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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-134
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-134: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-134

Name


Mordechai Meir ben [...] Hakohen (Max Kahn) [06.11.1922]
Emilie Kahn geb. Löb
Ernst Loeb  
Erna Loeb geb. Kahn  
Günter Loeb            

Diplomatische Transkription und Übersetzung

 Ursprüngliche Schrifttafel
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האיש מרדכי בר [...] הכהן‏‎ der Mann Mordechai, Sohn des [...] Hakohen,
‎‏נפטר ביום ב׳ ט[״ו חשו]ן תרפ״ג לפ״ק ׃‏‎ verschieden am Tag 2, 15. Cheschvan 683 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bünel des Lebens
Hier ruht 5
mein unvergesslicher Gatte
unser guter Vater
Max Kahn
geb. 7. Okt. 1871, gest. 6. Nov. 1922.
 Erneuerte Schrifttafel
‎‏פ״נ‏‎ 10 Hier ist begraben
‎‏אבי היקר ר׳ מאיר הכהן‏‎ mein Vater, der Teure, Herr Meir Hakohen,
‎‏נפטר ט״ו חשון תרפ״ג לפ״ק‏‎ verschieden 15. Cheschvan 683 der kleinen Zählung,
‎‏ונשמות אמי אחות ובעלה‏‎ und die Seelen meiner Mutter, Schwester und ihr Gatte
‎‏ובנם שנהרגו בדמי יםהם‏‎ und ihr Sohn, die ermordet wurden ›in der Blüte ihrer Tage‹
Hier ruht 15
mein lieber Mann
unser guter Vater
Max Kahn
gest. 1922
Zum Gedenken 20
an meine Mutter
Emilie Kahn
u. meine Geschwister
Ernst, Erna u.
Günter Loeb 25

 

 Zl 14: Vgl. Jes 38,10

Kommentar

Datierung Max Kahn: Geboren 07.10.1871; gestorben Montag, 06.11.1922
Dieser Grabstein ist gleichzeitig ein Gedenkstein für die ermordeten Familienangehörigen und wurde 1967 anstelle des ursprünglichen Steins gesetzt. Max Kahns zweite Tochter Marianne Johanna, verheiratete Schwarz, konnte während der nationalsozialistischen Diktatur nach London entkommen. Sie ließ diesen Stein auf dem Grab ihres Vaters errichten und die Namen der vermissten Familienangehörigen einmeißeln. Die alte Schriftplatte liegt zerbrochen auf dem Grab. Es ist nicht bekannt, wann diese Schrifttafel zerbrochen wurde.
Zl 4: ‎‏אחות‏‎/"Schwester": Es fehlt ein Jud. Eigentlich müsste es ‎‏אחותי‏‎/"meine Schwester" heißen.
Namenskunde Für Max Kahn sind zwei verschiedene Synagogalnamen angegeben. Auf der ursprünglich für ihn beschrifteten Tafel steht der biblische Name Mordechai, der im 19. Jahrhundert häufig mit dem bürgerlichen Namen Max(imilian) zusammenging. Den gleich anlautenden nachbiblischen hebräischen Name Meir nennt die erneuerte Tafel. Unklar bleibt, ob der Verstorbene beide Namen trug, oder dem zweiten Namen, Meir, ein Irrtum zugrunde liegt.

Beschreibung

Material Granit (?)
Beschreibung Hochrechteckiger Grabstein mit einer vertieften, eingesetzten Schrifttafel auf Sockel.
Schrift vertieft (ursprüngliche Schrifttafel); erhaben (erneuerte Schrifttafel); zentriert.
Symbol Segnende Priesterhände auf der ursprünglichen Schrifttafel; Davidstern auf der erneuerten Schrifttafel
Zustand leichte Bschädigung. Die ursprüngliche Schrifttafel ist zerbrochen.

Zur Person

Maximilian Meir Kahn wurde am 7. Oktober 1871 als Sohn von Hermann Kahn und Rebekka, geb. Mainzer in Partenheim geboren. Er war Weinkommissionär und lebte in der Bahnhofstr. 41 (alte Nummerierung). Max Kahn besaß noch weitere Wohnhäuser im Oberen Zwerchweg 24 und in der Schulstraße 14. Das Grundstück von Max Kahn ist in einem Lageplan von 1920 eingezeichnet. Es reichte vom heutigen Oberen Zwerchweg bis zur angrenzenden Schulstraße.
Max Kahn war mit Emilie, geb. Löb verheiratet, geb. am 28/25. (lt. Geburtsurkunde) Mai 1879 in Frankenthal, verh. am 1. Juni 1904 in Frankenthal. Sie wurde am 20. September 1942 als eine der letzten 17 in Ingelheim verbliebenen Juden deportiert und im KZ ermordet. Durch Beschluss des Amtsgerichts Ingelheim vom 21. Oktober 1948 wurde sie zum 30. September 1943 für tot erklärt. Für sie wurde ein Stolperstein vor dem Anwesen Oberer Zwerchweg 24 gesetzt.
Das Paar hatte zwei Töchter: 1. Erna Friederike Loeb, geb. 24. Juli 1905, verh. am 30. Oktober 1924 in Ober-Ingelheim mit dem 1891 in Venningen geborenen Ernst Loeb, sie, ihr Mann und ihr 1927 in Ingelheim geborener Sohn Günter wurden vermutlich nach Treblinka deportiert und ermordet; 2. Marianne Johanna Schwarz, geb. 8. Juli 1908, verh. am 21. Mai 1931 in Ober-Ingelheim mit Franz Josef Schwarz, verzogen am 13. Mai 1905 von Partenheim in die Bahnhofstr. 4 (heute 129, das Haus steht nicht mehr).

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Löb, Erna ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 917581
Löb, Ernst ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 917594
Löb, Günther ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 917667

Quellen / Sekundärliteratur

Stolpersteine in Ingelheim auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Familienliste, Nr. 135 (Kahn), 167 (Loeb).
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 118, 192, 223-229, 278, 578.

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