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Frankfurt am Main, Battonnstraße 3875 Inschriften (1272-1828)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ffb-1156
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Frankfurt am Main, Battonnstraße, ffb-1156: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ffb-1156

Name

Jehuda ben Mosche Flesch (Löb Flesch zum Birnbaum) [07.03.1719]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏ה״ה הזקן נאמן הקהילה הר״ר ליב ולעש צו בירן בוים‏‎ Der geehrte Herr, der Betagte, Beglaubigter der Gemeinde, der Meister, Herr
‎‏פה קבור וטמון איש זקן‏‎ Löb Flesch zum Birnbaum
‎‏ונאמן יושב אוהל ועוסק‏‎ Hier ist begraben und geborgen ein betagter und getreuer
‎‏רוב ימיו בתורת ה׳ היקרה‏‎ Mann, (im) Zelt sitzend und sich die meisten seiner Tage
‎‏מפז ומפנינים ומקיים את ה‏‎ 5 beschäftigend mit der Lehre des Ewigen, die teurer (ist)
‎‏מקרא ללמוד וללמוד ומע‏‎ als Gold und als Perlen, und hält die
‎‏מד תלמידם לומדים הגונים !‏‎ Schrift, zu lernen und zu lernen, und er stellt
‎‏והיה נאמן הקהילה כמה שני‏‎ Schüler auf, würdige Lernende,
‎‏ם ה״ה הר״ר יהודה בר משה‏‎ und er war Beglaubigter der Gemeinde einige Jahre
‎‏ולעש ז״ל ׃ נפ׳ יום ג׳ ט״ז אדר‏‎ 10 lang, der geehrte Herr, der Meister, Herr Jehuda, Sohn des Mosche
‎‏תע״ט ל׳ ׃ תנצב״ה‏‎ Flesch, sein Andenken zum Segen, verschieden Tag 3, 16. Adar

Kommentar

Datierung Gestorben, Dienstag, 07.03.1719
Es ist verwunderlich, daß die Inschrift bei Ho unter den undatierten Inschriften zu finden ist, da sie auch heute gut lesbar ist.
Zl 1: Zum Birnbaum, geschrieben etwa zu birn boim. ‎‏בוים‏‎ in kleineren Buchstaben.
Zln 1 und 8: "Beglaubigter", laut ET der Titel des Gemeindeschreibers.
Zl 3: "(Im) Zelt sitzend", vgl. Gen 25,27 (‎‏יושב אוהלים‏‎, ), dort von Jaakow (im Gegensatz zum Mann des Feldes Esav) gesagt; vgl. auch Ex 33,11.
Zln 3/4: Bringt man das "Zelt" aus Zl 3 in Zusammenhang mit der "Tora" aus Zl 4, ist an bShab 83b - eine Auslegung von Num 19,14 - zu denken: Das Zelt der Tora ist das Lehrhaus, der Ort des Toralernens, das man nicht eine Stunde versäumen soll. Dem konnte der Verstorbene nicht nachkommen, aber er tat das ihm (wohl neben dem Broterwerb) Mögliche und widmete "die meisten seiner Tage" der Tora.
Zl 5: Vgl. Spr 8,11; dort bezogen auf die Weisheit, die besser als Perlen ist.
Zln 6b/7a: Vgl. Av 1,1.
Zln 6/7 und 8/9: Zeilenübergreifende Wörter.
Zl 7: Verschreiber auf dem Stein, gemeint ist ‎‏תלמידים‏‎, Schüler, und nicht ‎‏תלמידם‏‎, ihr Schüler; ebenso auch ‎‏מעמיד‏‎, er stellt auf.
Zl 11: Am Zeilenbeginn und -ende je eine Blüte und ein Satztrenner als Zeilenfüller.
Abkürzung Punkte und Tilden; Satztrenner: senkrechte Tilden mit rautenartig verdickter Mitte

Stilmittel

Reim BinnenReim auf -im in Zl 7.

Beschreibung

Beschreibung Hochrechteckige Stele mit eingezogenem Bogenabschluß, auf den Schultern zwei Rosetten; eine Kopfzeile, darunter im Halbrund des mit einem eingezogenen Rundbogen schließenden vertieften Inschriftenfeldes das Hauszeichen, erhaben.
Hauszeichen Baum
Zustand Gut erhalten.

Zur Person

Löb Flasche wohnte im Haus Birnbaum.

Zur Familie

Vater: Mosche Flasche zum Birnbaum S. Lejb (ET 23.VI.1683)
Mutter: Tserle T. Jaakow (ET 5.II.1691)
Gattin: Täuben T. Dewle Komez (Nr. ffb-1186, Ho 5580, ET 11.IV.1720)
Kinder: Awrom Flasche zum Birnbaum (6.X.1744); Dewle Flasche zum Birnbaum (ET 23.X.1738); Gumprecht Flasche zum Birnbaum (ET 3.VI.1756); Rehel G. Schlome Wol (ET 28.IV.1754); Made G. Awrom Fulda zum Birnbaum (ET 13.IV.1750); Dertzchen (ET 5.II.1758)

Quellen / Sekundärliteratur

sk, 17/13, Nr. 17
MF, S. 138, Nr. 6
ET 17.III.1719
Ho 5579
HoNam S. 706: Flesch, Löb z. Birnbaum
HoEd: Zl 1 ‎‏קהלה‏‎, im Text ‎‏קהילה‏‎; ‎‏צום‏‎, im Text ‎‏צו‏‎. Zl 4 ‎‏תורת ד׳‏‎, im Text ‎‏תורת ה׳‏‎. Zl 7 ‎‏מעמיד‏‎, im Text ‎‏מעמד‏‎; ‎‏תלמידים‏‎, im Text ‎‏תלמידם‏‎. Zl 8 und der erste Buchstabe von Zl 9 fehlen bei Ho. Zl 10 ‎‏ולעש‏‎ fehlt bei Ho; ‎‏יו׳‏‎, im Text ‎‏יום‏‎. Zl 11 ‎‏טו ...‏‎, im Text ‎‏תע״ט‏‎; ‎‏לפ״ק‏‎, im Text ‎‏ל׳‏‎.
HoSt 253

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