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Mülheim an der Ruhr 695 Inschriften (1725-2013)

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ID mlh-5913
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5913: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?mlh-5913

Name

Samuel Gombel [18.11.1823]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[־־־]‏‎ [---]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ 5 [..., er ging hin]
‎‏לעולמו ביום ג׳ ט״ו כסלו שנת‏‎ in seine Welt am Tag 3, 15. Kislew
‎‏תקפ״ד לפ״ק‏‎ 584 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 18.11.1823
Aufgrund des Sterbedatums konnte dieser Grabstein sicher als der des Samuel Gombel identifiziert werden.

Beschreibung

Lage Lehnt an der hinteren Mauer.
Zustand 2013 Non in situ. Dieses stark beschädigte alte Grabmal wurde im Oktober 2013 gemeinsam mit vielen anderen Grabsteinen und Fragmenten bei Rodungsarbeiten in der nordöstlichen Ecke des Friedhofs gefunden.

Zur Person

Samuel Gombel war 1754 in Breidenbach im Grund (Hessen-Darmstadt) geboren worden. Als "Judenknecht" war er nach Mülheim gekommen und hatte zunächst bei Simon Levi in Broich gearbeitet. 1778 hatte er durch die Heirat mit der deutlich älteren Witwe Simon Cars einen Schutzbrief erlangt, doch die Ehe hielt nicht lange: 1781 kam es zu einen Erbschaftsstreit zwischen den inzwischen geschiedenen Samuel Gompel und der Witwe sowie ihren Kindern aus erster Ehe. Aus den Auseinandersetzungen, die sich zu einem mehrjährigen Streit um die Rechtshohheit über die Mülheimer Juden entwickelten, zwischen den Unterherren von Broich einerseits und dem rabbinischen Gericht bzw. dem Kurfürsten als Oberherren in Düsseldorf andererseits, ging Samuel als Sieger hervor: Er hatte sich nicht nur ein ansehnliches Vermögen erstritten, sondern wurde auch (nicht unumstrittener) Obervorsteher der Mülheimer Gemeinde und Hoffaktor der Landgrafen. 1784 wurde Samuel Gombel von der Landgräfin zum ständigen Deputierten der Mülheimer Judenschaft ernannt und setzte sich in dieser Funktion vergeblich als Vermittler bei Besteuerungsstreitigkeiten zwischen den Mülheimer Juden und der "Gemeinen Judenschaft" Jülich-Berg ein, die zur Loslösung Mülheims von der Jülich-Bergischen Judenschaft führten. Aus einer zweiten Ehe von Samuel Gombel mit Gimmchen/Gimbchen Lippmann/Liefmann gingen ein Sohn, die 1789 geborene Tochter Ester sowie die 1782 geborene Tochter Lea/Leonore hervor, die im Jahr 1805 den Gocher Handelsmann Moses Heymann heiratete, zehn Kinder gebar und 1866 in Goch starb und begraben wurde.
Der Kaufmann Samuel Gombel starb am 18. November 1823 im Alter von 69 Jahren an "Altersschwäche".

Zur Familie

Tochter: Ester Hanau geb. Gembel (Grabstein Nr. mlh-5804)

Quellen / Sekundärliteratur

Sta Mülheim an der Ruhr, Standesregister der Juden und Dissidenten (1191/2/1), Blatt 16
Dr. Johannes Langfeld: Register der jüdischen Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle 1811-1874, hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim a.d.Ruhr e.V., 1971 (Typoskript im Stadtarchiv Mülheim), S. 27.
Christiane E. Müller u.a., Dokumentation des jüdischen Friedhofs Goch (Land), Grabstein Nr. GL33: Leonore Heymann geb. Gombel (unveröffentlicht).
Barbara Kaufhold: Jüdisches Leben in Mülheim an der Ruhr, hrsg. vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut, Essen 2004, S. 59-76, S. 93 und S. 317, Anm. 99.

Fotografien

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Nathanja Hüttenmeister, Anna Martin

heutiges Foto
2013-10-13
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5913
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=mlh-5913
(letzte Änderungen - 2014-08-26 13:14)

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