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Sondershausen 187 inscriptions (1713-1937)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID sdh-154
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-154: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sdh-154

Name

Philipp Heidenheim [14.06.1906]          

Diplomatische Transkription

‎‏פ״נ‏‎  
Hier ruht  
unser inniggeliebter Vater, |3|
Gross- u. Urgrossvater,  
Herr Rabbiner, Professor  
Philipp Heidenheim |6|
geb. 14. Juni 1814,  
gest. 14. Juni 1906.  
Sein Andenken zum Segen! |9|
‎‏תנצב״ה‏‎  

Übersetzung

Hier ist begraben | |3| | | |6| | | |9| | Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Geboren 14.06.1814; gestorben 14.06.1906
Das Grabmal wie auch der Aufbau der Grabinschrift für den langjährigen Rabbiner Sondershausens wurde denen seiner neun Jahre zuvor verstorbenen Gattin entsprechend gestaltet, für deren Gestaltung vermutlich er selbst verantwortlich zeichnete. Und so ist seine Inschrift sehr persönlich und familiär gehalten, ohne jeglichen Anklang an den reichen Formelschatz traditioneller Rabbinerinschriften und ohne Ehrung durch die Gemeinde.
Das hebräische Element ist hier auf Einleitungs- und Schlussformel reduziert, und die deutsche Inschrift gibt den bürgerlichen Namen und die Daten nach dem bürgerlichen Kalender an. Doch blieb man sich des jüdischen Kalenders und seiner Bedeutung für die traditionellen Bräuche bewusst: Die Grabsteinsetzung für Rabbiner Heidenheim fand am 3. Juni 1907 statt, wie üblich ein Jahr nach seinem Tode, und zwar genau an seinem Todestag, allerdings nicht nach dem bürgerlichen, sondern nach dem jüdischen Kalender am 21. Sivan, der im Jahr 1906 auf den 14. Juni fiel, 1907 auf den 3. Juni.

Beschreibung

Beschreibung Grabmal in Form eines Scheinsarkophags aus gelbem Seeberger Sandstein mit aufgelegter, rechteckiger Schriftplatte aus weißem Marmor. Die Inschrift ist zentriert, die Namen durch größere Buchstaben hervorgehoben. (Vgl. auch Grabmal der Gattin, sdh-0155.)
Zustand Die Grabplatte war in viele Teile zerbrochen und wurde wieder zusammengesetzt. Sie ist stark mit Moos und Flechten bewachsen.

Zur Person

1837 wurde der aus Bleicherode stammende Lehrer und Gelehrte Philipp Heidenheim zunächst als Lehrer, ab 1845 auch als Rabbiner in Sondershausen angestellt, seit 1846 war er auch für die benachbarten schwarzburg-rudolstädtischen Gemeinden von Frankenhausen und Immenrode zuständig.
Laut Personenstandsregister vermählte sich Philipp Heidenheim am 28. August 1839 mit der Sondershäuserin Lina Leser. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor: Richard (geb. 01.04.1840, Geh. Sanitätsrat und Arzt in Bleicherode), Henriette (12.04.1842 - 04.02.1919, verheiratet mit dem Buchhalter Felix Siegmund Bier aus Münster, gest. 17.04.1915; beide begraben in Sondershausen, keine Grabsteine), Louis (geb. 11.03.1844), Bruno (geb. 14.04.1846), Gustav (geb. 17.10.1850) und Amalie (geb. 05.11.1852, verheiratet mit dem Kaufmann Heinrich Ehrenberg aus Hannover).

Zur Familie

Schwester: Eva Heidenheim, gest. 1891 (Grabstein Nr. sdh-0153)
Gattin: Lina Heidenheim geb. Leser, 1812-1897 (Grabstein Nr. sdh-0155)

Quellen / Sekundärliteratur

Personenstandsregister, Nr. 80; Neujahrsbericht für 1852 (Geburt der Tochter Amalie).
Bettina Bärnighausen: "Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Sondershausen", in: 875 Jahre Sondershausen. Eine Schrift zum Jubiläum, Sondershausen 2000, S. 70.
Bettina Bärnighausen: "'Glaub' und Pflicht sei felsenfest'. Zur Biographie des Sondershäuser Rabbiners und Lehrers Philipp Heidenheim", in: Beiträge zur Geschichte der Juden Schwarzburgs (Juden in Schwarzburg, Bd. 1), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge IV), 2006, S. 119-132.
Jens Beger: "Jüdische Familien in Sondershausen", in: Beiträge zur Geschichte der Juden Schwarzburgs (Juden in Schwarzburg, Bd. 1), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge IV), 2006, S. 204-234, zu Philipp Heidenheim.
Rudolf David: Geschichte der Synagogengemeinde Sondershausen, Sondershausen 1926, S. 27-35.
Brocke, Michael und Julius Carlebach (Hg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, bearbeitet von Carsten Wilke, 2 Bde., München 2004, Bd. 1, S. 418.

Fotografien

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Henryk Bies, Sondershausen

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-154
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=sdh-154
(last modified - 2010-03-17 10:50)

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