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Bingen 880 Inschriften (1602-1968)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bng-471
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bingen, bng-471: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bng-471

Name

Naftali ben Jaakow Seligmann (Isaac Seligmann) [21.4.1860]          

Diplomatische Transkription

‎‏פ״ט | ה[אי]ש היקר והנכבד כמר |3| נ[פ]תלי בן כ׳ יעקב זעליגמאן | ע״ה מגוילסהיים הלך תמי׳ ופעל | צדק ירא אלהיו כל ימיו ועשה |6| צדקה בכל עת אחרי שסבל | באהבה יסורים רבים הלך לעול | מו ביום שבת קודש כ״ט ניסן |9| ונקבר בשם טוב בכבוד ובהס׳ | ביום ב׳ ב׳ דר״ח אייר כת״ר לפ״ק | תנצב״ה |12| ‏‎

Hier ruhet in Gott | ‏‎I[s]aa[c] Seligmann | ‏‎[...]

Übersetzung

Hier ist geborgen | der teure und geehrte [Man]n, der geehrte Herr |3| Naftali, Sohn des geehrten Jaakow Seligmann, | Friede über ihn, aus Gaulsheim, er wandelte lauter und wirkte | Gerechtes, war gottesfürchtig all seine Tage und tat |6| Wohl zu jeder Zeit. Nachdem er ertragen hatte | viele Leiden in Liebe, ging er hin in seine We- | lt am Tage des heiligen Schabbat, 29. Nissan, |9| und ward begraben mit gutem Namen und Trauerbekundung | am Tag 2, 2. Neumondstag Ijar 620 nach kleiner Zählung. | Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 21.4.1860
In der Inschrift für den aus Gaulsheim bei Bingen stammenden Isaak überwiegt das Hebräische. Sie läßt die Bedeutung der hebräische Sprache für die Familie Seligmann auch noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erkennen.
Eine für 1860 ausführliche Eulogie mit der Betonung des gerechten und mildtätigen Handelns des Verstorbenen, seiner Leiden, die er in Liebe ertrug und seines Lohns, da er mit einem gutem Namen, mit Ehre und Trauerrede begraben wurde.
Der deutsche Text ist mit dem von Grabmal Nr. 554A identisch.
Zl 4: "Friede über ihn" ist einer der Zusätze, die hinter dem Namen von bereits Verstorbenen hinzugefügt wird. Vgl. Av 5,3, dort über Abraham gesagt. Gaulsheim, geschrieben Goilsheim.
Zl 4b/5a: vgl. Ps 15,2.
Zl 5a: vgl. Jer 32,39. Alef-lamed-Ligatur.
Zl 5b/6a: Ps 106,3.
Zl 6b/7a: Das "Konzept" der "Leiden in Liebe" ist im Talmud und Midrasch des öfteren zu finden, vgl. bBer 5a, Midrasch BerR 92,1 u.a. Auf Grabinschriften wird es jedoch seltener erwähnt als in den Memorbüchern. Es ist ein Hinweis auf einen Tod, dem eine längere Krankheit vorausging.
Zl 7b/8a: vgl. Koh 12,5. Zeilenübergreifendes Wort.
Zl 9a: vgl. bBer 17a: "wohl dem, .... und der mit einem gutem Namen verschied", "denn ein guter Name ist besser als Salböl" (Koh 7,1).
Zl 10: Die Buchstaben für das Todesjahr sind umgestellt, sodaß das Wort Krone gelesen werden kann. Lamed-pe-quf-Ligatur.
Abkürzung 1860

Beschreibung

Maße 52,5 x 14,5 cm
Material Sandstein
Beschreibung rundbogiger Abschluß, umlaufender, abgefaster Rahmen. Zln 1,11 und der deutsche Text sind mittig angebracht.
Abkürzungszeichen Kreise und Haken.
Zustand Das Schriftfeld blättert im unteren Bereich ab. Mindestens eine deutsche Textzeile ist verloren.

Zur Person

er), in Gaulsheim verstorben
Naftali (Isaac) Seligmann (Sterbeurkunde: Seeligmann) wurde um 1795 in Gaulsheim geboren. Er war einer der ersten Angehörigen der "schon frühzeitig aus Gaulsheim nach Bingen verzogene(n) Familie Seligmann". Am 23.2.1818 heiratete er die aus Bingen stammende Rosine Blad. In den Hekdesch-Büchern ist er 1814 (‎‏ר׳ הירש גאלסהיים‏‎), 1829/30 (‎‏הירש ב״י ג״ה‏‎) und 1830/31 (‎‏הירש ב״י גאלסהיים‏‎) eingetragen. Naftali starb am 21.4.1860, nachmittags um 3.00 Uhr im Haus Nr. 441 in der Rheingasse. Die Todesanzeige machten sein Bruder, der Eisenwarenhändler Simon Seeligmann und sein Neffe, der Kaufmann Benjamin Marx.

Zur Familie

Vater: Jaakow Seligmann (Jakob Seeligmann), Eisenhändler, in Gaulsheim verstorben
Mutter: Martha Mayer (Marie Seeligmann, geb. May
Gattin: Rosine, geb. Blad, verw. Gutmann (Dez. 1793 - 16.3.1876)
Kinder: Pauline (5.5.1819 - 21.3.1830), Magdalena (2.3.1821 - 23.10.1823), Henriette, geb. 10.2.1823, Ludwig (Louis), gest. 1887 (Nr. bng-0528) und Richard, gest. 1905 (Nr. bng-0582)

Quellen / Sekundärliteratur

Bingen S 50/1860
CAHJP Rh/B-23, 25 und 26
FR Bingen Nr. 4601
Grünfeld, S. 23 (Familie Seligmann)

Fotografien

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Andreas Hemstege

heutiges Foto
1992
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bingen, bng-471
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bng-471
(letzte Änderungen - 2013-07-27 11:17)

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