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Mülheim an der Ruhr 695 Inschriften (1725-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID mlh-5804
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5804: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?mlh-5804

Name

Ester bat Schmuel Gembel ⚭ Jizchak Löb Hanau SeGaL (Ester Hanau geb. Gembel) [03.02.1864]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה אשת חיל‏‎ die Frau, ›die tüchtige Gattin‹,
‎‏מרת אסתר בת כהר״ר‏‎ Frau Ester, Tochter des geehrten Meisters, Herrn
‎‏שמואל גאמבעל אשת‏‎ Schmuel Gembel, Gattin
‎‏כ״ה יצחק ליב האנוי ־ סג״ל‏‎ 5 des geehrten Herrn Jizchak Löb Hanau SeGaL,
‎‏נפטרה בערב יום ד׳ כ״ו שבט‏‎ verschieden am Abend des Tages 4, 26. Schwat
‎‏בשנת אשרי תמימי דרך‏‎ des Jahres "›Wohl denen, deren Weg lauter ist‹" (624)
‎‏לפ״ק‏‎ der kleinen Zählung.
‎‏נתצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruhet 10
die Frau Wittwe J.L. Hanau
geb. Ester Gembel,
geb. den 10. Febr. 1789,
gest. den 3. Febr. 1864.
Friede und ewige Selig- 15
keit ihr Loos!

 

 Zl 2: Spr 31,10  Zl 7: Ps 119,1

Kommentar

Datierung Geboren 10.02.1789; gestorben Mittwoch, 03.02.1864

Stilmittel

Chronogramm Das Sterbejahr wurde mit einem Psalmzitat (119,1) angegeben, in dem einzelne Buchstaben markiert sind, die zusammen den Zahlenwert 624 ergeben.

Beschreibung

Maße H: 105 B: 49/45 T: 11,5/10
Lage Lehnt an der hinteren Mauer
Beschreibung Grabstein
Zustand non in situ

Zur Person

Ester war eine Tochter des 1754 in Breidenbach im Grund (Hessen-Darmstadt) geborenen Samuel Gombel, der als "Judenknecht" nach Mülheim gekommen war und zunächst bei Simon Levi in Broich arbeitete. 1778 hatte er durch die Heirat mit der deutlich älteren Witwe Simon Cars einen Schutzbrief erlangt, doch die Ehe hielt nicht lange: 1781 kam es zu einen Erbschaftsstreit zwischen den inzwischen geschiedenen Samuel Gompel und der Witwe sowie ihren Kindern aus erster Ehe. Aus den Auseinandersetzungen, die sich zu einem mehrjährigen Streit um die Rechtshohheit über die Mülheimer Juden entwickelten, zwischen den Unterherren von Broich einerseits und dem rabbinischen Gericht bzw. dem Kurfürsten als Oberherren in Düsseldorf andererseits, ging Samuel als Sieger hervor: Er hatte sich nicht nur ein ansehnliches Vermögen erstritten, sondern wurde auch (nicht unumstrittener) Obervorsteher der Mülheimer Gemeinde und Hoffaktor der Landgrafen. 1784 wurde Samuel Gombel von der Landgräfin zum ständigen Deputierten der Mülheimer Judenschaft ernannt und setzte sich in dieser Funktion vergeblich als Vermittler bei Besteuerungsstreitigkeiten zwischen den Mülheimer Juden und der "Gemeinen Judenschaft" Jülich-Berg ein, die zur Loslösung Mülheims von der Jülich-Bergischen Judenschaft führten. Aus einer zweiten Ehe von Samuel Gombel gingen die 1789 geborene Tochter Ester sowie ein Sohn hervor.
Ester war verheiratet mit dem Bankier Isaak Leo Hanau, ihr Sohn Gustav gründete später die Hanau-Bank. Sie starb im Alter von 74 Jahren.

Zur Familie

Vater: Samuel Gombel (Grabstein Nr. mlh-5913)
Gatte: Izek Löb ben Hanau SeGaL (Grabstein Nr. mlh-0008)
Söhne: Jizchak Eisek ben Izek Löb Hanau SeGaL (Grabstein Nr. mlh-0008); Gustav Hanau (Grabstein Nr. mlh-5342)

Quellen / Sekundärliteratur

Sta Mülheim an der Ruhr, Auszüge aus den Gerichtsakten über Heirats-, Geburts- und Sterbefälle bei den Juden und Dissidenten (1191/2/2)
Dr. Johannes Langfeld: Register der jüdischen Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle 1811-1874, hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim a.d.Ruhr e.V., 1971 (Typoskript im Stadtarchiv Mülheim), S. 32.
Barbara Kaufhold: Jüdisches Leben in Mülheim an der Ruhr, hrsg. vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut, Essen 2004, S. 59-76, S. 93 und S. 317, Anm. 99.

Fotografien

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Nathanja Hüttenmeister, Anna Martin

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2013-08-12
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2013
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Mülheim an der Ruhr, mlh-5804
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=mlh-5804
(letzte Änderungen - 2014-09-01 15:05)

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