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Blieskastel 251 Inschriften (1718-1965)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID sb3-90
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-90: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sb3-90

Name

Meir ben Jaakow (Martin Oppenheimer) [26.10.1865]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏הקצין ונדיב לב כ׳ מאיר ב׳ כ׳ יעקב‏‎ der Einflußreiche, von Herzen Freigebige, der geehrte Meir, Sohn des geehrten Jaakow
‎‏מכאן נפטר ביום ה׳ ו׳ חשון ונקבר‏‎ von hier, verschieden am Tag 5, 6. Cheschvan, und begraben
‎‏בשם טוב ובאבל כבד ביום ו׳ עש״ק‏‎ ›mit gutem Namen‹ und ›großer Trauer‹ am Tag 6, dem Rüsttag des heiligen Schabbat,
‎‏לפ׳ לך לך כתר״ו‏‎ 5 dem Wochenabschnitt ›Gehe weg‹ (des Jahres) "seine Krone" (626).
‎‏מחרון אף העולם יצאת המאיר‏‎ Die Zornesglut der Welt hast du leuchtend verlassen, Meir,
‎‏אמת ראש דברך היה ועצתך נשמעה‏‎ ›deines Wortes Gipfel war Wahrheit‹, auf deinen Rat wurde gehört,
‎‏ידך שלחת לאביונים באי שער העיר‏‎ ›deine Hand war den Bedürftigen ausgestreckt‹,›die in das Tor der Stadt eingingen‹,
‎‏ר[ב{כ}]ו משמן דברך ובלבך היו גם תורה‏‎ ›dein Wort war sanfter denn Öl‹, in deinem Herzen weilten auch Tora,
‎‏גם דעת ׃‏‎ 10 auch Erkenntnis.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Denkmal
erichtet an [...]
unserem u[...] Gatten
[...] 15
Martin Oppenheimer
ge[...]en 11.
ge[...] im
6[...]er
[---] 20

 

 Zl 4: bBer 17a | Zl 4: Gen 50,11  Zl 5: Gen 12,1  Zl 7: Ps 119,160  Zl 8: Spr 31,20 | Zl 8: Gen 23,10  Zl 9: Ps 55,22

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 26.10.1865 ; begraben am nächsten Tag
Ein anspruchsvolle Eulogie, die mit der Bedeutung des Namens Meir, "der Leuchtende", der "Erleuchtende", spielt, diesen Namen in den Reim miteinbezieht und ihn durch ein Akrostichon hervorhebt, und neben der üblichen Wohltätigkeit insbesondere die Klugheit Meirs und die Weisheit seiner Worte in den Mittelpunkt stellt. Auch ist dies die einzige Inschrift in Blieskastel, die das Sterbedatum auch mit dem in der Sterbewoche in der Synagoge gelesenen Wochenabschnitt der Tora, der Parascha, angibt, wahrscheinlich aufgrund des passenden Namens dieser Perikope: "Gehe weg", gefolgt von einem Chronogramm: Der Zahlenwert der Buchstaben des Wortes "seine Krone" ergibt das Jahr 626.

Stilmittel

Reim auf -ir in Zln 6+8 und auf -aat in Zln 7+10.
Chronogramm Zl 5: ‎‏כתרו‏‎/"Seine Krone" ergibt das Jahr 626.
Akrostichon in Zeilen 6-9: ‎‏מאיר‏‎ Meir

Beschreibung

Zustand Verwitterung stark

Zur Person

Der 1805 in Blieskastel geborene Martin Oppenheimer war ein Sohn von Jakob Oppenheimer und Alia geb. Jacob. Laut den Registern starb er am 25. Oktober 1865, vermutlich am Abend oder in der Nacht, nach Beginn des neuen jüdischen Tages.
Martin Oppenheimer war zweimal verheiratet: 1829 heiratete er Malka Magdalena Amalia, Tochter von Elias Oppenheimer und Katharina geb. Kahn aus Blieskastel, die hier 1836 starb; ein Grabmal ist nicht erhalten. Sie war die Mutter des 1833 geborenen Moritz Oppenheimer, der in Blieskastel mit Palmyre geb. Levi verheiratet war. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratete Martin Oppenheimer ihre Schwester Emilie Oppenheimer, die nach dem Tod ihres Mannes zu ihrer in Ingelheim verheirateten Schwester Sara Mayer zog.
Der 1845 im Alter von 17 Jahren in Blieskastel gestorbene Jacob Oppenheimer war vermutlich sein Sohn.

Zur Familie

Vater: Jakob Oppenheimer (sb3-0069)
Mutter: Alia Oppenheimer geb. Jakob (sb3-0109)
Schwiegervater: Elias Oppenheimer (sb3-0084)
Schwiegermutter: Katharina Oppenheimer geb. Kahn (sb3-0097)
Schwiegertochter: Palmyre Oppenheimer geb. Levi (sb3-0096)
2. Gattin: Emilie Oppenheimer geb. Oppenheimer (Jüdischer Friedhof Ingelheim, Hugo-Loersch-Straße, Grabstein Nr. ihl-0052)

Quellen / Sekundärliteratur

Jörg A. Künzer: Einwohnerbuch Blieskastel mit den Ortsteilen Alschbach und Lautzkirchen, 1650-1905 (Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde .V., 63. Sonderband), Saarbrücken 2016, Teilband 1, S. 245-447: "Der jüdische Friedhof in Blieskastel", hier S. 327, Nr. 103.

Fotografien

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Ingeborg Knigge

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-90
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=sb3-90
(letzte Änderungen - 2015-08-13 10:15)

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