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Schmalkalden 159 Inschriften (1600~1650-1939)

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ID smk-46
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Schmalkalden, smk-46: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?smk-46

Name

Emanuel ­de Kastro [13.07.1878]          

Diplomatische Transkription

Hier ruht  
Emanuel ­de Kastro,  
geb. in Altona den 27.5.1803, |3|
6. Sivan 5563,  
gest. [in Schmalkald]en den 13.7.1878.  
[...] |6|

Kommentar

Datierung Geboren Freitag, 27.05.1805; gestorben Samstag, 13.07.1878
In Hamburg entstand im 16. Jahrhundert eine bedeutende Gemeinde iberischer Juden, unter ihnen auch die aus Spanien stammende berühmte Arztfamilie de Castro, deren erstes Mitglied Rodrigo de Castro 1627 in Hamburg gestorben war. Bei Emanuel de Kastro handelt es sich vermutlich um ein Mitglied dieser Familie.
Aus dem Jahr 1844 hat sich hier die älteste deutsche Grabinschrift erhalten, drei weitere Grabsteine wurden seitdem auch mit Deutsch beschriftet, dies ist jedoch der erste erhaltene Grabstein, der nur noch eine deutsche Inschrift aufweist.
Das Sterbedatum fiel auf den 12. Tammus 638.

Beschreibung

Maße H: 79 cm B: 55 cm T: 15 cm
Material Sandstein
Lage Grabmal vom alten Friedhof, neu aufgestellt; 5. Reihe, 3. Grabstein von rechts (nach Osten)
Beschreibung Stele mit geschweiftem und abgesetzten geschweiften Rundbogenabschluss, ohne weitere Verzierungen. Es hat sich nur die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabmals erhalten.
Schrift vertieft
Zustand 1996 Oberflächenparallele Abschalungen, die das Schriftfeld teilweise zerstört haben, durch Einwirken von Feuchtigkeit schreitet die Verwitterung fort.
2010 Unverändert.

Zur Person

Emanuel (Imanuel) wurde in Altona geboren als neuntes von zwölf Kindern des Hamburger Tabakhändlers Abraham Namias de Castro und der Rahel de Jacob Mussaphia Fidalgo. Er wuchs in einem wohlhabenden und gelehrten Elternhaus auf (seine Schwester Rahel korrespondierte lange Jahre mit Gabriel Riesser, Leopold und Adelheid Zunz, Ottilie und Ludmilla Assing, Salomon Ludwig und Johanna Steinheim und anderen mehr). Vermutlich ist er identisch mit dem Emanuel de Castro, der von 1830 bis 1839 im Altonaischen Adressbuch unter dem Eintrag "Fabrik von Bettzeug mit privileg. zollfreier Einfuhr in die Herzogtümer" geführt wurde. Unklar bleibt, wann und wie es Emanuel nach Schmalkalden verschlug. Jedenfalls war er bei der Schmalkaldener Volkszählung 1864 bereits hier ansässig und lebte allein als Rentier in Haus Nr. 324. Emanuel de Kastro starb ledig im Alter von 75 Jahren.

Quellen / Sekundärliteratur

Günther, Dagmar, Wieland Otto und Ute Simon: Der jüdische Friedhof Schmalkalden. Dokumentation. Erfurt / Schmalkalden 1995-1997, Objekt-Nr. 063.
Sta Schmalkalden, C III/9a, Nr. 9: Volks-Zählung von Schmalkalden vom 3.12.1864, laufende Nr. 1835.
CAHJP, Schmalkalden, 7105b, Sterberegister 1825-1921, fol 33.
Michael Studemund-Halévy: Biographisches Lexikon der Hamburger Sefarden. Die Grabinschriften des Portugiesenfriedhofs an der Königstraße in Hamburg-Altona (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Band XXII), Hamburg 2000, S. 671.
Jutta Dick: "'Wie Sie sicher durch Fräulein Rahel de Castro wissen...'", in: Die Sefarden in Hamburg. Zur Geschichte einer Minderheit, hrsg. von Michael Studemund-Halévy in Verbindung mit Peter Koj, Erster Teil, Hamburg 1994, S. 383-414, hier S. 384.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1830, S. 27.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1831, S. 27.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1832, S. 18.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1833, S. 18.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1834, S. 19.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1835, S. 18.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1836, S. 19.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1837, S. 19.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1838, S. 19.
Altonaisches Adress-Buch für das Jahr 1839, S. 19.

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Schmalkalden, smk-46
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(letzte Änderungen - 2013-07-03 15:42)

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