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Titz-Müntz 26 Inschriften (1819-1929)

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TEI P5

Projekt

Dank der Förderung durch den Landschaftsverbandes Rheinland konnte in Zusammenarbeit mit dem LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen der jüdische Friedhof Titz-Müntz dokumentiert werden.

Lage

Der jüdische Friedhof in Müntz einem Ortsteil der Gemeinde Titz im Kreis Düren liegt im Malefinkbach-Tal in der Ackerflur Am Bruch.

Geschichte

Als erster in Müntz ansässiger Jude kann Hirz Falk gelten, der um 1756 aus Linnich nach Müntz zog. 1845/6 wurde eine Synagoge gebaut. Bis dahin diente ein Privatraum als Betstube. 1848 wurde die Gemeinde Müntz als Filialgemeinde dem Synagogenbezirk Jülich untergeordnet. 1860 betrug der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung des Ortes 12%, doch er sank stark in den Folgejahren bis zur Jahrhundertwende. 1857 waren es noch 48 Juden, 1872 schon nur noch 28 und 1895 dann nur noch 17. Im Jahr 1933 waren nur noch vier Juden in Müntz wohnhaft. Als Broterwerb diente der Viehhandel, Metzgerei und Handel mit Immobilien und Landesprodukten.

Die Synagoge lag auf einem zurückgesetzten Grundstück an der Hauptstraße 59, in der Nähe der katholischen Pfarrkirche. Sie hatte einen quadratischen Grundriss und war aus Backstein mit einem Satteldach. 1938 während des Novemberpogroms wurde die Synagoge verwüstet, das Gebäude blieb jedoch erhalten. Es wurde 1940 von der Zivilgemeinde Müntz erworben, während des zweiten Weltkrieges stark zerstört und 1956 abgetragen. Das Grundstück ist heute unbebaut, Teile der Grundmauern sind noch zu erkennen.

Der jüdische Friedhof am Bruch im Malefinkbach-Tal liegt auf einem 1229 Quadratmeter großen dreieckigen Grundstück. Wann er genau angelegt wurde ist nicht bekannt, die älteste 1986 dokumentierte Grabsteininschrift stammte aus dem Jahr 1819, das Grabmal ist heute nicht mehr vorhanden. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Friedhof stark zerstört und später eingeebnet. Es sind nur noch wenige Grabsteine und Fragmente vorhanden.

1986 haben sich Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule Titz in einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung ihres Lehrers Hermann Josef Paulißen zusammengefunden, um den Friedhof instand zu setzen. Sie entdeckten acht bis dahin unbekannte Grabsteine und Fragmente. 2008 wurde durch ein Unwetter die Mauer zertört und der Friedhof überflutet, die Grabsteine wurden im örtlichen Bauhof gelagert. Nach ihrer Restaurierung wurden 2013 zehn Grabsteine an der östlichen Mauerseite wiederaufgestellt und neun Fragmente an der westlichen Mauerseite in ein Kiesfeld gebettet. Ein fragiles Bruchstück der Inschriftenplatte des Grabsteins für Hieronymus Hirsch (1805 - 1886) wird in der Ausstellung im LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen gezeigt. Von einigen wenigen beschrifteten Fragmenten gibt es Fotos des Kreisarchivs Düren aus dem Jahr 1981, diese wurden in die Dokumentation aufgenommen.

Literatur

Hermann-Josef Paulißen: Genealogie, Familienstruktur und wirtschaftliche Verhältnisse der Juden im nördlichen Jülicher Land (Forum Jülicher Geschichte. Veröffentlichungen der Joseph-Kuhl-Gesellschaft zur Geschichte der Stadt Jülich und des Jülicher Landes, hrsg. von Günter Bers und Wolfgang Herborn, Bd. 47), 2007

Hermann-Josef Paulißen (Bearb.):Geschichte der Juden in Rödingen, Müntz und Boslar und ihre Friedhöfe. Dokumentation der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinschaftshauptschule Titz. Titz 1986.

Dieter Peters: Land zwischen Rhein und Maas. Genealogische Daten von jüdischen Friedhöfen in der ehemaligen Rheinprovinz und in der niederländischen Provinz Limburg, Kleve 1993.

Elfi Pracht-Jörns: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil I: Regierungsbezirk Köln, Köln 2000, S. 124-126.

Klaus H. Schulte: Dokumentation zur Geschichte der Juden am linken Niederrhein seit dem 17. Jahrhundert, Düsseldorf 1972.

Edition

Anna Martin

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Titz-Müntz (1819-1929 / 26 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=mtz

 

Steinheim-Institut
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