattin der Jugend‹
‎‏ומחמד בניה ה״ה האשה‏‎ und Wonne ihrer Kinder, es ist die Frau,
‎‏מרת עללה בת ר׳ יוסף‏‎ Frau Ella, Tochter des Herrn Josef
‎‏גידעמן אשת כ״ה ליפמן‏‎ 5 Güdemann, Gattin des geehrten Herrn Lipman
‎‏איזענשטיין‏‎ Isenstein,
‎‏נקטפה בנעוריה והלכה‏‎ gepflückt ›in ihrer Jugend‹ und ›sie ging hin
‎‏לעולמה במוצאי שבת קדש‏‎ in ihre Welt‹ am Ausgang des heiligen Schabbat,
‎‏י״ט טבת שנת תר״ך לפ״ק ׃‏‎ 19. Tewet des Jahres 620 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht, tief betrauert, Frau
Elise Isenstein
gest. den 19. Tebet 5620
Ruhe ihrer Asche.

 

  Zl 2: Jes 54,6‹, ›Krone ihres Gatten‹Zl 2: Spr 12,4   Zl 7: Lev 22,13   Zl 7f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag abend, 14.01.1860

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Beschädigungen.

Zur Familie

Vater: Joseph Güdemann ( 0103 )
Schwester: Janette Salomon geb. Güdemann ( 0107 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0146

 

Malche bat Joel ⚭ Ber Kohen (Malchen Cohn geb. Berend) [20.11.1860]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה היקרה מרת‏‎ die teure Frau, Frau
‎‏מלכה בת כהר״ר יואל‏‎ Malche, Tochter des geehrten Meisters, Herrn Joel,
‎‏אלמנת כ״ר בער כהן‏‎ Witwe des geehrten Herrn Ber Kohen
‎‏מהאננאפער‏‎ 5 aus Hannover,
‎‏נפטרה פה הילדעסהיים‏‎ verschieden hier (zu) Hildesheim
‎‏יום ג׳ ו׳ כסלו בשנת‏‎ Tag 3, 6. Kislev im Jahr
‎‏תרכ״א לפ״ק ׃‏‎ 621 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet 10
Frau Malchen Cohn
geb. Berend
aus Hannover
gestorben den 6. Kislev 5621.
Ruhe ihrer Asche! 15

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 20.11.1860

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine Palmette und Rosetten; gestalterische Verzierung, insbesondere Voluten
Zustand 2017 Das leicht verwitterte Grabmal ist beschädigt, die rechte obere Ecke ist abgeschlagen.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0145

 

Mirel ⚭ Aharon Frank (Marie Frank geb. Behrend) [28.11.1860]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה היקרה מרת מירל‏‎ die teure Frau, Frau Mirel,
‎‏אלמנת כ״ה אהרן פראנק‏‎ Witwe des geehrten Herrn Aharon Frank,
‎‏ז״ל הניחה אחריה ברכה‏‎ sein Andenken zum Segen, sie hinterließ Segen
‎‏לקופת הכנסת כלה אשר‏‎ 5 für die Kasse für die Ausstattung (mittelloser) Bräute, welche
‎‏בשם פפעננינוס פאָנדס‏‎ "Pfenninus Fonds"
‎‏יכונה ׃ נפטרה בש״ט יו׳ ד׳‏‎ genannt wird; verschieden ›mit gutem Namen‹ Tag 4,
‎‏י״ד כסלו ונקברה עש״ק ט״ז‏‎ 14. Kislev, und begraben am Rüsttag des heiligen Schabbat, 16.
‎‏בו שנת תרכ״א לפ״ק‏‎ desselben des Jahres 621 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Frau Witwe A.L. Frank
Marie geb. Behrend,
gest. den 28. Novbr. 1860.
Ruhe ihrer Asche! 15

 

  Zl 7: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 28.11.1860 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine Palmette und Rosetten; gestalterische Verzierung, insbesondere Volten
Zustand 2017 Leicht verwittert.

Zur Familie

Gatte: Aron Levi Frank ( 0078 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0143

 

Kommentar

Aufgrund der Lage handelt es sich vermutlich um ein Grabmal aus dem Jahr 1861.

Beschreibung

Zustand 2017 Sockel im Boden, das Grabmal fehlt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0144

 

Kommentar

Aufgrund der Lage handelt es sich vermutlich um ein Grabmal aus dem Jahr 1861.

