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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-105
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-105: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-105

Namen


Mosche ben Uri Hakohen (Moritz Kahn) [04.05.1904]
Sara bat Josef (Sophie Kahn geb. Mayer) [05.07.1905]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏משה בן אורי הכהן‏‎ Mosche, Sohn des Uri Hakohen,
‎‏מת ביום י״ט באייר תרס״ד‏‎ gestorben am 19. Tag im Ijar 664.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht in Gott 5
Moritz Kahn
geb. 9. März 1835, gest. 4. Mai 1904 .
Sophie Kahn, geb. Mayer
geb. 1. Okt. 1845, gest. 5. Juli 1905.
‎‏פ״נ‏‎ 10 Hier ist begraben
‎‏שרה בת יוסף‏‎ Sara, Tochter des Josef,
‎‏{נ}פטרת ביום ב׳ ונקברה‏‎ verschieden am 2. Tag und begraben
‎‏ביום ד׳ בתמוז תרס״ה לפ״ק‏‎ am 4. Tag im Tammus 665 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Moritz Kahn: Geboren 09.03.1835; gestorben Mittwoch, 04.05.1904
Sophie Kahn: Geboren 01.10.1845; gestorben Mittwoch, 05.07.1905 ; begraben am übernächsten Tag
Dieser Grabstein auf einem Doppelgrab besticht durch seine einfache und klare Strukturierung. Unter den Priesterhänden beginnt der hebräische Nachruf auf den Mann. Er wird mit dem deutschen Nachruf für beide Verstorbene fortgesetzt und endet mit dem hebräischen Text für die Frau. Die Eheleute starben innerhalb eines guten Jahres. Deswegen wurde wohl die Form des Doppelgrabes gewählt.
Zl 12: Der erste Buchstabe des Wortes fehlt.

Beschreibung

Material Granit
Beschreibung Hochrechteckige Stele auf Sockel und mit Flachbogenabschluss.
Schrift vertieft, zentriert, im deutschen Text sind die Namen hervorgehoben.
Symbol Segnende Priesterhände
Zustand Gut.

Zur Person

Moritz Kahn wurde am 9. März 1835 in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Philipp Uri Kahn und seiner Frau Wilhelmine geb. Mayer. Er war Kaufmann und betrieb ein Hutgeschäft am Markt 2 in Ober-Ingelheim. Am 3. Juli 1871 heiratete er in Ober-Ingelheim Sophie Seraphine, geboren am 1. Oktober 1845 in Nieder-Ingelheim als Tochter des Metzgers Joseph Jessel Mayer und der Helene geb. Michel.
Das Ehepaar hatte neun in Ober-Ingelheim geborene Kinder, von denen fast alle während der NS-Zeit ermordet wurden:
1. Eugen, geb. 8. Juli 1872, verh. 1901 mit Florentine Marx; Das Ehepaar wurde 1942 nach Theresienstadt und 1944 weiter nach Auschwitz deportiert und ermordet.
2. Lina, geb. 25. Oktober 1873, verh. 10. August 1897 in Ober-Ingelheim mit Mannas Bloemendal, war 1933 mit ihrem 1907 geborenen Sohn Manfred in die Niederlande emigriert, beide wurden von Westerbork nach Auschwitz deportiert und ermordet;
3. Anna, geb. 23 Januar 1875, verh. 29. Juni 1900 in Ober-Ingelheim mit Louis Schönthal; beide wurden 1941 ins Ghetto nach Minsk deportiert.
4. Oskar, geb. 15. Februar 1876, gest. 2. August 1876 in Ober-Ingelheim;
5. Flora, geb. 2. Januar 1878, verh. am 17. April 1906 in Ober-Ingelheim mit Simon Müller, beide wurden ins Ghetto Riga deportiert und für tot erklärt;
6. Pauline, geb. 28. November 1879, verh. 23. März 1909 in Ober-Ingelheim mit Samuel Doiny, wurden beide nach Theresienstadt deportiert, wo sie starben ;
7. Wilhelm, geb. 13. Dezember 1880, am 11. März 1940 verz. nach Mainz, verh. mit Berty (Bertha) Lichtenberger; er wurde mit seiner Frau ins Ghetto Piaski deportiert und ermordet.
8. Alexander, geb. 3. Dezember 1881, gest. 5. Juni 1882 in Ober-Ingelheim;
9. Otto, geb. 25. Dezember 1885, verzogen am 9. April 1901 nach Frankfurt a.M.
Der Sohn Eugen und später der Enkel Wilhelm übernahmen das Hutgeschäft. 1938/1939 wurde es zwangsverkauft.

Zur Familie

Vater von Moritz Kahn: Philipp Uri Kahn (ihl-0047)
Mutter von Moritz Kahn: Wilhelmine Kahn geb. Mayer (ihl-0036)
Vater von Sophie Kahn: Joseph Mayer (ihl-0078)
Mutter von Sophie Kahn: Helene Mayer geb. Michel (ihl-0038)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Bloemendal, Lina ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 844309
Bloemendal, Manfred ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 844318
Doiny, Pauline ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 852401

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 129.
Jüdische Spuren in Ober-Ingelheim (6. Der "Kappe-Kahn") auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 116, 254, 405, 573.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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2016-05-14
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