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Kettwig (Alter Friedhof in Ratingen) 48 inscriptions (1786-1888)

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TEI P5

Projekt

Der jüdische Friedhof in Ratingen, der ältere der beiden Friedhöfe der jüdischen Gemeinde zu Kettwig vor der Brücke, konnte im Rahmen unseres vom BMBF geförderten Verbundprojektes "Relationen im Raum - Visualisierung topographischer Klein(st)strukturen" dokumentiert werden.

Geschichte

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts teilte sich Kettwig in zwei unterschiedliche Territorien auf. Kettwig selbst gehörte zur Reichsabtei Werden, wo es Juden erst seit dem Jahr 1808 gestattet war sich anzusiedeln, während 'Vor-der-Brücke' zusammen mit zwei weiteren Orten als Gemeinde Laupendahl zur Herrschaft Hugenpoet gehörte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Kettwig-vor-der-Brücke ein Weberdorf, lag aber auch an einer alten Fernhandelsstraße, dem Frankfurter Weg, v.a. für den Viehhandel, und wurde erst 1930 nach Kettwig eingemeindet. Der erste namentlich genannte Jude, der sich hier ansiedelte, war im Jahre 1756 David Levi, danach folgten die Schutzjuden Joseph Seligmann und Samuel Benjamin und andere mehr. Die Gemeinde in Kettwig war streng orthodox und richtete sich nach dem Kölner Rabbiner, statt sich nach Essen zu orientieren (Elfi Pracht-Jörns, Jüd. Kulturerbe in NRW, S. 121-122). Eine Synagoge gab es vermutlich bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Seit 1846 existierte auch eine jüdische Schule, die spätestens 1916 aufgrund von Spannungen der einzelnen Lehrer mit dem Gemeindesprecher Hermann Seligmann geschlossen wurde. Danach gingen die jüdischen Kinder auf die evangelische Volksschule. In den 1930er Jahren verschwanden die jüdischen Geschäfte in Vor-der-Brücke fast vollständig. Seit 1941 wurden Juden aus Kettwig nach Theresienstadt, Minsk, Izbica und Auschwitz deportiert. Der alte Friedhof am Blomericher Weg existierte spätestens seit dem Jahr des ersten nachweisbaren Begräbnisses, 1786 (Der jüd. Friedhof in der Herrschaft Hugenpoet, S. 98). Er gehört heute zur Stadt Ratingen. 43 Grabsteine sowie einige Fragmente und Grabstein-Stümpfe im Boden sind heute noch erhalten.

Literatur

Engelhardt, Hans Gerd, Chronik der jüdischen Gemeinde Kettwig/Kettwig vor der Brücke, Synagogengemeinde Laupendahl im Bergischen Land. Mit Beiträgen von Patrick Bierther und Wilhelm Schäferdiek. Hrsg.: Kettwiger Museums- und Geschichtsfreunde e.V. 1999.

Pracht-Jörns, Elfi, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf (=Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Bd.34.2), Köln 2000.

Schröter, Hermann, Geschichte und Schicksal der Essener Juden. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Essen, hrsg. von der Stadt Essen (Essen 1980).

Eggerath, Hanna und Neunzig, Helmut: "Ihr Andenken sei ihnen zum Segen". Der jüdische Friedhof in Ratingen am Blomericher Weg und die jüdische Gemeinde Kettwig vor der Brücke. Eine Dokumentation. Hrsg. vom Stadtarchiv Ratingen (Schriftenreihe des Stadtarchivs Ratingen, Reihe A, Bd. 8), Essen (Klartext-Verlag) 2014.

Edition

Anna Martin, Nathanja Hüttenmeister

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Kettwig (Alter Friedhof in Ratingen) (1786-1888 / 48 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ket

 

Steinheim-Institut
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