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Lage 140 Inschriften (1715-1936)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID lag-113
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Lage, lag-113: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?lag-113

Name

Awraham ben Juspa Burghard Hakohen (Abraham Burchhard) [23.05.1862]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[פ״נ]‏‎ Hier ist begraben
‎‏כ׳ אברהם בן כה״ר‏‎ der geehrte Awraham, Sohn des geehrten Meisters, Herrn
‎‏יוזפא בורגהארד‏‎ Juspa Burghard
‎‏הכהן נולד ו׳ שבט‏‎ Hakohen, geboren 6. Schwat
‎‏תק״ן ונפטר בש״ט כ״ג‏‎ 5 550 und verschieden ›mit gutem Namen‹ 23.
‎‏אייר תרכ״ב לפ״ק‏‎ Ijar 622 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Geboren Donnerstag, 21.01.1790; gestorben Freitag, 23.05.1862 ; (s.u.)
Die Lesung der Daten bleibt aufgrund der starken Verwitterung unsicher.
Zl 1: Ergänzt, nicht mehr zu erkennen.

Beschreibung

Lage Altes Grabfeld, Nr. 113. Das Grabmal stammt vom alten Friedhofsteil, dessen Steine nach 1937 abgeräumt und zur Befestigung einer Böschung am Rande des alten Friedhofs verwendet wurden. Im Mai 2012 wurden die vergrabenen Grabsteine geborgen, gesäubert, restauriert und neu zusammengesetzt. Weitgehend vollständige Grabmale wie dieses wurden auf dem alten Friedhofsteil wieder aufgestellt, Fragmente in eine Gedenkmauer auf dem Gelände eingesetzt.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit scharriertem Rand und eingezogenem Rundbogenabschluß, das vertiefte Giebelfeld ist verziert. Im vertieften, mit einem Rahmen umgebene Schriftfeld ist die Inschrift in erhabenen Buchstaben rechtsbündig angebracht, der Schlußsegen wurde mittig unter die Inschrift gesetzt.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2014 Non in situ; das stark verwitterte, mehrfach gebrochene Grabmal wurde wieder zusammengesetzt und auf dem alten Grabfeld neu aufgestellt.

Zur Person

Abraham Moses Burghard/Burchhard war der älteste Sohn des "Lackfabrikanten" Joseph (=Juspa) Moses Burchhard. 1805 setzte sich der Vorsteher der Detmolder Judenschaft, der Hofcommisär Salomon Joel Herford, für Abraham ein als einem der ersten jüdischen Lehrlinge überhaupt. Abraham wollte eine Scherenschleiferlehre machen. Eine Lehrstelle bei einem Scherenschleifer in Pyrmont war bereits gefunden, kam allerdings nicht zustande. 1809 trat Abraham stattdessen eine Sattlerlehre in Detmold an, die allerdings nicht konfliktfrei verlief - mehrmals verließ er nach Streitigkeiten mit seinem Lehrherrn den Dienst und blieb ihm schließlich ganz fern. Als ihm jedoch von der Regierung damit gedroht wurde, dass ihm die als Lehrling zugestandene Befreiung vom Militärdienst entzogen würde, nahm er seine Lehre wieder auf und schloß sie erfolgreich ab. 1825 ließ er sich als Sattler in Lage nieder, nachdem ihm eine Niederlassung in Detmold, wo bereits drei Sattler tätig waren, verwehrt wurde. Doch auch in Lage fand er nur schwer ein Auskommen - 1841 und 1856 wird jeweils vom Magistrat festgestellt, dass er in größter Armut lebte.
1846 lebte er laut Bevölkerungs- und Viehstandsliste der Stadt Lage mit seiner Frau Jette und den beiden Töchtern Friederike und Juliana in Haus Nr. 33 (seit 1852 Nr. 74) als Untermieter des Zieglers Simon Reker und besaß zwei Ziegen.
Sein Sohn Joseph absolvierte in den Jahren 1845-1848 eine Klempnerlehre und wurde dabei aus Mitteln des lippischen "Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten" unterstützt.
Möglicherweise war Abraham Burchhard zweimal verheiratet, denn auf ihrem Grabstein ist der Name seiner 1873 gestorbenen Gattin mit Sara angegeben. Jedoch wird 1826 bei der Geburt der Tochter Friederike der Name der Mutter mit Sara angegeben, 1828 bei der Geburt der Tochter mit Jette, 1846 in der Bevölkerungsliste ebenfalls mit Jette und auf dem Grabstein 1873 wieder mit Sara. Wenn Abraham Burghard sich nicht zwischen 1826 und 1828 scheiden ließ und neu heiratete, müssten Sara und Jette zwei Namen einer Person, der Gattin des Abraham Burghard, sein.

Zur Familie

Tochter: Juliana Burghard (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0112)
Tochter: Fike (Friederike) Burghard (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0124)
Sohn: Joseph Burghard (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0314)
(2.?) Gattin: Sara, Gattin des Awraham Burghard (lag-0002)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Register der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 9: Zivilstandsregister der Juden für das Amt Lage, Kreis Detmold (GHT 1810-1875), S. 9 (G Friederike), 10 (G Juliana).
Klaus Pohlmann: Die Verbreitung der Handwerke unter den Juden, Detmold 1993, S. 28f., 31f., 60, 82, 103, 127, 134.
Martin Hankemeier: Zur Geschichte der Juden in Lage, Detmold 2003, S. 32.

Fotografien

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Margarethe Wissmann

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2015-01-20
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Nathanja Hüttenmeister

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Lage, lag-113
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=lag-113
(letzte Änderungen - 2015-03-19 16:54)

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Inschriften des Jahres 1862

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=lag-113
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