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Blieskastel 251 Inschriften (1718-1965)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID sb3-99
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-99: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sb3-99

Name

Meir Oppenheimer (Mathias Oppenheimer) [26.03.1857]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש תם ורודף שלום‏‎ ein lauterer Mann, ›nach Frieden strebend‹,
‎‏מאיר אפפענהיימער‏‎ Meir Oppenheimer
‎‏מכאן נפטר ביום ה׳‏‎ von hier, verschieden am Tag 5,
‎‏ר״ח ניסן תרי״ז לפ״ק‏‎ 5 Neumond Nissan 617 der kleinen Zählung.
‎‏מה נעמת היית בחייך!‏‎ Wie lieblich warst du zu Lebzeiten,
‎‏אל אמונ׳ שמת פעמיך‏‎ ›zum Gott der Treue‹ ›waren deine Schritte gerichtet‹,
‎‏ירוע מרע דרכך סקלת‏‎ das Böse aus deinem Weg geräumt,
‎‏רב צדק עשית‏‎ viel Gerechtigkeit erwiesen,
‎‏ולא במעל נכשלת‏‎ 10 und nicht über Untreue gestolpert.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
[... M]ärz
18[...]m
an[...]en
[...]n 15
[...]pen=
[...]zärs=
[...]org=
[...]gen
[...]en 20
[...]die
[...]en

 

 Zl 2: Av 1,12  Zl 7: Dtn 32,4 | Zl 7: nach Ps 85,14

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 26.03.1857
Eine auffällige, eigenständige Eulogie mit Reim und Akrostichon, die den Verstorbenen direkt anspricht. Leider ist die lange deutsche Inschrift auf der Rückseite so stark verwittert, dass nicht mehr überprüft werden kann, ob es sich eventuell um eine Übersetzung dieser interessanten Inschrift handelte.

Stilmittel

Reim auf -echa in Zln 6-7, auf -ta in Zln 8-10.
Akrostichon in Zeilen 6-9: ‎‏מאיר‏‎ Meir

Beschreibung

Zustand Beschädigung schwer; Verwitterung stark (Rückseite)

Zur Person

Mathias Oppenheimer war am 24. Oktober 1816 in Blieskastel geboren worden als Sohn von Elias Oppenheimer und Katharina geb. Kahn. Seit 1843 war er in erster Ehe verheiratet mit Angela geb. Lieser. Nach ihrem frühen Tod 1846 heiratete er Karolina, Tochter von Wolf Levy und Regina geb. Mayer in Gersheim, die 1885 in Trebur starb. Der Sohn Julius wurde 1856 geboren.
Sein 1846 geborener Bruder Moses, Pferdehändler von Beruf, war verheiratet mit Regina Levi. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Der 1874 geborene Maximilian Ludwig Oppenheimer überlebte die NS-Zeit und starb 1968 in Heidelberg. Die 1876 geborene Tochter Klara, eine verheiratete Katz, die in Saarbrücken und später in Warburg gelebt hatte, wurde 1942 nach Theresienstadt und dann weiter nach Treblinka deportiert und ermordet. Dem 1879 geborenen Sohn Carl Oppenheimer gelang offensichtlich die rechtzeitige Emigration, er starb 1965 in Australien.

Zur Familie

Vater: Elias Oppenheimer (sb3-0084)
Mutter: Katharina Oppenheimer geb. Kahn (sb3-0097)
1. Gattin: Angela Oppenheimer geb. Lieser (sb3-0125)
Sohn: Julius Oppenheimer (sb3-0154)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Katz, Klara ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 895416

Quellen / Sekundärliteratur

Jörg Künzer und Kurt Legrum: Die Shoah der jüdischen Bürger aus Blieskastel und deren Angehörigen, in: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde, Nr. 128 (2016/1), S. 30-55, hier S. 45f.
Jörg A. Künzer: Einwohnerbuch Blieskastel mit den Ortsteilen Alschbach und Lautzkirchen, 1650-1905 (Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde .V., 63. Sonderband), Saarbrücken 2016, Teilband 1, S. 245-447: "Der jüdische Friedhof in Blieskastel", hier S. 319, Nr. 095.

Fotografien

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Ingeborg Knigge

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-99
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=sb3-99
(letzte Änderungen - 2015-08-13 10:15)

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Inschriften des Jahres 1857

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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