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Essen, Segerothfriedhof 751 inscriptions (1885-1942)

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TEI P5

Projekt

Der 1885 eröffnete Segeroth-Friedhof mit seinen um die 750 erhaltenen Grabmalen konnte im Jahr 2015 dokumentiert werden, gefördert aus Mitteln der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland.

Lage

Der jüdische Friedhof liegt nordwestlich der Innenstadt im Gebiet des ehemaligen Segeroth-Viertels, angrenzend an den stillgelegten kommunalen Friedhof, am ehemaligen Reckhammerweg, heute Assmannweg Ecke Hilgerstraße. Er ist verschlossen, ein Schlüssel ist über die Essener Friedhofsverwaltung (Büro Parkfriedhof) zu erhalten.

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Geschichte

1885 konnte der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Essen, Isaac Hirschland, nach langen Verhandlungen mit der Stadt das Gelände für einen neuen Friedhof erwerben, auf dem als erster im Juni 1885 sein Vater Simon Hirschland beigesetzt wurde.Eine erste Friedhofshalle musste wegen Bergschäden abgerissen werden und wurde an neuer Stelle, direkt neben dem Eingang zum Friedhof, größer wieder aufgebaut. Sie wurde am 29. Januar 1903 eingeweiht. Ab 1943 mussten zahlreiche Einzelgrabsteine auf Druck der Gestapo zur Weiterverarbeitung an Steinmetze verkauft werden, viele weitere wurden durch Bombentreffer zerstört oder beschädigt. Auch die Trauerhalle wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Zudem wurde im Zuge von Altmetallsammlungen während des Krieges die meisten aufgesetzten Metallbuchstaben, Ketten und Ziergitter entfernt. Auch nach der NS-Zeit blieb der Friedhof von Schändungen nicht verschont: 1959 wurden zweimal viele Grabsteine mit Nazi-Insignien beschmiert, 1966 und 1968 wurden Grabsteine umgeworfen. Seit 1985 steht der Friedhof unter Denkmalschutz.

Literatur

Michael Brocke: "Jüdische Friedhöfe in Essen", in: Jüdisches Leben in Essen 1800-1933, hrsg. von der Alten Synagoge (Studienreihe der Alten Synagoge, Bd. 1), Essen 1993, S. 110-121.

Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf, Köln 2000, S. 118 und S. 142-146.

Hermann Schröter: Geschichte und Schicksal der Essener Juden, Essen 1980.

Archivalische Quellen

Dokumentation des Friedhofs aus dem Jahr 1985 durch Studierende der Gesamthochschule Duisburg unter Leitung von Professor Dr. Michael Brocke. Diese Dokumentation, die u.a. heute im Steinheim-Institut aufbewahrt wird, umfasste Fotografien (s/w) der Grabmale, Aufnahme von Steinmaterial, Maßen und Zustand der Grabmale sowie eine Abschrift nur der deutschen Inschriften. Sie wurde vollständig in die vorliegende Dokumentation eingearbeitet.

Friedhofsplan von 1949 (Kopie der Alten Synagoge Essen)

Archiv der Alten Synagoge Essen

Stadtarchiv Essen

Edition

Nathanja Hüttenmeister und Anna Martin, unter Mitarbeit von Fatmanur Kalkan, Ouarda Oilkadi und Arzu Ulukan

Fotografie

Bildarchiv Steinheim-Institut (1985, 1989); Nathanja Hüttenmeister und Anna Martin (2015)

Förderer

Gefördert aus Mitteln der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Essen, Segerothfriedhof (1885-1942 / 751 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=seg

 

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