Mainz

128 Grabmale (1049-1322)

mz1

Transkription
‎‏זאת מצבת‏‎
‎‏קבורת מרת‏‎
3‎‏אדולהיט בת ר׳‏‎
‎‏[ה]ילל שנפ׳ י״ב במר׳‏‎
‎‏[יו]ם א׳ שנת פ״ט לפ׳‏‎
6‎‏[לאלף] ששי מ׳ ב׳ ע׳ א׳‏‎
‎‏אמן ס׳‏‎
Übersetzung
Dies ist die Stele
des Begräbnisses von Frau
Adolheit, Tochter des Herrn3
(H)illel, welche verschied 12. im Mar(cheschvan),
Tag 1, Jahr 89 der Zählung
des sechsten Jahrtausends. Ihre Ruhe sei im Garten Eden. Amen,6
amen, Sela.
Kommentar
Neufund bei Ausgrabungen, November 2020, verbaut in der Bastion am Ufer des Rheins. Zln. 1-2: Einleitungsformel nach Genesis 35,20 (fast nur bei Frauen wegen des Reims "Kewurat-Marat" und in Erinnerung an Jakob beim Begräbnis seiner geliebeten Frau Rachel) Zeile 3: Der jüdisch im Mittelalter nicht selten zu findende Name Adelheit ist hier eigenartig mit Vav geschrieben - nach der Aussprache als "Adolheit"? Zeile 4: Der (biblische) Vatername ist recht selten im MA. Alexander Beider: "...use of this name in various Jewish communities was mostly influenced by the popularity of Hillel the Great, the famous scholar of the first century B.C.E. In the Middle Ages, it was very common in the Middle East..., while very unusual in the Rhineland." (A Dictionary of Ashkenazic Given Names, s.v. Hilel S. 328). Einige wenige Vorkommen in Salfeld, Memorbuch, 1288 und 1298 im süddeutschen Raum. Zeile 6: Es scheint der letzte Buchstabe ein abgekürztes Aleph zu sein - das rechte "Ärmchen" des Buchstabens ist noch deutlich zu erkennen. Zeile 7: Es ist zu vermuten, dass die Inschrift mit abgekürztem "Sela" endet. Datierung: Tag 1, 12. Marcheschvan 5089, entspricht Sonntag, 16. Oktober 1328
Fundort
Rheinufer (November 2020)
Material
Sandstein
Literatur
Beider, Alexander: A Dictionary of Ashkenasic Given Names. Their Origins, Structure, Pronunciation, and Migrations, New Jersey 2001: 2001, S. 328

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