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Mülheim an der Ruhr 695 Inschriften (1725-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID mlh-5849
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5849: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?mlh-5849

Name

Netanel ben Baruch (Salomon Bendix) [23.01.1846]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏הילילו כל אוהבי מישרים והתאוננו‏‎ es heulen alle, die die Redlichkeit lieben, und trauern
‎‏אביוני עמו על קבר איש צדיק‏‎ die Bedürftigen seines Volkes am Grabe eines gerechten (und)
‎‏תמים , חונן דלים ומכספו נתן לתמוך‏‎ lauteren Mannes, (er war) ›den Darbenden zugetan‹ und von seinem Gelde gab er zur Unterstützung
‎‏ידים רפות , ושארית ברכה הניח‏‎ 5 ›erschlaffter Hände‹, und nachbleibenden Segen
‎‏אחריו ביסדו דבר טוב משען‏‎ hinterließ er durch die Gründung einer Stiftung als sichere
‎‏ומבטה לעניים , וצדקתו עומדת‏‎ Stütze für die Armen, ›und seine Gerechtigkeit bestehe
‎‏לעד , לזכר שמו לברכה , ה״ה‏‎ auf ewig‹, das Andenken seines Namens sei zum Segen, es ist
‎‏הנגיד המהולל החבר ר׳‏‎ der gepriesene Fürst, der toragelehrte Herr
‎‏נתנאל ב״ח ר׳ ברוך מת ביום‏‎ 10 Netanel, Sohn des toragelehrten Herrn Baruch, gestorben am Tag
‎‏ש״ק ונקבר בכבוד גדול‏‎ des heiligen Schabbat und begraben mit großer Ehre
‎‏[ביום א׳] כ״ז טבת תר״ו לפ״ק‏‎ [am Tag 1,] 27. Tewet 606 der kleinen Zählung.
‎‏[תנ]צב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 4: Spr 18,8  Zl 5: Jes 35,3  Zl 7f: Ps 111,3 u. 112,3

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag abend, 23.01.1846 ; begraben am nächsten Tag
Eine für Mülheimer Verhältnisse auffallend lange und überschwengliche Eulogie, die den Verstorbenen vor allem für die Einrichtung einer wohltätigen Stiftung lobt, über die leider nichts genaueres in Erfahrung gebracht werden konnte. Die Eulogie geht allerdings auf eine Musterinschrift zurück. Sie findet sich zum Beispiel in identischer Form in Schalom Hakohens 1820 in Wien veröffentlichten Briefsteller Ketav joscher.

Beschreibung

Lage Lehnt an der hinteren Mauer.
Beschreibung Grabstein
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2013 Non in situ. Das Grabmal wurde im Oktober 2013 gemeinsam mit vielen anderen Grabsteinen und Fragmenten bei Rodungsarbeiten in der nordöstlichen Ecke des Friedhofs gefunden.

Zur Person

Salomon Bendix ist in den "Standesregistern der Juden" im Mülheimer Stadtarchiv mit dem Sterbedatum 23. Januar 1846 verzeichnet, der auf Freitag (abend = Schabbat), den 25. Tewet 606 fiel. Der Metzger starb im Alter von 70 Jahren an "Altersschwäche".
Verheiratet war Salomon Bendix mit Jetta (Henriette) Baruch. Seine Tochter Caroline war mit dem Mülheimer Kaufmann Lazarus Cohn verheiratet.
Ein Sohn war vermutlich Bernhard Bendix zu Broich, der am 28. Juni 1877 im Alter von 62 Jahren starb. Der Name seiner Eltern wird mit Metzger Samuel (!) Bendix und Jettchen geb. Baruch zu Broich angegeben. Geschieden war er von Mina geb. Rosenberg.

Zur Familie

Gattin: Henriette Bendix geb. Baruch (Grabstein Nr. mlh-5855)
Tochter Caroline Cohn geb. Bendix (Grabstein Nr. mlh-5877)

Quellen / Sekundärliteratur

Sta Mülheim an der Ruhr, Standesregister der Juden und Dissidenten (1191/2/1), Blatt 22.
Dr. Johannes Langfeld: Register der jüdischen Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle 1811-1874, hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim a.d.Ruhr e.V., 1971 (Typoskript im Stadtarchiv Mülheim), S. 31.
Sta Mülheim an der Ruhr, Sterberegister Mülheim/Land 1877 (1196/2/6), Nr. 520 (Bernhard Bendix).
Thomas Kollatz, Totenlob als "Stylübung"? Grabschriften in Schalom ha-Cohens Briefsteller Ketav joscher, in: Memoria - Wege jüdischen Erinnerns: Festschrift Michael Brocke, Berlin 2005, S. 277-283, Musterinschrift Nr. 5.

Fotografien

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Nathanja Hüttenmeister, Anna Martin

heutiges Foto
2013-10-13
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5849
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=mlh-5849
(letzte Änderungen - 2014-09-17 15:27)

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