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Essen, Segerothfriedhof 752 Inschriften (1885-1942)

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ID seg-235
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Essen, Segerothfriedhof, seg-235: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?seg-235

Namen


Berta Marcus geb. Auerbach [28.10.1918]
Ernst Marcus [31.10.1928]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Ernst Marcus Berta Marcus
geb. Auerbach
geb. 3.9.1856 in Kamen geb. 15.8.1869 in Vreden
gest. 31.10.1928 in Essen gest. 28.10.1918 in Essen

Kommentar

Datierung Berta Marcus: Geboren 15.08.1869; gestorben 28.10.1918
Ernst Marcus: Geboren 03.09.1856; gestorben 31.10.1928

Beschreibung

Maße H: 130 B: 118 T: 27
Material Heller Fichtelgebirgs-Granit
Lage Feld 02a Gruften, Reihe 05, Grab 049
Zustand 1985 Das Grabmal ist an der Front leicht verwittert.
2015 Die Verwitterung ist weiter fortgeschritten.

Zur Person

Ernst Moses Marcus wurde 1856 als ältester Sohn von Robert Marcus und seiner Frau Berta geb. Marx in Kamen in Westfalen geboren. Er besuchte das Gymnasium in Soest und studierte anschließend Jura in Bonn und Berlin. Seit 1890 arbeitete er als Amtsrichter in Essen. 1916 wurde er zum Geheimen Justizrat ernannt. 1924 trat er in den Ruhestand. Neben seinem Beruf beschäftigte er sich mit der Philosophie, besonders mit Schopenhauer und Kant.
1893 hatte er die aus Vreden in Westfalen stammende Berta Auerbach (geb. 1869) geheiratet. Ein Jahr später kam die Tochter Debora, auch Dora oder Dore genannt, zur Welt. 1896 wurde die Tochter Eva geboren und 1901 der Sohn Robert. Ernst Marcus und seine Frau waren Vorkämpfer für die Gleichberechtigung und die rechtliche Gleichstellung der Frau. So ging die Gründung des ersten Mädchengymnasiums in der Stadt Essen auf ihr Engagement zurück. Beide Töchter bekamen die Möglichkeit, das Abitur zu machen.
Eva war bis zu dessen frühen Tod im Jahr 1924 mit dem hochbegabten Maler Hermann von der Dunk verheiratet. Sie und ihr Mann lebten weiter im elterlichen Haus. Nachdem ihre Mutter 1917 schwer erkrankte und 1918 starb, führte Eva den Haushalt bis zum Tode des Vaters. Sie war in zweiter Ehe mit Karl Rosenberg und in dritter Ehe mit dem Bankkaufmann Ernst Hanf verheiratet. Sie starb 1979 in Arcegio in der Schweiz.
Dore studierte zunächst in Heidelberg Mathematik und Physik, wechselte dann aber nach Dresden-Hellerau und Bonn, um Rhythmik und Gehörbildung bei Emile Jaques-Dalcroze zu studieren. Sie heiratete 1914 den promovierten Mathematik-, Physik- und Philosophielehrer Artur Jacobs. Gemeinsam gründen sie den "Bund - Gemeinschaft für sozialistisches Leben". 1925 gründet Dore Jacobs die Bundesschule für Körperbildung und rhythmische Erziehung, das heutige Dore-Jacobs-Berufskolleg. 1934 wurde die Schule verboten und geschlossen. Dore Jacobs konnte mit Hilfe des Bundes, den ihr Mann illegal weiter betrieb, im Untergrund überleben. Sie starb 1979 in Essen.
Wie seine älteste Schwester Dore war Robert begeistert vom Zionismus. Beide engagierten sich in der zionistischen Jugendbewegung Blau-Weiß. Später wurde Robert Mitglied des Bundes Kadimah. Er wanderte 1934 nach Israel aus. Nach dem plötzlichen Tod seiner ersten Frau heiratete er Hannah Herzfeld, die Tochter des bekannten Essener Anwalts Salomon Herzfeld. Sie lebten mit ihren drei Kindern in Tel Aviv, wo Robert Marcus 1978 starb.

Quellen / Sekundärliteratur

Archiv der Alten Synagoge Essen
Hermann Schröter: Geschichte und Schicksal der Essener Juden, Essen 1980, S. 186-192, 211-226, 651.
"Verzeichnis der Mitglieder der Synagogengemeinde Essen", 1910. Abgedruckt bei Hermann Schröter: Geschichte und Schicksal der Essener Juden, Essen 1980, S. 297-317, hier S. 313.

Fotografien

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Epigraphisches Bildarchiv, Steinheim-Institut

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1985
recto

Hüttenmeister, Nathanja; Martin, Anna

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2015
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2015
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Essen, Segerothfriedhof, seg-235
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