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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-129
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-129: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-129

Name


Leopold Stern [22.02.1917]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Leopold Stern
geb. zu Nieder-Ingelheim
23. Febr. 1837
gest. 22. Febr. 1917.

Kommentar

Datierung Geboren 23.02.1837; gestorben 22.02.1917
Dieser Grabstein ist der erste mit einem sog. Vorhangabschluss. Der Grabstein wirkt in seiner Schlichtheit modern. Der untere Teil des Schriftfeldes wirkt leer. Wahrscheinlich war vorgesehen, dass auch seine Frau hier beerdigt wird, sie zog jedoch 1917 nach Selters, wo ihre älteste Tochter Ida lebte.

Beschreibung

Material Granit
Beschreibung Hochrechteckige Stele auf Sockel mit flachem Abschluss, umlaufender Vorhangabschluss.
Schrift vertieft, zentriert, der Name in Großbuchstaben hervorgehoben.
Zustand Gut.

Zur Person

Leopold Stern war ein Sohn des Textilwarenhändlers Isaak Stern und wurde am 23. Februar 1837 in Nieder-Ingelheim geboren. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters Isaak zusammen mit seinem Bruder David das Textilwarengeschäft. Die Brüder saßen in der Synagoge nebeneinander. Sie hatten dort 1855 die Stühle 43 und 44 ersteigert. David verzog 1889 nach Mainz. Leopold betrieb nachweislich ab 1890 sein Geschäft in der Obergasse, heute Mainzer Straße 78. Er heiratete 1863 Franziska, geb. Sundheimer, geb. 28. August 1842 in Groß Rohrheim.
Das Paar hatte zehn Kinder, von denen nur das siebte, Rosa Nussbaum, in Ingelheim beerdigt wurde. Drei starben im Kindesalter, ihre Grabstätten sind unbekannt. Die älteste Tochte Ida, geb. 6. März 1864, heiratete am 17. November 1891 Joseph Rosenau aus Selters und zog dort hin. Im Juli 1939 emigrierte sie ins niederländische Hilversum. Im Mai 1943 wurde sie nach Sobibor deportiert und dort am 14. Mai 1943 ermordet. 2. Julius, geb. 30. April 1865, gest. 15. November 1957 in Dilbelk/Brabant/Belgien; 3. Gustav, geb. 18. Oktober 1866, lebte seit 1940 in Orlando/Florida, USA; 4. David, geb. 15. Juni 1868, gest. 2. März 1871 Nieder-Ingelheim; 5. Karl, geb. 4. August 1869; 6. Moritz, geb. 3. Februar 1871, gest. 31. Januar 1872 Nieder-Ingelheim; 8. Richard, geb. 31. Januar 1875, gest. 3. März 1875 Nieder-Ingelheim; 9. Ludwig, geb. 8. Mai 1876, 1908 verzogen nach Osnabrück; 10. Auguste, geb. 8. Februar 1878, zog 1902 von Ingelheim aus nach Duisburg. Sie war 1939 mit ihrer Schwester Ida ins niederländische Hilversum geflüchtet und wurde gemeinsam mit ihr nach Sobibor deportiert und dort am selben Tag, den 14. Mai 1943, ermordet. Idas in Frankreich lebender Enkel Walter Cohn füllte Gedenkblätter der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad VaShem für Ida Rosenau und Auguste Stern und weitere 39 Familienmitglieder aus, die während der Shoah ermordet wurden.
Nach dem Tod ihres Mannes 1917 zog Franziska Stern zu ihrer Tochter Ida nach Selters/Westerwald. Ihre Tochter Rosa führte das Geschäft mit ihrem Mann Gustav Nussbaum weiter. Erst die nationalsozialistische Diktatur nahm der Familie die Möglichkeit, das Geschäft weiter zu führen.

Zur Familie

Vater: Isaak Stern (ihl-0032)
Mutter: Elise Babette Stern geb. Mayer (ihl-0087)
Tochter: Risa Nussbaum geb. Stern (ihl-0116)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Rosenau, Ida ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 950868 ─ ‎‏יד ושם‏‎ Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, 1940976
Stern, Auguste ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 975757

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 328.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 171, 248, 295, 398, 403, 405, 577.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

heutiges Foto
2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-129
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ihl-129
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Steinheim-Institut
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