Beschreibung

Zustand 2017 Sockelfundament im Boden, das Grabmal fehlt.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0142

 

David Wahlburg (David Wahlburg) [01.01.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האיש היקר כהר״ר‏‎ der teure Mann, der geehrte Meister, Herr
‎‏דוד וואהלבורג ז״ל‏‎ David Wahlburg, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפטר יום ד׳ כ״ט טבת‏‎ verschieden Tag 4, 29. Tewet,
‎‏ונקבר עש״ק ב׳ שבט‏‎ 5 und begraben am Rüsttag des heiligen Schabbat, 2. Schwat
‎‏שנת תרכ״ב לפ״ק‏‎ des Jahres 622 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
David Wahlburg
gestorben
den 1ten Januar 1862. 10

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 01.01.1862 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Zustand 2017 Leichte Verwitterung

Zur Familie

Gattin: Täubchen Wahlburg geb. Goldschmidt ( 0088 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0141

 

Ella ⚭ Schlomo Hurwitz Halevi (Elise Hurwitz geb. Wertheimer) [27.01.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה היקרה והחשובה‏‎ die teure und angesehene Frau,
‎‏אם על הבנים לֻקחה‏‎ ›eine Mutter, von ihren Kindern‹ hinweggenommen,
‎‏נקטפה בחצי ימיה‏‎ gepflückt ›zur Hälfte ihrer Tage‹,
‎‏ה״ה מרת עללה אשת‏‎ 5 es ist Frau Ella, Gattin
‎‏כ׳ שלמה הורוויץ הלוי‏‎ des geehrten Schlomo Hurwitz Halevi,
‎‏נפטרה יום ב׳ כ״ו שבט‏‎ verschieden Tag 2, 26. Schwat,
‎‏ונקברה יום ד׳ כ״ח בו‏‎ und begraben Tag 4, 28. desselben,
‎‏תרכ״ב לפ״ק‏‎ 622 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה]‏‎ 10 [Ihre] Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
Elise Hurwitz
geb. Wertheimer
geb. 22. April 1822
gest. 27. Januar 1862 15

 

  Zl 3: Gen 32,12; Hos 10,14   Zl 4: Jer 17,11

Kommentar

Datierung Geboren 22.04.1822; gestorben Montag, 27.01.1862 ; begraben am übernächsten Tag

Stilmittel

Reim auf -a in Zln 1-4.

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine Palmette; gestalterische Verzierung, insbesondere Voluten
Zustand 2017 Leichte Beschädigung, leichte Verwitterung. Das Grabmal ist leicht eingesunken, der hebräische Schlußsegen ist im Boden verborgen, möglicherweise ebenfalls ein entsprechender deutscher Schlußsegen auf der Rückseite.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0140

 

Gitel ⚭ Schlomo Dux (Julie Dux geb. Moses) [04.04.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה היקרה מרת‏‎ die teure Frau, Frau
‎‏גיטל אשת כ״ה שלמה‏‎ Gitel, Gattin des geehrten Herrn Schlomo
‎‏דוקס‏‎ Dux,
‎‏נפטרה בת שבעים‏‎ 5 verschieden im Alter von sechs-
‎‏ושש שנים אחרי אשר‏‎ undsiebzig Jahren, nachdem
‎‏חשך מאור עניה זה‏‎ ›sich ihre Augen verdunkelt hatten‹ seit
‎‏שמנה שנים יום ו׳ ד׳ ניסן‏‎ acht Jahren, Tag 6, 4. Nissan,
‎‏ונקברה יום א׳ ו׳ ניסן‏‎ und begraben Tag 1, 6. Nissan
‎‏תרכ״ב לפ״ק‏‎ 10 622 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה]‏‎ [Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens]
  Rückseite
Hier ruht
Julie Dux
geborene Moses
gest. d. 4. April 1862. 15

 

  Zl 7: bBB 16a

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 04.04.1862 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Zustand 2017 Das leicht verwitterte Grabmal ist eingesunken, die letzte hebräische Zeile mit dem Schlußsegen ist im Boden verborgen.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0139

 

