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Lage 140 Inschriften (1715-1936)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID lag-3
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Lage, lag-3: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?lag-3

Name

Josef ben David Hamlet (Joseph Hamlet) [13.05.1861]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏א״ח כ׳ יוסף ב״כ‏‎ ein angesehener Mann, der geehrte Josef, Sohn des geehrten
‎‏דוד האמלט‏‎ David Hamlet,
‎‏נפטר ביום ב׳ ד׳ סיון‏‎ verschieden am Tag 2, 4. Sivan,
‎‏ונקבר יום ב׳ דשבועת‏‎ 5 und begraben am 2. Tag des Wochenfestes
‎‏תרכ״א לפ״ק‏‎ 621 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht Joseph
Hamlet aus Heiden
gest. d. 13 Mai 1861, 10
im Alter von 62 Jahr.
Der Herr tödtet und
belebt wieder, bringt in
die Gruft hinab und
führt wieder herauf. 15
1 Buch Samoel k. 2, v. 6

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 13.05.1861 ; begraben am dritten Tag
Wie erstmals bei der 2. Gattin des Joseph Hamlet schließt auch hier die deutsche Inschrift mit einem Schriftzitat, diesmal aus dem 1. Buch Samuel, das wie das Psalmzitat auf dem Grabmal des Meier Schiff (lag-0039) von 1859 die Hoffnung auf die Wiederbelebung am Ende der Tage ausdrückt.

Beschreibung

Lage Neues Grabfeld, Nr. 03.
Beschreibung Das Grabmal vereinigt in seiner Gestaltung Elemente der Grabsteine der beiden ersten Gattinnen. Wie diese schließt es mit einem Dreiecksgiebel, der wie bei Friederike Hamlet von einem Fries von der Inschrift abgesetzt ist. Während dort jedoch geometrische Formen gewählt wurden, zog man mit dem Kyma hier florale Ornamentik vor. Das achtstrahlige Sternchen im Giebelfeld über der hebräischen Inschrift und die Blüte über der deutschen Inschrift sind identisch wie die entsprechenden Verzierungen auf dem Grabstein der Friederike Hamlet, bei Julie Hamlet sind sie leicht abweichend gestaltet. Aber wie bei Julie Hamlet wurde auch hier die in sorgfältig gearbeiteten erhabenen Buchstaben ausgeführte hebräische Inschrift in ein kartuschenförmiges Schriftfeld gesetzt, während die hebräische Inschrift bei Friederike Hamlet eingraviert auf rahmenlosem Schriftfeld steht.
Schrift vertieft (Deutsch: Antiqua) und erhaben (Hebräisch)
Abkürzungszeichen Tilden, Punkte
Ornament florale Verzierung, insbesondere Fries, Blüte (Rückseite); gestalterische Verzierung, insbesondere achtstrahliges Sternchen (Vorderseite)
Zustand 2003 Die Vorderseite mit dem hebräischen Text ist teilweise stark verwittert.

Zur Person

Joseph Hamlet aus Heiden war ein Sohn der Minka Hamlet, die kurz nach ihm starb und neben ihm beigesetzt wurde. Sein Vater könnte David ben Awraham Heiden gewesen sein, der 1837 gestorben war und auf dem alten Grabfeld begraben liegt. Demnach hätte dieser den Namen Hamlet als Familiennamen angenommen.
Joseph Hamlet wurde auch Juspa Heiden genannt - Juspa ist eine deutsch-jüdische Koseform des biblischen Namens Josef. Er war offensichtlich dreimal verheiratet. Seine 1806 geborene erste Frau Julie Schuster aus Lügde im Weserbergland starb 1846 und liegt in der Reihe vor ihm begraben. Neben ihr ruht seine zweite Frau, die 1822 geborene und 1853 gestorbene Friederike Frank aus Herford. Seine dritte Gattin, die 1818 geborene Pauline Frank, war vermutlich eine Schwester seiner zweiten Gattin. Sie wurde neben ihrer Schwiegermutter Minka Hamlet beigesetzt. Kinder aus einer dieser drei Verbindungen sind auf dem Friedhof nicht nachzuweisen, doch eine Tochter und zwei Söhne aus erster Ehe und eine Tochter aus dritter Ehe liegen in Detmold begraben.

Zur Familie

Vater?: David ben Awraham Heiden (lag-0119)
Mutter: Minka Hamlet (lag-0004)
1. Gattin: Julie Hamlet geb. Schuster (lag-0007)
Tochter: Henriette Ries geb. Hamlet (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0405)
Söhne: David Hamlet (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0408); Abraham Hamlet (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0417)
2. Gattin: Friederike Hamlet geb. Frank (lag-0008)
3. Gattin: Pauline Hamlet geb. Frank (lag-0005)
Tochter: Fanny Paradies geb. Hamlet (Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-0905)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Register der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 9: Zivilstandsregister der Juden für das Amt Lage, Kreis Detmold mit den Orten Ehrentrup, Heiden, Oettern (GHT 1810-1875), S. 12 (G Henriette Ries geb. Hamlet), S. 14 (G Fanny Paradies geb. Hamlet).

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2003-05-26
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2003-05-26
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Lage, lag-3
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=lag-3
(letzte Änderungen - 2015-03-19 11:25)

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