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Würzburg - Heidingsfeld 159 Inschriften (1810-1939)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hdf-759
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-759: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hdf-759

Name

Jizchak Arje (genannt Seligmann Löb) ben Eljakum ­Steinam (Seligm. Löb ­Steinam) [05.03.1882]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏את״י יצחק אריה מכ׳ זעליגמאנן ליב ב״כ אליקום שטיינאם‏‎ ›der lautere und aufrechte Mann‹ Jizchak Arje, genannt Seligmann Löb, Sohn des geehrten Eljakum ­Steinam
‎‏מתושבי ווירצבורג נפטר פורים תרמ״ב לפ״ק‏‎ von den Einwohnern Würzburgs, verschieden Purim 642 der kleinen Zählung.
‎‏ירא ד׳ ובמצות לבו חשק‏‎ Den Ewigen ehrfürchtete er und nach Seinen Geboten verzehrte sich sein Herz,
‎‏צדקה עשה שחר ונשף עתר יצחק‏‎ 5 Wohltätigkeit übte er, im Morgengrauen und Nachts ›betete Jizchak‹,
‎‏חסדו גמל עם חיים ומתים‏‎ seine Liebeswerke übte er mit den Lebenden und den Toten,
‎‏קדש בכל בכחו שבתות וימים טובים‏‎ er heiligte mit all seiner Kraft Sabbate und Feiertage,
‎‏אהב תורה ותלמידי חכמים‏‎ er liebte die Weisung und die Schüler die Weisen,
‎‏רק באמונה נשא ונתן כל הימים‏‎ nur in Treue handelte und wandelte er alle Tage,
‎‏יבא שלו ותלין בטוב נפשו‏‎ 10 ›er komme (zur) Ruhe‹ und ›seine Seele nächtige im Guten‹,
‎‏הלך לפניו צדקתו ושכר במעונו‏‎ ›es schreitet vor ihm her seine Gerechtigkeit‹ und Lohn (wird er empfangen) in seiner Wohnstätte.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
Seligmann Steinam
 Rückseite
Hier ruht
Herr 15
Seligm. Löb ­Steinam
v. Würzburg
Gest. Purim 5642
Gottesfurcht u. Pflichterfüllung war seine
Herzenslust, 20
Wohlthätig früh u. spät im Gebetshaus
...ust.
Liebevoll im Thun gegen Lebende oder
Dahingeschieden,
Sabbat u. Feiertage heiligend froh und 25
zufrieden.
Auch liebte er das Gesetz und seine
Jünger,
Kein Unrecht berührten je seine Finger.
So gehe er heim in Frieden zum Glück 30
seiner Seele,
Ein tugendhafter Wandel ihn zu höherm
Lohn empfehle.

 

 Zl 2: Ijob 1,1; 1,8; 2,3  Zl 5: Gen 25,21  Zl 10: Ps 105,40 | Zl 10: Ps 25,13  Zl 11: Jes 58,8

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 05.03.1882
Die Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins stellt eine seltene und gelungene Übertragung der hebräischen Inschrift ins Deutsche dar.
Zl 10: Im Psalmzitat steht das Wort ‎‏שלו‏‎ mit der Bedeutung "Wachtel", hier jedoch in seiner zweiten Bedeutung "Ruhe".

Stilmittel

Reim auf -aq in Zln 4-5, auf -im in Zln 6-7, auf -mim in Zln 8-9, und auf -o in Zln 10-11. Auch die deutsche Eulogie auf der Rückseite ist gereimt.
Akrostichon in Zeilen 4-11: ‎‏יצחק אריה‏‎ Jizchak Arje

Beschreibung

Maße 189 x 67/74 x 27/30
Lage Feld B, Reihe 07, Stein Nr. 59 (Neuer Teil) (0759)
Beschreibung Hohe, sich leicht nach oben verjüngende Stele auf Sockel und Postament, mit abgesetztem Rundbogenabschluß mit kleiner dreiecksgiebliger Erhöhung, darin ein reliefierter sechszackiger Stern, und seitlich flankiert von Palmetten (?).
Ornament gestalterische Verzierung
Steinmetz Löhlein
Zustand 2010 Leichte Verwitterung; Flechtenbewuchs.

Zur Person

Seligmann Löb Steinam war 1834 in Fuchsstadt geboren worden und hatte in Würzburg einen Herrenkleiderladen eröffnet, der sich in weitem Umkreis großer Beliebtheit erfreute.

Zur Familie

Sohn: Moses Abraham Steinam (Grabstein Nr. hdf-2048)

Quellen / Sekundärliteratur

Begräbnisregister (Staatsarchiv Würzburg, Jüdische Standesregister 42), S. 37 (Nr. 11).
Roland Flade: Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2. erweiterte Auflage, Würzburg 1996, S. 118 (zu Babette Jeidels), S. 217f. (zu Seligmann Löb Steinam).

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-759
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hdf-759
(letzte Änderungen - 2013-07-27 11:44)

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