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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-126
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-126: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-126

Name


Salomon Kahn [01.01.1915]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏מאבערינגעלהיים‏‎ aus Ober-Ingelheim
‎‏האיש זאלאמאן קאהן נפטר‏‎ der Mann Salomon Kahn, verschieden
‎‏ביום ו׳ עש״ק ט״ו טבת ונקבר‏‎ am Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat, 15. Tewet, und begraben
‎‏ביום א׳ י״ז טבת תרע״ה לפ״ק ׃‏‎ 5 am Tag 1, 17. Tewet 675 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏איש עניו בכל עניניו‏‎ Ein Mann, demutsvoll in all seinen Belangen,
‎‏תם וישר בכל מעשיו‏‎ ›lauter und aufrecht‹ in all seinen Taten
‎‏ורודף שלום כל ימי חייו‏‎ ›und strebend nach Frieden alle Tage seines Lebens‹
 Postament
Hier ruht 10
Salomon Kahn
geb. 3. Juni 1860 - gest. 1. Jan. 1915

 

 Zl 8: Ijob 1,1  Zl 9: Av 1,12

Kommentar

Datierung Geboren 03.06.1860; gestorben Freitag, 01.01.1915 ; begraben am übernächsten Tag
Die hebräische Schrift beginnt unter den segnenden Händen, die auf eine Abstammung auf die Priesterfamilie hinweisen, mit der üblichen Einleitungsformel und nennt dann den Herkunftsort Ober-Ingelheim. Hier wird der Name des Toten genannt, aber nicht wie üblich der Name des Vaters. Dann folgen Sterbe- und Begräbnisdatum nach der jüdischen Zählung. Nach der traditionellen Schlussformel folgt ein Nachruf, der aus mehreren biblischen Zitaten zusammen gesetzt ist. Im Sockel stehen untergeordnet die Daten auf Deutsch. In den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes ist der 31. Dezember 1914 als Sterbedatum angegeben. Möglicherweise starb Salomon Kahn nach Sonnenuntergang, wenn nach traditioneller jüdischer Zählung der nächste Tag beginnt.

Stilmittel

Reim auf -av in Zln 7-9.

Beschreibung

Material Granit
Beschreibung Hochrechteckige Stele, nach oben verjündend, auf zweistufigem Sockel, eingezogener gerader Abschluss mit abgeschrägter Kante, florales Band unter dem Abschluss sowie Palmetten rechts und links im unteren Schriftfeld.
Schrift vertieft, zentriert, hebräischer Text teilweise rechtsbündig, der Name im deutschen Text in Fraktur und hervorgehoben.
Symbol Segnende Priesterhände
Ornament florale Verzierung
Zustand Gut.

Zur Person

Salomon Kahn wurde am 3. Juni 1860 in Partenheim geboren. Der Viehhändler, der im Neuweg 1 lebte, wurde im Volksmund "der Kuh-Kahn" genannt. Er starb im Alter von 54 Jahren.
Salomon Kahn war verheiratet mit der um 1867 geborenen Rieke geb. Fränkel. Das Ehepaar hatte vier Kinder: 1. Frieda, geb. 24. Oktober 1893, verh. 22. Januar 1920 in Ober-Ingelheim mit Joseph Odenheimer; 2. Elisabetha, geb. 14. Mai 1895, 2. Ehefrau von Louis Ludwig Langstädter (Witwer von Mathilde Langstädter, ihl-0142), verheiratet am 6. November 1930 in Ober-Ingelheim, ermordet im KZ; 3. Paula, geb. 17. Juni 1899, verh. am 4. Mai 1921 mit Leopold Krauskopf, ermordet im KZ; 4. Henri Marx Harry, geb. 30. Juli 1900, ermordet in Auschwitz.
Rieke Kahn, geb. Fränkel flüchtete ca. 1939 nach Paris. Ihre Tochter Elisabetha Langstädter verkaufte im Januar 1939 ihr Elternhaus im Neuweg 1 an Familie Winternheimer (IZ). Mehrere Familienmitglieder hielten sich bereits in Frankreich auf, unter ihnen Rieke Kahns Enkelin Lotte, die Tochter von Leo und Paula Krauskopf, sowie ihr Sohn Harry. Die 73-Jährige Frau wird nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris im Mai 1940 keinen Ausweg mehr gesehen haben und flüchtete sich in den Tod. Die älteste Tochter Frieda konnte mit ihrem Mann in die USA entkommen. Alle anderen Kinder und Ehegatten wurden während der nationalsozialistischen Diktatur ermordet. Für die Familienangehörigen wurden vor dem Neuweg 1 und der Stiegelgasse 25 Stolpersteine gesetzt.

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Kahn, Henri ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 628640
Krauskopf, Leo ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 905034
Krauskopf, Paula ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 905035

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 133.
Jüdische Spuren in Ober-Ingelheim (8. Der "Kuh-Kahn") auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Stolpersteine in Ingelheim auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Herbert 1992, S. 110.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 117, 204, 223, 278, 312, 369, 577.
Heinrich A. Herbert: Ingelheimer Lesebuch, Stadt Ingelheim am Rhein (Hrsg.), Alzey 1992, S. 110.
Ingelheimer Zeitung vom 25. Januar 1939, Stadtarchiv Ingelheim am Rhein.

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Schlotterbeck, Michael

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2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-126
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