[...] Hakohen Deitelzweig [25.04.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[־־־]‏‎ [---]
‎‏[...] הכהן‏‎ [...] Hakohen
‎‏[...]טעלצווייג ז״ל‏‎ [Dei]telzweig, sein Andenken zum Segen,
‎‏ידו פרש לעני כושל‏‎ seine Hand tat er auf dem Armen, ›den Strauchelnden
‎‏מליו הקימו אהב את‏‎ 5 richteten seine Worte auf‹, er liebte die
‎‏התורה ולומדיה‏‎ Tora und die, die sie studieren,
‎‏במצוות אלהיו חפץ‏‎ ›die Gebote seines Gottes begehrte er
‎‏מאוד נפטר בן חמשי׳‏‎ sehr‹, verschieden im Alter von zwei-
‎‏ושתי שנים עש״ק כ״ה‏‎ undfünfzig Jahren am Rüsttag des heiligen Schabbat, 25.
‎‏ניסן ונקבר יום א׳ כ״ז‏‎ 10 Nissan, und begraben Tag 1, 27.
‎‏בו שנת תרכ״ב לפ״ק‏‎ desselben des Jahres 622 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
[---]
[...]gszeit
[starb?] er fromm und gotter- 15
geben am 25. April 1862
52 Jahre alt.
Trauererfüllt stehen die
Seinen am Grabe des
Verklärten. 20
Friede seiner Asche!

 

  Zl 4f: Ijob 4,4   Zl 7f: Ps 112,1

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 25.04.1862 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Zustand 2017 Das Grabmal ist stark beschädigt, der obere Teil ist abgebrochen und fehlt.

Zur Familie

Gattin: Elise Cohn Deitelzweig ( 0061 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0138

 

Schmuel ben Schlomo Traub (Samuel Traub) [27.05.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏דובר מישרים פועל צדק אי״א‏‎ (einer, der) ›redlich spricht‹, ›Wohltat wirkt‹, ›ein gottesfürchtiger Mann‹,
‎‏הולך נכוחו ה״ה כ״ה שמואל בכ״ה‏‎ ›in seiner Geradheit wandelnd‹, es ist der geehrte Herr Schmuel, Sohn des geehrten Herrn
‎‏שלמה טרויב ז״ל‏‎ Schlomo Traub, sein Andenken zum Segen;
‎‏כל ימיו יראת יי היתה אוצרו‏‎ 5 all seine Tage war ›die Ehrfurcht vor dem Ewigen sein Schatz‹,
‎‏כשלשים שנה היה גבאי צדקה‏‎ an die dreißig Jahre war er Vorsteher der Wohltätigkeit,
‎‏נכספה גם כלתה נפשו לחצרות יי‏‎ ›es sehnte sich und schmachtete seine Seele nach den Höfen des Ewigen‹,
‎‏נפטר בזקנה ושבה טובה בן ע״ב‏‎ verschieden ›betagt und in gutem Greisenalter‹ im Alter von 72
‎‏שנה יום ג׳ כ״ז אייר מ״ב למספר‏‎ Jahren Tag 3, 27. Ijar, dem 42. Tag nach Zählung
‎‏ב״י ונקבר בכבוד ובהספד גדול‏‎ 10 der Kinder Israels, und wurde begraben mit Ehre und unter großer Trauerbekundung
‎‏יום ה׳ כ״ט בו שנת תרכ״ב לפ״ק ׃‏‎ Tag 5, 29. desselben des Jahres 622 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
tiefbetrauert von seinen
Kindern, Verwandten 15
und Freunden
Samuel Traub
72 Jahre alt
gest. d. 27. Mai 1862.
Ruhe seiner Asche! 20

 

  Zl 2: Jes 33,15 | Zl 2: Ps 15,2 | Zl 2: Ijob 1,1   Zl 3: Jes 57,2   Zl 5: Jes 33,6   Zl 7: Ps 84,3   Zl 8: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 27.05.1862 ; begraben am übernächsten Tag
Zl 8-9: Der Sterbetag fiel auf den 42. Tag der Omer-Zählung, der Zählung der Tage zwischen Pessach und dem Wochenfest Schawuot.

Beschreibung

Ornament florale Verzierung, insbesondere eine Palmette und Rosetten; gestalterische Verzierung, insbesondere Voluten
Zustand 2017 Gut erhalten.

