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Oerlinghausen 61 inscriptions (1761-1937)

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Name

Channa bat Mosche Meir ⚭ Meir Oerlinghausen [29.10.1761]          

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Edition und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת חיל עטרה לבעל‏‎ ›die tüchtige Gattin, Krone für den Gatten‹,
‎‏מרת חנה בת משה מאיר‏‎ Frau Channa, Tochter des Mosche Meir,
‎‏אשת הר״ר מאיר ערלינגקהוז‏‎ Gattin des Herrn, unseres Meisters Meir Oerlinghausen.
‎‏חן אשה על בעלה עלתה למעל‏‎ 5 Die Anmut einer Frau (ist) auf ihrem Gatten, hinauf stieg sie nach oben,
‎‏נתנה מלחמה לדל לזכותה סלה‏‎ sie gab von ihrem Brot dem Armen zu ihrem Verdienste - sela -
‎‏הכינה צידה לנפשה בצדקה ותפלה‏‎ sie bereitete Wegzehrung ihrer Seele durch Wohltun und Gebet,
‎‏נפטרה בשם טוב ביום ה׳‏‎ verschieden ›mit gutem Namen‹ am Tag 5,
‎‏ב׳ דר״ח חשון בשנת‏‎ zweiter Tag des Neumonds Cheschvan im Jahre
‎‏תקך״ב לפ״ק‏‎ 10 522 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Vgl. Spr 12,4  Zl 8: bBer 17a

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Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 29.10.1761


Zeilen 5-7 heben sich vom Durchschnitt vergleichbarer Eulogien durch ihre eigenwillige, stark von Lautmalerei und Reim beeinflußte Formulierung ab. Sie verrät Sorgfalt und sprachliches Geschick. In Zeile 6 könnte das letzte Wort als silah ("ihr Korb") gelesen werden: "... gab von ihrem Brot dem Armen zu ihrem Verdienste, ihren Korb / bereitete sie mit Wegzehrung für ihre Seele durch Wohltun und Gebet". Allerdings ist sela, der noch immer nicht befriedigend erklärte technische Ausdruck in den Psalmen für eine Pause o.ä., wahrscheinlicher und dient so hier nur als ein feierlich stimmendes Reimwort. Eine ähnliche Verwendung des sela zum Zweck des Reimes siehe z.B. bei M. Grunwald, "Mattersdorf", S. 495.
Zl 4: Der Ortsname ist hebräisch buchstabiert als "Erlingkhus".
Zl 6: Vgl. Sprüche 22,9.
Zl 7: Vgl. Josua 1,11.
Zln 5-7: Fast jedes Wort der drei mit Akrostichon beginnenden Zeilen 5-7 (s.u.), die die persönliche Eulogie für Frau Channa bilden, endet auf "-ah" und trägt zur Lautmalerei des Textes bei. Die erste Hälfte von Zeile 5, "die Anmut einer Frau (ist) auf ihrem Gatten", bildet ein biblisches, quasi etymologisches Wortspiel mit denselben Wurzelbuchstaben auf den Namen der Verstorbenen: hebräisch CheN - Channa = Anmut, Gnade (‎‏חן ־ חנה‏‎).

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Stilmittel


Reim auf -a'al in Zln 2 und 5, auf -ah in Zln 5-7.
Akrostichon Zln 5-7: Das Akrostichons des Vornamens Channa(h) (= Hanna) ist durch Punkte über den ersten zwei Buchstaben in Zeile 5 (Chet, Nun, ‎‏ח, נ‏‎) sowie über den Anfangsbuchstaben von Zeilen 6 und 7 (Nun, He, ‎‏נ, ה‏‎) kenntlich gemacht.

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Beschreibung


Maße H: 65 B: 48 T: 12
Material Oberkirchener Sandstein (grau)
Beschreibung Stele mit geschweift eingezogenem rundbogigen Abschluß. Inschrift erhaben auf vertiefter Schriftfläche mit umlaufendem Rahmen, im Rundbogen scharriert.
Schrift Erhabene Schrift. Zeile 1 und 11 durch besonders große Buchstaben hervorgehoben. Unterschiedliche Buchstabenbreite, teilweise sehr eng; vgl. besonders auch Stein 0014.
Zustand 1993 Im oberen Teil beschädigt und verwittert. Rechts seitlich abgebrochen.

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Zur Person


Die Inschrift läßt annehmen, daß der Gatte, wohl Meier Oerlinghausen genannt, religiöse Funktionen in der Gemeinde ausübte und zur Zeit der Abfassung dieses Textes noch lebte.

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Zur Familie


Gatte: Meir ben Aharon (Jüdischer Friedhof Herford, her-0032)
Sohn: Levi Meyer (Jüdischer Friedhof Herford, her-0064)
Enkel: Meir ben David (oer-0005)

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Quellen / Sekundärliteratur



Max Grunwald: "Mattersdorf", in: Jahrbuch für jüdische Volkskunde 1924/25, Berlin/Wien 1925, S. 402-563, hier S. 495.
Der jüdische Friedhof in Oerlinghausen. Eine bildlich-textliche Dokumentation von Michael Brocke und Aubrey Pomerance, hrsg. von der Stadt Oerlinghausen, Oerlinghausen 1993, S. 14-16.

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Oerlinghausen, oer-1
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=oer-1
(last modified - )

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