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Worms 1626 inscriptions (~1140-1852)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID wrm-794
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-794: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?wrm-794
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Name

Meir Maharam ben Baruch Rothenburg [1307]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

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‎‏מהר״ם רבנא מאיר מ״ע‏‎ MaHaRaM, unser Meister Meir, seine Ruhe sei Eden.
‎‏ציון הלז לראש מרנא‏‎ Dieses Zeichen zu Häupten unseres Lehrers
‎‏ורבנא מאיר בן הר׳ רבי‏‎ und unseres Meisters Meir, Sohn des Meisters, Herrn
‎‏ברוך אשר תפשו מלך רומי‏‎ Baruch, welchen der König von Rom ergriff
‎‏בארבע ימים לירח תמוז שנת‏‎ 5 am vierten Tag des Monats Tammus des Jahres
‎‏ארבעים ושש לאלף הששי‏‎ sechsundvierzig des sechsten Jahrtausends,
‎‏ונפטר בתפישה י״ט באייר‏‎ und er verschied im Gefängnis, 19. im Ijjar,
‎‏שנת חמשים ושלש ולא ניתן‏‎ des Jahres dreiundfünfzig; und nicht ward er gegeben
‎‏לקבורה עד ארבע ימים לירח‏‎ zum Begräbnis bis zum vierten Tag des Monats
‎‏אדר שנת ששים ושבע לאלף‏‎ 10 Adar des Jahres siebenundsechzig des sechsten
‎‏הששי תהא נפשו צרורה‏‎ Jahrtausends. Es sei seine Seele eingebunden
‎‏בצרור החיים עם צדיקי עולם‏‎ in das Bündel des Lebens mit den Gerechten der Welt
‎‏בגן עדן א׳ א׳ סלה‏‎ im Garten Eden. Amen, amen, Sela.
‎‏‏‎
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Kommentar

Rabbi Meir, Sohn des R. Baruch – genannt 'MaHaRaM' Rothenburg,
berühmtester Rechtsgelehrter und führende Autorität des 13.
Jahrhunderts. In Worms geboren und aufgewachsen, studierte er
auch in Würzburg und Paris. Als Lehrer und halachisch
Entscheidender hochangesehen, wirkte er mehrere Jahre in
Rothenburg ob der Tauber, und kehrte nach dem Tod des Vaters,
Rabbi Baruch (1281, nachWorms zurück.Der durch Kaiser Rudolf I.
ausgeübte Druck auf die „Kammerknechte“ und lang gehegte
Erlösungshoffnungen ließen ihn und eine unbekannte Anzahl von Getreuen
ohne kaiserliche Erlaubnis 1286 nach Jerusalem aufbrechen. Er
wurde aber in den lombardischen Alpen erkannt, festgenommen und
im Elsass gefangengehalten, wo er am 27. April 1293 in der
Festungshaft starb. Es heißt, dass er sich nicht für die vom
Kaiser geforderte exorbitante Summe auslösen lassen wollte.
1307 endlich konnten seine Gebeine freigekauft und am 8.
September des Jahres bestattet werden. Die Inschrift fällt
außergewöhnlich knapp und nüchtern aus; sie ruft allein die
nackten Daten der Gefangenschaft in Erinnerung. Die Werke des
Meisters werden auch heute noch studiert, seine juristischen
Entscheidungen beachtet.

Zeile 1: Kopfzeile mit Segen; sowohl D. Kaufmann (MGWJ 40, 1896) als
auch Lewysohn lesen am Schluss Mem-Ajin.
Datum: gestorben 19. Ijjar 5053 = Montag, 27. April 1293, und
begraben 4. Adar 5067 = Dienstag, 7. Februar 1307.
Literatur: David Kaufmann, Die Grabschriften R. Meir's von Rothenburg
und Alexander Wimpfen's, MGWJ 40 (1896), S. 126-130

R&R: 88 u. Lewysohn 21


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Beschreibung

Maße 68,5 x 96 x 24 cm
Material gelber Sandstein - Schichtung verläuft parallel zur Vorderseite - mittlere Körnung (0,2-0,63 mm) - viele, teilweise ausgewitterte (Größe in mm: 25)
Beschreibung Rechteckige Stele. Das eingetiefte Schriftfeld wiederholt die Gesamtform der Stele. Oben und seitlich schmaler Rand. Der untere Rand ist durch gröbere Bearbeitung als Sockel ausgewiesen. Das rahmende Profil besteht aufeinanderfolgend aus einer Nut, einem Wulst und einem Falz.

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Fotografien

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Gawlik

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Epigraphisches Bildarchiv, Steinheim-Institut

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2001-08-27
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Worms, wrm-794
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=wrm-794
(last modified - 2015-09-03 00:53)

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Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=wrm-794
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