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Worms 1629 inscriptions (~1140)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID wrm-793
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-793: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?wrm-793

Name

Alexander ben Schlomo Wimpfen [07.09.1307]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

 Vorderseite
‎‏המצבה הזאת הוצבה‏‎ Diese Stele wurde aufgestellt
‎‏וחוצבה לראש הנדיב‏‎ und ausgehauen zu Häupten des Wohltäters,
‎‏ר׳ אלכסנדרי ב״ר שלמה הנפטר‏‎ des Herrn Alexander, Sohn des Herrn Schlomo, der verschied
‎‏ביום צום כיפור ביו׳ ה׳ ונקבר יום‏‎ am Tag des Kippurfastens, am Tag 5, und begraben wurde Tag
‎‏אחד עשר בתשרי ששים ושמונה‏‎ 5 elf im Tischri, achtundsechzig
‎‏לאלף הששי ואשר מלאו לבו‏‎ des sechsten Jahrtausends, und dessen Herz erfüllt davon war
‎‏והשם אינה לידו לעשות מצוה רבה‏‎ und der NAME es in seine Hand gab, ein großes Gebot zu tun
‎‏ולפדות את מורינו רבנו מאיר‏‎ und loszukaufen unseren Lehrer, unseren Meister Meir,
‎‏בן הרב ר׳ ברוך מכלאו אשר היה תפוס‏‎ Sohn des Meisters, Herrn Baruch, aus seinem Gefängnis, welcher gefangen war
‎‏אחרי מותו כמה שנים {עד שנא[נ]ה}‏‎ 10 nach seinem Tod mehrere Jahre, bis es dem Wohltäter gegeben
‎‏הנדיב ופדאו וזכה להקבר בצידו‏‎ ward und er ihn loskaufte; er wurde gewürdigt, begraben zu werden
‎‏הימנית יהי רצון שישב בצידו‏‎ zu seiner Rechten. Es sei [Sein] Wille, dass er sitze an seiner Seite
‎‏בישיבת גינת ביתן עם צדיקי‏‎ im Lehrhaus des Gartens des Palastes mit den Gerechten
‎‏עולם א׳ א׳ א׳ סלה‏‎ der Welt. Amen, amen, amen, Sela.
‎‏‏‎ 15

Kommentar

Unter Hingabe seines gesamten Vermögens, so erzählen spätere Chroniken, konnte der wahrscheinlich kinderlose Alexander b. Schlomo, d.i. Süsskind Wimpfen aus Frankfurt am Main, die Gebeine des 1286 gefangengenommenen Meir ben Baruch, gen. MahaRaM Rothenburg, 13 Jahre nach dessen Tod freikaufen und in Worms, seiner Geburtsstadt bestatten lassen. Sein Wunsch, an der Seite des berühmten Gelehrten begraben zu werden, ging bald in Erfüllung: Alexander starb wenige Monate nach Vollendung des Unternehmens am Versöhnungstag, Jom Kippurfasten, kurz nach Neujahr 5068, am 7. September 1307. Beide Steine sind äußerlich einander sehr ähnlich gestaltet. Auffällig ist jedoch die Unterschiedlichkeit ihrer Nachrufe. Die Zwillingssteine für Alexander und MaHaRaM Rothenburg nahe dem Eingang des Friedhofs sind seit Jahrhunderten eine Stätte der Wallfahrt vieler frommer Besucher, welche beider Grabmale mit Fürbittzetteln, "Kwitlekh", überhäufen.
Abschrift an Ort und Stelle sowie für Zeilen 10 und 11 teilweise, da heute nahezu unlesbar, nach David Kaufmann in MGWJ 40 (1896) S. 126-130) in geschweiften Klammern ergänzt, da Lewysohn Nr. 22 fehlerhaft und unvollständig ist.
Zeilen 3 und 7: letztes Wort z.T. auf dem Rand.

Datum: gest. Tag 5 und begr. am 11. Tischri 5068 = gest. Donnerstag (Jom Kippur), und begraben am Freitag, 8. September 1307.

R&R: 89; Lewysohn 22

Beschreibung

Maße 67 x 96,5 x 20 cm
Material gelber Sandstein - Schichtung verläuft winklig zur Vorderseite - mittlere Körnung (0,2-0,63 mm) - kiesige Einschlüsse (Größe in mm: 30)
Beschreibung Rechteckige Stele. Das eingetiefte Schriftfeld wiederholt die Gesamtform der Stele. Oben und seitlich schmaler Rand. Der untere Rand ist durch sehr grobe Bearbeitung als Sockel ausgewiesen. Das rahmende Profil besteht aufeinanderfolgend aus einer Nut, einem Wulst und einem Falz.

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-793
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=wrm-793
(last modified - 2015-09-03 00:53)

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Inschriften des Jahres 1307

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Steinheim-Institut
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