Zur Familie

Mutter: Ester Traub ( 0076 )
Gattin: Hanna Traub geb. Uri ( 0058 )
Tochter: Sophie Traub ( 0133 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0137

 

Hendel bat Joel ⚭ Israel Meyerhof (Hendel Henriette Meyerhof geb. Berend) [03.10.1862]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת חיל עטרת בעלה הוד בניה וכל‏‎ ›die tüchtige Gattin, Krone ihres Gatten‹, die Pracht ihrer Kinder und ihrer ganzen
‎‏משפחתה בחכמה בנתה ביתה יהללו‏‎ Familie, ›in Weisheit erbaute sie ihr Haus‹, es preisen
‎‏אותה כל מכיריה גמלה טוב כל ימיה‏‎ sie all ihre Bekannten, sie erwies Gutes all ihre Tage
‎‏ותורת חן על לשונה ה״ה האשה היקר׳‏‎ 5 und ›Lehre der Gunst auf ihren Lippen‹, es ist die teure Frau,
‎‏מרת הענדל בת כ״ה‏‎ Frau Hendel, Tochter des geehrten Herrn
‎‏יואל אשת הישיש והנכבד כ״ה ישראל‏‎ Joel, Gattin des Hochbetagten und Ehrwürdigen, des geehrten Herrn Israel
‎‏מאירהאף נ״י‏‎ Meyerhof, sein Licht möge leuchten,
‎‏הלך לפניה צקדתה ונפטרה בש״ט‏‎ ›ihre Wohltätigkeit ging vor ihr einher‹ und sie verschied ›mit gutem Namen‹
‎‏יום ו׳ עש״ק ועיה״כ עת התאסף הקהל‏‎ 10 Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat und Vorabend des Versöhnungstages, während sich die Gemeinde versammelte,
‎‏להתפלל ערבית שבה נשמתה אל‏‎ um das Abendgebet zu beten, kehrte ihre Seele zurück zu
‎‏האלהים והעפר שב על הארץ יום א׳‏‎ Gott und der Staub kehrte in die Erde zurück am Tag 1,
‎‏י״א תשרי תרכ״ג לפ״ק‏‎ 11. Tischri 623 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht 15
tiefbetrauert von ihrem Gatten,
ihren Kindern, Enkeln und
Urenkeln die würdige Frau
Hendel Meyerhof geb. Berend
Sie starb 85 Jahre alt 20
am Kol-nidre Abend,
den 3. October 5623.
Ruhe ihrer Asche.

 

  Zl 2: Spr 12,4   Zl 3: Vgl. Spr 14,1   Zl 5: Vgl. Spr 31,26   Zl 9: Jes 58,8 | Zl 9: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 03.10.1862 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Hohe gesockelte Stele mit geschweiftem Abschluß mit Voluten und Palmette und mit vertieften Schriftfeldern. Das nebenstehende Grabmal des Gatten ist identisch gestaltet.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Person

Hendel Henriette, Tochter von Joel Berend, war verheiratet mit Israel Meyerhof, Sohn des Trödelhändlers Samuel Meyerhof und der Hendel Israel. Ihr Sohn Mylius starb 1828 im Alter von 15 Jahren, der Sohn Max starb 1851 im Alter von fünf Jahren.

Zur Familie

Gatte: Israel Meyerhof ( 0136 )
Söhne: Mylius Meyerhof ( 0040 ); Max Meyerhof ( 0121 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0136

 

Israel ben Schmuel Meyerhof (Israel Meyerhof) [04.03.1865]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏שלום על ישראל‏‎ Friede über Israel
‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏פו״מ קהל עדת ישורון אי״א‏‎ der Vorsteher und Leiter der Gemeinde der Gemeinschaft Jeschuruns, ›ein gottesfürchtiger Mann‹,
‎‏כ״ה ישראל בן כ״ה שמואל‏‎ der geehrte Herr Israel, Sohn des geehrten Herrn Schmuel
‎‏מאירהאף‏‎ 5 Meyerhof,
‎‏נפטר בן שתים ושמונים שנה‏‎ verschieden im Alter von zweiundachtzig Jahren
‎‏בשם טוב בזקנה ובשיבה טובה‏‎ ›mit gutem Namen‹, betagt und ›in gutem Greisenalter‹,
‎‏יום שבת קדש ו׳ אדר‏‎ am Tag des heiligen Schabbat, 6. Adar,
‎‏ונקבר אצל קבר אשת חקי׳‏‎ und begraben beim Grab der ›Gattin seines Schoßes‹
‎‏יום ב׳ ח׳ בו שנת תרכ״ה לפ״ק ׃‏‎ 10 Tag 2, 8. desselben des Jahres 625 der kleinen Zählung.
‎‏הנאהבים והנעימים בחייהם‏‎ ›Die Geliebten und Holden, im Leben
‎‏ובמותם לא נפרדו‏‎ und im Tode nicht getrennt‹
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruht
an der Seite seiner Gattin 15
Israel Meyerhof
geboren den 3. October 17[8?]3,
gestorben den 4. März 1865,
betrauert von seinen
Kindern, Enkeln und 20
Urenkeln.

