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Worms 1672 Inschriften (1040-1853)

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Jahr:
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epidat - epigraphische Datenbank

ID wrm-3044
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-3044: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?wrm-3044

Name


Awraham Schmuel Bacharach [02.05.1615]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

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‎‏[אברהם שמואל בכרך]‏‎ [Awraham Schmuel Bacharach]
‎‏אוי‏‎ Wehe,
‎‏כי אבד כלי חמדה גנוז וטמון‏‎ dass verlorengegangen ist ein kostbares Gefäß, geborgen und verborgen,
‎‏פה ה״ה הגאון הגדול מה״ו שמואל‏‎ hier ist es der überragende Gelehrte, unser Lehrer, der Herr, und unser Meister Schmuel,
‎‏שהי׳ גדול ליהודים אב״ד ור״מ בק״ק‏‎ 5 welcher groß war den Juden, Vorsitzender des Rabbinatsgerichts und Oberhaupt der Talmudschule in den heiligen Gemeinden von
‎‏טורבין קעלין פארליץ ובווירמס[ה]‏‎ Turbin(?), Köln, Ferliz(?) und in Worms,
‎‏הבירה בגולה הלך ולגערנסהיים‏‎ der Hauptstadt; er ging in die Diaspora, und nach Gernsheim
‎‏נשאוהו רגליו הערבונים וימת‏‎ trugen ihn seine Füße als Bürgen. Und es starb
‎‏שמואל בן ארבעים שנים ונקבר‏‎ Schmuel im Alter von vierzig Jahren und wurde begraben
‎‏ביום ג׳ בחודש זיו זיו׳ פנ״ה‏‎ 10 am Tag 3 im Monat Siv, Sein Glanz wandte sich ab (135),
‎‏אור״ו כב״ה לפ״ק תנצב״ה‏‎ sein Licht (213) erlosch (27) der kleinen Zählung. Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens.

Kommentar

Dieser heute (vermutlich) verlorene und nach Lewysohn dokumentierte Stein für Awraham Schmuel Bacharach befand sich wohl nicht in Worms, sondern wie Lewysohn schreibt, "auf dem Friedhofe zu Alsbach, einem Dorfe bei Zwingenberg (erhielt im Jahr 1274 die Stadtrechte und gilt seither als älteste Stadt im hessischen Teil der Bergstraße). Dennoch wurde die Inschrift bei Lewysohn (und so auch hier) wegen der zahlreichen Beziehungen der Familie Bacharach zu Worms dokumentiert.
Zeile 1: Vermutlich entspricht die "Überschrift" bei Lewysohn mit dem vollständigen Namen einer ursprünglichen Kopfzeile, denn die Inschrift enthält weder den Erst- noch den Vaters- noch den Familiennamen, die Lewysohn allesamt nennt.
Zeile 3: "Keli Chemdah" ("ein Gefäß von Kostbarkeit") ist hier ein Bild für den Verstorbenen; in "Sprüche der Väter" 3,18 steht die Wendung für die Tora.
Zl. 3 fünftes Wort: Abschreibfehler bei Lewysohn
Zeile 6: Die Ortsnamen konnten noch nicht alle geklärt werden. Der letzte Buchstabe des letzten Wortes wurde ergänzt.
Zeile 7: "Gernsheim" ist eine Stadt am Rhein im heutigen südhessischen Kreis Groß-Gerau.
Zeile 8: Die Wendung "Raglav ha'erawonim" ist bSuc 53a (vgl. Goldschmidt, Frankfurt 1996, S. 403 u. 404) entnommen, wo es heißt: "Die Füße des Menschen sind seine Bürgen; wo er verlangt wird, bringen sie ihn hin."
Zl. 8 letztes, Zl. 9 erstes Wort: 1 Samuel 25,1
Zeile 9: Hier liegt der seltene Fall vor, dass das Sterbealter genannt wird. Schmuel starb im Jahr 1615 vierzigjährig, so dass er 1575 geboren wurde.
Zeile 10: "Siv" ist ein altes Wort für Ijjar (s. 1 Könige 6,1 und Stein-Nrn. 373, 799 und 17).
Dieser Monatsname wird wegen seiner Doppeldeutigkeit "Glanz" gleich dahinter noch ein zweites Mal aufgenommen.
Zln. 10/11 mit einem Chronogramm: "(sein Glanz) wandte sich ab und sein Licht erlosch" (375).
Weitere Mitglieder der Familie Bacharach:
Stein-Nrn. 456 (gest. 1465); 458 (gest. 1480); 684 (gest. 1495); 712 (gest. 1464); 1218 (gest. 1736); 1219 (gest. 1701); 1223 (gest. 1670); 1252 (gest. 1666)

Datum: [Schabbat], 3. Siv (Ijjar) 5375 = Schabbat, 2. Mai 1615

R&R 189 nach Lewysohn 30

Beschreibung

Material Stein (Material undefiniert) -

Quellen / Sekundärliteratur

Lewysohn, Ludwig: Nafschot Zaddikim. Sechzig Epitaphien von Grabsteinen des israelitischen Friedhofes zu Worms, regressiv bis zum Jahre 905 übl. Zeitr.,usw., Frankfurt am Main: 1855, Nr. 30

Rosenthal, Julius; Rothschild, Samson; Kaufmann, David: Die Epitaphien des alten israelitischen Friedhofs zu Worms (unveröff. Mskr., Vorwort von Julius Goldschmidt), 189 nach L

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-3044
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=wrm-3044
(letzte Änderungen - )

 

Steinheim-Institut
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