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Worms 1629 inscriptions (~1140)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID wrm-1253
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-1253: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?wrm-1253

Name

Jaakow MaHaRIL ben Mosche Levi Möln [14.09.1427]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

 Vorderseite
‎‏[מ...׃ ...׃ ...׃ ..נה‏‎ [...
‎‏ש...׃ ...׃ ...׃ ..נה‏‎ ...
‎‏ה...׃ ...׃ ...׃ ..נה‏‎ ...
‎‏ב...׃ ...׃ ...׃ ..נה]‏‎ ...]
‎‏נפש תמה׃ כי השלימה׃ ..מה׃ ..נה‏‎ 5 Als er die untadelige Seele aufgab ...
‎‏ותיק נאמן׃ שפה נטמן׃ ..מן׃ ..נה‏‎ Der verlässlich Erfahrene, hier ist er verborgen, ... Dort ...
‎‏היה בור סיד׃ שאין מפסיד׃ צדיק חסיד׃ ..נה‏‎ Eine gekälkte Zisterne war er, aus der nichts verlorenging, gerecht und fromm, ...
‎‏ללמוד ללמד׃ דברי חמד׃ ... חמד׃ טוב בכונה‏‎ Zu lernen und zu lehren Worte der Lieblichkeit, ... der Lieblichkeit, gut in ...
‎‏וירח קדר׃ בליל נעדר׃ פרי הדר׃ ברוב בינה‏‎ Und der Mond verfinsterte sich, nächtens verschwand er, eine köstliche Frucht, voll Verstandeskraft.
‎‏יהי נשמתו׃ אשר אתו׃ בניחותא׃ בטוב מלונה‏‎ 10 Es sei seine Seele, welche mit ihm ist in Lieblichkeit, im Guten ihrer Wohnstatt.
‎‏גדול הדור מרנא ורבנא יעקב בן מה״ר‏‎ Ein Großer seiner Generation, unser Lehrer und Meister Jaakow, der Sohn unseres Lehrers des Meisters
‎‏משה ס״ל זצ״ל שנפטר בליל מוצאי שבת‏‎ Mosche, Oberer der Leviten, das Andenken des Gerechten (sei) zum Segen, welcher verschied in der Nacht des Schabbatausgangs
‎‏ונקבר ביום א׳ כ״ב אלול קפ״ז ל׳ לאלף‏‎ und begraben wurde am Tag 1, 22. Elul, 187 der Zählung im sechsten
‎‏הששי תנצב״ה ע״ש עמודי גולה בגן עדן‏‎ Jahrtausend. Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens mit den übrigen Säulen des Exils im Garten Eden.
‎‏אמן אמן אמן סלה‏‎ 15 Amen, amen, amen, Sela.
‎‏‏‎

Kommentar

Rabbi Jaakow Möln, Sohn des Mose Halevi, war ein bedeutender Gelehrter seiner Zeit. Er führte den Namen MaHaRIL („unser Lehrer, der Meister, Herr Jakob Levi“) und war als Rabbiner in Mainz tätig. Auch verfasste er mehrere Werke, in denen er als eine der einflussreichsten rabbinischen Autoritäten in kasuistischen Fällen entschied. Ein berühmtes, "offenbar durch äußere Gewalt" im oberen Teil stark beschädigtes, mächtiges Grabmal. Es befindet sich inmitten des Rabbinertals, so dass die Gräber ringsherum höher liegen. Angeblich war es der letzte Wille von R. Jaakow Möln, dass „innerhalb vier Ellen im Umkreis seines Grabes kein anderes
gemacht werden sollte; ebenso geschah es nach seinem Willen“ - so Ludwig Lewysohn - „dass die Frontseite seines Denkmals gegen den üblichen Usus von Norden nach Süden gerichtet wurde.“
Der Judaist David Kaufmann (Budapest) hat anhand von Ausmessungen und Vergleichen mit anderen Grabmalen geschlossen, dass dem Stein nach oben hin vier Zeilen fehlen. Von dieser Erkenntnis ausgehend und im Vergleich mit dem Grabstein, den der MaHaRIL seiner zwei Jahre vor ihm verstorbenen Frau gesetzt hatte, ist es Kaufmann gelungen, das vollständige Akrostichon in den ersten zehn Zeilen (von denen noch sechs vorhanden sind) zu ermitteln: Es bringt den Namen seines Vaters und seines Sohnes Molin ("Klein-Mose"). So ergeben die ersten zehn Zeilen das Akrostichon: Mosche beno halevi („Mose, sein Sohn, der Levite“). Diese zehn Zeilen sind nach Kaufmann vierteilig aufgebaut - die einzelnen zumeist Zweiwortgruppen (4 Silben) sind durch
semikolonartige Zeichen markiert - wobei die ersten drei sich im Hebräischen reimen und der letzte jeweils auf den Endreim -nah schließt.

Datum: gest. in der Nacht des Schabbatausgangs, begr. Tag 1,
22. Elul 5187 = begr. am Sonntag, 14. September 1427.

R&R: 374 u. 1076/ Lewysohn: 28

Beschreibung

Maße 94 x 102,5 x 16 cm
Material roter Sandstein - Schichtung verläuft parallel zur Vorderseite - feine Körnung (0,063-0,2 mm) -
Beschreibung Unterer Teil einer Stele, rechteckige Grundform, der obere Abschluss fehlt. Sockelbereich mit bruchrauer Oberfläche, abgesetzt durch eine horizontale Ritzlinie (Spitznut). Eingetieftes Schriftfeld. Das rahmende Profil besteht aus einem einfachen Falz. Seitlich und unten umlaufender Rand.

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Epigraphisches Bildarchiv, Steinheim-Institut

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2001-08-29
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-1253
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=wrm-1253
(last modified - 2015-09-03 00:53)

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