 

  Zl 3: Ijob 1,1   Zl 7: bBer 17a | Zl 7: Gen 25,8   Zl 9: Dtn 13,7; 28,54   Zl 11f: 2Sam 1,23

Kommentar

Datierung Geboren 03.10.1783?; gestorben Samstag, 04.03.1865 ; begraben am übernächsten Tag

Beschreibung

Material Hellgrauer Sandstein
Beschreibung Hohe gesockelte Stele mit geschweiftem Abschluß mit Voluten und Palmette und mit vertieften Schriftfeldern. Das nebenstehende Grabmal der Gattin ist identisch gestaltet.
Zustand 2017 Leichte Verwitterung.

Zur Person

Israel Meyerhof war ein Sohn des Trödelhändlers Samuel Meyerhof und der Hendel Israel. Verheiratet war er mit Henriette geb. Berend. Sein Sohn Mylius starb 1828 im Alter von 15 Jahren, der Sohn Max starb 1851 im Alter von fünf Jahren.

Zur Familie

Vater: Samuel Meyerhof ( 0080 )
Mutter: Lea Hendel ( 0036 )
Brüder: Abraham Meyerhof ( 0089 ); Meyer Meyerhof ( 0149 )
Schwester: Jette Meyerhof ( 0113 )
Gattin: Hendel Meyerhof geb. Berend ( 0137 )
Söhne: Mylius Meyerhof ( 0040 ); Max Meyerhof ( 0121 )

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0131

 

Schlomo Salman (genannt Advokat Block) ben Chajim (Salomon Block) [10.08.1869]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האיש היקר כהר״ר‏‎ der teure Mann, der geehrte Meister, Herr
‎‏שלמה זלמן בן כ״ה‏‎ Schlomo Salman, Sohn des geehrten Herrn
‎‏חיים חר״א המכונה‏‎ Chajim [...], genannt
‎‏אדפאקאט בלאק‏‎ 5 Advokat Block,
‎‏נפטר יום ג׳ ג׳ אלול‏‎ verschieden Tag 3, 3. Elul
‎‏שנת תרכ״ט לפ״ק‏‎ des Jahres 629 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
  Rückseite
Hier ruhet
von den Sorgen innig betrauert der 10
Obergerichts Anwalt
Salomon Block
gestorben [...] Elul 5619
Friede seiner Asche

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 10.08.1869 ; (s.u.)
Die Datumsangabe in der deutschen Inschrift ist zu stark verwittert um sie noch vollständig zu entziffern, sie gibt jedoch ein Datum genau zehn Jahre früher an, im Elul 619 (September 1859).
Abkürzung Zl 4: Der abgekürzte Beiname des Vaters, ‎‏חר״א‏‎ oder ‎‏הר״א‏‎, lies sich nicht auflösen. Möglich wäre vielleicht ‎‏הראש אב (בית דין)‏‎, der "Vorsitzende der Gerichtsbarkeit", dann hätte der Sohn die Profession seines Vaters übernommen, allerdings in der säkularen, nicht der religiösen Welt.

Beschreibung

Zustand 2017 Das Grabmal ist stark verwittert, die Inschriften nicht mehr vollständig zu entziffern.

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße · 0032

 

Natan ben Josef (Nathan Simon) [14.10.1873]

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תם וישר הלך ת[מים]‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹, ›er wandelte lauter‹,
‎‏ה״ה נתן בן כהר״ר יוסף‏‎ es ist Natan, Sohn des geehrten Meisters, Herrn Josef,
‎‏נולד בשנת תקע״א‏‎ geboren im Jahr 571,
‎‏מת כ״ג תשרי תרל״ד לפ״ק‏‎ 5 gestorben am 23. Tischri 634 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht in Frieden
der Kaufmann
Nathan Simon
geb. März 10
gest. [ 187]3.
  Rückseite
Friede seiner Asche

 

  Zl 2: Ijob 1,8 | Zl 2: Ps 15,2

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 14.10.1873

Beschreibung

Material Rötlicher Sandstein
Beschreibung Stele mit Rundbogenabschluß und gekehltem Rand und vorne und hinten vertieften Schriftfeldern.
Schrift vertieft; Deutsch: Fraktur
Zustand 2017 Das am Giebel stark beschädigte Grabmal ist stark verwittert, die Inschrift sind nicht mehr vollständig zu entziffern. Möglicherweise fehlt ein Aufsatz.